Die Einsamkeit der Stubenfliege

Ich sitze nach dem Aufstehen am Computer und lese erst einmal die Mails, dann die Schlagzeilen der Medien, dann die geposteten Nachrichten auf Facebook und mitten drin sind dann plötzlich diese dämlich Gedanken, was passieren würde, ‘wenn bei mir plötzlich das Licht aus geht’ … niemand würde es bemerken. Gegen diese Gedanken bin ich machtlos. Sie kommen völlig überraschend und damit auch wieder die Angst.

1. Oktober 7:30 Uhr. Sie hat sich gestern Abend ein geschlichen und zieht einsam ihre Kreise in der Wohnung. Dass sie es schafft, bei mir zu Überwintern, bezweifele ich aber doch ganz stark. So ein Fliegenleben soll ja bekanntlich nicht sehr lange andauern. Auch fliegt sie schon sehr langsam. Wenn sie meine Hand als Landeplatz nutzt, kann ich trotzdem weiter tippen, erst ein Windhauch meinerseits ist dann ein Anlass, ein neues Gebiet zu erforschen.

Da ich selbst kein Literat und Poet bin, tue ich mich natürlich schwer, die richtigen Worte für ihre Anwesenheit zu finden. Ich gehe eher davon aus, dass sich die Wärme der Wohnung sie zu ihrem Verweilen quasi eingeladen hat, denn sie ist völlig allein. Ich selbst grübele jetzt über Tatsachen, welche mir zum Teil die Nachtruhe geraubt haben. Kaffee bleibt heute ein Tabu. Mir zittern die Hände schon auch so genug.

Inzwischen ist heute schon der 4.Oktober, 6:55 Uhr und ich bin gerade erst wach geworden aus einem Traum, in dem es um Zeit ging. Zeit im Zusammenhang mit Leben, mit der Arbeit, mit dem Dasein als solches und ein ganz wichtigen Aspekt der Zeit für den Menschen überhaupt, der jeweiligen Hektik, welche wir uns selbst an tun.

Bevor ich gestern Abend den Computer verließ, lief im TV eine Preisverleihung für TV-Größen und eine Preisträgerin erwähnte in einer Laudatio, dass die Drehzeiten für Filme immer kürzer würden, was dabei auch bedeutet, dass man viel mehr arbeiten muss und auf der anderen Seite immer weniger Geld verdient. Schauspieler werden nicht nur nach ihrem Bekanntheitsgrad bezahlt, sondern auch nach Drehtagen. Die Hauptakteure in einem Spiel- oder Fernsehfilm werden nach Name, Bekanntheitsgrad und Drehtagen bezahlt. Die sogenannte 2. Reihe (heute sagt man ‘die Supporting Act-Schauspieler’) haben wohl den gleichen Ausgangspunkt, aber ihre Bezahlung ist schon eine ganze Etage tiefer an gesiedelt. Dann kommen in dieser Pyramide noch die absoluten Nebendarsteller. Diese werden nur nach Drehtagen bezahlt, ebenso wie die Komparserie, welche aber für noch viel weniger Geld eingekauft werden.

Ich überlege gerade, ob ich mich heute überhaupt mit Kulturschaffenden beschäftigen soll. Es soll ja bekanntlich schon ganze Bevölkerungsteile geben, welche mit dem Begriff “Kultur” schon nichts mehr anfangen können. Maler, Autoren, Schauspieler sind in diesen Kreisen als Schmarotzer angesehen, die nichts zustande bringen, was sich auf Dauer in Geld umsetzen lässt.

Wer zum Beispiel schreibt, produziert wohl Buchstaben, Worte und Sätze, aber er/sie kann noch nicht mal annähernd vorausschauen, ob sich dies jemals in finanziellen Werten nieder schlägt. Allein schon aus der Politik heißt es nur, wir müssen Wachstum generieren. Nur was in einem Geschäft oder bei einem Produzenten von Geräten und Maschinen angeboten wird, hat wirklich wert.

Wovon leben Philosophen? Vom Nachdenken? Und dafür wollen sie auf die eine oder andere Art auch noch versorgt werden? Die sollen mal richtig arbeiten gehen. Wie, die generieren keine wirklichen Werte? Drückt denen mal gefälligst einen Besen in die Hand, die sollen dann einfach den Dreck, den andere ‘produzieren’, halt einfach weg machen. Jobs wie diese gibt es an jeder Ecke. Was … Bezahlung wollen die auch? Es muss doch reichen, wenn man ihnen ein Trinkgeld gibt. Noch besser wäre natürlich, sie gleich irgendwie zusammen zu treiben und in Lager zu stecken. Da hat man sie direkt unter Kontrolle.

Joshua Bell

Quelle: http://binmitdabei.com/6999

Jeder, der als unnütz angesehen wird von der breiten Masse Mensch, muss strengstens kontrolliert werden. Die, welche jeden Tag in den Tretmühlen der Arbeit antreten, sind nun einmal in der Mehrheit. Dumpfe Kreaturen, welche nicht wirklich nachdenken, welche ihre Gefühle gar nicht erst zu ihrem Arbeitsplatz mit nehmen, die wohl irgendwie funktionieren, aber zu beschränkt sind, um wirkliche Werte zu schaffen. Dann hat man auch noch die Bürokratie, welche sich inzwischen selbst auf ein Abstellgleis katapultiert.

Zu meiner Zeit, so ab 1970, hatte man ein Drehpensum beim Spielfilm (immer berechnet aus dem schnittfertigen Film) von 5 bis 6 Minuten pro Tag, in TV-Produktionen waren es auch 1 bis 2 Minuten mehr. Mit der heutigen Technik dürfte es pro Drehtag annähernd das doppelte Pensum sein. Wir drehten noch auf Film, 16 und 35mm. Das Endprodukt musste dann erst im Kopierwerk entwickelt werden, um es zu begutachten. Heute wird inzwischen schon fast ausschließlich auf Digitalmaterial (professionelles 1 Zoll-Videoband) gedreht, was man sich auch sofort am Monitor anschauen und beurteilen kann.

In der Film-Phase brauchte man schon allein für die Vorbereitung einer Szene erheblich mehr Zeit zur Einrichtung und Probe, denn beim endgültigen Dreh musste absolut alles stimmen. Man hatte ja erst am nächsten Tag eine Kontrolle. Ein völliger Tabubruch wurde begangen, wenn man einen sogenannten Nachdreh hatte.

Nachdrehs gibt es im digitalen Zeitalter eigentlich nicht mehr, es sei denn, der Regisseur ist mit irgend etwas in seiner ganzen Schnittfolge absolut nicht einverstanden oder ihm ist noch was ganz außergewöhnlichem an Bildern und auch an der Dramaturgie eingefallen.

Dieser Einschub in den heutigen Beitrag sollte aber immer noch der Zeit gewidmet sein, denn was ich damit eigentlich ausdrücken will, ist die Tatsache, dass wir uns in unserer Arbeit nicht mehr ausreichend Zeit nehmen und uns dadurch so ab hetzen, dass es zwangsläufig zu Fehlern kommt. Hier betone ich mal ganz ausdrücklich ein ganz anderes Gewerk, nämlich den Berliner Flughafen BER, der von Hause aus Zeitvorgaben hatte, welche quasi zu den heutigen Fehlern geführt haben. Zeit ist heute ein wichtiger finanzieller Aspekt. Wir hetzen uns selbst wegen Geld.

Ich habe aber ganz bewusst den Filmaspekt genutzt, denn dort ist jede einzelne Produktion relativ klar kalkulierbar und damit auch die Zeit, die man braucht, um ein einzelnes Werk zu beenden.

Beim Bau eines Flughafens ist dies wohl auch möglich, aber hier werden schon zu Beginn Fehler in den Gesamtüberlegungen gemacht, da es sich um einen Kuchen handelt, an dem sehr viele ihr Stück davon haben wollen und gerade zu Beginn aber die relative Gesamtsumme und auch die Zeit fest zu stehen scheinen. Nicht kalkuliert wird in diesem Fall aber, dass man Auftragnehmer hat, welche man zum großen Teil nicht einschätzen kann. Dass ist beim Film schon etwas anders. Dort hat sich jeder Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum qualifiziert und ist dadurch einschätzbar.

Ein Filmproduzent wird niemals eine Produktion beginnen, bei der er die Film-Crew nicht kennt und damit nicht einschätzen kann.

Bei einem Bauprojekt könnte es theoretisch ähnlich sein, ist es aber nie, denn die meisten Mitarbeiter sind dem Bauherrn nicht bekannt und damit unkalkulierbar.

Jetzt bin ich doch gerade wieder über einen Artikel gestolpert, der sich damit befasst, dass sich Menschen auch im fortgeschrittenem Alter noch ein mal charakterlich verändern können:

Zu den fünf Eigenschaften, die den Charakter eines Menschen prägen, gehören seine emotionale Stabilität, seine Offenheit für neue Erfahrungen, die Verträglichkeit im Umgang mit anderen, seine Gewissenhaftigkeit und der Grad an Intro- oder Extraversion, der beschreibt, ob ein Mensch eher dazu neigt, sich zurückzuziehen oder nach außen zu richten.

Quelle: Hier weiterlesen

Bei mir persönlich muss diese Veränderung wohl schon früher eingesetzt haben, denn ich beobachte mich schon seit einiger Zeit.

Als ich quasi aus dem Berufsleben ‘entfernt’ wurde, habe ich mich schon mal verändert und da war ich gerade mal 55 Jahre. Aber genau diese Zäsur schlug wie eine Bombe bei mir ein. Es brauchte erst ein mal ein dreiviertel Jahr, bis ich zu der Erkenntnis kam, dass ich auf dem Abstellgleis der Gesellschaft an gekommen war. Noch aber gab es zu diesem Zeitpunkt keine Hartz-Gesetze und dadurch auch nicht die sogenannte öffentliche Schande. Immerhin bemühte ich mich, wieder in einen Wirtschaftskreislauf aufgenommen zu werden.

Damals, im Jahre des Herrn 2002/2003 fing ich aber schon an, zu schreiben. Mit mäßigstem Erfolg.

Bin heute in Neunkirchen angekommen, der erste Schock. Das Viertel ist ein Katastrophe, in München wird so was ein ‘Glasscherbenviertel’ genannt.

Jetzt stehen alle Kartons und Kisten verteilt in zwei Zimmern und einem Flur, in der Küche gibt es gar nichts außer einem Gas-Durchlauferhitzer. Bei der Küche gibt es einen Balkon nach hinten raus, unten im Nachbarsgarten stehen drei Bäume, immerhin etwas Grün. Ich setze mich erst mal in mein Chaos, es ist so gegen 19:00, ich habe Hunger. Da ich mir den ungefähren Weg in die Stadt gemerkt habe, laufe ich los, langsam, mich ständig umschauend, damit ich mir erst mal alles einprägen kann. Genau 100 Meter vom Haus entfernt schon der erste Sexschuppen, gegenüber eines An- und Verkauf. So geht es auf der Straße weiter, bis zur Kreuzung Richtung Stadtmitte, alles gut zu Fuß erreichbar, was mir natürlich sehr entgegen kommt.

Die Bahnhofstraße, viele kleine Läden, Sonnenstudio, DVD-Verleih, Handyläden, zwei Apotheken, ein Piercing-Studio, ein Schuhladen, ein Kinderbuchladen, die Stadtwerke, Ramschläden bis zur Stadtmitte, einem nicht sehr großen Platz mit einem Einkaufszentrum und einem Kaufhof. Da es schon Abend ist, wirkt nichts mehr besonders einladend. Ich angele mir einen Tisch vor einer Eisdiele und bestelle einen Eiskaffee, an dem kann man schwerlich was falsch machen. Ich sitze und beobachte und denke auch nach dabei, aber mein Gefühl sagt mir schon zu diesem Zeitpunkt: “Jonny, jetzt steckst du wirklich in der Scheiße.”

Diese Stadt ist so anheimelnd wie ein Toilettenhäuschen am Münchner Stachus. Die Menschen um mich herum kann ich noch nicht beurteilen, aber der Dialekt geht mir schon nach 10 Minuten fürchterlich auf den Keks. Jetzt weiß ich auch, warum ich der Familie Heinz Becker (mit dem Schauspieler Gert Dudenhöfer) nie etwas abgewinnen konnte. Der Dialekt liegt mir einfach nicht, obwohl ich durch meine Heimatstadt Mainz ja schon einiges gewohnt sein müsste. Aber allein 20 Jahre München können einen Menschen schon verändern und auch anspruchsvoller machen. Und wenn jetzt jemand sagt, auch arroganter, kann sein, mir aber auch Scheiß-Egal.

Schon die ersten Eindrücke dieser Stadt und seiner Bewohner lösen bei mir ein Fluchtreflex aus, nur kann ich nicht so einfach mehr losziehen, ich habe immerhin hier eine Wohnung gemietet und ich wüsste auch auf die Schnelle nicht, wohin. Dafür sind meine finanziellen Reserven einfach zu knapp bzw. gar nicht vorhanden. Also muss ich erst mal die Zähne zusammen beißen. Morgen ziehe ich los und versuche, Arbeit zu finden. Sehr hoffnungsvoll bin ich aber schon jetzt nicht, ist nur so ein Gefühl.

Eigentlich sollte dies ja der Beginn eines Tagebuchs sein, aber es blieb bei diesem ersten Versuch. Zu diesem Zeitpunkt gab es den FIWUS noch nicht. Ich selbst hatte noch nicht mal die Blogs ‘entdeckt’, aber davon gehört und gelesen. Und ich denke mal, auch die Umgebung trägt ja dazu bei, ob man kreativ arbeiten kann und will. Die Stadt Neunkirchen hat mich nicht animiert.

Meine erste Veränderung begann, als ich eine junge Dobermann-Dame bekam. Ich hatte plötzlich wieder Verantwortung. Täglich mindestens 3 mal das Haus verlassen, bei jedem Wetter, muss sich auch erst mal einspielen. 10 Jahre lang hatte ich keinen Hund mehr gehabt, die Arbeit ließ dies nicht zu. Jetzt hatte ich plötzlich auch Zeit für den Müßiggang und ich genoss diese Zeit. Nur gibt es eigentlich bei mir niemals echten Müßiggang. Entweder, ich sitze am Computer und lese und schreibe oder ich schaue fern oder ich lese Bücher.

Meine eigenen Veränderungen gingen aber auch schleichend voran, denn meine körperliche Konstitution baute langsam, aber sicher immer mehr ab. Machte ich zwischen 2002 und 2006 noch lange Spaziergänge mit dem Hund, so stellte sich plötzlich ab 2006 eine Müdigkeit ein, welche ein beträchtliches Ausmaß an nahm. Die einzige Konstanz war mein Hund und auch unsere Versorgung mit Lebensmittel. Großeinkäufe waren mir nicht mehr möglich, da ja seit 2005 die Hartz-Gesetze zu schlugen und ich eigentlich ständig nur am rechnen und kalkulieren war.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine DVD-Sammlung von 1500 Filmen. Dies war keine Sammlung, welche einfach nur so im Regal stand, die Filme wurden immer wieder an geschaut. Keiner der Filme war nur Film, sondern meist auch Anschauungsmaterial für Ideen zu einem Drehbuch oder auch nur zur Technik. Als ich 2005 mit dem Schreiben wieder begann, musste ich mir meine Ideen ja auch irgendwo her holen. Ist übrigens bis heute so, dass ich solche Hinweise brauche für meine Beiträge im FIWUS. So wie gestern.

Die beste Zeit zu schreiben, sind die ganz frühen Morgenstunden so ab 6 Uhr. Zuerst lese ich meine Mails, dann die Medienschlagzeilen. Interessieren mich Themen, werden sie ausführlich gelesen und sagt mir dann mein Bauch, dass das Thema mich kitzelt, dann schreibe ich meine Bewertungen und Ansichten auf. Sofort in den Computer, denn handschriftlich kann ich schon lange nicht mehr. Meine Parkinsonerkrankung hat meine rechte Hand außer Gefecht gesetzt. Für ungefähr 1000 Worte brauche ich im Schnitt so bis zu 3 Stunden, aber dann muss meine Ideenschmiede auch unter Volldampf arbeiten, da meine Tipperei immer noch nach dem Adlerprinzip funktioniert – drüber schweben und runter stürzen. Dies aber in einer nicht so schlechten oder langsamen Technik. Auch hilft mir das Schreibprogramm (Windows Live Writer), denn es erlaubt mir, so zu arbeiten, dass ich das Endergebnis gleich auf dem Bildschirm habe.

Emotionsbedingt kommt es aber auch immer wieder vor, dass ich, auch über Tage hin, keinen gescheiten Satz zusammen bekomme. Meist gegen Mitte und Ende des Monats. Und in den letzten ein ein halb Jahren kommt auch noch hinzu, dass ich während des Schreibens so extrem abschweife von einem Thema und ich mich mit mir selbst beschäftige bzw. mit meiner sogenannten Zukunft, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach nichts gescheites mehr zustande bekomme. Diese Angstphasen werden einfach immer häufiger. So sehr ich mich auch konzentriere, umso stärker werden die Gedanken an einen zu frühen Tod und die Ungerechtigkeit in diesen Überlegungen.

Natürlich wäre es jetzt angesagt, wieder ein mal Veränderungen zu zu lassen, aber wieder bin ich gezwungen, erst gar nicht darüber nach zu denken, was ich noch alles auf die Beine zu stellen. Mir fehlen auch einfach die finanziellen Mittel dazu. Schon die kleinste Zusatzausgabe zwingt mich quasi in einen Kreislauf der Panik. Meine Rente von inzwischen 600 €uro reicht hinten und vorne nicht aus und immer wieder kommt es zu Zeiten, in denen ich dann entscheiden muss, was ich in dem betreffenden Monat aufschieben muss. Theoretisch lebe ich finanziell ständig im Minus.

Gerade muss ich wieder an die einsame Stubenfliege denken. Was will sie so alleine hier? Sie hat keine ‘Kollegen’, mit denen sie sich verständigen kann, sie bekommt keine Anregungen.

Mir selbst geht es aber auch nicht viel besser. Ok, ich habe wohl meinen Kopf zum Denken, ich habe die Möglichkeit, zu lesen oder auch mir etwas in der Glotze an zu schauen, aber ich habe zum Beispiel keinen Menschen hier, mit dem ich mich unterhalten kann, wenn mir danach ist. Selbst direkte Auseinandersetzungen mit dem eigenen Ich sind sehr einseitig.

Am Montag, den 20.10.2014 kam überraschend mein Ex-Partner und Freund aus Österreich. Er hatte kurzzeitig etwas zu tun hier und danach hatte er dann Zeit für mich. So einige Stunden im Dialog folgten, denn er übernachtete auch bei mir, obwohl meine Wohnung eigentlich nicht dazu geeignet ist. Es ist einfach zu beengt. Ich schlief wohl auf dem Boden, aber der darauffolgende Tag bestand dann nur noch aus Schmerzen. Theoretisch bräuchte ich dies jede Woche einmal, aber praktisch ist es nicht zu bewerkstelligen, denn er wohnt in Graz, so um die 300 km entfernt und dass sind immerhin 4 Stunden Fahrt.

In meinen Angstphasen bin ich dann zu nichts zu gebrauchen. Vor einigen Tagen zum Beispiel bin ich so um halb vier in der Früh aus dem Schlaf aufgeschreckt und hatte echte Probleme, Luft zu bekommen, obwohl das Fenster offen war und dadurch die Frischluftzufuhr garantiert. Eine Panikattacke aus dem Schlaf heraus. Inzwischen habe ich keine Medikamente gegen die Panikattacken mehr, da ich ja schon genug andere Pillen schlucken muss nach meinem Herzinfarkt 2011.

Und gerade diese seltsamen Wehwehchen sind es, die mir so auf die Nerven gehen. Ich will gar nicht erst an solche Umstände denken, geschweige denn mich mit ihnen auch noch beschäftigen. Klar, es geht um meine Gesundheit, aber als Beschäftigung und auch nur als Gesprächsthema sind diese Tatsachen für mich so mit das Langweiligste, was es auch dieser Welt gibt.

Jahrelang beschäftige ich mich jetzt mit der Politik in diesem Land, ich lese kreuz und quer hunderte von Artikeln und Beiträge bei den sogenannten etablierten Medien und komme inzwischen zu der Einsicht, dass sich dieser Lesestoff immer mehr in einen Sumpf verwandelt, der uns Leser einfach nur noch ersticken soll. Beispiel gefällig?

Zuerst einmal eine ganz einfache Frage: Warum sollte ein angesehener Journalist mit solchen Aussagen spazieren gehen, wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen würden? Diese Art von Lügen haben keine besondere Halbwertzeit.

Tausende von Büchern und Abhandlungen haben sich genau mit diesem Thema auseinander gesetzt, hunderte Filme wurden darüber gedreht und doch kommen dann die Scheinheiligen sofort aus ihren Ecken gekrochen und schreien: LÜGE.

Es ist nun mal nicht einfach nur eine Behauptung, eine Verschwörungstheorie, es ist einfach schlicht und ergreifend eine Tatsache. Die Mächtigen auf diesem Planeten nutzen diese Art der Einschüchterungen ständig und irgendwann hat auch der mutigste Journalist einfach genug Angst und wird sich den Vorgaben fügen. Beispiele, dass diesen Menschen tatsächlich etwas passiert ist, gibt es zur genüge, man muss nur seine Medien richtig lesen und auch interpretieren.