Schon jetzt – einbetoniert … ? Zusammenfassung einer Umzugs-Odyssee …

Nein danke, noch bin ich nicht tot. Dass ich immer noch in meiner jetzigen Wohnung festhänge, hat wohl vielfältige Gründe, die ich hier mal versuche, auf zu dröseln.

Wie meine Leser wissen, bin ich Grundsicherungsempfänger im Alter. Theoretisch muss ich also nicht mehr arbeiten, aber es ist halt auch eine alte Gewohnheit, dass ich, wie heute früh, um 4:30 Uhr aufstehe und versuche, etwas für den FIWUS zu schreiben. Diesmal soll es über die letzten 3 Monate gehen, als ich ständig auf dem Sprung war, eine neue Wohnung zu beziehen, denn nach inzwischen 42 Monaten in einer Art Gefängniszelle mit gerade mal 15 Quadratmeter Grundfläche und Mobiliar habe ich im Endeffekt noch 4 qm, mich in der sogenannten Wohnung zu bewegen. Platzangst ist da natürlich vorprogrammiert und engt auch mit der Zeit meine Denken und meine Kreativität ein.

Es gibt übrigens über 60 Wohnungen (Appartements) dieser Art, denn das Haus wurde mal als Studentenwohnheim konzipiert für Menschen, welche ja tagsüber nicht zu Hause sind.

Ich persönlich bin zu mindestens 90% meiner Zeit in diesem ‘Knast’, denn mir fehlen einfach auch die finanziellen Möglichkeiten, um regelmäßig aus den Haus zu gehen und mich mal mit einem Cappuccino oder einem Eiskaffee in der Öffentlichkeit auf zu halten, um neue Eindrücken, und seien sie noch so banal, auf zu saugen.

Als mir dann Ende Juni meine Betreuerin in Aussicht stellte, eine neue und vor allem größere Wohnung zu bekommen, habe ich natürlich sofort zu gesagt und ab diesem Zeitpunkt war mein ganzes Denken und Handeln nur auf diesen Zeitpunkt aus gerichtet. Was jetzt kommt, wurde schon zu einem anderen Zeitpunkt im FIWUS veröffentlicht:

15 Quadratmeter für 300 Mücken (€uro) und dass über solch einen Zeitraum ist jetzt wirklich eine Leistung.

Jetzt ist damit SCHLUSS!

Ich habe endlich eine neue, größere Wohnung gefunden und werde schon im Juli umziehen.

Hier noch zwei Aufnahmen von der derzeitigen Behausung:

Wohnung1_thumb3

Wohnung2_thumb1

Leider ist die zweite Aufnahme nicht so ganz scharf, aber da macht sich halt mein Tatterich bemerkbar.

Die wirkliche Enge der derzeitigen Wohnung kommt leider auf diesen Bildern nicht so richtig zur ‘Geltung’, aber ihr könnt mir glauben, diese Wohnung? ist wirklich mehr als eng.

 

Die neue Wohnung ist auf der anderen Seite von Passau und sie ist ca. doppelt so groß. Hinzu kommt, dass mein Hund ebenfalls willkommen ist und der hat jetzt auch einen Garten. Dazu kommt noch, dass ich jetzt eine separate und relativ große Küche sowie eine Abstellkammer habe und all dies macht das Wohnen um vieles erträglicher, zumal der Mietpreis der Gleiche ist. Bilder von der neuen Wohnung folgen später, wenn der Umzug ab geschlossen ist.

Leider oder auch inzwischen ‚Gott sei Dank‘ (auch wenn ich nicht an ihn glaube), dass sich dieser Umzug erst mal hin gezogen hat durch verschiedene Umstände, aber eine Tatsache sollte nicht unerwähnt bleiben. Meine Betreuerin hatte die derzeitige Wohnung gekündigt und meine jetzige Vermieterin machte natürlich Druck, da sie schon einen Nachmieter hatte. Aber weiter im Text:

Verdammt, ich werde am 7. November 69 Jahre alt. Rein körperlich geht es immer weiter den Bach runter, einen schmerzfreien Tag kenne ich schon gar nicht mehr und dagegen schlucke ich meine Medikamente. Aber diese ganze äußere Scheiße hindert mich nicht am Denken und Nachdenken und … ich bin nicht entmündigt. Noch habe ich fast alle Latten am Zaun, wie man so locker flockig zu sagen pflegt.

Natürlich wird es auch ganz sicher Menschen und Leute geben, welche einen gegensätzlichen Eindruck von mir haben, aber damit lebe ich jetzt auch schon 69 Jahre und … die können mir einen Schuh auf blasen.

 

So zum Beispiel heute meine Betreuerin und der ‘besonders nette Beamte vom Sozialamt’ (gemeint ist da natürlich in erster Linie dieser Staat und seine ausführenden Organe), in dessen Fängen ich umklammert bin als Grundsicherungsrentner.

 

Dieser ‘besonders nette Beamte’ glaubt doch auch noch an den Weihnachtsmann und Osterhasen, aber nicht daran,dass ein deutscher Bürger ihm sagt und hier schwarz auf weiß schreibt: “Sie können mich ganz gefühlvoll am Arsch lecken”. Besagter ‘netter Beamter’ will mir doch tatsächlich vorschreiben, wo ich mir Möbel zu kaufen habe. Es geht um eine Küche und einen Kleiderschrank. Übrigens laden sogenannte Handelspartner des Staates geradezu zur Korruption ein, bei einer freien Auszahlung von Bargeld kann dies gar nicht erst vorkommen, denn selbst wenn diese Hilfe ‘versoffen oder verzockt’ wird, so landet es doch im ‘Konsum’.

 

Hinzu kommt außerdem noch, dass ich bisher keinen Mietvertrag habe und die Wohnung durch extreme Geruchseinwirkung von Heizöl (welches ich aber nicht riechen kann auf Grund meiner Parkinson-Erkrankung), unabhängig von 2 Personen bemerkt, unbewohnbar ist.

 

Wem wir diese ganze beschissene Situation (gemeint ist übrigens die Hartz-Gesetzgebung und welche in die Grundsicherungsrente mit rein spielt) zu verdanken haben, wissen wir inzwischen alle und auch wer ungestraft Milliarden ‘verbrennen’ darf, wissen wir auch. Bei mir geht es um 750 €uronen, welche ich auf Antrag für einen von meinem Hausarzt nachgewiesenen wichtigen Umzug zu beanspruchen hätte. Wohin dieser Staat sich die ‘Gutscheine’, welche mir heute avisiert wurden, stecken kann, überlasse ich der bildhaften Phantasie der geneigten Leserschaft.

 

Damit ist auch der Umzug gestorben, aber ich werde mich nicht weiter rum ärgern, außer über meine derzeitige Wohnung mit immerhin 4 qm Lauffläche (kann gerne nach gemessen werden nach Voranmeldung).

 

Als nächstes suche ich natürlich weiter nach einer neuen Bleibe, welche nicht so beengt ist. Ich werde aber auch gleichzeitig mich, als Alternative, für eine Pflegeeinrichtung der Stadt Passau vormerken lassen, welche dann das Sozialamt dieser schönen Stadt (ist sie wirklich) zu bezahlen hat und dies auf eine ziemlich lange Zeit, denn ich habe nicht vor, einfach so ‘sozialverträglich’ ab zu treten.

Dass inzwischen meine Betreuerin nicht im Land war, habe ich ja bisher noch gar nicht erwähnt, denn sie bekam von einigen Gegebenheiten nicht das geringste mit.

Auch die Tatsache, dass wir Rentner eine sogenannte Rentenerhöhung bekamen (kommt immer am 31. Juli – warum gerade mitten im Jahr, dass wissen nur die Götter), hat nicht gerade Jubelstürme aus gelöst, denn von den 26 €uronen zusätzlich durfte ich inzwischen mehr Krankenkassenbeiträge abführen und meine Mietzuzahlung verdoppelte sich von 30 auf 60 €uronen, doch abgesehen davon kam relativ schnell der nächste Hammer. Ich zitiere jetzt eine E-Mail, welche mich nach einer erneuten Katastrophe erreichte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

anbei einige Informationen zur aktuellen Lage. Der Umzug von Hr. Beyer war für den 26.07. geplant, kann aber nun wegen höherer Gewalt nicht wie geplant durchgeführt werden. Leider hatte das starke Unwetter vom Samstag eine Überflutung mehrerer Gebäude in verschiedenen Stadtteilen zu Folge. Teile der Oberen Schneckenbergstraße waren betroffen, so leider auch die neue Wohnung von Hr. Beyer. Der Wasserschaden ist massiv und die Wohnung zur Zeit unbewohnbar. Bereits in der Wohnung gelagerte Möbel und diverse kleinere Habseligkeiten, müssen entsorgt werden. Die Böden werden komplett entfernt, ein Bautrockner muss aufgestellt werden.

Da Frau XXXX (die Betreuerin) die derzeitige Wohnung offenbar bereits gekündigt hat, derzeit aber nicht erreichbar ist, steht Hr. Beyer nun vor einem schweren Problem. Die Vermieterin hat, so weit ich gehört habe, bereits weiter vermietet und erwartet den Auszug fristgerecht zum 01.08.16. Hr. Beyer hat somit ab diesem Datum keine bezugsfertige Wohnung zur Verfügung.

 

Meines Wissens ist Frau XXXX ab 01.08.16 wieder zu erreichen, bis dahin müssen sämtliche weitere Planungen wohl warten.

 

Ich möchte betonen dass ich Herrn Beyer bisher gerne unterstützt habe, dies jedoch nicht meine Aufgabe ist! Als Pflegerin liegen meine Aufgaben in den vertraglich vereinbarten Leistungen, zwischen Kunde und Pflegedienst. Was ich darüber hinaus tue bezeichnet man als ehrenamtliche Hilfe. Diese werde ich Hr. Beyer auch gerne weiterhin anbieten, kann aber nicht seine Unterbringung regeln.

 

Durch meine Kontakte zu den Seniorenheimen der Stadt Passau, habe ich nach den Wartelisten der Heimbelegung gefragt. Ein kurzfristiger Besichtigungstermin ist möglich, ein Zimmer evtl. sogar schon ab Mitte August verfügbar. Wenn keine andere Lösung gefunden wird, bleibt wohl nur noch dieser Schritt.

 

Herr Beyer hat angeboten auch für ein paar Tage in die Fahrradpension am Bahnhof zu ziehen, die einfachere Lösung wäre natürlich ein Verbleib in der jetzigen Wohnung bis zum Umzug.

 

Wie auch immer nun weiter verfahren wird, es muss die Kostenübernahme geklärt werden. Er wird also vorrübergehend in eine Pension gehen müssen, oder endgültig in ein Heim.

 

Solange Frau XXXX nicht verfügbar ist, habe also ich nun die Pflicht übernommen Sie (Fr. XXXXXXXX (Vermieterin)  und Herrn XXXXX (Sozialamt) zu informieren.

 

Herr Beyer ist aus verständlichen Gründen nervlich mit dieser Situation sehr stark überlastet.

Er hat nun weder eine bezugsfertige Wohnung, noch Möbel.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ab diesem Zeitpunkt stand ich quasi zwischen Baum und Borke.

Meine Betreuerin bekam dann die ganze Angelegenheit erst am 1. August auf den Tisch und bemühte sich auch, schnell an einen Ersatz zu kommen, denn meine Zeit war inzwischen mehr als begrenzt in meiner derzeitigen Wohnung.

In relativ kurzer Zeit war auch eine neue Wohnmöglichkeit durch sie gefunden, denn so einfach ist heutzutage ein Wohnungswechsel nicht mehr so ohne weiteres möglich, da wir ja bekanntlich inzwischen Wohnraummangel haben (Danke liebe Politik in Berlin).

Bleibt jetzt eigentlich nur noch das Ende einer Odyssee, welche durch eine Mail meinerseits dokumentiert wird an meine Betreuerin:

Sehr geehrte Frau XXXX,

 

zuerst einmal eine möglicherweise rhetorische Frage: “Wie lange kennen wir uns eigentlich?” … Die Antwort ist einfach; fast 6 Jahre.

 

Was Sie mir heute Früh telefonisch mitteilten in Bezug auf die neue, in Aussicht gestellte Wohnung, kann ich nur als bodenlose Unverschämtheit bezeichnen und meine Kinderstube verbietet es mir, noch drastischer zu reagieren (Gemeint sind übrigens nicht Sie). Ich soll also diese neue Wohnung nur bekommen, wenn ich zustimme, dass die Vermieterin einmal im Monat die Wohnung kontrollieren kann? Für mich hat die Dame wohl nicht alle Latten am Zaun.

 

Das Treffen am Freitag (02.09.16) ist hiermit ab gesagt.

 

Ich habe mich hiermit entschlossen, mich in ein Altenheim zu begeben, da es zwei Heime in Passau gibt, in denen auch Hunde wie Dany Aufnahme finden. Ich werde heute noch mit Schwester Ivonne die Angelegenheit durch sprechen und Sie anschießend informieren. Wenn ich schon Regel befolgen soll, dann ziehe ich die Heimregeln denen von beknackten Vermietern vor, denn mit Heimen habe ich mehr als genug Erfahrung und wenn mir dort jemand auf die Füße tritt, da weiß ich mich schon zu verteidigen.

 

Das zweite Problem habe ich heute direkt mit der AOK gelöst und sende Ihnen die schriftliche Vereinbarung als Anlage.

 

MfG

So, wie es derzeit ausschaut, wird also demnächst der FIWUS aus einem Altenheim kommen und ich verspreche jetzt schon mal, ich werde sehr genau hin schauen, damit mir ja nichts entgeht.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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