Gastbeitrag … und ich musste ihn einfach für den FIWUS haben

… und ich bedanke mich bei (real)Asmodis

Ein Statement

Publiziert 17. März 2016 | Von (real)Asmodis

statement1

Es ist schon bemerkenswert, wie andere Menschen einen einschätzen. Es gibt Leute, die halten mich für ultralinks. Andere wiederum sehen in mir einen Nazi. Beide Gruppierungen könnten sich gar nicht noch mehr irren! Daher gibt es dieses Statement zu meiner (politischen) Einstellung, gewachsen binnen 58 Jahren. Weil ich mir noch selbst Gedanken mache und nicht für mich denken lasse. Wem das nicht passt, der darf mir gerne die Freundschaft aufkündigen und irgendwelchen “Führern” nachrennen. Vorab und vielleicht am wichtigsten: Ich war niemals in irgendeiner Partei und werde auch niemals in irgendeine Partei eintreten. Wenn ich mich zeitlich befristet irgendeiner Gruppierung angeschlossen habe, dann deswegen, weil die in einem ganz speziellen Punkt meine ureigensten Interessen vertreten hat. Das gerade auch als kleiner Seitenhieb an die “Freunde” von Verfassungsschutz und MAD, die mir nach reichlicher Bespitzelung mal KBW-Nähe andichten wollten und es ausgesprochen unverschämt fanden, dass ich absolut stümperhaft agierende Spitzel abgehängt habe. Am einfachsten dürfte es sein, wenn ich ein paar Themen ohne Anspruch auf Vollständigkeit einfach mal so exemplarisch rausgreife. Vorsicht, trotz Telegrammstil sehr lang!

Europa: Das war einmal eine großartige Idee. Heute ist es zum Endlager für ausgemusterte Gebraucht-Politiker degeneriert, die uns vorschreiben, wie leistungsstark ein Staubsauger zu sein hat, wieviel Wasser eine Klospülung verbrauchen darf und wie krumm Gurke oder Banane sein dürfen. Solche hirnrissigen Vorschriften von realitätsfernen Berufspolitikern und Kompetenzallergikern brauchen wir so dringend wie Hämorrhoiden! Vom ursprünglichen, europäischen Gedanken ist m. E. gar nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen ist Europa zum Selbstbedienungsladen für Politclowns, Raffgier-Konzerne und Zocker-Bankster mutiert. Das Nachsehen haben die Menschen in Europa – diejenigen, welche die eigentliche Arbeit machen. Überall, in jedem Volk. Insbesondere auch in Griechenland. Der Patient “Europa” liegt längst im Sterben und wird nur noch maschinell am Leben erhalten. Deswegen wäre es das Sinnvollste, ihn endlich sterben zu lassen!

Offene Grenzen: Gerne! Aber jeder Staat sollte für sich selbst und nicht für andere wirtschaften. Vor allem aber sollte – nur um ein Beispiel zu nennen – Griechenland nicht unter fadenscheinigen Argumenten dazu missbraucht werden, um einer Deutschen Bank (mit bekannterweise mafiösen Strukturen) die Taschen noch mehr zu füllen. Dennoch sollten die Grenzen eines jeden Landes geschützt werden, denn es kann immer mal die Notwendigkeit einer befristeten Abkapselung eintreten. Und zwar nicht in Mali, nicht in Syrien und nicht im Hindukusch. Sondern stattdessen vor Ort. Das eine schließt humanitäre Hilfe woanders ja nicht aus.

Einheitswährung: Ist Blödsinn! Als der Euro vor gut 15 Jahren eingeführt worden ist, da hat man bei den Preisen das “DM” einfach durchgestrichen und Euro dahinter geschrieben. Die Löhne allerdings sind zum damaligen Wechselkurs umgerubelt worden, was schlagartig einer Halbierung der Kaufkraft entsprach. Mit anderen Worten: Man hat die Menschen hemmungslos abgezockt, ohne sie vorher um Erlaubnis zu fragen! Otto Normalverbraucher hat davon ganz sicher nicht profitiert! Ich persönlich habe bei einer Reise nach England, Dänemark oder Schottland keinerlei Problem damit, in einer Wechselstube unsere Teuronen in die betreffende Landeswährung umzutauschen. Eigenständige Währungen in jedem Land gestatten es ja erst, für sich selbst wirtschaften zu können, ohne dass einem IWF, EZB und Konsorten unqualifiziert dazwischen quatschen können. Denn was tun die im Endeffekt? Sie schaufeln Gelder um, bedrucken wertloses Papier und erzeugen imaginäres Geld aus dem Nichts. Nur 5% unserer Währung existieren wirklich, sind als Scheine gedruckt und als Münzen geprägt worden! 95% hingegen entstanden durch Finanzmanipulationen am Computer. Und eben diese Manipulationsexperten wollen uns direkt oder indirekt vorschreiben, dass wir mit Geld nicht umgehen können? Nee, Leute. Lieber sähe ich solche Betrüger im Bau und hätte stattdessen eine D-Mark mit echtem Gegenwert (Goldreserven) zurück! Denn das bedeutet wirklich Unabhängigkeit!

Auslandseinsätze und Armee: Brauchen wir nicht. Die Bundeswehr ist ohnehin obligatorisch. Im Zweifelsfalle könnte sie unsere Grenzen gar nicht vor einem Angriff schützen, egal, ob seitens der Amis oder seitens der Russen. Somit ist sie überflüssig. Wir sollten stattdessen die Bundeswehr in ihrer bisherigen Form aufgeben und eine Eingreiftruppe schaffen, die im Katastrophenfall, gerade auch im Innern, also bspw. bei Flutkatatrophen, AKW-Katastrophen etc., schnell und zielsicher handeln kann. Die heutige Bundeswehr hat mehr Ähnlichkeit mit der Arbeit auf einem Schrottplatz als mit einer Armee. Eine Wehrpflicht brauchen wir bei einer kleinen und wirklich guten Truppe auch nicht, denn die würde nur die Besten nehmen. Damit ließe sich auch viel Geld sparen.

NATO: Ich plädiere für einen Austritt. Aus dem einstigen Militärbündnis ist der ausführende Arm der USA geworden, wenn es darum geht, Länder zu destabilisieren, um deren Rohstoffe für lau abgreifen zu können. Davon profitieren wirklich nur die USA zulasten von allen anderen. BTW: Nach einem NATO-Austritt würde ich es begrüßen, wenn wir ganz verstärkt Handelsbeziehungen zu Russland aufnehmen würden. Nicht, weil ich Wladimir Putin für einen Demokraten halte. Das ist er ganz sicher nicht. Er ist in meinen Augen vielmehr ein lupenreiner Diktator. Aber einer, der etwas für sein Volk tut. Was man von unseren Regierungsvertretern ja nun beim besten Willen wirklich nicht behaupten kann. Und: Wann hat Russland uns jemals von sich aus angegriffen? Der Russe ist friedliebend. Der Deutsche auch. Zusammen wäre das ein Handelsraum, den nur einer fürchtet: Die USA!

Reichtum: Hinsichtlich des Reichtums in Deutschland haben wir eine Poisson-Verteilung. Nur 1% der Bevölkerung besitzen 44% aller Finanzmittel und 99% der Bevölkerung dürfen sich um den verbleibenden Rest die Köpfe einschlagen. Verteilungsgerechtigkeit ist bitter nötig, wenn den Menschen wieder eine Perspektive geboten werden soll! Ich habe nichts gegen Reichtum, aber dann doch bitteschön in Form einer Gauss-Verteilung – wie es früher war – so dass alle etwas davon haben! Das bedeutet, dass geradezu unanständiger Reichtum in den Gemeinbesitz überführt werden muss. Meinetwegen kann jemand ruhig zehn oder zwanzig Millionen besitzen. Aber was darüber hinaus geht, muss rigoros steuerlich abgeschöpft werden (ohne Stiftungen, Steueroasen usw. zuzulassen) und dem arbeitenden Volk umgehend wieder zugute kommen! Eine knallharte Reichenbesteuerung ist absolut unerlässlich. Mit der ließe sich dann auch das finanzieren, was zu kleinem Wohlstand für alle führen würde. Das entspricht einer sozialen Marktwirtschaft mit der ausdrücklichen Betonung auf “sozial”! Oder, wie Ludwig Erhard es einst propagierte: “Wohlstand für alle!” Und es hat funktioniert. Sein Ordnungsrahmen für freien Wettbewerb bewirkte das bundesdeutsche Wirtschaftswunder. Im Gegensatz dazu führt der heutige Neoliberalismus – d. h. der ungehemmte Raubtierkapitalismus – nur zur Verarmung der Bevölkerung und zu einer Plutokratenkaste, die von der Umverteilung von unten nach oben lebt. Ich betrachte das als Parasitismus!

Bildung: Die Bildungschancen müssen für alle gleich und vor allem kostenlos sein, ganz egal, ob Papi ein Arbeitsloser oder ein Fabrikbesitzer ist! Was der jeweilige Nachwuchs dann aus diesen Bildungschancen macht, ist sein ureigenes Problem. Bildung heute orientiert sich nämlich ausschließlich an der sozialen Herkunft. Damit gelangen nach und nach immer mehr Leute, die so dämlich wie hundert Meter Feldweg sind, in (ab)gehobene Positionen. Bis wir nur noch von Vollpfosten beherrscht werden. Das war nicht immer so. Und das muss auch nicht immer so sein. Es ist nur ein Nebeneffekt des neoliberalen Irrwegs. BTW: Es darf in einem solchen Bildungssystem auch nicht angehen, dass Lehrkräfte nach dem Schema “50 Stunden arbeiten und 50 Jahre durchziehen” vorgehen können. Das sind dann nämlich in Wirklichkeit Leerkräfte. Bedeutet: Auch die Lehrkraft muss beurteilt werden. Teils von der Schule, teils von den Schülern als Leistungsempfängern und teils von Eltern, welche ja die Versäumnisse der Schule zuhause auszubügeln haben. Inwieweit bzw. wie lange und zu welchen Konditionen eine Lehrkraft dann weiterbeschäftigt wird, würde sich nach der Beurteilung richten.

Arbeit: Machen wir uns nichts vor. Wir leben längst in einer Zeit, in der die meiste Arbeit von Maschinen verrichtet wird und vom Gewinn profitieren einzig die Maschinenbesitzer. Das bedeutet, dass zuwenig Jobs für zuviele Menschen da sind. Das muss man mal ganz klar sehen! Unter diesen Gegebenheiten permanent Arbeitslosenstatistiken in Richtung auf eine virtuelle Vollbeschäftigung zu manipulieren und zu fälschen, wie es seit Schröder usus ist, ist nichts weiter als eine ausgemachte, verdammte Lüge! Und damit besagte Lüge bloß nicht auffällt, werden Arbeitslose zu entrechteten Untertanen geknechtet; das H4-Parallelrecht macht’s möglich. Ich habe selbst vier leidvolle Jahre lang erfahren müssen, wie das in der Praxis abläuft. Selbst vor Hausdurchsuchungen ohne richterliche Genehmigung, massiven, widerrechtlichen Drohungen, Bespitzelung, Kindesentzug und Existenzentzug schreckt die Institution, die im Volksmund m. E. völlig zu Recht als Stasi 2.0 betitelt wird, nicht zurück. Daher vertrete ich ganz konsequent die Einstellung, dass H4 dringendst weg muss! Wir sind über ein halbes Jahrhundert lang sehr gut und äußerst erfolgreich ohne diese Menschenrechtsverletzung ausgekommen und ausnahmslos jede Partei, die heute H4 in irgendeiner Form unterstützt, ist m. E. absolut unwählbar, weil sie strikt gegen die Interessen des kleinen Mannes handelt. Weil jeder seinen Job verlieren kann. Und mit zunehmendem Alter auch verlieren wird! An die Stelle von H4 darf gerne ein kleines BGE treten. Das kann man dann ja durch Arbeit aufstocken. Nur würden sich in dem Moment Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf Augenhöhe begegnen müssen, was der “Elite” wieder etwas mehr Bodenständigkeit abverlangt. Könnte man durchaus machen. Wenn man nur wollte!

Mindestlohn: Ja bitte! Aber dann ausnahmslos, flächendeckend und in einer Höhe, dass man auch davon leben kann. D. h. ein einziger Job muss ausreichen, um ein menschenwürdiges Leben zu sichern. Funktionierte nämlich auch schon mal sehr gut und ist noch gar nicht mal so lange her. War eben bloß vor dem Auftreten der neoliberalen Pseudoreligion. Alles andere ist nur ein verdecktes Subventionieren derer, die ohnehin schon viel zuviel haben. Es kann und darf doch nicht angehen, dass einer sich in mehreren Jobs den Ar… aufreißt und bis zum Umfallen buckelt, um gerade so eben über die Runden zu kommen, während ein Reicher nur deswegen immer reicher wird, weil er schon viel zuviel besitzt. Doch genau den letzteren Fall fördert der elende Neoliberalismus nach Kräften. Anders ausgedrückt: Gebt den Politikern den Mindestlohn und schaut dann, wie schnell sich die Dinge ändern! Armut ist als Drohung politisch gewollt!

Minijobs und Leiharbeit: Grundsätzlich gerecht ist nur “gleiche Arbeit – gleicher Lohn“. Leiharbeit ist zum Abdecken von Spitzen völlig OK, aber der Leiharbeiter muss das Gleiche (wenn nicht aufgrund seiner Flexibilität sogar mehr) als die Stammbelegschaft verdienen. Leiharbeit heute ist – wie der Volksmund zu sagen pflegt – das Geschäft von Zuhältern und Sklavenhändlern. Von Arbeitgebern, die Arbeitnehmer vorsätzlich ausbeuten. Das ist unsozial und sollte als unsozialer Straftatbestand ins Strafrecht aufgenommen werden! Minijobs sind gleichfalls in begrenztem Rahmen OK – nämlich für Rentner, Studenten, Hausfrauen, Schüler in Ferienjobs usw. Aber niemals für Belegschaften! Sobald der Anteil an Minijobs einen gewissen Prozentsatz in einer Belegschaft übersteigt, sollte der Ausbeuter dahinter gleichfalls aufgrund eines unsozialen Straftatbestandes zur Rechenschaft gezogen werden. Denn mit Minijobs und schlecht bezahlter Leiharbeit kommt nichts in die Sozialkassen rein und Altersarmut ist vorprogrammiert.

Flüchtlinge und Asyl: Unser Asylrecht ist OK. Es sollte nur für jeden gelten und eben nicht Menschen wie Edward Snowden außen vor lassen, weil eine gewisse Kanzlerin lieber den Amis hinten rein kriecht. Wenn Flüchtlinge in Scharen kommen: Lasst sie kommen. Aber jeder Eimer ist irgendwann voll. Sprich: Irgendwann ist die Aufnahmekapazität erschöpft. Beim Erreichen dieser Grenze muss differenziert werden. Man kann durchaus die Anzahl der Aufzunehmenden an die Anzahl der Auswandernden koppeln. Nichtsdestotrotz ist es ein Gebot der Humanität, Verletzten zu helfen. Wer von denen hier bleiben will, der rückt nach, sobald ein Aufnahmeplatz frei wird. Wer hier nur den Krieg aussitzen will, der kommt in ein Rückführungszentrum und wird zu gegebener Zeit abgeschoben. Der braucht auch nicht integriert zu werden. Und wer hier straffällig wird, der hat sein Gastrecht verwirkt. Der fliegt raus. Es gibt wahrscheinlich genug vernünftige Leute, die auf den so frei werdenden Platz scharf sind. Auf diese Weise bleiben die Vernünftigen hier. Die Arschlöcher aber sind ganz schnell wieder weg vom Fenster. Das ist eine Art von natürlichem Filter zur ersten Differenzierung zwischen echten Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen. Zur Finanzierung solcher Aktionen sind alle heran zu ziehen – und nicht nur der kleine Mann von der Straße. Mal ganz davon abgesehen wäre es wesentlich sinnvoller, den Menschen im betreffenden Land zu helfen, bspw. durch menschenwürdige Flüchtlingslager – so dass sie gar keinen Grund zum Weggehen haben – und jedenfalls um Welten besser als ein hirnloser Angriffskrieg unter der Oberhoheit der USA.

Energie: AKWs brauchen wir nicht. Wir produzieren selbst mit den regenerativen Energien bereits jetzt schon Überschüsse! Die erforderlichen Speichertechnologien für solche Überschüsse gehören staatlich gefördert ausgebaut (Stichworte NaS-Hochtemperaturakkus, Gasleitungsnetz als Wasserstoffspeicher, wobei der Wasserstoff durch Elektrolyse gewonnen werden kann, die Batterien geparkter Autos als Zwischenspeicher wie Dänemark es vormacht usw.) Die Energieerzeugung sollte, um einem Blackout vorzubeugen, dezentral geschehen, wobei auch Mini- und Mikrowasserkraftanlagen eine Rolle spielen. Energie ist genug da. Wir müssen bloß endlich damit aufhören, uns an veraltete (und teils gefährliche) Technologien zu klammern, die nur ein paar Großkonzernen Gewinne ohne Ende verschaffen. Nur das wäre nämlich eine wirkliche Energiewende! Und warum sollte Deutschland nicht Exportweltmeister für Umwelttechnologien werden? Selbst unsere Plastikabfälle, bisher schon auf Monopoldern gesammelt, wären mit Energie wieder in Rohöl und damit in einen zu Ende gehenden Rohstoff zurück zu verwandeln. Die dazu erforderlichen Technologien gibt es längst (HT-Cracking, kaltes Plasma usw.). Sie müssen nur noch angewandt werden!

Medien: Die Medien gelten als die vierte Macht im Staate. Macht muss kontrolliert und begrenzt werden. Ich will aber nicht die Medien kontrolliert wissen, sondern die Medienkonzentration in den Konzernen, um eine Gleichschaltung, wie wir sie heute bereits haben, zu vermeiden. Bei besagter Gleichschaltung bestimmt nämlich immer nur einer, nämlich der mit dem meisten Geld. Dem fällt es dann auch leicht, Lügen unter die Leute zu verbringen und das Volk zu verBLÖDen. Derartige Macht aber ist Machtmissbrauch und dem muss vorgebeugt werden! Ich kann mich noch sehr gut an eine Zeit ohne Gleichschaltung und mit vielen alternativen Blättern erinnern. Damals war unsere Kultur wesentlich reicher und unsere Bevölkerung wesentlich aufgeklärter! Deswegen ist auch wichtig, dass sich die Medien mal wieder an ihren Bildungsauftrag erinnern anstatt die Menschen immer dämlicher zu machen! Medien und Bildung? Ja, gab’s auch schon mal. Hat auch funktioniert.

Umwelt: Der Mensch braucht die Erde, aber die Erde braucht den Menschen nicht. Wir haben nur diese eine Umwelt und sollten daher mit der gefälligst pfleglich umgehen! D. h. Produktion von halt- und reparierbaren Waren (oh ja, gab’s auch schonmal) anstelle von Wegwerfplunder mit eingebautem Verschleiß. Viele dezentrale Rohstoffsammelstellen wie früher in der DDR wären ein echter Fortschritt und könnten auch Arbeitsplätze schaffen. Denn des einen Müll ist des anderen Rohstoff; man denke dabei nur an Papier oder Glas. Oder an das bereits unter “Energie” angeführte Plastik. Viele kleine Stoffkreisläufe anstelle von riesigen Müllverbrennungsanlagen wären zu schaffen, ebenso der öffentliche Personennahverkehr so auszubauen, dass man getrost auf das eigene Auto verzichten kann. Tesla Motors macht doch vor, dass Elektrofahrzeuge funktionieren und Ansätze für eine moderne Verkehrspolitik gibt es viele; die reichen von der fremdgespeisten Elektrospur auf Autobahnen bis hin zum Zeppelin neuester Generation. Letzteres würde auch Großflughäfen weitgehend überflüssig werden lassen. Aber um eine Wende beim Individualverkehr zu realisieren bräuchten wir Verkehrsminister und keine Verkehrsministerdarsteller.

Forschung: Forschung ist eine Investition in die Zukunft. Daher ist die Grundlagenforschung ganz besonders zu fördern und nicht nur kurzfristig Gewinne versprechende Projekte. Das läuft darauf hinaus, den Einfluss von Konzernen an den Hochschulen zurück zu drängen. Sie dürfen gerne mitmischen – ja, das ist sogar erwünscht – aber nicht durch Geldzuwendungen bestimmen, welche Forschung in welcher Richtung durchzuführen ist. Um so etwas durchzusetzen bräuchte es allerdings schon kompetente und dem Volk verpflichtete Minister und keine Plagiatsdoktoren.

Frauen(quote): Es ist absolut kein Grund zu sehen, warum Frauen an den Herd verbannt werden sollen. D. h. eine Frauenquote von 50% in den Unternehmen sollte als Normalität betrachtet werden, selbst ohne gesetzliche Vorgabe. Selbstverständlich gilt auch dabei das Prinzip “gleiches Geld für gleiche Arbeit“. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Berufspolitiker: Schaut man sich die heutigen Kabinette an, dann findet man nur noch Berufspolitiker, teils bereits in zweiter Generation. D. h. man findet dort Menschen, die vielleicht theoretisch wissen, wie etwas funktioniert (weil sie es vom Hörensagen her kennen), aber noch nie selbst Hand angelegt haben. Das fördert die Entfremdung vom Volk und von der Realität bis hin zum pathologischen Realitätsverlust. Ich habe prinzipiell nichts gegen Berufspolitiker, aber um ein Kabinett bodenständig zu halten, müssen auch Leute aus dem Bereich der erwerbsmäßigen Berufstätigkeit dort vorhanden sein. Unter Brandt, Schmidt und Kohl war das noch so; prominentestes Beispiel dürfte der Schlosser Norbert Blüm sein. Unter Schröder begann die Veränderung. Ab Merkel dann die abgehobene, rosa Wolke. Woraus zu folgern ist: Die Anzahl der Berufspolitiker in einem Kabinett muss begrenzt sein.

Volksabstimmungen: Ich halte es für eine beispiellose Arroganz, wenn ein Gauckler sich hinstellt und schön umschrieben behauptet, das Volk sei zu dämlich um politische Entscheidungen durchzusetzen. Nein, ist es nicht! Es könnte aber sehr gut sein, dass ein Volksentscheid einem Politclown an’s Bein pissen würde und dessen Lobbyfreunde ihm nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik nicht das geben, was er eigentlich haben will. CETA & TTIP liefern dafür gerade aktuelle Beispiele. Ein Volksentscheid wäre bei der Geheimniskrämerei wahrscheinlich reines Gift.

Haftbarkeit von Volksvertretern: Unser Grundgesetz gehört geändert. Die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland hatten beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee vom 10. bis 23. August 1948 einen Absatz 3 im Art. 1 GG vorgesehen. Der lautete: “Jedes Verhalten von Amtsträgern, das diesen Grundsatz verletzt, wird strafrechtlich geahndet.” Um eine dauerhafte Demokratie auf der Basis von gleichberechtigten Bürgern zu ermöglichen, betrachte ich es als unerlässlich, den weggefallenen Absatz heute schleunigst in das GG aufzunehmen!

Rente: Die Höhe der Rente muss für ein menschenwürdiges Leben im Alter ausreichen. Es kann und darf nicht angehen, dass neoliberale Guru-Gefolgschaften die Rentenkassen zweckentfremdet leeren. Wer das tut, der betrügt vorsätzlich und gehört zur Verantwortung gezogen (s. o., Stichwort Haftbarkeit). Auch ist nicht einzusehen, warum ein Rentner nach Jahrzehnten des Buckelns für andere zum Überleben morgens Flaschen sammeln muss, mittags bei der Tafel um Essen zu betteln hat, abends putzen geht und nachts Zeitungen austragen soll, während sich abgehobene Politclowns selbstherrlich ihr Gehalt turnusmäßig und automatisch um ein Vielfaches der betreffenden Rente erhöhen. Das ist in meinen Augen wie Hohn, wie das absichtliche Wegwerfen derer, die unser Land aufgebaut haben und jetzt altersbedingt keinen großen Gewinn mehr als Konsumenten abwerfen. Im Klartext: Es ist schlicht unmenschlich! Und warum soll es nicht eine zum Leben in Würde ausreichende Grundrente geben, die dann je nach Arbeitsjahren aufgestockt wird? Auch das hat schonmal hervorragend funktioniert! Altersarmut ist politisch gewollt!

Arbeitgeberanteile: Bei allem, was geschaffen wird, sind immer zwei Parteien beteiligt, nämlich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es ist absolut nicht einzusehen, warum dann gerade die, die den meisten Gewinn aus so einer Situation ziehen – nämlich die Arbeitgeber – bei Zahlungen zur Krankenversicherung, zur gesetzlichen Unfallversicherung usw. bevorteiligt werden sollen. Gerade die müssten verstärkt zur Kasse gebeten werden. Je höher ihr Gewinn, desto mehr müsste auch gezahlt werden.

Pflege: Kein Mensch wird jünger. Im Alter, bei Krankheit oder nach Unfällen brauchen die Menschen qualifizierte Pflegekräfte und keine Maschinen. Aber Maschinen bringen den Maschinenbesitzern mehr Geld, weil die keinen Urlaub haben, keine Lohnerhöhung fordern, nicht streiken usw. So hat es sich eingespielt, dass hierzulande hochmotivierte und allerbestens qualifizierte Pflegekräfte wie der allerletzte Hiwi behandelt und bezahlt werden. Ein Beispiel: Im Seniorenzentrum XYZ werden ein- bis zweimal wöchentlich permanent ausgebildete Altenpfleger gesucht. Auf 450-Euro-Basis. Wer krank wird oder gar auf Arbeitsrechte pocht, der fliegt sofort raus und wird ersetzt. Die Preise im Seniorenzentrum XYZ hingegen sind verdammt hoch. Davon profitiert nur einer, nämlich der Boss von dem Laden. Und der wird obendrein auch noch als unternehmerisches Vorbild hingestellt. Ich könnte kotzen! Der Beruf des Altenpflegers hingegen verlangt nach dreijähriger Ausbildung mit der Perspektive sicherer Verarmung. Wer will das unter diesen Voraussetzungen denn überhaupt noch machen? Unser Pflegenotstand ist hausgemacht. Bezahlt die Pflegekräfte ordentlich und auch der Pflegenotstand gibt sich von allein, weil Pflegeberufe für mehr Menschen interessant werden. Woran es mangelt, ist eine Pflegequote dahingehend, wieviele Pflegekräfte für wieviele Patienten zuständig sind. Zum Vergleich: In Thailand liegt das Verhältnis Pflegekräfte zu Patienten bei 3:1, in Skandinavien bei 1:8 und bei uns bei 1:30, wobei die Klinikkonzerne sogar 1:40 anpeilen. Bei derartigen Verhältnissen aber ist keine Pflege mehr möglich! Warum können andere Länder das und wir nicht? Warum nehmen wir uns kein Beispiel an anderen Ländern?

Wie ihr seht, vertrete ich eine Auffassung, wie man sie so bei keiner einzigen Partei findet und wie das, was ich dargestellt habe, aussehen könnte, lässt sich HIER nachlesen. Es sind sowohl AfD-Forderungen wie auch Forderungen der Linken enthalten. Es sind Forderungen enthalten, die der AfD ebenso diametral entgegen laufen wie auch der Linken. Das Problem mit unseren Parteien ist darin zu sehen, dass jeder Vorschlag, der nicht aus den eigenen Reihen kommt, pauschal abgelehnt wird – selbst dann, wenn man so einen Vorschlag einmal selbst initiiert hat und er zu gegebener Zeit seitens einer anderen Partei aufgegriffen wird, jüngstes Beispiel HIER. Das ist Kindergarten-Verhalten: “Der Peter hat mir meine Schaufel weggenommen und deswegen spiele ich nicht mehr mit dem!” Exakt dieses unsinnige Kleinkinderverhalten ist es u. a. auch, welches ich unseren Politikern vorwerfe.

Kommen noch Scheinpolitik, Aussitzen, (verdeckte) Korruption und Zügellosigkeit hinzu. Ich bin wirklich kein Befürworter von staatlicher Reglementierung. Aber ein gewisser Ordnungsrahmen für freien Wettbewerb (vgl. oben, Stichwort Ludwig Erhard) muss gegeben sein. Im Rahmen neoliberaler Politik fehlt es an eben diesem Ordnungsrahmen für die Unternehmen. In Folge dürfen die alles (CETA & TTIP mögen als abschreckende Beispiele dienen) und Otto Normalverbraucher gar nichts mehr (Stichwort H4). Das muss sich unbedingt ändern. Eine Journalistin bemerkte mir gegenüber einmal: “Wir stehen uns heute noch schlechter als die Sklaven im alten Rom. Die hatten auch nichts zu sagen und nur zu arbeiten, aber wenigstens Kost und Logis frei. Wir haben nicht mal das. Aber schreiben dürfte ich so etwas nie!” Es ist bei meinen Vorstellungen daher auch nichts vom dem enthalten, was unsere ReGIERung ständig verbockt. BTW: In diesem Test habe ich ein Ergebnis von 85% erzielt. Bin ich nun links oder bin ich ein Nazi? Oder vielleicht doch nur ein politisch interessierter Bürger, der keinem blind hinterher rennt? Macht euch selbst ein Bild. Und denkt mal über das nach, was ich oben geschrieben habe! Früher war nicht alles besser. Aber einiges hat wesentlich besser (und vor allem humaner) funktioniert!

statement2

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.