Es geht voran…

https://youtu.be/4JztCkQ4ubQ

…bzw. es soll / muss voran gehen. Schließlich muss der Patient in die Abläufe passen. Hoho, und wie beim Weihnachtsmann in der Werbung übertrifft eine Überraschung die nächste. Zur Begrüßung das obligatorische Blutabnahme- und sonstige kleine Portal – diesmal auf dem Handrücken. Danach die PEG-Sonde, denn es ist abzusehen, dass der Patient irgendwann nicht mehr schlucken kann. Doch die PEG-Sonde macht Probleme – Krämpfe und Koliken als Folge.

Macht nichts, gleich noch eine MRT…

Jedes Mal werde ich abgeholt, auf einer Trage zum Auto gekarrt, dann mit dem Auto über rumpelnde Straße zum nächsten Behandlungsareal gefahren, wieder auf der Trage durch unterirdische Gänge, und dann die nächste Behandlung. Gestern schon mit Koliken unterwegs, macht nichts, geht doch…

Heute soll ein Port für die Chemo gelegt werden, die Schmerzen im Bauch sind immer noch heftig vorhanden. Die Umgebung um den PEG ist gereizt, schlimmer sollte es nicht werden. Das sagte gestern eine Schwester. Nun ja, aushalten muss das Ganze ja ich – und ich habe nach einer durchschwitzten und durchlittenen Nacht – trotz Tabletten, die mich wenigstens zeitweilig schlafen ließen – genug. Erst mal Bauch heilen, bevor weitere Löcher in meinen Körper gebohrt werden.

Ich weiß, den Ärzten eilt es – und es gibt ja auch einen Grund dafür: Der Krebs macht keine Pause. Ich bezweifle jedoch, dass es dem Körper gut tut, wenn die Heftigkeit des Krebses nachgeahmt wird mit der Rastlosigkeit einer Behandlung, die den Patienten mit Geschäftigkeit und Maßnahmen überzieht, als wäre er selber die Krankheit.

Heute mein Versuch einen Stopp hinein zu bringen in das Getriebe, um meinen geplagten Bauch zu erholen. Mal sehen, ob es etwas bewirkt – ich bin weder ein Stück Fleisch das zufällig krank ist, und sich darum für derlei Zwecke eignet, noch ein Automat den man einfach so mit allerlei Zubehör beschicken kann.

Ansonsten sind die Schwestern sehr nett und freundlich – auch fürsorglich. Die Pflege ist so weit ganz gut. Ich will aber nicht für ein Pflegeheim zurecht gemacht werden. Das geht im Alter ganz flott.

Ich glaube gerne, dass die Ärzte tätig werden wollen gegen den großen Tumor. Trotzdem, hinter dem allem steckt noch ein Mensch – und nicht nur ein Anhängsel, das irgendwie überleben will.

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