Von der Wahl 2017 bis heute – 10 Monate vertane Zeit

Eine Übersicht und ein Kommentar oder auch ‘Kraut und Rüben’

Die Bundestagswahl 2017 ist vorbei (manchmal merkt man es fast nicht) und die Bürger dieses Landes haben eigentlich ein Recht darauf, dass jetzt regiert wird, aber PUSTEKUCHEN.

Allein die sogenannte Regierungsbildung zog sich wie Kaugummi zu einem halben Jahr hin und als diese Zwangskoalition endlich stand … dann kam Horst Seehofer – und führte sich auf wie eine Wildsau auf Drogen, denn seine Partei, die sogenannte Christlich Soziale Union muss sich im Oktober der Wählerschaft stellen bei einer Landtagswahl; nur soviel steht heute eigentlich schon fest – diese werden sie krachend verlieren, ist aber nur meine persönliche Prognose.

Seehofer wollte die aFD auch noch rechts überholen mit dem Thema “Flüchtlinge und Migration”, obwohl dieses Thema zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr so relevant war, wie noch während des Wahlkampfs 2017, denn die Stinkstiefelpartei saß bzw. sitzt nun mal schon im Bundestag.

Resultat der Bundestagswahl 2017: Die Konjunktur läuft auf Hochtouren, doch nur sehr Wenige profitieren wirklich davon, denn die Bürger spüren nur, dass sie eigentlich von denen in Berlin in irgend einer Form verarscht werden. Es wurden wohl ökonomische Veränderungen vorgenommen, welche aber nur der Berliner Elite zugute kamen, denn diese Veränderungen wurden mit der Gießkanne über die Parteien vollzogen, die Bürger und Wähler waren außen vor. Letztlich geht es doch immer nur ums Geld und dieses Ressort wird ja vom Koalitionspartner SPD ‘verwaltet’, wie die meisten Luftschlösser im Koalitionsvertrag. Gemeint sind damit die sogenannten Reformvorhaben im Gesundheits- und Pflegebereich, der Arbeitsmarkt sowie die Wohnsituation in Deutschland, aber auch der gesamte Sozialbereich.

Aber nicht allein, denn was sich Horst Seehofer mit seiner Migrations- und Flüchtlingsdebatte da über Wochen geleistet hat, hat diesen Land und einer Mehrzahl der Bürger und Wähler auf Jahre und länger mehr als geschadet. (Blau hervorgehoben bedeutet einen Link zu einem Beitrag in einem anderen Medium und ist meiner Meinung nach wichtig)

Bei aller Nabelschau unseres eigenen Spiegelbilds dürfen wir aber nicht vergessen, dass sich gleichzeitig Dinge abspielen, die sich auf die gesellschaftliche Entwicklung auch hinter unseren eigenen Grenzen abspielen, denn Deutschland ist nun mal nicht das maßgebende Land auf diesem Planeten.

Einflüsse kommen hier im Besonderen aus den USA und werden unser Denken noch lange beherrschen, wenn ‚unsere‘ geistige Elite dem nicht massiv gegensteuert.

Hier kommt jetzt gerade für mich ein Interner Zwischenruf, den ich loswerden muss, denn meinem Mitbewohner habe ich kündigen müssen. Ich selbst musste einsehen, dass wir in keiner Weise kompatibel waren. Im Moment werde ich nicht weiter darauf eingehen, denn ich werde hier garantiert nicht in Details gehen, die ihm und mir schaden können.

 

 

Neu aufgelegt: Die Monster der Zukunft

Erstmals veröffentlicht am 27. August 2010. In der Zeit von der Erstveröffentlichung bis heute hat sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen, den ich immer noch versuche, zu begreifen. Am deutlichsten wird das im politischen Spektrum sichtbar und man muss sich nur mal vor Augen halten, was die Veränderungen durch einen Vollpfosten wie Gerhard Schröder voran getrieben hat.

Langeweile resultiert für mich aus Bildungsresistenz. Wer sich bildet, hat immer Ausweichmöglichkeiten, allein schon im Denken. Natürlich kann das nicht allgemeingültig sein, aber das Grundprinzip stimmt für mich. Wer schon als Kind von Bildung ferngehalten wird, lernt nie die vielen Facetten menschlichen Handelns kennen, ob direkt oder auch nur theoretisch. Mir persönlich hat lesen immer geholfen, auch in Zeiten, in denen ich selbst Scheiße gebaut habe, denn die Scheiße wollte ich auch bauen.

28. Mai 2010, 21:04 Uhr Kamp-Lintfort Jugendlicher soll Obdachlosen aus Langeweile getötet haben Von Julia Jüttner

Nach dem gewaltsamen Tod eines Obdachlosen im niederrheinischen Kamp-Lintfort hat das Gericht Haftbefehl gegen zwei mutmaßliche Täter erlassen – einem wird Mord vorgeworfen. Ermittler erklärten, die 16-Jährigen hätten aus Langeweile gehandelt. Hamburg – „Es gibt mehrere denkbare Varianten, wie dieser obdachlose Mann ums Leben kam“, hatte ein Polizeisprecher vor der Festnahme der mutmaßlichen Täter gesagt. „Dass er zu Tode gejagt wurde, gehört zu den grauenvollsten.“ Selbst dieser grausame Gedanke ist offenbar zu steigern: Die Polizei geht nun davon aus, dass der wohnungslose Klaus B. sterben musste, weil sich vier Schüler langweilten.

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Meine eigene Vergangenheit hätte nicht prägender sein können, aber da Gewalt in meiner Kindheit schon ein ständiger Begleiter war, gab es eigentlich nur zwei Alternativen: entweder wurde ich selbst gewalttätig oder aber ich ging den schwereren Weg. Ich für mich hatte und hab mich für den Zweiten entschieden., das heißt aber nicht, ich bin jetzt ein Heiliger geworden.

Aktuell bin ich jetzt knapp 71, ausrangiert und auch ausgebrannt. Aber ich bin auch wütend. Und das hilft mir, weiterzuleben und weiterleben zu wollen.

Heute morgen stellte ich wieder mal fest, das mein ganzes Leben von Angst bestimmt wurde und auch noch bestimmt wird. Und das äußert sich auch körperlich, als wollte mich mein Körper bestrafen, so wie ich früher als Kind für jeden Scheiß, aber auch für konkrete Vergehen bestraft wurde. Früher war es dann brutalste „Züchtigung“ mit einer neunschwänzigen Katze, heute sind es Hautausschläge.

Ich nehme erst mal eine Kurzform, eine Art Steno des Lebens.

Kinderheim (2Jahre), Erziehungsheim (3 Jahre), Knast (3,5 Jahre), bis zum 16. Lebensjahr Bettnässer. Seit meinem 6. Lebensjahr ständig von zuhause abgehauen, nachts in Trümmergrundstücken geschlafen, in Kaufhäusern geklaut (hauptsächlich Spielzeug), die Schule war mir ein Gräuel wegen der darin herrschenden „Ordnung“ und Hierarchie.

Das klingt für viele, als wäre ich Anarchist, aber das ist auch nur ein Teil der „Wahrheit“. Auch wenn alles noch unstrukturiert klingt, denke ich doch, das mit der Zeit eine Art Struktur reinkommt. Ich konnte mit 7 Jahren schon lesen und da ich zuhause jede Menge Literatur, angefangen von Readers Digest über Werke der Weltliteratur (Goethe, Schiller, Dumas, Zola u.a.) bis zum Playboy fand, stand einem „Reisen in die Illusion“ nichts im Wege, außer vielleicht meine Eltern, wenn sie mich erwischten, wie ich las, während ich z.B. Hausaufgaben machen sollte oder sonst irgendeine Arbeit, die für mich „reichlich vorhanden“ war. Dann setzte es meistens Prügel. Aber auch daran kann man sich ja praktisch „gewöhnen“. Nur wenn jetzt irgendwer denkt, ich wäre vielleicht zu einem Masochisten geworden, dann täuscht er oder sie sich ganz gewaltig. Mein ständiges „Aufbegehren“ gegen alles und jeden sagt da etwas ganz anderes, schon immer.

Auch meine „Fluchten“ sprechen dabei eine ganz eigene Sprache. Wenn ich mich z.B. in Träume flüchte, so bin ich dort meist stark und durchsetzungsfähig, aber nicht immer. Auch in meinen Träumen muss ich Niederlagen einstecken, aber sie sind dann einfach hinnehmbar und ertragbar.

Ich erinnere mich noch gerne an den Tag in der Schule, ich war acht Jahre alt und wurde ständig von einem Typen, der etwas älter und grösser war, geärgert und rumgeschubst. Eines Tages kam ein anderer Junge zu mir, er hatte wohl Mitleid und sagte mir, wie ich mich wehren sollte. Er erklärte mir, wenn ich das nächste Mal mit dem Typen zusammentreffe und er wieder anfangen sollte, dann müsse ich hochspringen, richtig hoch, laut schreien und dann zuschlagen. Er erklärte mir auch, warum. Es ging um den Überraschungsmoment.

Und dass tat ich dann auch und danach wurde ich von diesem Typen, aber auch von anderen in Ruhe gelassen, denn plötzlich hatten sie Angst vor mir.

Wenn ich heute was über meine Eltern schreibe, bzw. sie beschreiben soll, so gibt es nur wenige Worte dafür. Meine Mutter war gefühlsmäßig so kalt wie ein Kühlschrank (obwohl ich da auch Einschränkungen machen muss). Und mein „Vater“ war ein Sadist. Meinen richtigen Vater hab ich nie kennengelernt, ich weiß nur, das er Amerikaner war und schon vor meiner Geburt wieder verschwand. Aber das alles wusste ich bis zu meinem 20. Lebensjahr nicht. Nur geahnt habe ich immer, das mit mir irgendetwas nicht stimmt.

Aufgewachsen bin ich, immer hin- und hergeschoben zwischen meinen Großeltern und meinen Eltern, in ständiger Unsicherheit. Wenn ich also heute unter einer Sozialphobie mit Panikattacken leide, so führe ich das hauptsächlich darauf zurück. Und meine Attacken haben erst 1999 angefangen, wahrscheinlich auf Grund des fortschreitenden Alters aus Zukunftsangst.

Gelebt habe ich in verschiedensten Extremen, entweder ganz oben, aber auch immer wieder mal ganz unten. Zwischen meinem 18. und 23 Lebensjahr lebte ich auch zeitweise auf der Straße, wie ein Penner. Und wenn ich mal wieder Geld in der Tasche hatte, war Halligalli angesagt.

Gearbeitet habe ich 20 Jahre bei Film und Fernsehen, die letzten 8 Jahre bis 1992 als Kameramann. Zum Film kam ich indirekt durch den Regisseur Werner Herzog, den ich während eines Aufenthaltes im Gefängnis wegen Wohnsitzlosigkeit bei einer Vorführung eines seiner Filme dort ansprach und der mir Hilfe anbot. Und am 2. Dezember 1970 stand ich dann vor seiner Wohnungstür in München. Er öffnete mir auch weitere Türen.

Angefangen hab ich im Synchronstudio über Tonassistent zum Tonmeister, dann Kameraassistent, auch habe ich geschnitten und produziert. Gelernt habe ich viel und lange, auch Disziplin. Aber kein Typ wie ich schwimmt immer nur obenauf, denn auf einmal war es schlagartig vorbei, auch drängte mich meine letzte Frau, besser irgendetwas zu arbeiten, als auf neue Aufträge zu hoffen und sie hatte aus ihrer Sicht natürlich recht, denn der Alltag musste ja bezahlt werden.

Ich wechselte 1992 in die IT, also zu Computern, denn da hatte ich mich schon seit 1983 damit befasst, zuerst mit dem Brotkasten (für Nichtkenner der C-64) dann mit einem Atari ST und seit 1988 mit dem M$-PC.

Zuerst arbeitete ich mit diverser Software (hauptsächlich Textverarbeitung), dann stieg ich um auf Hardware, Support und Administration. Bis 2002, da lief mein letzter Arbeitsvertrag aus, war ich auch weiterhin Freiberufler. Und seitdem schlag ich mich mit winzig kleinen Aufträgen so gerade durchs Leben, ansonsten lebe ich von Sozialhilfe, die jetzt Hartz IV heißt. Inzwischen bin ich in Grundsicherungsrente.

Verdient habe ich in den 10 Jahren gut, aber ich hatte auch eine „anspruchsvolle“ Frau, und so ist bis auf den wenigen Besitz, den ich jetzt noch habe, nichts übriggeblieben. Meine Frau fährt nach unserer Scheidung einen 2001er Mercedes (es fragt sich nur, wie lange noch, obwohl ich ja eigentlich nicht nachtragend sein sollte). Aber ich bin ja auch selbst dran schuld, ich hätte einfach bestimmte Dinge nicht zulassen dürfen.

Ich stand mein ganzes Leben unter Druck. Als Kind durch meine Eltern, in der Schule durch die Lehrer. Und ich versuchte immer gegen diesen Druck anzukämpfen. Durch Ungehorsam, durch Widerrede, durch Aufsässigkeit, durch Weglaufen, durch Diebstahl, durch Pornohefte, durch Flucht aus der Realität (Bücher, Kino, Fernsehen).

Auch habe ich gegen Ende der 60er Jahre eine Zeitlang gekifft, aber das hab ich dann doch relativ schnell wieder gelassen. Auch mit Saufen hab ich es probiert, es aber auch sehr schnell wieder aufgegeben. Das einzige, was ich bis heute nicht aufgeben konnte, ist das Rauchen. Was bleibt mir eigentlich noch vom Rest meines Lebens? Jetzt ist halt Schreiben angesagt und der FIWUS ist halt jetzt ein neues Zuhause.

Keine Angst, dies ist kein Abschied, denn ich habe trotz der miesen Lagen, in denen ich schon war, noch nie in meinem Leben Selbstmordgedanken gehabt und habe auch nicht vor, jetzt damit zu beginnen. Denn dafür bin ich zu neugierig, könnte ja was versäumen. Und wäre es nur ein guter Film. Und trotz dieser Vergangenheit bin ich kein Monster geworden.

Aktuell erwarte ich am 31.07.2018 den Auszug meines Mitbewohners, dem ich kündigen musste, denn wir waren nun einmal nicht kompatibel, wie man es im Computerslang gerne so ausdrückt. Heutzutage kann ich Fehler, wenn ich sie denn erkenne, auch revidieren.

Hier eine kleine Episode aus meinem ‘normalen’ Leben.

Obwohl ich gut und gerne esse, als Gourmet kann man mich wirklich nicht bezeichnen, dafür hat mich die Zeit zwischen 1947, meinem Geburtsjahr und 1957 aufs äußerste geprägt. Noch heute erinnere ich mich an Mahlzeiten, die nur satt machen mussten. Und was war ich in diesen jungen Jahren für ein Vielfraß.

Dass fing schon bei den Schulbroten an. Zehn doppelte Brote hab ich für mich geschmiert und manchmal auch belegt oder, mangels Belag, mit Zucker oder Salz bestreut. Dieses Paket hat die Zeit bis zur großen Pause in der Schule nicht ‘überlebt’, denn in den ersten zwei Schulstunden des Tages war außer Lernen auch heimlich Frühstück angesagt und so manches Mal war ich einfach nur zu leichtsinnig und ließ mich dabei erwischen und dann setzte es halt Strafen mit dem Lineal oder dem Zeigestock. Nicht besonders lustig, aber nach einer gewissen Zeit stumpft man dabei ab und erträgt dass Ganze. Ich konnte essen wie ein Scheunendrescher und nahm kein Gramm zusätzlich zu. Selbst an meinem 30. Geburtstag wog ich immer noch 50 kg und konnte mich hinter einem Laternenpfahl umziehen.

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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