Ein privates Drama verdrängt im FIWUS erst mal die große Politik

Lange haben WIR im FIWUS oft genug die sogenannte große Politik aufs Korn genommen, die Parteien und Einzelpolitiker wie Merkel, Schäuble, Gabriel oder wie zuletzt auch Andrea Nahles, die Frau mit dem Durchblick einer Milchglasscheibe, aber jetzt regiert mal wieder für die LeserInnen ein sogenanntes Einzelschicksal, welches wir niemals aus den Augen verloren haben.

Inge Jurk und AlterKnacker haben sich zusammen getan, weil SIE, durch Krankheit und private Umstände, sich dazu entschlossen hatte, endlich laut um Hilfe zu bitten.

Das ‘gemeine’ Schicksal hat Inge nicht gerade wirklich gut im normalen Leben behandelt und der Auszug ihres Mannes war nur der allerletzte, aber seit langer Zeit der heftigste Schlag.

Seit über 10 Jahren sind wir Freunde im Internet, hatten uns vorher nie gesehen und nur über E-Mail und Telefon ständig Kontakt gehalten. Wissen sollte man auch, dass Inge ja seit einigen Jahren an den Rollstuhl ‘gefesselt’ ist und somit nicht besonders mobil ist, selbst in ihrer eigenen Wohnung.

Ich schätze mal, dass ihr Mann, den ich persönlich nicht kenne, von seiner Warte aus die Schnauze voll hatte, da ja immerhin auch große Verantwortung damit verbunden ist, eine körperlich Behinderte ständig pflegen zu müssen, sich zu diesen Schritt entschlossen hat, Inge zu verlassen, aber dass sind von meiner Seite reine Spekulationen. Die wahren Gründe werden wir wahrscheinlich nie ganz ergründen, zumal auch Umstände von seiner Seite dazu beigetragen haben, welche ich hier nicht näher erläutern werde, davon soll Inge, wenn sie denn will, selbst Stellung beziehen.

Fakt ist, dass wir beide zur Zeit in der alten Wohnung von ihr leben (eher existieren) und inzwischen eine Wohngemeinschaft (die FIWUS-Wohngemeinschaft) gegründet haben. Die äußeren Umstände unseres Zusammenleben sind nicht besonders kompliziert, denn wir beide haben nicht nur unsere Geburtstage am gleichen Tag, auch sonst haben wir so einige Gemeinsamkeiten, so dass uns der Gesprächsstoff noch lange nicht aus gehen wird, da ja auch ständig neuer entsteht.

Am Freitag, den 23. Dezember, wird das Internet geschaltet und wir sind wieder mit dem Rest der Welt verbunden.

Den Zustand der derzeitigen Wohnung haben wir ja an anderer Stelle schon recht ausführlich dar gestellt.

Wir suchen also nach einer neuen Bleibe, welche eine adäquate Größe und ebenso einen bezahlbaren Mietpreis haben muss, da wir beide nur von Grundsicherung im Alter leben, sollte man uns denn lassen. Heime und sonstige Einrichtungen, welche einer freien Entfaltung unserer nicht unkomplizierten Persönlichkeiten entgegen stehen, kommen da nicht in Frage. Zusammen haben wir auch Haustiere, Inge hat zwei Katzen und ich habe Dany, meine schon 14 Jahre alte Hundedame. Die Tiere haben sich schon innerhalb einer Woche arrangiert und wir Menschen werden es ihnen einfach nach machen.

Die finanziellen Nicklichkeiten durch die Hartz-Gesetze können zwei Menschen mit gutem Willen und auch mit Kampfkraft aus dem Intellekt heraus meistern, wenn sie nur zusammen halten, denn “Nachdenken” ist inzwischen unser zweiter Vorname.

Noch bin ich selbst in der Lage, selbstständig viele Dinge, wie Einkaufen, Putzen und Kochen zu erledigen und Inge kann inzwischen die bürokratischen Belange angehen und in Absprache klären. Computer haben wir ja beide. Sollte anderweitige Hilfe von Nöten sein, so wird diese einfach extern ‘geordert’ und über die Pflegeversicherung, welche wir beide durch Pflegegrad II (ab 01.01.2017) ja erhalten, entlohnt.

Aber wir beide brauchen zuallererst einmal eine neue Wohnung und alle, welche dies hier lesen, werden gebeten, sich an diesen Vorhaben zu beteiligen, indem sie einfach ihre Kontakte nutzen, damit dieses Vorhaben ein glückliches Ende findet. Auf das Paradies sind wir noch lange nicht aus, nur auf eine einigermaßen menschliche Umgebung.

Orte und Dörfer, welche inzwischen keine Infrastruktur mehr haben, kommen natürlich nicht in Frage, da wir beide nicht mobil, also ohne Auto sind. Wir brauchen nämlich Wege zum Einkaufen, und Arztbesuche sollten nicht gerade über Moskau und Peking führen (kleiner Scherz am Rande). Die Missgeburt von Stadt, Calw (hat übrigens Herrmann Hesse auch nicht anders gesehen, der ja in dieser Stadt geboren wurde und sie irgendwann unter großer Wut verlassen hatte) steht übrigens nicht gerade an erster Stelle unserer Agenda und Nazi- und aFD-Hochburgen sind auch nicht angedacht und kämen nur unter extremem Zähneknirschen in Betracht.

Hier noch ein Schnappschuss unseres derzeitigen ‘Arbeitsplatzes’:

Inges_Wohnung_FIWUS_Arbeitsplatz

Leider wird alles, was wir uns vornehmen, durch Weihnachten, Silvester, Neujahr und den heiligen Königen am 6.1.2017 zunichte gemacht, denn in diesen drei Wochen sind wir zum Nichtstun verdammt. Hoffen wir einfach, dass die Technik durchhält, denn der Winter hat ja gerade einmal begonnen und die Temperaturen können uns noch zu schaffen machen.

Jetzt hat das Große Ganze aber doch noch den FIWUS eingeholt, denn ich bekam wohl gestern Abend um kurz nach 19:00 Uhr über Whatsapp eine Nachricht aus Graz, dass sich am Montag (19.12.2016) auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ein Terror-Anschlag ab gespielt hat. Dagegen ist die Katastrophe unserer eigenen Wirklichkeit ja nur ein verwehender Furz. Seit drei Wochen sind Inge und ich von dieser Welt auch medial total ab geschnitten.

Ein Zitat von Markus Söder (Bayerischer Finanzminister) zum Anschlag in Berlin … in der Sendung “Maischberger”: “ … unkontrollierte Zuwanderung eine Einladung …” auch für Terroristen gewesen sei und darüber diskutiert werden müsse, “ … wie es um die kulturelle Identität des Landes bestellt … “ sei. (Aus einem Beitrag “Der Welt” zitiert, welchen ich kurzfristig auf mein ansonsten nicht zugeschaltetes Smartphone geholt hatte.)

Diese Herrschaften haben ja nur das große Ganze im Blick und zwei, noch dazu behinderte Menschlein in Calw im Nord-Schwarzwald, haben doch nur egoistische und verschwindend kleine Wünsche nach einer bezahlbaren und akzeptablen 2-Zimmerwohnung in einer urbanen Umgebung und als ganz besondere Labertasche macht sich ein Herr Söder für die ‘kulturelle Identität’ des Landes ganz besonders verdient, ist sie doch auch ein ganz besonderer Ausdruck, wenn Menschen durch einen perfiden Terroranschlag zu Tode kommen. Aus welchem Universum stammt dieser Herr Söder eigentlich?

Diese angesprochene Kultur dieses Landes lässt es aber zu, dass der Sozial-Kill sich zum wesentlich schlimmeren Mörder ausweitet, als es Terror jemals kann. Millionen Menschen sind inzwischen davon betroffen, nur nicht die sogenannten Machtmenschen in der großen Politik.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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