Blutmond im Hungerzenit

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Blutmond im Hungerzenit
Der Blutmond steht im Hungerzenit,
und beleuchtet alle jene, um die schon
ihr Totenhemd schlottert – zu weit geworden
in den leeren Monden zuvor, mit zu wenig
zum Leben, und zum Sterben viel zu viel.
Wie lange noch ?

 

Während die Folgen des Mangels,
die Krankheiten zunehmen, das Leiden sichverschärft,
quirlt das Leben der anderen darum herum, –
gleichgültig, grausam geschwätzig, lebendig.
Sie wollen das System verändern, –
Sie wollen etwas dagegen tun,-
und während dessen krepieren die Leute.
Wie lange noch?

 

Hunger wird verteilt, überall inzwischen,
als Schatten des Reichtums, als Folge der
Kriege mit denen die Erde gepflügt wird.
Mit Bomben wird gedüngt, und ihre Wirkung
tötet – direkt und indirekt.
Leben will sich behaupten, geht auf die Flucht –
Gefährdet, Geächtet, abgewehrt, verfolgt.
Wie lange noch?

 

Blutmond im Hungerzenit verschwendet
für die Länge einer Nacht
das warme Rot seines Scheins
mit dem er das kalte Elend
der Weltenleben übergiesst,
die ersäuft werden, geschändet,
zerfleischt, gehungert, verdurstet –
wie lange noch?

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