Finanztechnische ‘Sauereien’?

“Cum” bedeutet im amerikanischen bzw. angelsächsischen Sprachgebrauch eigentlich “Ejakulat” und so ist es wohl auch bei den finanziellen Betrugsmaschen von Banken gegenüber dem Staat in die eigene Kasse “gesprudelt”. Man könnte es aber auch noch etwas deutlicher ausdrücken: Der Staat wurde gefickt.

In anderen Fällen mischten US-Pensionsfonds mit, die nach Erkenntnissen des Fiskus lediglich einen einzigen Pensionsberechtigten hatten, aber gleichwohl Aktien für mehr als zehn Milliarden Euro kauften und verkauften. Der Fondszweck war also gar nicht, das Geld künftiger Rentner zu vermehren. Das erwies sich als reine Fassade. Vielmehr machten sich diese Gesellschaften ein deutsch-amerikanisches Abkommen zunutze, das ihnen Steuervorteile gewährte. Hinzu kamen die Kapitalertragssteuererstattungen. Ein ausgeklügeltes System.

Hurra, und wieder einmal haben die Banken dem Staat gezeigt, was eine Harke ist. Dass ein Normal-Sterblicher bei finanziellen Tricksereien schon ewig nicht mehr durchblickt, was sauber oder dreckig und kriminell ist, haben wir eigentlich nur unseren eigenen Politikern zu verdanken. Die stellen ja die allgemeingültigen Regeln auf, werden dabei besonders von der Banken- und Finanzlobby mehr als nur handfest unterstützt, wenn man dass überhaupt noch so ausdrücken kann und der Gekniffene ist letztendlich der wirklich kleine Mann oder die Frau, welche dass alles überhaupt nicht mehr überblicken können. Dieser Personenkreis muss quasi darauf ‘vertrauen’, dass gerade auf diesem Sektor alles mit rechten Dingen zu geht.

Sechs Jahre hat es jetzt gedauert, bis diese Sauereien ans Licht der Öffentlichkeit kamen und da stellt sich im allgemeinen dann doch die Frage, warum hier nur einzelne Personen dabei vor dem Kadi stehen werden. Ach so, jetzt habe ich ja ganz vergessen, was die Politik so im Allgemeinen als Parole ausgegeben hat: Die Finanzwirtschaft ist ja Systemrelevant. Nur mal so in den Raum geworfen; ist sie dies wirklich? Müssen wir als Bürger immer und immer wieder von den Finanzjongleuren ‘ficken’ lassen? Genau diese Fragen kann sich Otto Normalo eigentlich niemals selbst beantworten, denn dafür ist der gesamte Aufbau des Finanzwesen viel zu komplex und wird daher auch nicht mit reiner Logik zu begegnen sein. Otto Normalo ist einfach in seinem Denken zu diesem Thema viel zu ‘beschränkt’.

Wir kommen heute um die gesamten finanztechnischen Gegebenheiten nicht drum herum, denn wir sind ja nicht allein auf diesem Planeten. Und wie können wir eigentlich sicher sein, dass die nächste Generation von Finanzakteuren in Zukunft ehrlich sind? Diese Garantie wird uns allen niemand geben können.

Rein intellektuell kann ich alles, was in diesem verlinkten Beitrag der Süddeutschen steht, irgend wie verstehen, aber einen wirklichen Rat kann ich mir selbst nicht zusammen zimmern, denn dafür reicht mein Bildungsniveau einfach nicht aus. Und so geht es Millionen Menschen in diesem Land und Milliarden auf der ganzen Welt. Wir werden also wohl immer mit dem Risiko leben müssen, in die Hände von Gaunern und Gangstern zu fallen und im Endeffekt dann die Zeche aus unserer Tasche bezahlen. Und wir müssen wohl hin nehmen, dass die Finanzwirtschaft, ganz allgemein gesehen, ein riesiges universelles Las Vegas ist.

Wenn wir immer noch die Demokratie wären, wie zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland, dann könnten wir uns wenigstens darauf verlassen, dass die Justiz in diesen Fällen auch entsprechend handelt und die Bankenaufsicht auch entsprechend durch greift, aber dies alles ist seit dem Fall der Mauer nicht mehr relevant. Die Gier hat die Ehrlichkeit verdrängt und die Politik ist zu sehr von diesen ‘Herrschaften’ abhängig. Andererseits kommen einem dabei ziemlich ungute Gedanken in den Kopf, welche, wenn sie wirklich ausgeführt würden, doch nur wieder in irgendeiner Gewaltspirale enden würden. “Rübe ab” war vielleicht noch 1789 eine Art Lösung, aber in der heutigen Zeit sollten wir eigentlich schlauer sein, denn Gewalt war eigentlich noch nie eine wirkliche und wahrhaftige Lösung.

Vor wenigen Tagen habe ich Vergleichsbilder aus einer Stadt in Syrien gesehen, einmal eine Straße vor dem Bürgerkrieg, einmal nach diesen drei grauenvollen Jahren und als erstes fiel mir dazu ein, dass sich die Super-Welt-Elite nach diesem Bürgerkrieg am Wiederaufbau mehr als eine goldene Nase verdienen. Genau hier liegt nämlich die Krux. Es ‘verdienen’ eigentlich immer die Falschen und niemand hält sie auf. Denn eines ist auf jeden Fall einmal ganz klar; die Profiteure von Gewalt sind auch meist die Anstifter, aber niemals auf solch einem Schlachtfeld an zu treffen.

Immer wieder einmal kommt mir in den Sinn, dass unsere Finanzen immer noch zu sehr von gierigen Menschen ab hängen. Daran werden wir auch nie etwas ändern können. Aber wenn wir Otto Normalos uns insoweit zusammenschließen und entweder das Geldsystem diesen Herrschaften entreißen und vereinheitlichen, oder aber das Finanzsystem soweit zu lokalisieren, dass diese Herrschaften einfach nicht mehr durchblicken können, dann würden sie ob dem Chaos gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass sich Kriege und Auseinandersetzungen für sie lohnen. Aber dass sind halt nur meine persönlichen Gedanken bei solchen Milch-Mädchen-Überlegungen. Mathematik war noch nie meine Stärke, zumal ich wirklich nur Rechnen gelernt habe. Weltweit werden wir sowieso niemals auf einen einheitlichen Nenner kommen.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.