Die gefährliche Falle ‘Revision’

Ullrich Hoeneß wurde also verurteilt. Drei Jahre und sechs Monate gesiebte Luft. Die Verteidigung geht sofort in Revision. Bisher haben die Verteidiger von Herrn Hoeneß keine besonders gute Figur gemacht. Dies scheint sich aber seit einigen Jahren als allgemeines Verteidiger-Syndrom entwickelt zu haben. Nur noch juristischer Durchschnitt. Kann man in diesem Fall schon daran erkennen, wie die Selbstanzeige sich gestaltet hat.

Leider habe ich noch nicht die Urteilsbegründung vorliegen. Einziger Lichtblick war wohl der urteilende Richter des Landgerichts. Er hat sich von dem Hype der medialen Berichterstattung niemals verrückt machen lassen, denn Hoeneß war und ist Täter und kein Heiliger.

Wir alle haben lange auf solch ein Urteil warten müssen und ausgerechnet ein bayerisches Gericht hat uns dazu verholfen, denn gerade in Bayern gehen ja die Uhren oft genug etwas anders als im Rest der Welt. Und noch dazu besonders in Bezug auf den Fußballverein, dem Uli Hoeneß vor steht. Der FC Bayern München ist und macht also nicht sakrosankt.

Was die angestrebte Revision angeht, kann ich Herrn Hoeneß nur raten, sich andere Anwälte zu suchen, denn es ist bei einer solchen Revision nicht auszuschließen, dass sich das Strafmaß noch erheblich verschlechtern kann. Sollten nämlich die Richter am BGH zu der Überzeugung kommen, dass dieses Strafmaß nicht relevant ist in Bezug auf die Tat, dann kann sich Herr Hoeneß auf einen kräftigen Nachschlag gefasst machen.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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