Meinung bilden???

Politik mit dem Holzhammer. Diplomaten als Statisten in einem miesen Film. Und dann noch ein Artikel, der gegensätzlicher zu der bisherigen vorherrschenden Meinungen nicht nicht sein kann. Meinungen und Vorstellungen habe ich in den letzten Tagen und Wochen zur Krise in der Ukraine mehr als genug gelesen. Was anderes bleibt mir, wie Millionen andere, ja auch nicht. Der Maidan hat sich ja jetzt in unseren Köpfen fest verankert. Aber selbst hier kommt für mich noch ein anderer Aspekt zum tragen. Wir hier in Deutschland hatten erst vor wenigen Tagen ein Urteil, welches die 3%-Hürde zu den €uropawahlen in die Wüste geschickt hat. Gleichzeitig haben die Ukrainer sich zu einem nicht kleinen Teil dafür entschieden, radikalen rechten Kräften zu folgen. Es geht also wieder ein mal um Ideologien. Dass mir Kackbraun nicht besonders gefällt, habe ich schon des Öfteren im FIWUS veröffentlicht. Man kann mir also nicht besonders einfach vorwerfen, dass ich mit solch einer Ideologie liebäugele.

Oh … natürlich habe ich lange hin und her überlegt, ob ich einfach überhaupt nichts zu dieser Situation veröffentliche, denn wer diesen Beitrag hier zu Ende gelesen hat, wird wahrscheinlich darüber nach grübeln, ob ich überhaupt noch alle Latten am Zaun habe. Ich frag mich dies ja schon selbst. Auch frage ich mich dabei, ob dieser Beitrag hier überhaupt in Gänze gelesen wird, denn er ist ja nur eine einzelne Meinung und kein Naturgesetz.

Das Erstarken von kackbraunen Idealen nach dem Ende des kalten Krieges ist keine deutsche Erfindung alleine. Auch gestern Abend in der Talkrunde bei Maybritt Illner:

 

Das versagen der Diplomatie gegenüber der Ukraine in West und Ost wird immer offensichtlicher. Die Ukraine und zwangsläufig natürlich ihre Bewohner werden zum Spielball von Interessen. Nehmen wir einmal die Person Wiktor Janukowytsch. Dieser in einer Wahl gewählte Präsident wurde bei Illner in der obigen Talkrunde an gesprochen, aber die wirklichen Tatsachen, nämlich dass er ein Dieb an seinem eigenen Volk war, wurden nicht einmal erwähnt. Für die Russen, aber auch für den Westen sind solche “Belanglosigkeiten” wohl nicht so wichtig. Die überwiegende Mehrheit der Demonstranten auf dem Maidan aber haben genau dies für besonders wichtig gehalten.

Das in diesem Video gezeigte sogenannte Automuseum dürfte einen guten Eindruck von den ‘klebrigen Fingern’ dieses Präsidenten darstellen.

Ukraine: Das Spiel mit dem Feuer

von Fabian Scheidler

Russland hat zweifellos einen unrechtmäßigen Schritt mit der Besetzung der Krim getan, darüber muss man nicht lange streiten. Aber es genügt nicht, mit dem Finger auf Russland zu zeigen, um die Eskalation in der Ukraine zu verstehen; auch die Rolle des Westens muss kritisch beleuchtet werden. Denn EU und USA verfolgen dort ebenso rücksichtlos geopolitische, militärische und wirtschaftliche Interessen wie Russland, wenn auch mit etwas anderen Mitteln. Und diese Interessen sind keineswegs – ebenso wenig wie die russischen – deckungsgleich mit den Interessen der ukrainischen Bevölkerung.

Quelle: Hier weiterlesen

Was in diesem verlinkten Blogbeitrag steht, ist so mit die beste Zusammenfassung der Ereignisse rund um die Ukraine. —

Seit Ende des zweiten Weltkriegs haben wir in diesem Land so was wie eine Demokratie, mal mehr, mal weniger. Glauben wir auch dabei mehr oder weniger. Ab einem gewissen Alter verfestigen sich unsere Vorstellungen von Ideologien mehr oder weniger und in den meisten Fällen äußern wir uns dann auch entsprechend. Wenn ich also die Vorstellungen von Rechtsradikalen als besonders dumm und auch noch als gefährlich ablehne, so habe ich meine Gründe. Aber meine Äußerungen sind dabei nicht immer mit den Vorstellungen einer Demokratie vereinbar. Ganz so simpel verschwinden Ideologien nicht, auch wenn man noch so sehr dagegen ist. Meiner Meinung nach ist eine solche Ablehnung mit nichts anderem zu vergleichen, wie der dumpfe Hass der Rechten gegen die restliche Meinungsöffentlichkeit. Das ist aus meiner Sicht auch nicht besonders intelligent. Wir sind einfach nicht in der Lage, uns so mit dieser Wirklichkeit auseinander zu setzen, wie es in einer Demokratie eigentlich sein sollte.

Als das Urteil zur 3%-Hürde verkündet wurde, war ein Großteil der sogenannten Demokraten fast einhellig der Meinung, dieses Urteil ist in seiner endgültigen Form absolut falsch. Dem muss ich nun einfach widersprechen. Wenn wir schon Demokraten sein wollen, dann müssen wir auch demokratische Spielregeln zu lassen. Rechtslastige Parteien sind nun einmal Fakt. (Dieser Link hier beschreibt dass, was ich gerade versuche, auszuführen, mit einem anderen Grundkonstrukt, aber die Richtung ist meiner Meinung nach die Gleiche.) Wenn wir, aus welchem Grund auch immer, Fakten einfach nur ignorieren, sind wir nicht besser als die, welche wir durch unsere Ignoranz bekämpfen wollen. Wir verschließen viel zu oft unsere Augen vor Tatsachen, welche wir nicht wahr nehmen wollen. Ist wohl auch viel zu oft einfach nur wie in vielen Kindheiten, dass, wenn wir unsere Augen schließen, dann werden wir auch nicht gesehen. Das Böse kann uns dann nichts an haben.

Wenn wir behaupten, dass alles wäre mit Demokratie vereinbar, sollte dringend noch einmal versuchen, zu lernen, was dieses Wort wirklich bedeutet.

Sich mit Feinden auseinander zu setzen, bedeutet nicht zwangsläufig, zuerst mit dem Knüppel, dann mit Argumenten. Wer den Knüppel den Argumenten vor zieht, stellt sich einfach außerhalb jeglicher demokratischen Gepflogenheiten. Dass wir überhaupt mit Freund- und Feindbildern leben, ist schon ziemlich beschissen. Auch dass ist ein Fakt. Leider können wir unsere Zeit, in der wir sozusagen erzogen und geprägt wurden, nicht einfach noch einmal durchleben und dabei versuchen, den ganzen Müll, den wir da inhaliert haben, wieder aus zu kotzen. Andererseits sind wir alle ja eigentlich lernfähig bis ins hohe Alter, wenn wir es denn auch einfach zu lassen.

Recht ähnlich, wie mit Ideologien, verhält es sich mit Grenzen, egal, wie sie überhaupt entstanden sind; sie sind immer nur willkürlich, denn echte Alternativen zu durch Menschenhand gezogene Grenzen gibt es nicht, auch wenn unsere Astronomen gerade in der heutigen Zeit ganz verzweifelt suchen, um eine alternative Erde oder etwas ähnliches zu finden, denn dieser Planet wird immer beengter. Theoretisch dürfte es Grenzen auf unserer Erde eigentlich gar nicht geben, denn dieser Planet gehört uns allen. Praktisch sieht es aber ganz anders aus. So unterschiedlich wie die Grenzen von Staaten und Ländern sind auch wir Menschen. Und wir haben uns daran gewöhnt, dies auch nach außen hin meist deutlich zu zeigen. Ob da alles, was wir denken und tun, denn auch wirklich richtig ist, darüber zerbrechen sich nur wenige Einzelne den Kopf und werden somit als die Denker und Philosophen betrachtet und im großen und Ganzen dafür geachtet. Wir überlassen meist aus Bequemlichkeit oder Dummheit oder Ignoranz oder allen drei Faktoren denen unser Schicksal. Darwinismus in Reinkultur. Die Starken, die Schlauesten, die Skrupellosesten bestimmen, wie sich der Mensch zu verhalten hat. Die Meisten von uns haben ihren Kopf nur dazu da, einen Hut zu tragen, damit dieser Kopf nicht nass wird bei Regen.

Jetzt bin ich natürlich mal wieder ab geschweift, denn auch wenn dies alles mit Demokratie zu tun hat, so verhalten sich die meisten von uns Menschen nicht besonders demokratisch, wenn es um unsere sogenannten Feinde, egal aus welchem Lager, geht. Im Netz wird sich vielfach an kleinlichen Einzelheiten ‘aufgehängt’, statt das Globale zu bemerken.

Dienstag, 4.3.2014. Eifel. Nun – ich habe an diesem Ort zuerst die drohende Kriegsgefahr aufgezeigt, da ist es auch an  mir, zu zeigen, das diese Gefahr vorbei ist, obwohl sie von den Medien noch hochgehalten wird, damit man die Seiten mit Spannung füllen kann. Natürlich war die Gefahr sehr real … was nach einiger Zeit auch deutsche Politiker und Medienleute verstanden haben. Russland ist nicht der Irak, nicht Afghanistan, nicht Panama, nicht Grenada, Libyen, Syrien, Ägypten, Somalia, der Jemen, Pakistan oder welche Länder noch in den letzten Jahren alles unangenehme Aktivitäten der USA erdulden mussten. Während man den Deutschen gerne bei Chips und Bier vor der Mattscheibe verrotten lässt, hat man in Russland geostrategisches Denken noch nicht verlernt. Kein Wunder – in den letzten 200 Jahren hatte Russland oft “Besuch” aus Europa, dabei haben Napoleon und Hitler die meisten Verwüstungen angerichtet.

Quelle: Hier weiterlesen

 

WIR sind schon viel zu sehr ‘geprägt’, als dass wir noch zulassen, dass es auch andere Sichtweisen gibt.

Ob wir uns jetzt mit rechtsradikalem Gedankengut beschäftigen, in diesem Land, aber auch in den Ländern um uns herum, so geht die Tendenz immer wieder hin zu “Was nicht sein darf, dass nicht sein kann” oder auch umgekehrt. Normales Denken, auch hin zum Überzeugen, wird einfach nicht mehr angewandt, auch wenn groß und breit von sogenannter Diplomatie gesprochen wird. Mehr als Lippenbekenntnisse kommen aber meist nicht dabei raus.

Übrigens; gerade um die Mittagszeit den Fernseher eingeschaltet und was kommt? Es geht mal wieder ausschließlich um Wirtschaft, um Profite in dieser Krise zwischen Russland und der Ukraine und dem Rest der Welt. Die Angst der Menschen, global gesehen, vor einem Krieg, spielt in den Medien schon keine Rolle mehr.

Propaganda und Lügen bestimmen weiterhin die Medien, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele Zulieferer damit beschäftigt sind. Ideologien werden weiter wie Monstranzen als Gottgegeben vor sich her getragen. Heilig ist nur die Gier von Einzelnen und Vielen.

Die weit verbreitete Angst vor rechtem Gedankengut, egal in welchen Land, wird aber nicht dadurch bekämpft, dass man Argumentativ sich ein mischt, es wird einfach nur mit sogenannten Stammtischparolen ‘gefochten’. Dabei sind die Rechten, die Kackbraunen, die Nazis bisher in so einer verschwindend geringen Minderheit, dass man schon wieder mal ein Hubble-Teleskop braucht, um sie überhaupt zu erkennen, denn was der Faschismus auf dieser Welt bisher angerichtet hat, kann man aus normal denkenden Köpfen nicht einfach wieder entfernen.

Wenn Herr Putin zum Beispiel die Angst vor Faschisten schürt, dann vergisst er immer zu erwähnen, dass auch in seinem eigenen Land sich diese Art der Ideologie nach dem Ende des sogenannten russischen Kommunismus ziemlich mausig gemacht hat. Hinzu kommt dabei auch noch sein eigenes öffentliches Auftreten, welches ganz gut zu bestimmten kackbraunen Ritualen passt.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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