Archiv des Autor: Inge Jurk

Und wieder gegen die Schwachen – neue Runde

Wer zum Helden über Menschen werden will, die sowieso am Boden sind, zeigt seine hässliche Fratze der Macht und die Bereitschaft, über Leichen zu gehen. Das Gleiche beweist eben genau die Wahl derer, die zu bekämpfen sind: Die Schwächsten in einer ansonsten gegen diese geschlossene Gesellschaft. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fordert eine härtere Gangart in der Sozial- und Ausländerpolitik.

Nutze den Schwung des Gegners, um ihn aufs Kreuz zu legen.

Kanzlerin Merkel liess sich sehr lange Zeit damit, zu regieren. Allgemein wurde gemäkelt, dass sich so gar nichts bewege. Inzwischen aber löst eine Handlung die andere ab, und die Menschen werden förmlich erschlagen damit – und auch von dem Tempo, das die Beteiligten plötzlich vorlegen.

Auf diese Weise setzt Merkel das ewige Gemäkel an ihrem Stil wie einen Hebel zur Durchsetzung einer Politik ein, die in kürzestmöglicher Zeit den maximalen Schaden am Zusammenhalt der Gesellschaft anrichten könnte. Der Vorgang ist aus dem Kampfsport bekannt: Nutze den Schwung des Gegners, um ihn aufs Kreuz zu legen. Das ist der traurige Kern des so genannten Herbstes der Entscheidungen.

S 21 – braucht das wer?

Stuttgart 21 ist mehr als ein Bahnhof. Die baden-württembergische CDU und sogar Bundeskanzlerin Merkel haben bereits ihr Schicksal an das umstrittene Infrastrukturprojekt gekoppelt. Ob dies eine weise Entscheidung war, darf bezweifelt werden, da nahezu alle Sachargumente gegen den unterirdischen Bahnhofsneubau sprechen. Macht es aber ein Geräusch, wenn im Wald ein Baum umfällt und es ist niemand in der Nähe, der es hören könnte? Bei politischen Fragen gibt es kein „richtig“ und kein „falsch“, es gibt keine alleinige Wahrheit.
Doch was sind eigentlich die Sachargumente, die gegen – oder auch für – S21 sprechen?
Der Spiegelfechter hat gesammelt, und es ist sehr aufschlussreich, was er zusammengetragen hat.

Erziehungsziel Menschsein, oder Untertan? — Fragen nach der Demo, und Hatz auf die Lehrer

An den Protesten am Donnerstagvormittag sind zahlreiche Schüler beteiligt gewesen. Darüber hat sich eine hitzige Diskussion entwickelt – denn die Demonstration gegen Stuttgart 21 fand während der Unterrichtszeit statt.
Die Schüler, die am 30. September an der Demonstration teilgenommen haben, haben an diesem Tag mehr über unsere Gesellschaft, die Politik, unseren Staat, die Gewalt und Gewaltenteilung, das Gemeinwesen gelernt, als sonst während ihrer gesamten Schulzeit. Es steht zu befürchten, dass es der Landesregierung aber nicht darum geht, sondern nur im den Punkt, dass die Jugend der CDU den Kadavergehorsam verweigert hat. Die Lehrer sollen dafür nun büßen.