Der Ekel vor der eigenen Auflösung…

Nachdem ich also 36 Mal mit der Strahlenkanone beschossen worden war, und der Tumor wunderbar schrumpfte, war ich allerdings auch sehr verbrannt. Der Tumor konnte nicht mehr verbunden werden, es gab keine heilen Stellen der Haut mehr.

So verfiel der Tumor eben ohne Verband, und krönte sich mit einer sulzigen Haube aus Sekret. So richtig glibberig, klebrig, bäh. Die Schwestern überboten sich mit ihrem Eifer, das Ganze einzuschmieren mit Wund- und Heilsalbe. Damit wurde der Tumor so richtig kreativ, und machte aus dem Zerfall eine richtige Schlierage, die wellenförmig, giftig gelb den Hals herablief. Iiiiigitt.

Es war wie in Horrorfilmen oder Gruselromanen, nur dass ich selber das Monster war. Ja, und ich konnte mir vorstellen, dass in Kriegen mittels diversen Bomben die Menschen sich auflösten, schlagartig, und zu sulzigem Glibber wurden, der dann als giftiggelbe Schliere endete.

Deshalb ja auch die Maske: http://freies-in-wort-und-schrift.info/2017/06/18/gastbeitrag-aus-einer-gruppe-in-facebook-die-maske/

Diese Maske, die den Patienten so fest fixiert, dass er sich nicht rühren kann,- damit ja von der Strahlenkanone nichts Falsches beschossen wird. Das wäre fatal, denn es könnte nicht rückgängig gemacht werden, und das Beschossene würde sich genauso auflösen, wie das auf erwünschte Art beim Tumor geschieht.

Okay, das ist so weit nützlich und okay, ändert aber nichts daran, dass ich mich ekelte. Das Geschliere riecht auch nicht gerade gut, was den Gruseleffekt noch verstärkte. Es graust mir so schnell vor nichts, aber das war momentan eine Nummer zu zu viel für mich. Inzwischen habe ich den Schrecken verdaut.

 

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