Lebens- und Arbeitsleistung …???

Das neue Jahr 2015 hat eigentlich noch gar nicht angefangen, denn die ersten Tage kann man im Werktätigenleben erst mal vergessen. Heute ist Freitag und man kann davon ausgehen, dass besonders in Bundesbehörden nur eine absolute Notbesatzung anwesend ist.

Wenn dann so ein Hansel wie Frank-Jürgen Weise von der Bundesanstalt für Arbeit sich die ungeheure Mühe macht, seine Gedanken zu verbreiten, darf man dies getrost nicht einfach so zur Seite schieben. Immerhin macht sich so ein Chef Gedanken über etwas, was er selbst aber nicht bereit ist, genau diesen Zielen nach zu kommen, denn immerhin ist er Beamter. Liest man die Biographie dieses Herrn, können sich schon merkwürdige Gedanken ein schleichen.

Ein Schreibtischsoldat. OK, braucht man natürlich auch, aber wenn man dann weiter liest, darf man sich inzwischen nicht mehr wundern, wenn die derzeitige Bundeswehr nur noch ein Schrotthaufen ist. Hier wurde wieder einmal der Bock zum Gärtner gemacht. Überhaupt sind Verwaltungs-Fachleute eine ganz eigentümliche Gattung Mensch.

Freiwillig bis 70 arbeiten, wird seit heute medial verbreitet. Warum nicht gleich bis zu UNSEREM 80. Geburtstag arbeiten, da kommt dann sofort Freude auf in der Rentenversicherung, denn die wirklichen Kosten werden sofort erheblich schrumpfen und der Bundesfinanzminister kann gleich viel ruhiger schlafen. Im Durchschnitt werden ab diesem Zeitpunkt die Renten, aber auch die Pensionen gerade mal noch wenige Jahre gezahlt, wenn überhaupt.

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der FIWUS folgenden Beitrag:

Am liebsten wäre den sogenannten Herrschenden, wenn die Arbeitnehmer sofort bei erreichen des Rentenalters schon im erst Jahr den Löffel abgeben würden. Diese ‘Einsparungen’ für die Volkswirtschaft wären exorbitant. Dass dem nicht so ist, verhindert bisher nur unser Grundgesetz, jedoch wird schon fleißig daran ‘gebastelt’, dass solche Vergünstigungen von Gesetzeswegen ab geschafft wird. Der Gesetzgeber ist da ja fein aus dem Schneider. Die Hansel in Berlin haben sich ihre eigenen Gesetze schon lange selbst gestrickt und auch ihre finanziellen Aussichten für das Alter.

Quelle: Hier weiterlesen

Lebens- und Arbeitsleistung sind inzwischen die Schlagworte, mit denen die Politik in diesem Land ganz ‘freigiebig’ um sich wirft. Ich nenne es eher Buckeln und Schuften, denn vom wirklichen Leben soll man ja weitgehend fern gehalten werden. Nimmt man dazu die SPD-Losung: “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”, dann haben wir sofort wieder eine Existenzsituation, welche schon ein mal in diesem Land vorherrschte. Von wirklichem Leben kann dann keine Rede mehr sein.

Als ich persönlich ab 2002 mit 55 Jahren aus dem Erwerbsleben aussortiert wurde, bekam ich bei Vorstellungsgesprächen nur noch den Hinweis, ich bin einfach zu alt. Die ersten Jahre danach fiel ich erst mal in ein tiefes depressives Loch, aus dem ich mich mit einiger Mühe wieder heraus gekämpft habe, aber auch nur, weil ich ja weiter leben wollte. Dass ich heute solche Beiträge schreiben kann, ist mir auch nicht so einfach zu geflogen, ich musste hart daran arbeiten, um überhaupt so weit zu kommen. Dass sich dies finanziell nicht auszahlt, war mir von Anfang an klar und gehört heute einfach zu meiner persönlichen Einstellung zum Leben überhaupt. Nicht jede Tätigkeit muss sofort mit Einnahmen verbunden sein und doch kann sie eine große innere Befriedigung bringen. Dass alles hält mich aber nicht davon ab, der heutigen Gesellschaft zu großen Teilen mit dem ausgestreckten Mittelfinger zu begegnen. Scheiß drauf kann auch zu einem Motto werden.

Ich weiß selbst genau, was ich in meinem Leben alles geleistet habe und auch noch weiterhin zu leisten imstande bin. Mir genügt dies, auch wenn Andere dazu eine ganz andere Einstellung haben.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.