Zögerlich – und die Angst vor Neuem spielt in diesem Land eine besonders unrühmliche Rolle.

Ich bin jetzt wohl bestimmt kein Fachmann, was Elektromobilität angeht, aber wenn ich mir überlege, wie lange die Industrie, und hier die Autoindustrie davon quatscht, Elektroautos zu bauen, dann kommen wir schon auf erkleckliche Anzahl von Jahren, in denen halt nichts passierte. Nichts kommt einfach so auf uns zu, gerade was die Technik an geht.

Hier in Deutschland verschlafen die Bosse der Industrie gerne den Fortschritt, der woanders angestoßen wird. Die Digitalisieren soll uns Warnung genug sein, denn DIE haben wir besonders gut verpennt und nur bei der ‘dunklen Seite der Macht’ haben wir uns hier einen nicht gerade rühmlichen Namen gemacht. Ich nenne es den Hasenfuß-Effekt, gepaart mit mit dem Geiz der ‘schwäbischen Hausfrau’.

Seit 35 Jahren schreitet die Digitalisierung (seit Angela Merkel ‘Neuland’ in Deutschland) weltweit voran, aber Deutschland schläft den Schlaf der Gerechten und der Fortschritt ist jetzt plötzlich ‘über Nacht’ über uns herein gebrochen, hat UNS regelrecht wie eine schlimme Krankheit ‘überrascht’. Dies alles gilt für Politik und Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft insgesamt und nur die Kosten werden im Auge behalten, nicht die Gewinne freudig erwartet. Und ANGST macht sich breit.

Solche Beiträge in den Medien sind dann das Ergebnis. Kopf-Tisch, Kopf-Tisch, Kopf-Tisch ist dann bei einigen Leuten das Endergebnis und hinterher ist das Geschrei und Gejammer besonders groß und die Schuld wird natürlich fast immer bei den Anderen gesucht. Sitzt der Deutsche erst mal auf seinem Hintern, dann bewegt er sich nicht mehr, während andere Nationen, und hier ganz besonders die Amerikaner, sich einfach bewegen, indem sie z.B. nicht warten, dass man ihnen ihre Jobs auf dem Silbertablett serviert, sondern die bewegen ihren Arsch dahin, wo die Arbeit stattfindet. Genau diese Art der Flexibilität ist bei UNS fast überhaupt nicht vorhanden, dafür aber ist das Beamten-Gen in weiten Teilen unserer Bevölkerung überdurchschnittlich ausgeprägt.

Gesellschaftlicher Umbruch kommt nun mal nicht aus heiterem Himmel, aber so wird es vielfach kolportiert und als vor mehr als 35 Jahren beim Normalbürger der Computer in ihr Leben trat, war er aber schon mindestens 3 Jahre vorher vorhanden, nur halt nicht für Jedermann begreifbar. Oft sind solche Umbrüche nicht so einfach zu erkennen, denn dazu braucht es nun einmal auch Menschen, die nicht in eingefahrenen Bahnen denken und handeln.

Wer zum Beispiel in seiner Kindheit und Jugend sich der Neugierde verschrieben und sie auch gelebt hat, den können nicht nicht besonders irgendwelche Neuerungen überraschen, denn gerade die Neugierde wird ja nur gefördert, wenn man sie an sich ran lässt, auch und gerade, weil sie ja auch mit Nachdenken und auch Träumen in Zusammenhang steht.

Ich zum Beispiel habe wohl niemals etwas erfunden und werde es auch nicht tun, aber es hat mich immer interessiert, wie etwas funktioniert, sobald es technischer Art ist. Dieses Interesse ist auch heute mit 70 Jahren nicht erloschen und … ich habe gelernt, wenigstens damit um zu gehen, auch wenn meine Gesamtbildung nicht gerade auf dem Level eines Albert Einstein basiert.

Innovationen werden meist nicht aus der Not ‘geboren’, sondern aus der Neugierde. Leider aber hat der ökonomische Aspekt und natürlich die Gier des Menschen die Kontrolle in einem Maße übernommen, das es einer Sau graust, daher auch die inzwischen große Unzufriedenheit gerade in den sogenannten wirtschaftlich hochentwickelnden Ländern, denn deren sogenannte Kritik zielt fast immer nur darauf ab, was innovativere Menschen erreichen. Dieser Neidfaktor hat inzwischen Dimensionen erreicht, welche das positive Denken gänzlich überschattet und auch immer mehr das innovative Denken ausschaltet.

Haben – Haben – Haben … und am Besten alles sofort und kostenlos. Purer Egoismus kann aber für die Spezies Mensch nicht das Non-Plus-Ultra des Lebens sein, denn NIEMAND wird ins sogenannte Jenseits irgend etwas mitnehmen können, denn selbst die berühmten ägyptischen Pharaonen und ihre Hinterlassenschaften waren allesamt nur tot und zerfielen irgendwann zu Staub, wenn sie nicht gescheit einbalsamiert waren und ‘auferstanden’ ist meines Wissens bisher noch niemand, auch wenn der Mensch und die Wissenschaft diesen vermeintlichen ‘Fehler der Natur’ besonders gerne erforscht, um ihn auszumerzen.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.