Die Flucht … ?

Das Fragezeichen in der Überschrift oder Schlagzeile dürfte erst mal die Leserschaft verwirren, aber Aufklärung wird ziemlich schnell erfolgen.

Natürlich kann, ohne Kenntnis von Fakten, meine Handlungsweise am 30.11.2016 wie eine Flucht gewertet werden. Und natürlich habe ich Passau für alle anderen Involvierten der Umstände ziemlich schnell und prompt verlassen, sodass es wie eine Flucht aussehen musste. Diesen Eindruck zu hinterlassen, war jedoch von mir voll beabsichtigt, ein vielleicht etwas blöder sogenannter Rachegedanke. Nur denke ich auch, er hat auch gewirkt und für einige handelnden Personen tut es mir auch leid, jedoch für andere nicht.

Rational betrachtet aber war es ein gelungener Coup.

Schon kurz nach Wiedererlangung meines Internetzugangs in Passau (-> siehe Link) erhielt ich ein erschütternde Nachricht einer ‘Freundin’ und nach Telefonaten mit ihr und einigen E-Mails und auch nachdenken war ich auch bereit, ihr zu helfen. Dass meine eigene Situation sich dann auch noch veränderte, war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ab zu sehen. Also kann schon aus diesem Grund nicht von einer kopflosen Reaktion meinerseits gesprochen werden, denn ich bin alles andere als verwirrt oder kopflos.

Ganz besonders bei zwei Personen möchte ich mich ganz explizit entschuldigen und wenn sie dies lesen, werden sie es auch im nachhinein verstehen.

Mein Fluchtziel war Inge Jurk, welche zu diesem Zeitpunkt schon in einer lebensbedrohlichen Situation steckte, aus der sie keinen Ausweg mehr sah und … Inge ist ja auch in den letzten Jahren für den FIWUS mehr als nur wichtig gewesen und, was noch viel wichtiger für mich war und ist … Freunde lässt man nicht so einfach im Stich.

Was ihr passiert ist, kann hier nach gelesen werden.

Dass sich meine Abreise aber dann doch noch zu einer fast abenteuerlichen Exkursion entwickelte, konnte selbst ich nicht voraussehen. Murphy`s Gesetz lässt grüßen. Für die Nichteingeweihten: Was schief gehen kann, geht auch schief.

Meine Gepäckanzahl war wohl bei Beginn der ‘Reise’ absolut überschaubar, aber ich hatte natürlich auch noch meinen Hund Dany zu handeln zu den beiden Gepäckstücken, welche aber sehr schwer waren, denn diese beinhalteten quasi mein gesamtes vorheriges Leben.

Zugfahren in Deutschland, für mich zum ersten Mal wieder nach zig Jahren, kann man inzwischen wirklich als Abenteuer empfinden, denn die Ökonomisierung eines solchen Bedarfs- und Wirtschaftszweigs hat extreme und ziemlich negative Spuren besonders durch die Politik in Deutschland hinterlassen. Hinzu kam auch noch die Dezemberwitterung, welche sich immerhin unter und ganz selten über dem Pluspunkt bewegte. Aber auch mein körperlicher Allgemeinzustand war nicht gerade so, dass ich hätte Bäume ausreißen können – naja, vielleicht 10 cm-Große. Mit inzwischen 69 Jahren bin ich nun mal kein Hercules mehr, was ich sowieso niemals auch nur annähernd war.

Von Passau aus nach Landshut in knapp 2 Stunden Fahrtzeit, dann Umsteigen mit Aufenthalt von fast einer Stunde und dann weiter nach Nürnberg, ebenfalls 2 Stunden Fahrtzeit, diesmal mit einer Umsteigezeit von 15 Minuten waren ja erst einmal noch halbwegs erträglich, aber durch anhaltende Schmerzen in meinem linken Knie absolut nicht lustig.

Jeder normal denkende und handelte Mensch hätte wahrscheinlich die kürzere und teurere Direktstrecke über München nach Stuttgart genommen, aber meine Rente erlaubt nun mal keine Wohltaten für meinen Körper, politisch gewollt. Es gab wohl auch mal Zeiten in diesem Land, da wurden besonders Rentner noch wesentlich fairer behandelt, doch diese Zeiten sind seit Gerhard Schröder dem Gott Ökonomie geopfert worden und die Gesellschaft bettelt inzwischen geradezu nach sozialverträglicher Erlösung. Oh ja, Leute – wählt nur weiter Angela Merkel und Konsorten wie diese sPD, damit IHR nur ja schneller diesen Planeten verlassen könnt. Die Lumpenelite wird es Euch ewig danken, denn dann sind sie wesentlich schneller unter sich – nur ist dass eigentlich eine Milchmädchenrechnung, aber echtes Zukunftsdenken war noch nie deren primeres Ziel.

Weiter im Text: Der Zug von Nürnberg nach Stuttgart aber war der Hit. Die Wagen waren noch aus dem letzten Jahrtausend, die Fahrtzeit konnte sogar von einer Schnecke noch unterboten werden, denn sie betrug fast 4 Stunden und der Zug hielt an jedem Milcheimer, der sich da auf offener Strecke befand. Bei Ankunft in Stuttgart um 23:23 war meine körperliche Energie auf weniger als Reserve, nur Dany hatte sich mehr als nur prächtig gehalten mit ihren ja inzwischen 14 Jahren und ihr Verhalten kann ich nur als Dankbar interpretieren, denn sie war ja bei mir und nicht wieder allein gelassen worden, was wohl auch ihre größte Sorge sein könnte. Zur Info muss ich hier nur noch erwähnen, dass sämtliche Beförderungsmittel wie Zug, U-Bahn und Bus für sie eine Premiere waren und hier darf ich etwas nicht vergessen zu erwähnen: Den Busfahrer zum Ende der Reise soll der Blitz beim Scheißen treffen. (Von “Weil der Stadt” nach Calw.)

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.