Eigentlich jeden Monat das Gleiche

Am ersten Vierten angefangen zu schreiben, das letzte Zwischenspeichern am 25.04. Dazwischen auch einige Tage verschnupft. Heute am 05. Mai sollte es ja eigentlich weiter gehen, aber zuerst musste ich mal meinen finanziellen Verpflichtungen nach kommen. Es macht keinen Spaß, wenn man sieht, wie das Geld so durch die Finger flutscht, bevor man es überhaupt in der Hand hält.

01.04.2014 – Wenn man, wie ich, nach dem Zahlungseingang der Rente (Grundsicherung im Alter) dann an solch einem Anfang des Monats seine diversen Überweisungen tätigt, steigt automatisch, gerade in der Früh, garantiert der Blutdruck. Da ich ja schon mal einen Herzinfarkt hatte, ist meine erste Handlung in der Früh, Pillen schlucken, denn ich will ja noch eine ganze Weile leben und diese Pillen sollen dies bewerkstelligen. Aber eigentlich ist dieser Tag, zum Beispiel wie heute (und dass ist garantiert kein Aprilscherz) schon mal gelaufen, wenn man dann sieht, wie der Rest des Monats finanziell aus schaut, denn man kann sich noch so sehr strecken und winden, rein finanziell gesehen, es wird mal wieder ein Monat, der eher dazu neigt, sich die Kugel oder den Strick zu nehmen, um aus dieser unendlichen Falle zu entkommen. Und dies ist alles politisch gewollt.

Natürlich könnte ich mich jetzt erst einmal wieder ins Bett begeben, denn ich habe ja keine Termine und auch das Einkaufen habe ich vorsorglich, gerade was die schweren Getränke angeht, schon erledigt. Den Rest dieses Tages, den Rest der Woche könnte ich jetzt in absoluter sogenannter Entspannung genießen, aber noch sind nicht alle Kosten wirklich gedeckt. Einige kleinere Abbuchungen kommen noch. Der derzeitige Ist-Betrag wird sich noch weiter verringern. Und noch ist nicht der 31. Juli, an dem dann zum Beispiel meine Rente um den unglaublich hohen Betrag unter € 10,00 sich erhöht.

Jetzt werden natürlich gleich wieder so einige Vollpfosten loslegen mit: “Selbst dran schuld” und “Du hättest ja vorsorgen können” und noch mehr solcher dämlichen Sprüche, denn gerade diese Bild-Verblödeten sitzen auf solch einem hohen Ross, dass ihr Kopf schon in den Wolken verschwindet und damit von Haus aus schon ziemlich umnebelt ist.

Nur wenige Menschen können sich heute wirklich noch vorstellen, was es heißt, in diesem Land zu leben, in dem laut Aussage der Politik der 70er und 80er Jahre die Rente sicher sein soll. Aber für unsere Volks(ver)treter kann es sich sicher jeder vor stellen. Für Freiberufler, wie ich es über 30 Jahre lang war, sieht dies aber ganz anders aus. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen ich gut verdient habe, aber diese waren eben nun mal nicht andauernd. Immer wieder mussten dann auch Zeiten des Leerlaufs finanziell überwunden werden und so konnte man wenig bis gar nichts ansparen, zumal man ja auch noch leben wollte. (Ironie on)HEUTE ist es ja wirklich ganz anders. (Ironie off)

Geht man von dem verlinkten Beitrag aus, wurden und werden wir sogenannten Leistungsberechtigten von der Politik am laufenden Meter von hinten und vorne beschissen, um es einmal ganz deutlich zu formulieren:

Alleinstehende sind als Referenzgruppe zur Berechnung der Grundsicherung ungeeignet
Schüssler und Becker kritisieren insbesondere, dass für die Berechnung des Regelsatzes eine Bezugsgruppe herangezogen wird, die als Referenzgruppe nicht für die eigentliche Einkommensentwicklung herangezogen werden kann. Derzeit bemisst sich der Regelsatz an den Konsumausgaben der unteren 15 Prozent der nach Einkommen sortierten Alleinstehenden, die nicht auf Hartz IV angewiesen sind. Für Kinder mit Familien werden immerhin die unteren 20 Prozent berücksichtigt. Die Forscher bewerten aber den Referenzhaushalttyp der Alleinstehenden als problematisch, da dieser nur eine unterdurchschnittliche Position in der Gesamtverteilung erreiche. Deshalb sei eine breiterer Einkommensbereich als Referenz notwendig. Die Alleinstehenden würden der Untersuchung zufolge lediglich auf gut ein Drittel des durchschnittlichen Einkommens und ungefähr auf die Hälfte des durchschnittlichen Konsums kommen.

Darüber hinaus werden den Forschern zufolge nicht alle Ausgaben der Bezugshaushalte berücksichtigt, indem der Gesetzgeber bestimmte Konsumkategorien für nicht relevant erklärt. Dazu zählen beispielsweise Tabakwaren, alkoholische Getränke und Schnittblumen. „Vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse sollte das gängige Verfahren der Regelbedarfsermittlung, d. h. die eher ‚freihändige‘ Umsetzung des Statistikmodells grundsätzlich verändert werden“, so das Fazit von Schüssler und Becker. (ag)

Quelle

 

Unsere ach so geachteten Parlamentarier haben also Berechnungen durch das Parlament gewunken, welche sie selbst nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden, aber man den Eindruck bekommen könnte, dass man ihnen ja etwas weg nehmen könnte. OK, unsere Politiker sind alle nur Menschen, welche auch Fehler machen können, aber wenn man solche Fehler dann nach weist, dann bin ich z. B. der Meinung, dass man sie im Nachhinein einfach korrigiert. Darauf geschissen. Deutsche Politiker machen keine Fehler. Behaupten sie wenigstens. Und damit komme ich zu einem Abschnitt in diesem Beitrag, der dass Grundsätzliche an Fehlern in der heutigen Politik, aber auch in der Gesellschaft auf zeigt.

Es gibt aber auch positive Beispiele:

Diese Rede hätte ich bei anderen Gelegenheiten auch gerne selbst gehalten, nur habe ich persönlich das Manko, ich bin ein miserabler Redner.

Leben und Erwerbsarbeit

Wenn ich gleich zu Beginn dieses Beitrags mich auf ein Vorwort ein lasse, dann bin ich ganz einfach drüber gestolpert. Da ich ja auch viel lese, musste ich heute, regelrecht süchtig, den neuesten Roman von John le Carré anfangen zu lesen und dort habe ich gleich zu Anfang eine wichtige Frage und auch Antwort gefunden, welche den Beitragstitel relativ einfach erklärt:

Zitat: “Letztes Semester hat er seine Vorlesung über George Orwell *England in Ketten?* betitelt, und seine eigene Rhetorik hat ihn erschreckt. Hätte Orwell sich träumen lassen, dass die gleichen saturierten Stimmen, die ihm die dreißiger Jahre vergällt hatten, die gleiche lähmende Inkompetenz, die gleiche koloniale Kriegswut, die gleichen Vormachtallüren auch 2009 noch fröhliche Urstände feiern?

Und als sich auf den Gesichtern der Studenten, die dasaßen und zu ihm hochstarrten, keinerlei Reaktion abzeichnete, hat er sie selbst geliefert: Nein, nie im Leben hätte Orwell sich das träumen lassen. Und wenn doch, dann wäre er auf die Straße gegangen. Dann hätte er Krawall geschlagen, aber wie.

Diese Frage stellt sich ein dreißigjähriger Universitätsdozent. Wenn also schon ein Mensch sich in diesem Alter solche Fragen stellt, dann wird er die große Frage nach dem Sinn des Lebens ewig mit sich rum tragen. Keine angenehmen Aussichten.

Niemand wird gefragt, ob er oder sie auf diese Welt kommen will.
Wir werden in diese Welt gesetzt und dann geht dass los, was man so unter Erziehung und Konditionierung versteht.
Dass geht so bis zur sogenannten Volljährigkeit. Dass ist aber auch nur ein Teil, denn ab der Volljährigkeit übernimmt inzwischen wieder der Staat (hier durch die Hartz-Gesetze und ihre Repressionen).
Die Methoden sind so unterschiedlich wie die Charaktere der Menschen, aber oft genug geht es nur über Zwang, Furcht und über Gewalt.
Dass, was unsere Gesellschaft aus macht, ist in diesem Land durch ein Grundgesetz eigentlich abgesichert. Doch dies ist inzwischen nur noch ‘schöner Schein’.
Politik wird in erster Linie durch sogenannte Parteien und Ideologien gestaltet, gesunder Menschenverstand hat dabei inzwischen keinerlei Einfluss mehr.
Eigene Entscheidungen werden durch ganz bestimmte Gesetze außer Kraft gesetzt und damit wird der Begriff DEMOKRATIE in diesem Land zur bloßen Farce.

Lost in a Lostworld

 

Drei Eisheilige haben eine neue Eiszeit ausgerufen, denn ich frier mir gerade mal so nebenbei den Hintern ab. Obwohl der Mai schon auf seinem Endspurt ist, hat man dieses Jahr das Gefühl, man ist einfach mal wieder im falschen Film. Eine Wetterkontinuität können wir inzwischen schon einige Jahre nicht mehr fest stellen. Interessiert ja auch offenbar keine Sau. Klimawandel ist Neuland.

Am liebsten würde ich zu jedem Beitrag, den ich so veröffentliche, auch die mir passende Musik mit liefern, ist ja leider wegen Copyright verboten. Immerhin kann mir nicht verboten werden, zu schreiben, welchen Titel ich mir gerade rein ziehe: The Moody Blues – Album Seventh Sojourn – Titel “Lost in a Lostworld”. Passt wie Arsch auf Eimer zu meiner Stimmung. Ich habe gleich mal das gesamte Album angeklickt. Leider habe ich keine wirklich guten Boxen am Laptop, um mir die volle Power ‘rein zu ziehen’. Mit entsprechenden musikalischen Untermalungen würden meine Texte wahrscheinlich auch leichter ertragbar sein. Achselzucken – es ist leider nicht drin.

Als ich mich heute um 6:00 Uhr an den Computer setzte, klapperten mir noch die Zähne vor Kälte, denn ich schlafe ja bei offenem Fenster, was ich dann beim Aufstehen erst schließe. Es braucht also mindestens eine Stunde, bis die Raumtemperatur sich soweit ‘erholt’ hat, dass man von ‘angenehm’ sprechen kann. Da heißt es dann halt, sich warm zu zittern.

Und nun kommen wir mal zu dem Beitragstitel. Ein Blog-Kollege hat auf Facebook folgendes gepostet:

Marigny de Grilleau

6 Std. · Bearbeitet ·

Wie hoch ist der Zinsanteil in den Preisen

Die INWO meint: 30%

Die INWO glaubt, in den Preisen stecke mind. 30% Zinsen drin.
Vielleicht sind 30% viel zu wenig?

Man nehme nur als Beispiel einen Installateurgesellen, der in den Preis seiner Arbeitskraft den Zins einpreisen muss, den er zu entrichten hat, wenn er sich erhalten will.

Beschränken wir uns bei der Betrachtung auf den Mietzins.

Alleine die Miete wird durchschnittlich ein Drittel seines Netto-Lohnes ausmachen. Schon diese monatliche Belastung hat er in seinem Arbeitspreis einzupreisen.

Geht er irgendwo ein Brötchen kaufen, so ist im Brötchen-Preis anteilig die Mietzinse aller daran Beteiligten eingepreist, erhöhen also wiederum den Arbeitspreis des Installateurgesellen.Irgendwann kommt man zu dem Schluss, dass die zu entrichtenden Zinsanteile sich über die Produktionsketten addieren und schnell durchaus 90 oder gar 99% ausmachen müssten.

Ist da vielleicht ein Gedankenfehler?

Dr. Paul C. Martin: Der Zinsanteil beträgt in Wahrheit 100%

“Der Zinsanteil in den Warenpreisen?

Den gibt es nicht, weil alle Preise zu 100 (!) Prozent Zinsen sind. Man muss nur der Kalkulation von Preisen lange genug in die Vergangenheit folgen.
Beispiel

Beispiel: Unternehmer startet ohne Kapital eine Firma.

Er muss sich alles Geld für den Warenbezug und die Lohnzahlungen leihen. Der Warenlieferant hat sich selbst auch die gesamte Produktion der Ware vorfinanzieren lassen.

Der Lieferant für die Einzelteile seiner Produkte ebenfalls, usw. bis hin zum Rohstoff-Lieferanten, der sich auch die Produktion seiner Rohstoffe vorfinanzieren ließ.
Es gibt keinen “Erstbestand” an Geld im Kapitalismus

Im Kapitalismus ist alles (!) vorfinanziert, da es keinen “Erstbestand” an Geld gibt, sondern alles Geld nur gegen Zins in Umlauf kommt bzw. erst geschaffen wird.

Der “Zinsanteil an den Warenpreisen” ist eine von Zinskritikern immer wieder vorgebrachter Einwand. Er bezieht sich aber immer nur auf den Zinsanteil der jeweils letzten Stufe einer Ware vor ihrem Erscheinen auf dem Mark
Es gibt kein Geld “netto”

Würden sich die Zinskritiker die Mühe machen, das Entstehen einer Ware lange genug zurückzuverfolgen, würden sie immer einen Zinsanteil finden und am Ende feststellen, dass jeder Preis nichts anderes ist als die Summe der zeitlich davor liegenden Zinsen.

Aus der Logik, dass es Geld nicht “netto” gibt, sondern – egal wie weit wir in die Vergangenheit zurückfahren – immer zweimal verbucht wurde, als Guthaben und als gleich hohe Schuld, die ihrerseits nach Verzinsung giert, ergibt sich, dass alle Preise nichts anderes sind, als die “Geschichte” aller zeitlich vorangegangenen Zinsverpflichtungen.
Die eherne Logik des kapitalistischen Systems

Der einzige, der bei diesem System ein Problem hat, ist immer der zeitlich letzte Schuldner, der Kaufmann, der seinen (nicht den gesamten) Zinsanteil vom Markt erwartet. Da der am Markt aber nicht vorhanden sein kann (Kreislauftheorem), müssen sich die Käufer ihrerseits wieder in just der Höhe des (letztstufigen) Zinsanteils netto neu (!) verschulden, sonst sind die Waren nicht absetzbar und der Anbieter geht bankrott.

Das ist die eherne Logik des kapitalistischen Systems.”

Paul C. Martin

Grundsätzlich geht es in unserem Leben inzwischen nur noch um Geld und Arbeitskraft, menschliches Leben wird nach Arbeitsjahren berechnet, so wie inzwischen alles auf mathematische Formeln reduziert ist. Ich für meinen Teil bin aber keine Formel. Geht es aber im politischen Raum um unser Leben, so gibt es eigentlich nur noch zwei Kategorien von Menschen; solche, die nützlich sind und volle Arbeitskraft einsetzen können und solche, die auf ‘Kosten der Allgemeinheit’, gemeint sind dabei immer die Steuerzahler, dem Staat wichtige finanzielle Ressourcen entziehen. Die lautesten Schreihälse sind dabei eine gewisse Klientel an Arbeitgebern, welche sich den Staat als Melkkuh vorstellen und ihren eigentlichen Aufgaben als Unternehmer schon lange nicht mehr gerecht werden.

Heutzutage kommen wir auf die Welt, um als Abhängige zu schuften, damit die Arbeitgeber nur ja dicke Gewinne einfahren. Ist einfach Fakt. Arbeit geht vor Leben. Angeregt zu diesem Beitrag wurde ich durch einen Artikel in der ZEIT. Jetzt habe ich in meinem Leben noch das Glück gehabt, körperlich einigermaßen in einer Normalität zu leben. Menschen mit einem Handicap geht es da schon wesentlich schlechter, wenn sie dabei noch auf den Staat angewiesen sind.

Das hatte Jonas Pioch nicht erwartet: Der Gerichtssaal im Bayerischen Landessozialgericht in München war voll, übervoll. Sogar Tische seien nach vorn geschoben worden, erzählt er, so viele Menschen waren zur geplanten Urteilsverkündung gekommen. Darunter rund 30 Rollstuhlfahrer, sie alle fühlten sich, genau wie Pioch, vom Gesetz behindert.

Quelle: Hier weiterlesen

Die meisten dieser Behinderten haben sich ihr Schicksal nicht aus gesucht, nur Leben müssen sie mit ihren körperlich Einschränkungen.

Gerade mal eine Woche ist es nun her, dass in Sotchi die Paralympischen Spiele zu Ende gegangen sind. Was haben wir als Zuschauer da doch für Leistungen gesehen, welche die meist körperlich nicht eingeschränkten Zuschauer so niemals vorweisen könnten.

Der oben zitierte Fall eines Behinderten zeigt aber auch mehr als überdeutlich, dass sogar die Justiz einen nicht gerade menschlichen Wandel vollzogen haben, aber dass ist ja nicht besonders neu in unserer sogenannten “unabhängigen Justiz”. Die Paragraphenhengste, die Juristen in diesem Land stehen oft genug im Focus der Öffentlichkeit und sie sind sich dieser Tatsache auch bewusst. Wenn sich zum Beispiel unser Parlament einen gewaltigen Schluck aus der Einkommenspulle verpasst, hört man von diesen Juristen natürlich kein böses Wort. Oft genug profitieren sie ja auch von diesen Aufstockungen. Und dann urteilen sie nach den Vorgaben einer Politik, die nicht das Wohl der von ihnen Regierten im Auge habe, sondern in vielen Fällen erst einmal nur den Eigennutz und dann zusätzlich auch noch in großen Teilen nur ihrer Klientel.

Behinderte haben aber keine Lobby, da sie, wie schon im dritten Reich, als unwertes Leben angesehen werden. Viele unsere Gesetze aus dieser Zeit haben ja nicht aus Zufall immer noch Gültigkeit.

Persönlich habe ich in meinem Leben das Glück gehabt, in Berufen zu arbeiten, welche mir im Großen und Ganzen wirklich Spaß gemacht haben. Den allermeisten Menschen ist dieses Glück nicht beschieden und ganz bestimmt nicht Behinderten.

Nicht das Leben als solches, sondern hauptsächlich der Nutzen eines Menschen stehen in der Hierarchie ganz oben auf der Skala.

Zu Beginn meines Berufslebens schaute es gar nicht danach aus, es ging zu Anfang nur darum, irgend etwas zu lernen, womit ich später meine Brötchen verdienen konnte, um der Gesellschaft nicht auf der Tasche zu liegen. So werden wir schon erzogen. Die Frage: “Was willst Du denn später mal werden?” zieht sich im Normalfall durch die ganze Kindheit. Dabei wird aber ganz einfach vergessen, dass Kinder so etwas noch gar nicht entscheiden können. Berufswünsche stehen garantiert nicht auf der Lebens- oder Wunschliste von Kindern. Zuerst mal steht da: SPIELEN – TRÄUMEN – AUSPROBIEREN. Wir werden also schon von klein auf darauf getrimmt, gute Sklaven, Abhängige zu werden. Sollte die Antwort tatsächlich mal lauten: “Penner”, so kann man im Normalfall mit einer Watschn rechnen.

Wer, wie ich zum Beispiel, sehr gerne liest und träumt, lässt sich eher von der Phantasie leiten, statt sich der harten Realität zu stellen. Die ist in vielen Fällen wesentlich unangenehmer, als es eine kindliche Vorstellungskraft überhaupt umsetzen kann. Schon der Zwang, in die Schule zu gehen, die Hausaufgaben zu machen, sich ordentlich zu Benehmen, macht in der Realität keinen angenehmen Eindruck vom normalen Leben. Nachdenkliche Menschen bemerken sehr schnell, dass irgend etwas nicht stimmt.

Dass Kinder Ehrgeiz entwickeln, wird auch allumfassend durch die Gesellschaft befördert. Das Höher, Schneller, Weiter ist aber kein Naturgesetz, denn es dient nicht dazu, Entwicklungen zu fördern. ERFOLGREICH sein wird auch nicht mit der Muttermilch verabreicht. Für mich persönlich war und ist es immer wichtig gewesen, Arbeiten gut und sauber zu erledigen. Fair behandelt und fair honoriert und das Leben ist mehr als nur erträglich. Ist aber schon lange nicht mehr Normalität, wenn man so auf ein gelebtes Leben von über 60 Jahren zurück blickt.

Oh ja, es ist immer wieder spannend, wenn man zum Beispiel im Fernsehen Sportveranstaltungen sich an sieht und sich durch den Vergleich der Sportler unter einander einer gewissen Faszination nicht entziehen kann. BROT und SPIELE haben in Gesellschaften schon immer einen besonderen Platz ein genommen. Doch solche Veranstaltungen wurden noch nie von einfachen Gemütern erfunden. Sie haben immer auch einen Zweck erfüllt. Auch ich persönlich habe immer wieder einmal den Versuch gewagt, mich besonderen Herausforderungen zu stellen, auch wenn ich im Grunde genommen nicht vom eigentlichen Zweck überzeugt war. Letztendlich habe ich diese Art zu leben dann aber ad acta gelegt, denn einen sittlichen Nährwert konnte ich dann doch eigentlich niemals erkennen.

Der Ehrgeiz von Menschen ist kein Geburtsglück, dafür gibt es kein Gen. Er wird durch die Gesellschaft an trainiert. Von ganz bestimmten Typen von Menschen, sogenannten Eliten, aber auch absoluten Egoisten, wird dies in den meisten Fällen dann noch befördert und verstärkt.

Auch wenn ich bei diesem Video Gänsehaut pur habe und das Talent dieses kleinen Mädchens bewundere, so muss doch gesagt werden, sie tut mir auch leid. Sie wird ‘missbraucht’, denn sie kann überhaupt nicht ab schätzen, was solch ein Erfolg in ihrem späteren Leben anrichten kann, wenn ein weiterer Erfolg plötzlich aus bleibt. Ihre Entwicklung wird garantiert nicht unproblematisch sein.

Als Beispiel führe ich jetzt hier Künstler an. Keiner dieser Menschen, welche sich für irgend eine Art von Kunst entscheiden, hat als Grundvoraussetzung eine Karriere im Sinn. Für sie zählt zu allererst der Ausdruck. Sie wollen etwas sagen, mitteilen, zeigen. Auf einen berühmten Künstler kommen 10- oder Hunderttausend, welche niemals berühmt werden und doch machen die allermeisten einfach weiter, weil sie überzeugt sind von dem, was sie so an treibt. So ist übrigens auch der FIWUS angelegt, denn bei uns geht es nicht um Erfolg.

Das Schreiben hat sich bei mir persönlich über die Jahre entwickelt. Oft genug aber brauche ich zum Beispiel Anregungen von Außen, um einen Text zu kreieren:

Riegler: Der russische Maler Malewitsch war der Meinung, dass die sozialistische Revolution dazu führen sollte, dass alle die Möglichkeit haben sollen, faul zu sein. Die Arbeit, so argumentierte er, wird zunehmend von Maschinen getragen und der Müßiggang ist keineswegs der Anfang aller Laster. Man kann durch den Müßiggang auch in andere Bereiche vordringen. Aber die gesamte Moderne ist von einem Prozess geprägt, der die Definition des Menschen über die Arbeitskraft forciert – nicht mehr über Besitz und Grund, den Adel oder über die Gottesnähe, sondern über Arbeit, über Arbeitskraft. Man wird also an dem gemessen, was man als Arbeitskraft zum Verkauf anbietet.

Die Menschen versuchen ganz verzweifelt, alles zur Arbeit zu machen: Beziehungsarbeit, Eigenarbeit, Aufwertung der Reproduktionsarbeit – all jene Bereiche, die nicht im bezahlten Arbeitsbereich vorkommen. Es ist nun verpönt zu sagen, ich tue gerne nichts, wirklich nichts, Müßiggang, nachdenken über sich und die Welt. Das ist unmöglich geworden.

Quelle: Hier weiterlesen

 

Wir werden inzwischen alle auf Effizienz getrimmt. Höher, Schneller, Weiter im Arbeitsprozess; und dann passieren fast zwangsläufig Fehler, nur sind sie in erster Linie Fehler im System.

Noch vor 20 Jahren gab es solche mehr als miese Ausführungen wie BER, die Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 in dieser Form nicht. Die Beispiele können noch erweitert werden, ich belasse es jetzt bei diesen, dafür habe ich aber gerade auf Facebook wieder Beispiele für unser ach so schönes Leben gefunden:

Martina Eleonore Schröder hat einen schönen Kommentar hinterlassen,
in dem es um rechtspopulistische Propaganda der Wahrheitfinder ging. Zitat von ihr: Das ist völliger Stuss! In ganz Europa machen Nationalisten und extrem rechte mobil. Ihre Ideologie besteht aus Rassismus,Sozialdarwinismus und Hass.«

Ich darauf hin: richtig was Sie sagen, schauen Sie sich den Sozialrassismus an, der mit der Agenda 2010 eingeführt wurde. Ein paar Beispiele:

Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize meint: Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen.

SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering meint: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Altkanzler Gerhard Schröder meint: Es gibt kein Recht auf Faulheit.

FDP-Chef Guido Westerwelle meint: Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV -Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt und bezeichnete diesen Zustand als „spätrömische Dekadenz“.

Michael Glos, CDU Bundesminister für Wirtschaft und Technologie meint: Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden.

Genozidforscher Professor Dr. Gunnar Heinsohn, meint: Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf.

Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling meint: Hartz IV Empfänger könnten als Hundekotkontrolleure eingesetzt werden.

Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD) meint: Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit.

CDU- Philipp Mißfelder meint: Kinder von ALG-II-BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie.

FDP- Dr. Oliver Möllenstädt meint: Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.

CDU-Vorsitzende Roland Koch meint: Hartz IV eine „angenehme Variante” des Lebens und fordert eine Arbeitspflicht für Arbeitslose, zur Not in Billig-Jobs.

Wolfgang Clement SPD vergleicht Hartz IV Empfänger mit Parasiten.

Heinz Buschkowsky Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln und seit 1973 Mitglied der SPD meint: Elterngeld sei Fortpflanzungsprämie für Unterschicht.

Gesundheitsexperten, Peter Oberender meint: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren. So muss er seiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen dies zu sichern.

Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) meint: fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht, gebe es bei Hartz IV noch „zu wenig Leidensdruck“ für die betroffenen Menschen.

Frank Steffe CDU-Politiker meint: „Hartz IV-Familien“ die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht „zu Bargeld machen lassen“ „Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.“

Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) meint: fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht, gebe es bei Hartz IV noch „zu wenig Leidensdruck“ für die betroffenen Menschen.

Frank Steffe CDU-Politiker meint: „Hartz IV-Familien“ die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht „zu Bargeld machen lassen“ „Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.“

Quelle: https://www.facebook.com/marigny.degrilleau/posts/258239857688947

Diese Aussagen von angeblich intelligenten Menschen könnte eigentlich noch eine Weile fort geführt werden, aber inzwischen ist mein Hals do dick, dass ich kurz vor einem neuerlichen Infarkt stehe. Auch bemerke ich gerade, dass dieser Beitrag meine bisherigen Grenzen um ein vielfaches sprengt und ziemlich lange geworden ist. Ob er trotzdem komplett gelesen wird kann ich sowieso nie beurteilen, denn dazu braucht es auch die Muse, einen Kommentar dazu los zu werden. Einzig die sogenannte Obrigkeit wird jetzt über diesen Beitrag fluchen, wenn sie im FIWUS mit lesen. Nur leider sind es nicht die Entscheidungsträger dieser Republik, die ihn lesen, sondern ihre Kontrollorgane wie Geheimdienst und Verfassungsschutz, denn diese müssen ja beim Kontrolllesen herausfinden, ob möglicherweise gegen Gesetze verstoßen wird.

Da ein normaler Aufruf zur Revolution aber nicht gleichzusetzen ist mit einem Aufruf zur Gewalt, dürfte es ziemlich schwierig sein in diesem Land, mir zu unterstellen, ich würde die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Ich stelle nur in Frage, ob unsere Mächtigen noch alle Tassen im Schrank haben und damit stehe ich ganz sicher nicht alleine.

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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