Der Todeskuss.

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Der Todeskuss.
Der Ehemann geht zum Briefkasten, holt die Post. Briefe vom Jobcenter sind zwar meistens nicht angenehm, aber wenn es Bescheide wegen des Geldbetrages sind, zwangsläufig willkommen. Deshalb entdeckte er auch erst beim zweiten Hinsehen, dass es da einen gewaltigen Haken bei der Geschichte gab.
Seine Frau, die vom Jobcenter innerhalb der Bescheide entweder gar nicht persönlich benannt wurde, oder als Person bezeichnet wurde, sollte ab 1. Des nächsten Monats kein Geld mehr bekommen, und auch ihr Anteil an der Miete war schon heraus gerechnet. Um etwas daran zu ändern hatte seine Frau nun gerade mal 12 Tage Zeit – Rentenantrag, Grundsicherungsantrag, was auch immer…
Als er ihr den Brief zeigte, fiel ihr als Erstes dazu ein: Selbstmord. „Ab in die Kiste – deutlicher können sie es einem nicht zeigen“, meinte sie. Und: „Es ist wahr, was Ralph Boes in Berlin sagt: Wir hungern nicht selber – wir werden gehungert. Bei alten Leuten, die krank und behindert sind, haben sie damit auch schneller Erfolg.“
Erst am Tag danach bekam die Ehefrau auch einen Brief, als Aufforderung zur Mitwirkung. Sie solle ihren Rentenbescheid vorweisen – der noch nicht existiert.
Sie ist schwerbehindert, ihr Mann ist ebenfalls behindert. So werden Menschen fertig gemacht. Wie sagte Herr Schäuble? – „Die Not wird sie zwingen.“
Ralph Boes hat eine – zwar unannehmbare – aber doch eine Alternative. In der Situation, in welche die besagte „Person“ manövriert wurde, bleibt keine. Wer weiss, wie lange Anträge dauern können, begreift was das bedeutet.
„Ihre Frau steht dem Arbeitsplatz nicht mehr zur Verfügung, also haben wir sie entsorgt.“
Wir sind viele, und bei den meisten Menschen die auf das Jobcenter angewiesen sind und waren, werden solche Dinge probiert. Sie werden in Hunger und Elend gestürzt, und manche in den Tod – aber immer sind die Jobcenter angeblich unschuldig.
Das ist eine Lüge !

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