Planspiele gegen die Wut der Regierten?

Sandkastenplanungen sind im Militär gang und gäbe. In der Politik werden Überlegungen meist in sogenannten “Thinktanks” vorgenommen. Hier jedoch wurden quasi Außenstehende für ein Generationen-Spiel auf geboten. Im Artikel werden wohl die Teilnehmer angedeutet, aber die wirkliche Zusammensetzung wurde mal wieder, wie so oft, nicht genannt. Gerade die politische Zusammensetzung wäre hier natürlich schon sehr wichtig und interessant gewesen und lässt sich daher nur vermuten.

Weitere Planspiele kommen derzeit von den Medien, welche ein Jubiläum feiern, obwohl den Betroffenen aber wirklich gar nicht nach feiern zumute ist. Ganz mies ist aber plötzlich ein Alibi-Jammern besonders in den Printmedien. Waren es in den letzten 10 Jahren eher die diskriminierenden Töne, so hat sich, veranlasst durch das anstehende sogenannte ‘Jubiläum’ der Tonfall um 180 Grad gedreht.

Die Forscher befragten rund 14.000 Hartz-IV-Empfänger zu ihren Lebensumständen. Zwei Drittel von ihnen sind von Armut bedroht

Wer diese Aussage richtig liest, wird sofort seine Faust erst mal nur in der Tasche ballen. Hier steht keine Bedrohung im Raum, die Armut ist ab dem Bezug von Hartz IV einfach Fakt. Dass die Berichterstattung so aus fällt, haben wir Betroffenen der Politik zu verdanken, denn die Prämisse lautet, berichten ja, aber so, dass der Großteil der Leserschaft dies nicht für sich selbst als Bedrohung einordnet. Fakt ist aber auch, dass es inzwischen zweidrittel der Bevölkerung jederzeit und völlig unvorbereitet treffen kann. So sind die Hartz-Gesetze nun mal von Anfang an aus gelegt und so werden sie auch an gewandt. Besonders perfide sind dann aber Aussagen wie diese:

Die Autoren folgern: “Erwerbsarbeit dient nicht nur dem Broterwerb. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für soziale Teilhabe und individuelles Wohlbefinden.”

Besonders die Hetzer in den Medien, allen voran der Springerverlag, scheinen inzwischen, wie bei “Rotkäppchen” der böse Wolf, Kreide gefressen zu haben, denn sie wollen ja von diesem unsäglichen ‘Jubiläum’ partizipieren. Leider ist ein Großteil der betroffenen Hartz-Empfänger nach 10 Jahren Dauerbeschuss durch die Medien, aber erst recht durch die Politik, nur noch müde und resigniert. Selbst die neuesten Wohltaten im Sozialbereich durch die GroKo können Hartz-Betroffenen noch nicht mal ein müdes Arschrunzeln ‘hervor zaubern’.

Gestern hat sich mal wieder die Blockupy-Bewegung in Frankfurt/Main zu Wort gemeldet und was ist dabei heraus gekommen? Ein müdes Häuflein von 2 bis 3 Tausend Demonstranten ziehen zum neuen Gebäude der EZB und machen ein wenig Krawall. Genau so wird die Politik niemals aufwachen. Wären aber 200 bis 300 Tausend Demonstranten auf marschiert, so wäre dass ein wirkliches Zeichen gewesen, dass es so nicht weiter geht mit der “Politik gegen die Menschen”. Leider ist dass in diesem Jahrhundert nicht mehr zu erwarten.

Ich weiß, es klingt auch hier im FIWUS sehr resignierend und ich selbst frage mich immer wieder, warum ich mir diese Mühe antue, um gegen diese Art der Ungerechtigkeit an zu schreiben, aber ich kann nun einmal nicht anders. Es ist diese mir selbst gestellte Aufgabe, welche mich auch am Leben erhält. Jeder Beitrag zu diesem Thema ist ja auch ein Stich gegen diese unmenschliche Politik und andere Kritiker dieses Systems der Ausrottung eines Großteils der Bevölkerung machen ja auch weiter.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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