Gastbeitrag aus dem Spiegelfechter … VERARSCHUNG???

Wer das Wort “Verarschung” jetzt als anstößig empfindet, sollte sich wohl ein neues Wort für diesen Beitrag aussuchen, ich stelle es gerne zur Diskussion bereit. Nach dem ersten Video werden viele vielleicht nicht mehr die Muse haben, sich noch ein zweites Video an zu schauen, welches zeigt, wie es ist, ein wahrer ‘Gutmensch’ zu sein, wie vieles in den letzten 10 Jahren unser Leben beeinflusst hat und als Schlusspunkt gibt es auch noch ein drittes Video über die endgültigen Auswirkungen auf das erste Video. Mit diesen drei Filmen ist fast alles gesagt, was wirklich wichtig war in den letzten 10 Jahren und was die Gesellschaft wie einen Schwamm aufgesogen hat.

 

 

25 Jahre nach dem Fall der Mauer: Danke!

geschrieben am 09. November 2014 von Joerg Wellbrock

Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
danke-Bild

Am 7. Oktober dieses Jahres wurde im ICE Sprinter von Frankfurt/a. M. nach Berlin eine braune Collegemappe gefunden. Neben Zeitungen und einigen persönlichen Gegenständen befand sich darin auch das Manuskript einer Rede.

Wir fanden den Inhalt bemerkenswert und wollten ihn der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Leider konnte der Verfasser oder die Verfasserin bisher nicht ermittelt werden.

Die komplette Rede befindet sich in schriftlicher Form unter dem Video (Zum Ansehen einfach auf das folgende Bild klicken)

schwächlinge

Wir, die wahren Leistungsträger dieser Gesellschaft, möchten uns bei Ihnen, der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland, bedanken, dass Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, liebe Konsumentinnen und Konsumenten, in den letzten 25 Jahren so viel für dieses Land getan haben. Daran, dass Deutschland heute in der Welt ein so hohes Ansehen genießt, haben Sie einen großen, einen sehr großen Anteil!

Vor 25 Jahren haben wir Historisches erleben dürfen – eine weltgeschichtliche Wendung zum Guten! Denn mit dem Fall der Berliner Mauer wurde offensichtlich, dass unser System – der Westen, die Demokratie, die neue soziale Marktwirtschaft – auf ganzer Linie gesiegt hat. Seither ist alles, was als vermeintliche Alternative durch einige Köpfe geisterte, eindrucksvoll widerlegt. Mit Ihren eigenen Augen konnten Sie sich davon überzeugen: Die ganze Welt will so leben wie wir!

Sogar im untergegangenen Sowjetreich wie in China weiß man heute: Nur gesundes Konkurrenzdenken und die Aussicht auf Gewinn garantieren den Menschen ein Leben in Wohlstand und privatem Glück! Mit dem Sieg des Westens wurde klar: Die Zeit der Ideologien und Utopien ist endgültig am Ende! Endlich können wir uns den Sachzwängen zuwenden.
Aber das musste erst mal in die Köpfe der Menschen! Das geschah nicht von selbst!

Durch die uns aufgezwungene Systemkonkurrenz mussten wir in der Zeit des Kalten Krieges hier und da wirtschaftlich unsinnige Kompromisse eingehen. Das Leistungsprinzip war durch eine allgemeine Anspruchshaltung verzerrt, wenn nicht gar beschädigt worden. Das sogenannte Recht auf Arbeit wie überhaupt die ganze Sozialkosmetik der realsozialistischen Diktaturen hatte Druck erzeugt, dem wir begegnen mussten. Bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern waren falsche Erwartungen geweckt worden, das Gerechtigkeitsempfinden weiter Teile der Bevölkerung war deformiert. Alle erhoben Anspruch auf kostenlose Ausbildung, medizinische Gratisbetreuung und ein unnatürlich hohes Lebensniveau, ohne sich zu fragen, was man selbst zu leisten bereit war.

Dieser schädlichen Entwicklung konnte Einhalt geboten werden! Für sozialromantische Ideen ist in Deutschland heute kein Platz mehr!

Sie, liebe Bevölkerung, haben der Kompetenz der Elite von Medien, Wirtschaft und Politik vertraut und kaum widersprochen, wenn Ihnen erklärt wurde, dass es auf Dauer nicht zielführend ist, über die eigenen Verhältnisse zu leben.

Schritt für Schritt ließen Sie sich überzeugen, dass nicht das Schicksal der Schwächlinge und Verlierer der Gradmesser für das Wohl einer Gesellschaft sein darf. In bewährter Offenheit bekennen wir uns ehrlich zur marktkonformen Demokratie.

Sehr oft, ja beinah immer, stehen wir in einer von Sachzwängen geprägten Welt vor alternativlosen Entscheidungen. Demokratisch verschleppte Meinungsbildungen sind Gift für die Wirtschaft und die Finanzmärkte.

Diese Notwendigkeiten nicht nur hingenommen, sondern klaglos verinnerlicht zu haben – darin besteht Ihre große Leistung! Durch Ihre Nachgiebigkeit und Bescheidenheit haben Sie wieder und wieder bewiesen, wie bereit sie waren, Opfer zu bringen, um unser Bruttosozialprodukt zu steigern, die Börsenkurse zu sichern und den Euro und damit Europa zu retten.

Selbst die Kassiererin im Supermarkt weiß heute, dass ihre Lohnnebenkosten gesenkt werden müssen und sie Eigenverantwortung für Krankenversicherung und Altersvorsorge zu übernehmen hat. Zukunft ist Privatsache! Für solche Freiheiten haben wir immer gestritten! Das ist Basisdemokratie!

Aber seien wir ehrlich! Manche unserer Entscheidungen stießen nicht immer auf die erhoffte Einsicht und das notwendige Verständnis. Es gab andere Meinungen, es gab vereinzeltes Murren und Gemecker auf „die da oben“. Sogenannte Bürgerinitiativen haben geglaubt mit „occupieren“ und „attackieren“ Aufmerksamkeit zu erregen. Doch Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben sich davon nicht infizieren lassen.
Neid und soziale Missgunst haben uns nicht aufhalten können. Wir haben versucht, so viele Menschen wie möglich auf unserem Weg mitzunehmen, wenn sie bereit waren, mit uns zu kooperieren. Letztlich aber haben wir das Richtige durchsetzen können. Ohne Wachstum ist alles nichts!

Lassen Sie uns an dieser Stelle eine Bilanz unserer Erfolge ziehen:

Leistung lohnt sich wieder! Die Gehälter unserer absoluten Spitzenkräfte betragen heute das Hundertfache von dem, was die Facharbeiter der jeweiligen Branche erhalten. Unsere Topverdiener werden nicht durch überzogene Erbschafts- und Vermögenssteuer in ihrem Elan gebremst und ins Ausland getrieben.

Wer viel vom Staat verlangt, muss auch bereit sein, zu geben. Endlich werden die breiten Schichten nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. Mit Hartz 4 ist uns eine bahnbrechende Reform gelungen, die längst zum Vorbild für ganz Europa avanciert. Mit 391 Euro kann schließlich jede und jeder gut, gesund und nachhaltig leben!

Die Krise haben wir mit Bravour gemeistert. Wir haben die für unser Staatswesen systemrelevanten Banken und Börsen gerettet. Die Lasten verteilen wir gerecht auf viele Schultern, auf Sparer, Versicherte, Pensions- und Rentenfonds.

Unsere Reformpolitik begeistert die Welt. Was sie bei uns an revolutionären Veränderungen bewirkt hat, leisten in rückständigen Gesellschaften die neuen bunten Revolutionen. Überall unterstützen wir auf angemessene Weise das Aufbegehren der Völker gegen Totalitarismus, Unterdrückung und alten Schlendrian. Kein Staat hat das Recht, sich dem internationalen Markt und seinen Regeln zu entziehen. Bei dem, was richtig und was falsch ist, dürfen wir keinen Relativismus dulden!
Die Einsicht, dass wir Menschen in Deutschland alle im selben Boot sitzen, teilen inzwischen auch die Medien. Besonders hervorzuheben ist dabei der Qualitätsjournalismus. In den grundlegenden Fragen von Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik, Normen und Werten hat sich eine einheitliche Sichtweise durchgesetzt, deren vielstimmiger Bogen sich von FAZ, Spiegel, Springer, Süddeutscher, Zeit bis zur ARD und ZDF spannt. Unsere Ansichten gelten deshalb auch in breiten intellektuellen Kreisen als sachlich fundiert und alternativlos. Heute können wir mit Stolz feststellen: Es gibt sie doch: Die rechten intellektuellen Mehrheiten!

Selbst unsere früheren Sorgenkinder, unsere „Freigeister“ und „Künstler“, sind erfüllt von grundsätzlichem Einverständnis mit der Welt, wie wir sie eingerichtet haben, und bringen das unterhaltsam wie auch auf hohem theoretischen Niveau zum Ausdruck.

Endlich ist es uns gelungen, die Sprache zu präzisieren und von alten Denkschablonen zu reinigen. In Klassen-, Ausbeutungs- und Imperialismus-Begriffen zu denken, hat sich ausgeträumt. Unterschiedliche Interessen oder gar Klassengegensätze existieren bestenfalls an der Oberfläche und halten einer Nachprüfung nicht stand.

Trotz Todesstrafe, Folter, Abhöraffäre und manch falsch kommunizierter Entscheidung in Sachen notwendiger militärischer Interventionen danken wir den USA für ihre offenen oder verdeckten Aktivitäten überall auf unserem Planeten. In Freundschaft teilen wir dieselben Werte, insbesondere wenn es um die machtvolle Ausbreitung der Menschenrechte ohne Wenn und Aber geht. Freiheit und Gerechtigkeit gehen in den USA auf vorbildliche Weise Hand in Hand und sind für uns Anregung und Ansporn zugleich, um die gewachsene Verantwortung Deutschlands zu begreifen und unsere neue Rolle in der Welt wahrzunehmen.

Aber das Böse existiert und muss auch beim Namen genannt werden! Schon in der Vergangenheit haben wir durch weltweite Kampagnen solche Schurken wie Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Osama bin Laden, Mohammed al Gaddafi und zuletzt den jungen Bashar al Assad als Völkermörder und Wiedergänger Adolf Hitlers entlarven können. Nicht unsere Rohstoffe, unsere Freiheit verteidigen wir am Hindukusch! Neuerdings erfüllt uns die Anmaßung eines diabolischen Wladimir Putin mit Sorge. Aber auch diesen Provinzfürsten werden wir dauerhaft in die Schranken weisen.

Keiner weiß besser als wir, dass wir mit den Ressourcen unserer Erde bewusst umgehen müssen. Deshalb haben wir schon vielerorts erreicht, dass Wasser, Luft, Bodenschätze – so wie alle anderen endlichen Dinge – ihren Preis haben, der sich im Wettstreit verschiedener privater Anbieter herausbildet. Das gilt auch bei allen Belangen der öffentlichen Daseins-Vorsorge: bei Krankenhäusern, Bahn und Post, Rundfunkanstalten und Verwaltung.

Alle lieben Deutschland! Wir leben aber in einer Welt, aus der niemand mehr ausreisen oder auswandern kann. Deshalb mahnen wir all jene, die illegal versuchen, zu uns zu kommen: Löst die Probleme, die ihr habt, in Euren eigenen Ländern und lauft nicht vor den Schwierigkeiten davon! Flucht ist keine Lösung! Die Folgen von Kolonialismus und Kaltem Krieg können nicht immer als Entschuldigung für eigenes Versagen herhalten. Jede und jeder muss dort, wohin sie oder ihn das Schicksal gestellt hat, auf eigene Weise wirken.

Unser besonderer Dank zum Tag des Mauerfalls vor einem Vierteljahrhundert gilt dem Parlament und den politischen Parteien des Landes, die uns auf breiter Front unterstützt haben, allen voran unser finales Traumpaar – Präsident und Kanzlerin! Gestartet im Osten, angekommen im Westen sind sie die wahren Gallionsfiguren unserer Epoche!

Unsere traditionell gute Zusammenarbeit mit den an Freiheit und Wohlstand orientierten christlichen und liberalen Parteien hat sich in guten wie in schlechten Zeiten immer bewährt.

Positiv überrascht hat uns die rasante Entwicklung der SPD zu einer modernen Fortschrittspartei. Endlich hat auch die SPD verstanden, dass sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am erfolgreichsten durch bessere Bedingungen für Arbeitgeber dient. Heute schreiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer Seit an Seit in die neue Zeit!

Nicht zu erwarten war das Tempo und die Entschlossenheit, mit der die GRÜNEN in der Realität angekommen sind. Wir freuen uns, dass die einstigen Pazifisten ihre Yogamatte eingerollt haben!

Um es frei heraus zu sagen: In welcher Zusammensetzung auch immer dieses schöne Land in Zukunft regiert wird – für uns ist das nicht mehr von Bedeutung.

Wir, die neuen Eliten, sind nur wenige. Sie aber, liebe Bevölkerung, sind viele. Unser Erfolg wäre ohne Ihren Einsatz und Ihr bedingungsloses Vertrauen niemals möglich gewesen. Unser Dank an Sie ist zugleich ein Versprechen: Für die weltweite und vollständige Durchsetzung unserer Ideale werden wir auch in Zukunft die Ärmel hochkrempeln und alle Hebel in Bewegung setzen.

Es lebe die Effizienz!
Es lebe die Freiheit!
Es lebe unsere neue Welt!

 

Quelle

 

Hier kommt Video Nr.2 – Wie alles begann …

 

Die Auswirkungen der beiden vorherigen Videos werden hier im 3. Video noch einmal wesentlich deutlicher auf gezeigt:

 

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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