Die ‘Ware’ Information und Bildung ist keine Ware

Ein Halali hallt durch das Internet. Die Jagd auf die Suchmaschinenbetreiber ist eröffnet. Das sogenannte Leistungsschutzrecht soll Einnahmen generieren und heraus kommt, dass diese Firmen plötzlich einen erhobenen ‘Mittelfinger’ haben.

Am liebsten würden die Herren und Damen der schreibenden Zunft quasi jeden Buchstaben, den sie in den Computer tippen oder zu Papier bringen, als ihre eigene Kreation aus geben, nur Schrift und Sprache ist nun einmal Allgemeingut, nicht nur ähnlich wie Wasser und Luft. Natürlich wird irgend wann jemand auf diese Idee kommen, beim Wasser wird es ja schon versucht durch den Nahrungsmittelgiganten Nestle.

Jeder Buchstabe, jedes Wort ist niemals wirklich einmalig, alles wurde und wird ständig in seinen verschiedensten Zusammensetzungen gebraucht, neu geformt und doch glaubt jeder Schreiberling, ihm sei jetzt etwas einmaliges gelungen. PFEIFENDECKEL. Wortschöpfungen sind niemals zum ersten Mal gelungen.

Es gibt Künstler, welche stundenlang an ihren Ausdrucksformen feilen. Theoretisch kann ich ihren Frust ob dieser Arbeit gut verstehen, da ich ja selbst schreibe, nur kommen bei mir die Wort- und Satzschöpfungen zur Hauptsache aus dem Bauch heraus. Meine Erfahrungen habe ich beim lesen erlernt und nutze dieses Erlernte damit so einigermaßen optimal aus. Hätte ich lesen nicht erlernt, würde ich niemals meine Gedanken so in Schriftform weiter geben können.

Gerade wurde ich in meinem Gedankenfluss durch die Türklingel unterbrochen und mein Essen auf Rädern wurde gebracht. Ich war mal wieder mitten im Formulieren und dadurch erst einmal erschrocken ob der Störung. Solche Unterbrechungen sind immer kreatives Gift, aber sie kommen halt ständig vor. Geistige Kreativität wird eigentlich niemals wirklich unterbrochen, nur manchmal einfach nur gestört.

Während ich dies hier schreibe, läuft im Hintergrund das TV-Gerät mit unterschiedlichsten Sportinformationen. Es ist ein Lautteppich, den ich aber auch mit Musik auslegen könnte.

Oft genug beginne ich einen Beitrag und doch kommt es immer wieder vor, dass das Geschriebene niemals das Licht der Welt, sprich des Lesers, erblickt. Viele solche ‘Anfänge’ schlummern auf meinem Computer und manchmal werden sie wieder hervor gekramt und dann kommen sie doch nicht in den Genuss einer Veröffentlichung.

Wer davon aus geht, mit Schreiben Geld zu verdienen, braucht mehr als nur einfach Phantasie und ein Gespür dafür, was die Leser und Konsumenten so wünschen.

Seit langer Zeit schon schwebt mir in meinem Kopf vor, etwas zu schreiben, was wirklich Geld bringt, aber so realistisch bin ich schon, dass dies reines Wunschdenken ist. Auch wenn mich selbst gut verfasste Geschichten faszinieren, so bin ich doch bisher nicht in die Lage gekommen, solche zu verfassen. Meine Storys spielen sich in der Nacht während meines Schlafes ab und sind meist vergessen, wenn ich erwache. Natürlich könnte ich mich jetzt ob dieses Verlustes ärgern, aber genau dass mache ich nicht. Ich bin Realist.

Zurück zum Leistungsschutzrecht. Die Suchmaschinen im Internet haben mit ihren Algorithmen durch die Kenntnis der Mathematik Türen auf gestoßen, welche früher einfach durch die Abwesenheit von Computern nicht vorhanden waren. Dieser Teil der Mathematik war wohl schon fast immer irgendwie vorhanden, nur konnte sie nie wirklich nutzbringend und monetär verwendet werden. Erst die heutigen Computer sind in der Lage, daraus für Jedermann einen Nutzen zu bringen. Und genau diese Köpfe, welche so etwas zustande bringen, müssen auch entsprechend entlohnt werden und genau dies machen Firmen wie Google, Yahoo oder Microsoft und haben dadurch auch für mich das Recht, diesen Nutzen in einen finanziellen Vorteil um zu münzen. Diese paar zusammenhängenden Worte von anderen Schreibern haben keinen besonderen Wert für wenige, aber einen großen Wert für die sogenannten Konsumenten, denn sie brauchen sich ihren für sie wichtigen Informationen nicht mühsam auf andere Art zusammen zu suchen. Informationen gehören nun mal ganz simpel zur Bildung eines jeden einzelnen Menschen und muss daher auch für alle frei zugänglich sein.

Was wir Blogger im Internet propagieren und unsere Texte kostenfrei zur Verfügung stellen, muss für Textschnipsel von kommerziellen Texthändlern auch gelten. Geld und Erlös ist wirklich nicht das Non Plus Ultra auf dieser Welt, auch wenn die Welt inzwischen ganz anders tickt. Wer zum Beispiel mit meinen Texten etwas anfangen kann, liest sie und kann sich sicher sein, nicht für jeden Scheiß auch gleich Geld ausgeben zu müssen. Spenden werden aber mit Freude angenommen.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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