Publicity

Sich öffentlich darstellen. Personen, Waren, alles, was sich irgendwie quasi verkaufen lässt. Machen wir ja jeden Tag heute, wenn wir uns als Mitglieder von sozialen Netzwerken ‘produzieren’. Michael Bohmeyer hat es immerhin schon mal geschafft, sich in Wikipedia zu verewigen. Immerhin wird sein Name erwähnt. Aber noch ist er nur eine Randnotiz im Begriff “Bedingungsloses Grundeinkommen”. Viel weiter ist er mit seinem Projekt “mein-grundeinkommen.de” in den Schlagzeilen der Medien gekommen. Erfunden hat er aber diese Idee nicht. Einer der Väter des BGE ist Götz Werner, der sich seit langen Jahren schon dafür stark macht, aber was Public Relations angeht, gegen Herrn Bohmeyer wie ein Anfänger aus sieht.

Schon diese blauen Hervorhebungen im ersten Absatz sind eine Art PR.

Als Autor im FIWUS wünsche ich mir natürlich auch solch eine Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, weiß aber auch zugleich, dass ich diese mit meinen Texten niemals erreiche. Mir selbst fehlen solche Ideen. Ich persönlich reagiere nur auf dass, was sich auf der Welt so zu trägt. Auch ist wohl mein Schreibstil nicht prosaisch genug, denn dafür war der FIWUS erst mal gar nicht gedacht.

Soll ich jetzt die Könner dieses Faches ständig nur beneiden? Insgeheim tue ich dies sicher, denn oft genug habe ich mir natürlich schon gewünscht, mir selbst würde was ein fallen zum Thema Crowdfunding. Schlimmes Wort erst ein mal. Das deutsche Pedant “Schwarmfinanzierung” klingt aber auch nicht besser. Müssen wir alles immer gleich mit anglistischen Begriffen verhunzen? OK, ich bin garantiert nicht mehr en vogue (wollte ja eigentlich “hip” schreiben, aber der französische Begriff gefällt mir einfach besser).

Alle Überlegungen, den FIWUS zu finanzieren, führten bisher in eine Sackgasse.

Endlich weiß ich, wo ich hin gehöre. Auf der Schublade steht “Kreativprekariat”. Warum muss ich dies jetzt in die Welt hinausposaunen? Eigentlich ganz simpel; ich schreibe. Nicht besonders erfolgreich, eigentlich überhaupt nicht. Aber einige Leser hab ich schon und ich beschwere mich nicht. Hätte ja auch keinen Sinn. Schreiben ist bisher das Einzige, was ich noch halbwegs zustande bringe und dass mir nur manchmal im Kopf ‘Schmerzen’ bereitet, denn die echten körperlichen Schmerzen vermeide ich, indem ich nur am Computer sitze.

Bei der sogenannten Lotterie “Grundeinkommen” habe ich nur aus aus dem Grund nicht mit gemacht, weil es sich um ein Glücksspiel dreht und ich ja schon in bescheidenstem Maße Lotto spiele. Dort sind die Chancen auf den Jackpot vielleicht noch wesentlich niedriger, als bei dem Grundeinkommen, aber dafür habe ich mich schon vor sehr langer Zeit für diese geringe Chance entschieden.

Dass das Grundeinkommen eine gute Sache ist, muss ich nicht extra betonen. Dass haben schon viel Intelligentere, als ich es bin, heraus gefunden. Und anderseits gebe ich mit meiner Nichtteilnahme einem Anderen die Chance, einen kleinen Zipfel des Glücks zu fassen zu kriegen. Auch wenn meine eigene finanzielle Situation nicht besonders rosig aus schaut, so habe ich doch immer noch mehr als so mehr als einige Andere in diesem Land. Und ich habe das Glück, wenigstens bisher, dass ich seit über einem Jahr einen Sponsor habe, der mir ab und an Geld leiht, kleine Beträge, welche ich aber wieder zurück zahlen muss. Dies schaffe ich auch, denn natürlich ist es jeden Monat ständig das Gleiche; wie komme ich über die Runden. Ist auch so eine Art Glücksspiel.

Natürlich wäre mir ein Sponsor lieber, der mich unterstützt und sein Geld nicht zurück fordert. Aber wirklich reiche Menschen werden nun einmal nicht reich, indem sie Geld verschenken. Wirklicher Reichtum macht eigentlich in Wirklichkeit ziemlich arm, was man sehr gut an den Aldi-Brüdern erkennen konnte. Sie waren wohl bis zu ihrem Tod die reichsten Deutschen, nur zu welchem Preis? Ich denke mal, dass ich diesen Preis niemals zahlen wollte, dafür lebe ich zu gern. Und mit genommen hat keiner von beiden Brüdern auch nur einen einzigen Cent, als sie starben.

Ich hingegen sitze hier in meiner winzigen Wohnung und malträtiere meinen Computer und muss gerade lächeln, denn der Computer ist eigentlich das Gerät, was am besten gepflegt in meinem Haushalt existiert. Alles andere um mich herum, sowie auch ich selbst, sind nicht mehr so wichtig. Außer für mich selbst habe ich keinerlei Verantwortung mehr. Seit Cira, meine Dobermann-Dame, am 07.01.2011 gestorben ist, gilt meine Verantwortung nur noch mir selber, denn auch für die sogenannte Allgemeinheit, die Gesellschaft, habe ich inzwischen fast nur noch Verachtung übrig. Aber dass ist ein ganz anderes Thema.

Ob dieser Beitrag jetzt Publicity für den FIWUS ist, bezweifele ich sehr. Trotzdem mache ich einfach weiter, da ich die Hoffnung einfach nicht auf gebe, dass aus meinen Texten doch noch etwas ‘wird’, auch wenn ich es selbst nicht mehr erlebe. Und vielleicht fällt mir ja in der Zwischenzeit noch ein richtiger Knüller ein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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