Clowns… und die Humorforscherin

Eine gallige Erinnerung mit etwas Humor:

Im Schwarzwälder Boten erschien nun ein Beitrag, der berichtete, dass im Pflegeheim auf dem Wimberg Clowns zur Bespassung der alten Menschen eingesetzt werden sollen.

Dazu müssen aber erst Leute ausgebildet werden. Das Ganze wird also unterstützt, Stiftung, Sparkasse, usw. Und es gibt im März dazu eine Veranstaltung, auf der eine Humorforscherin und Neurologin reden wird, die im Kreis Calw schon praktizierte. Auch damals erforschte sie schon den Humor…

Es gab auch schon ein Buch zu dem Thema, an dem aber viele Autoren mitgewirkt hatten außer der Frau Doktor psych. neur. – das jedoch trotzdem unter ihrem Namen noch zu finden ist.

Ich hatte die Ehre, sie wegen meiner gesundheitlichen Probleme in Bezug auf meine Behinderungen, vor vielen Jahren,  in ihrer Praxis aufsuchen zu dürfen. Erinnern daran kann ich mich noch sehr gut. Ich wurde im Rollstuhl dorthin transportiert, und musste danach auch nicht lange warten.

Nach dem üblichen Eingangsgeplänkel und den Abfragen zu mir, kam die Frage nach dem Alkoholgenuss. Da ich keinen Alkohol trinke, sagte ich dies auch. Sie wollte wissen, warum nicht: “Ich liebe meinen klaren Kopf”, antwortete ich.

Sie forderte mich auf, den Rollstuhl zu verlassen, was mir ja möglich war. Dann sollte ich auf einem Bein hüpfen. Ich brauche nicht zu betonen, dass ich umknickte… Neurologen sind – für meine Begriffe – bei der Untersuchung der Funktionen ihrer Patienten zu einem großen Teil grausam und humorlos…

Dazu passt auch, dass der Humor erforscht werden muss, samt der Frage, wann man lachen darf…

Vielleicht geht ja auch Frau Doktor zum Lachen und Forschen in einen sicheren Bunker.

Sie empfahl zur Behandlung der Schmerzzustände Anti-Depressiva. Das hatte einige Zeit zuvor schon mein früherer Neurologe ausprobiert, und es war kein Erfolg gewesen, lediglich die Nebenwirkungen funktionierten. Wir hatten den Versuch dann abgebrochen, und ich sagte der Frau Doktor dies auch. Sie ging nicht darauf ein, sondern versuchte mich weiterhin von der Behandlung mit Anti-Depressiva zu überzeugen. Meine Ablehnung überging sie.

Mir riss der Geduldsfaden, und ich sagte ihr, dass ich eigentlich zu einer Neurologin wollte, und nicht zu einer Dealerin für abgesegnete Drogen. Nein, sie konnte nicht darüber lachen, und die Sitzung war damit beendet. Ich zeigte noch auf das Buch von ihr in ihrem Regal, und wünschte ihr weiterhin frohes Forschen…

Draußen musste ich noch warten, und bekam dann ein Rezept ausgehändigt. Darauf waren die Anti-Depressiva verschrieben worden. Ich zerriss das Rezept, und habe diese Praxis nie wieder betreten.

Humor ist eine ernste Sache, muss altersgemäß, demenzangepasst und richtig betrieben werden. Deshalb brauchen die angehenden Clowns auch eine ausführliche Ausbildung. Ich hoffe, es kann dabei auch herzhaft gelacht werden, denn selbstverständlich ist auch das nicht mehr.

Wer sich für das Buch interessiert, der findet das hier:

https://www.amazon.de/Humor-Psychiatrie-Psychotherapie-Neurobiologie-Methoden/dp/3794530616/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1486567044&sr=8-1&keywords=Barbara+Wild

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