Das nimmt Dir keiner ab:

1a_Was_weisst_Du

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das nimmt Dir keiner ab:

Nein, keiner kann etwas dafür,
wenn er in diesem Land geboren wurde,
als zerrissenes Wesen zwischen
Zurechtgeprügelten, Seelenentleerten,
Dressierten, – und wieder Unterdrückenden,
Dressierenden, Prügelnden, Zerrissenen.
Weil sie alle es nicht anders kennen lernten.
Und heute – wir alle – sind die Nachfahren,
die durch alle möglichen Erziehungsversuche
gejagt wurden, als wären wir ausgewrungene
Putzlappen in einer Wäscheschleuder.
Die kläglichen Versuche, aufzumucken,
Kritik zu formulieren, eine eigene Identität
mit einer eigenen Meinung zusammen zu
kratzen sind harte Arbeit.

Zwischen dem eigenen Vorfahrenmix
und dem Ariergeheul der Rechtslastigen,-
zwischen alten Regeln und neuen Zeiten
der Internationalität ahnst Du, dass das
alles irgendwo verkehrt ist.
Mit dieser Ahnung bist Du oftmals isoliert
in Deinen Eigenheiten und Gedanken,
die Dir sagen: Es gibt nur eine Welt für
alle Menschen! – Es gibt nur dieses Leben
auf einer Erde !

Alle die Grenzen, Militärs, wütende Massen
die verlangen, dass getötet, erschlagen,
vernichtet wird, sind genauso entseelt,
wie jene die herumirren und sich selber
verloren haben,- in Mitten der Machthaber,
die sich niemals gefunden hatten.
Und Du sehnst Dich nach Einsamkeit
in der Du den festen Stand üben kannst,
damit Dich nichts mehr umwirft –
während um Deine Einöde die Kriegshunde
wieder kläffen, – die soziale Eiszeit bedrängt,-
die faschistischen Gewalten wieder Orgien
feiern, und die Scheinheiligen und Reichen,
die Mächtigen jeden Kampf zu gewinnen
scheinen.

In der Mitte aller Wirrnis bist Du mit Deiner
Friedenssehnsucht der Störenfried,- mit
Deinem Wunsch nach Erkenntnis der Terrorist.
Damit mußt Du leben lernen, das nimmt Dir
keiner ab.

 

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