Sensenmann ante Portas

Klingt schlimm, ist Scheiße.

Noch habe ich keine genauen Infos, aber es wird den FIWUS schwer treffen.

Seit jetzt mehr als vier Wochen bin ich mit dem Thema konfrontiert und ich weiß einfach nicht, wie damit umgehen. Nichts, aber auch gar nichts, macht Sinn. Ich persönlich tue mich einfach schwer mit dem Thema und ich kann auch nicht ständig darüber sprechen und nachdenken, denn ich persönlich will auch nicht darüber in Depressionen verfallen.

Inge Jurk hat Krebs. Am Kehlkopf und den Lymphdrüsen.

Noch hat sie nicht entschieden, welchen Weg sie einschlagen wird; erst Operation und dann Strahlen und Chemo, oder umgekehrt. Und sie braucht erst noch viele Informationen, denn die sind halt bei Besprechungen mit den zuständigen Ärzten Mangelware oder doch so unzureichend, dass es einer Sau graust. Aber noch viel gravierendender ist der Umstand, dass das Gesundheitswesen eigentlich nur noch von der Ökonomie bestimmt wird. Die Erbsenzähler bestimmen, besonders, wenn finanzielle Einnahmen winken, über Erfolg oder Misserfolg … und … sie wollen fast immer sofort operieren.

Inge macht sich keinerlei Illusionen über eine, wie auch immer geartete, Zukunft, zumal sie ja als Grundsicherungsempfängerin durch den Staat für diesen am liebsten sofort “sozialverträglich” abzunibbeln hat, denn wer kein eigenes Geld hat, dass man bei solchen Krankheiten den Betroffenen aus der Tasche ziehen kann, wird schnell als Schmarotzer oder noch schlimmeres bezeichnet.

Auch wenn ich mich vehement dagegen wehre, nur noch in einem einzigen Gesprächsthema zu ‘schwelgen’, wir beide kommen nicht umhin, diesem Thema aus dem Weg zu gehen. Ich kann es wohl verstehen, aber ich wehre mich mit Händen und Füßen. Wer nur noch über Krankheiten und Tod sinniert, wird sich diesem Schicksal irgendwann wehrlos ergeben, nur … dazu bin ich so einfach nicht bereit. Wenigsten verbal nicht.

Natürlich helfe ich, wo ich kann, denn für unsere Wohngemeinschaft müssen wir ja auch Vorsorge treffen und für viele andere Gegebenheiten, welche solch ein Umstand es mit sich bringt, überhaupt Vorsorgen zu treffen.

Leider leben wir hier in Calw in einer Enklave, welche nicht gerade für ihre Menschenfreundlichkeit bekannt ist. Dass fängt schon mit der ärztlichen Allgemeinversorgung an. Ich persönlich schätze mal, dass man in Timbuktu ärztlich und gesundheitlich besser versorgt wird, aber die haben dort auch keine Bundesregierung, welche in höchstem Maße an Empathielosigkeit leidet.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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