Eine Chance hatten wir!

Scher dich weg, mit deinen ewigen Lamentos! Wir ignorieren mal kurz die Tatsache, zu absolut asozialen Funktionsindividuen geworden zu sein.

Vom schleppenden Lastsklaven, der in vergangenen Jahrtausenden den Biotransporter gab, unterscheidet doch kaum etwas, den habilitierten Großgeist, der an irgendeiner Eliteuniversität teils unverblümt auf der Mainstreamlinie publiziert, teils das System kritisch in Frage stellt. Sie alle halten Vorlesungen und Seminare, konditionieren Massen von Zwergakademikern, die in die Schaltzentralen des Molochs gespült werden, wo sie weißungsgemäß jeden Wahn orchestrieren.

Einst war es die Peitsche, waren es die Ketten, war es der armselige Überlebenswille, heute – ist sind es – je nach Region, Hunger, Durst, Angst, oder Gier, Opportunismus und schiere Dummheit, welche die Masse zum schleppenden, zerstörenden, wütenden Organismus transformiert.

Es ist der Moloch. Die globalen Menschenhaufen, die sich immer mehr konzentrieren in Megaagglomerationen des totalen Wahnsinns, bilden schlicht den Irrsinn ab, den Irrsinn, den wir scheinbar nicht überwinden können. Wir hatten immer eine Chance, doch ich fürchte künftig werden wir keine mehr haben.

Wir träumen vom Individualismus und sind zu völlig faschistischen Zweigen eines gigantischen Rutenbündels geworden, dass die Biosphäre täglich grausamer schändet und schlägt!

Wer wirklich versucht ein Individuum zu sein, der wird zerfetzt und hinweggefegt, der kann sich glücklich schätzen, so er noch als ein Staubkorn in einer vergessenen Ecke seine Gedanken entwickeln und die wunderbaren Gefühle, welche ihm unser Kosmos schenkt, erleben darf. Als soziales Gruppenwesen wird er dennoch auf so vieles verzichten müssen, was eigentlich seiner Art entspräche.

Nur – sollen wir uns in einem widerlichen Kollektiv auflösen, nur um Geselligkeit und verlogene Freundschaft, nur um die Gnade des vermeintlichen Dabeiseins, zu erleben?

Was stellt der Mensch da? Wie wirkt ein Einzelner? Ist er wirklich so völlig machtlos? Ist man – oder wird man?

Wer sein will, der kann sich nicht werden lassen! Wer als autonomes Wesen empfinden und agieren möchte, der kann sich nicht weisen lassen – weder von der Gier nach Macht und Reichtum, noch von den Zwängen die er akzeptieren muss, möchte er solches erlangen!

Als Mensch bin ich, so ich mein Leben gestalte, in Frieden, im Glück, ohne Hass, ohne kaltes Kalkül, ohne meine Umwelt zu verletzen!

Doch wir werden zu Teilen des Molochs, in jenem Augenblick, wo wir auf eigenen Beinen stehen. Wir sehen als Kinder unsere Eltern, wie sie als konsumwütige Monster dahinvegetieren, wir haben leuchtende Augen, wenn wir zu irrsinnigen Festtagen gigantische Müllhalden auftürmen, um unsere Wünsche, unsere völlig abartigen Wünsche auszupacken.

Wünsche die kaum ein Wesen je hätte, wäre da nicht das Vorbild der Erwachsenen.

Kaum ein Kind kann sich diesem Irrsinn entziehen! Jene die in absoluter Armut leben, leiden, da sie es in dümmlich benutzten Übertragungsgeräten per Video in ihre Gehirne gepflanzt bekommen, jene die in den Speckgürteln der Konsumräusche ausgeworfen wurden, plärren nach immer mehr und sind schon als Kleinkinder veritable Zielgruppen, deren Bedürfnisse mit der nötigen Kaufkraft unterlegt sind.

In den Konditionierungswaben hämmern ihnen die Erwachsenen die nötigen Engramme in die Gehirne, “funktioniere und du wirst gewinnen!”, gleichzeitig dröhnt aus allen möglichen Kanälen das Mantra des “… du brauchst Dieses und du brauchst Jenes, ohne Dieses und ohne Jenes, bist du ein Nichts……………………”, die Gruppendynamik funktioniert, desto mehr Kaufkraft, desto mehr Vorbildfunktion, desto höher der Rang im Haufen!

Es gibt kein Individuum, es gibt nur das Kollektiv, aus dem der Faschismus schlimmer den je dünstet, wie giftiger, stinkender Schweiß!

Würde ein Mensch tatsächlich seine Bedürfnisse anstreben, wäre der Mensch in seiner Mehrheit, als wirklich individueller Teil eines sich gegenseitig durch sinnvolle Interaktion stützenden Kollektivs, kein Teil einer schändlichen Rute, sondern teil einer blühenden sozialen Gemeinschaft, würde nicht die Gier und das hierarchische Prinzip vom Nichts bis zum Alles, der bestimmende Faktor sein, sondern es wären Empathie und Leidenschaft am Erleben, die unser Dasein bestimmten.

Der Mensch ist Teil dieser blauen Kugel, er ist ein Kannibale, da er sich selbst zerfetzt! Sein Wahn nach dem immer mehr und dem immer schneller, überlagert seine Fähigkeit, klug und vernünftig zu agieren.

Ja, schlimmer noch, seine Klugheit und seine überragenden intellektuellen Fähigkeiten werden vom Faschismus ins Gegenteil verkehrt, sie werden zu abgrundtiefer Dummheit und fataler Idiotie, kurz zum direkten Weg ins psychopathische Chaos.

Wer jetzt auf seinem privatem Swimmingpool, liegend auf der Relaxluftmatratze, einen Cocktail aus frisch gepressten Früchten, serviert von einer anmutigen Nixe, die weiter im angenehm kühlenden Nass plätschert, wartend, dass der Empfangende, nach anderen Vergnügungen lechzt, sein Leben in absolutem Luxus und dekadentem Überfluss ausschleift, der mag wohl erst den Leidensdrück spüren, wenn sein Körper aufgrund seiner Lebensweise rebelliert und er als Rohstoff der Medizin- und Pharmaindustrie weder auf einer Poolmatratze liegen, noch von einer Nixe vernünftig verwöhnt werden kann, doch gerade in diesen Momenten des Tippens verrecken mit jedem Anschlag Menschen, die unter unsäglichen Zuständen nichts weiter durften, als zu vegetieren, für die der Tod eine Gnade darstellt!

Die vermeintlich glücklichen fressen die Hoffnungen der Elenden und stopfen sich deren Chancen und deren Glück in den Rachen, solange, bis auch sie daran ersticken – es ist ein großes Fressen, und die Masse scheint sich nur nach einem zu sehnen, mitfressen zu dürfen!

Wir erkennen die horrenden Signale, wir ahnen das Schicksal, welches uns vielleicht, kommenden Generationen ganz sicher, blüht. Wir wissen von den Milliarden, die es heute schon zu erdulden haben.

Doch wir sehnen uns mehr nach dem nächsten Konsumerlebnis, als danach in einer Welt der Harmonie und des kollektiven Glücks, als Individuum existieren zu können, zu dürfen.

Wir stellen ein Formular über das Leben eines Menschen! Wir teilen die Welt auf in Kontinente des Elends und des Hungers und in Kontinente der gnadenlosen Verschwendung und des abgründigen Stumpfsinns einer allgegenwärtigen Manipulationssystematik, die fast jedem das Hirn und die individuelle Kraft seiner Gedanken aus dem Körper saugt.

Am Ende kann man nicht mehr sehen, ob es besser ist im Sudan von einer Kugel getroffen zu werden, oder in Europa als Greis und dementes Stück Gammelfleisch in einem Raum bei lebendigem Leib – vielleicht im Dämmer erkennend und leidend – zu vermodern.

Die Jugend wird von den Interessen der Mächtigen geködert und läuft von Triggern geleitet ins Elend einer mehr oder weniger konsumbestimmten Existenz, in der nicht die Liebe zählt sondern das Geld!

Wir können nicht mehr auf neue Chancen hoffen, wir sind wohl längst Vergangenheit.

Der letzte Mensch – er wurde wahrscheinlich vor einigen Jahrtausenden geboren, danach kamen nur noch die faschistischen Horden, jene Wesen, zu denen wir heute gehören, wir sollten uns nicht Menschen nennen.

Wir sollten uns nur noch Konsumenten nennen! Der Konsument ist ein Wesen, dass sich Geld verdienen muss, damit es existieren darf, sein Bestreben ist es, Kaufkraft zu generieren, möglichst zu maximieren und desto mehr Kaufkraft ein Konsument auf sich vereint, desto größer ist sein Anteil an der Vernichtung seines Lebensraums.

Das Fatale; einst war der Konsument ein Mensch, ein soziales Gruppenwesen. Damals diente die Gruppenstruktur dem Zweck des Überlebens, der Erhaltung der Art, eines Tages jedoch wurde der erste Konsument geboren, ein Mensch, der andere nur zu seinen Zwecken nutzte – ohne diesen etwas zurück zu geben, ein Mensch, der kein Mensch mehr war, ein Konsument zeichnet sich dadurch aus, dass er letztlich nur Schaden verursacht – anfangs konnte er noch Menschen schädigen, dann wurden immer mehr Menschen Konsumenten, es begann die unsägliche Vernichtungsmaschine an Fahrt aufzunehmen.

Heute, nach Jahrtausenden, in denen die Konsumenten sich gegenseitig vernichtet, aber vor allem auch ihre Umwelt ausgebeutet haben, existieren kaum noch Menschen, die Konsumenten sind nun völlig darauf angewiesen sich selbst auszuschlachten. Ja, es bleibt ihnen noch ein Stück Umwelt, noch…………… (natürlich, ist hoffen darauf, diese in ihre Konsumentenwelt technisiert und automatisiert zu transformieren – doch das wird ihnen nicht gelingen! – eine Dekade extremes Klima und sie sind schon verloren, ein außergewöhnliches Ereignis – und sie sind schon verloren, ihre ganze Technologie ist ein schlechter Witz!)

……. Uns es gibt wohl noch einige wenige Menschen, doch in dem Moment, wo der Mensch auch nur einen idiotischen Konsum ausagiert, bevor er versucht einem der Hilfe braucht zu helfen, ist er ein Konsument geworden, er hat aufgehört ein Mensch zu sein!

…. Und wer von uns hat jeden überflüssigen Euro den Ärmsten gegeben, bevor er sich irgendein idiotisches Teil gekauft hat?

Hier schreibt ein Konsument, der verzweifelt versucht – noch eine Zeit lang ein Mensch sein zu können!

…. Und die 0,02 kWh elektrischer Strom haben mich jedoch schon zum Konsumenten gemacht, da ich meine Zeilen ja nur aus Selbstzweck tippe – meine Vernunft sagt mir – sie sind völlig bedeutungs- und wirkungslos.

….ich werde eines Tage die Kraft aufbringen, diese idiotische Schreiberei zu unterlassen!

Jeder von uns hätte noch eine Chance – Mensch zu werden – doch für die meisten von uns ist das Konsumentendasein schlicht zu angenehm, bis zu jenem Tag, an dem wieder ein Krieg auch vor unseren Türen wütet.

Für Konsumenten gilt: Glück in der Samenlotterie zu haben, ist der wichtigste Moment des Lebens! Doch das entscheidet einzig, wie viele Konsumenten man selbst fressen darf, das man selbst trotzdem gefressen wird, von der Gier, der Seelenlosigkeit, der Ignoranz, dem Wahn, das kann auch nicht das “glücklichste” Los verhindern – denn Konsumenten verachten sich! Sie lieben sich nicht!

Dort wo Liebe ist, existiert noch der archaische Mensch in uns – doch in welcher Ehe wurde nie über Geld gestritten, welche Eltern machen sich keine Sorgen, ihr Nachkomme generierte womöglich nicht genug Kaufkraft?

In jedem Konsumenten steckt noch der Mensch, nur leider ist er so tief unter der Haut verborgen, kaum je vermag etwas davon nach Außen zu dringen!

Ich selber kann nur immer wieder rufen – hört auf zu konsumieren, hört auf Konsumenten zu sein, findet den Menschen in Euch und macht aus Faschisten, individuelle, empathische Wesen – der Konsument ist der perfekte Faschist, der Mensch wäre der liebende, soziale und fürsorgliche Artgenosse, einer Art, die wir längst aufgehört haben anzugehören!

Wir waren Menschen, wir wurden Konsumenten! Wir sind nicht! Wir werden gelassen, zu hassen, zu prassen und als Art den Planeten zu verlassen!

Über den Autor

Oberham
Mensch der aus der Konsumgesellschaft so weit wie möglich ausgetreten ist! Sozialer Anarchismus spiegelt die immanente Bedeutungslosigkeit, Hierachien und Umverteilung sind die Eltern von Elend und Armut!

3 Kommentare

    1. …. warum Zukunftsszenario? Soilent Green darf man getrost als gemeinsamen Nenner für den Wimpernschlag im Zeitkosmos betrachten, in denen eben eine Unmenge von widerlichen Brüchen den Intellekt unserer Art zerteilten.

      Es kommt immer auf das Gleiche raus – wenige fressen die Masse und die Masse frisst nur, um gefressen werden zu können.

      Sie frisst sich gegenseitig, sie frisst alles was irgendwie gefressen werden kann und sie realisiert nicht, dass ein anderes Leben möglich wäre.

      Jene die es realisieren sind wenigstens glücklich, glücklich ohne permanent ihr Glück aus dem Elend der Unglücklichen speisen zu müssen.

      Wir haben die Chance, dank Glückslos in der Samenlotterie – was wollen wir mehr?
      Wir können nur uns selbst aus den Klauen der Bestie befreien, sobald wir anderen mehr zumuten, als schlicht unsere Vorstellungen zu schildern – ohne je etwas zu erwarten, sind wir schon wieder in die Muster des Molochs verfallen, haben wir schon verloren.

      Ich bin gelassen und ich bin – so hoffe ich – auch an meinem letzten Tag noch ein gelassener, neugieriger und vor allem sich dem Moloch verweigernder Artgenosse.

      Meine Zeit lieb ich mir, doch ich weiß, sie hätte noch um grandiose Momente reicher sein können, doch dafür hätte ich der Artgenossen bedurft, die so oder ähnlich empfinden wie ich selbst – die habe ich mein Leben lang nicht in der realen Welt gefunden.

      So ist für mich eben eine Blaubeere in der Abendsonne ein Geschenk der Erde und ein Fest – die Masse würde mich dafür verrückt erklären.

      Ich schau lieber in die Wolken, als in eine Glotze und dabei ertapp ich mich, wie ich gerade auf einen Bildschirm starre und meine Anschläge lese – ich rette mich vom Irrsinn und höre fluggs auf damit –

      schöne Woche noch – und ja – es wird noch übler werden für die Welt! …. doch letztlich ist es ja völlig gleichgültig;-)…….

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