Fußnoten …

Ich werde mich jetzt wahrscheinlich weltweit mehr als unbeliebt machen.

Wir Menschen neigen dazu, uns für unsterblich zu halten. Deshalb gehen wir Risiken ein. Sind wir dann auch noch in einer besonderen privilegierten Position, werden wir schnell als etwas fast Gottähnliches angesehen. Nur sind wir halt keine Götter und damit auch verwundbar und sterblich. Wer dies nicht beachten will oder kann, muss sich nicht wundern, wenn es dann plötzlich einmal mehr als nur weh tut. Dass auch noch wirkliches Pech hinzu kommen kann, macht die Sache auch nicht besser.

So geht es gerade einem weltweiten Idol. Gefeiert als Held, sollte man dann doch auch wissen, dass Helden fast niemals wirklich alt werden. Hier kommt auch noch hinzu, dass diese Person oder Persönlichkeit in so manchen Bereichen immer wieder die Gefahr, welche ihm nicht nur droht, sondern auch schon begegnet ist, heraus gefordert hat. Dass es ihn jetzt in einer Situation quasi ‘erwischt’ hat, welche von vielen anderen Menschen als relativ harmlos eingeschätzt werden, macht die Sache eigentlich noch schlimmer, denn das Unterschätzen von Gefahrensituationen gehört mal leider zur menschlichen Eigenschaft. Unser Körper hat halt keine Knautschzonen.

Ich persönlich wünsche Michael Schumacher, dass er die jetzige Phase seines Lebens gut überwindet und wieder am normalen Leben teil nimmt. Ein wirkliches Drama wäre es, wenn irreparable Schäden zurück bleiben.

Michael Schumacher ist auch beileibe nicht Everybodys Darling. Er musste quasi um sich und seine Familie Schutzmauern errichten, denn seine Popularität konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass er auch Anfeindungen ausgesetzt war und ist. Ganz besonders übel wurde ihm der Weggang in die Schweiz angerechnet. Als Ausnahme-Athlet ist er in seiner ehemaligen Sportart unübertroffen bisher. Natürlich wird er von vielen Menschen hofiert, aber zugänglich für und zu ihm sind nur wenige. Verständlich.

Nicht weniger wichtig, aber auch nur als Fußnote zu bezeichnen ist die Tatsache, dass wir seit Monaten jetzt von den Enthüllungen durch Edward Snowden rein publizistisch ‘profitieren’ und gar nicht mehr merken, wie wir allesamt immer mehr durch unsere Gesetzgeber weltweit in eine Lebenssituation gedrängt werden, welche wir so in keiner Weise kontrollieren können. Dass Staaten wie die USA schon über einen längeren Zeitraum an klinischer Paranoia leiden, muss dabei nicht extra erwähnt werden. Dass dies aber nicht allein ein Werk von Politikern ist, sollte sich auch in unseren Köpfen verankern, denn eine ganz bestimmte Klientel auf dieser Welt hat nun mal den unstillbaren Anspruch, dass ihr Geld ihnen das Recht gibt, auch die wirkliche Regierung zu sein, denn nicht mehr die dafür vorgesehenen Personen haben hier das Sagen, sondern allein die ökonomischen Interessen von relativ Wenigen. Wer dies allein als Verschwörungstheorie ab tut, sollte sich dringend mal auf seinen Geisteszustand hin untersuchen lassen.

Dieses Video wurde mir von einem Leser des FIWUS übermittelt und ich muss sagen, nach diesen 45 Minuten war ich mehr als aufgeschreckt und ich frage mich immer wieder, was eine solche Gier überhaupt bewirkt bei Menschen, wenn sie doch eigentlich wissen sollten, dass niemand auch die geringsten Wertgegenstände in das Jenseits, sollte es denn eines geben, mitnehmen kann.

Als Fußnote Nr. 3 ist mir bisher eigentlich nur dieser Titel eingefallen: “Terrorismus – die Henne und das Ei”.

Und jetzt natürlich die obligatorische Frage: “Wer war zuerst da? Die Terroristen oder die Opfer/Täter der Gegenpartei?

Hält man mal die Fanatiker außen vor, entwickelt sich Terrorismus nicht aus dem Stand heraus. Oft ist es ein sehr langer Prozess, bis es zum ersten Einsatz gegen sogenannte Unschuldige kommt. Nur, wer ist überhaupt schuldig oder unschuldig? Terrorismus konnte und kann sich auch nur in dieser Form entwickeln, wenn die Medien sozusagen ‘mitspielen’. Je größer die sogenannte Aufmerksamkeit der Medien auf diese Problematik ist, umso grauenvoller sind die einzelnen Anschläge und Taten der Gegenseite.

“Wir werden den Terrorismus ausrotten” – dämlicher kann man an diese Situation gar nicht ran gehen. Bisher hat gegen Terrorismus noch jede Maßnahme versagt, sie musste dies sogar.

Nur ein Beispiel: Staatliche Gewalt gegen eine Volksgruppe. Kämpfe, Tote, weitere Kämpfe und Tote, ein undurchdringlicher Kreislauf, bis von dieser Volksgruppe nur noch wenige Menschen vorhanden sind. Das Hasspotential dieser wenigen Menschen steigert sich ins Unermessliche und dadurch wird dann auch die Strategie geändert. Keine offene Konfrontation mehr gegen einen direkten Gegner. Die staatliche Gewaltstruktur wird dann ins Leere laufen, die Betroffenen der staatlichen Gewalt ziehen sich in Verstecke zurück, zum Nachdenken. Die in der Zwischenzeit einsetzende vermeintliche Ruhe wird aber von staatlicher Seite aus nicht genutzt, um eine neue und friedliche Situation zu erschaffen, es gibt nur einen Status Quo.

Ich sehe in erster Linie eine mehr als dumme Staatsmacht, wobei das Wort “dumm” wirklich noch das Harmloseste ist, welches mir zu dieser Problematik einfällt. Dies ist das Dilemma “Putin” und jedes anderen Möchtegern-Herrschers. Nicht der Staat Russland ist unersättlich, sondern seine obersten Führer. Statt darüber nachzudenken, wie man aus der Gewaltspirale entkommen kann und/oder muss, wird einfach weiter Druck ausgeübt, kein Deckel wird von den Kochtöpfen entfernt. Könnte ja als Schwäche ausgelegt werden. Eine vermeintliche Ruhepause wird dann von den zukünftigen Terroristen zum Strategiewechsel genutzt.

Der Terrorismus ab Mitte der 60er-Jahre in Deutschland hat sich aus einer verfehlten gesellschaftlichen Situation entwickelt und wurde erst später direkt gegen den Staat gerichtet. Unter anderem hatten hier die Kinder der ehemaligen Nazis die Schnauze voll vom beschränkten Horizont ihrer Väter und Mütter. Dass dies erst 20 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs geschah, sollte eigentlich nicht so sehr verwundern, denn oft braucht es einfach einen längeren Zeitraum nach bestimmten Ereignissen, um sich über die nachfolgenden Situationen erst einmal klar und bewusst zu werden.

“Unter den Talaren der Mief von Tausend Jahren” war noch mit die harmloseste Aussage einer jungen Generation und gar nicht mal so zu unrecht.

Die anschließenden Repressionen des Staates waren dann nur noch mehr als nur unangemessen. Als die großen Studenten-Demonstrationen nur noch mit Gewalt ‘bekämpft’ wurden, gebar diese Gewalt ihre Kinder.

Guerilla-Aktivitäten wurden aber schon wesentlich früher entwickelt und waren nur ein Vorgeschmack auf dass, was wir heute als Terrorismus kennen. Opfer sind fast immer direkt Unbeteiligte und die Täter kamen inzwischen nicht nur aus dem beschränkten Raum Deutschland, denn diese umwälzenden Veränderungen wurden quasi weltweit aufgenommen und dann im Terrorismus eines “Carlos” nur noch weiter verfeinert. Terror war auch auf einmal eine sogenannte Modeerscheinung. Der Vietnam-Krieg und die sogenannte Kultur-Revolution eines Mao Tse Tung taten ein übriges. Die Denkweisen der Jugend veränderten sich mehr als rasant, weil auch die Eigenbildung der Bevölkerung sich in erheblichem Maße veränderte.

Nimmt man die letzten 20 Jahre, so hat sich die Gewalt, welche durch Staatsgewalten herbei geführt wurde, extrem vergrößert. Andererseits hat genau die Gewalt durch den Bürger gegenüber dem Staat Deutschland in erschreckendem Maße abgenommen, denn die Gummiwand ‘Staat’ wirkt. Alles prallt immer wieder ab. Auch wenn wir ja angeblich eine Demokratie sind, so wirkt sich dies inzwischen aber nicht mehr auf die Staatsgewalt aus. Legitime Demonstrationen werden vom Staat und seinen Gewaltorganen ausgiebig genutzt, um noch mehr Repressionen durch zu setzen. Gerade der Staat, seine Politiker und seine Beamten verweigern den Gesetzen mit Absicht ihre Beachtung und rufen quasi immer mehr zum Widerstand auf, obwohl wir eigentlich Gerichte haben, welcher dieser Staatsgewalt wenigstens theoretisch Einhalt gebieten könnten, aber dann auch zum Teil Urteile fällen, die sich jeglicher Logik entziehen. Und wirklich Macht zeigen diese Gerichte auch nicht, nur bin ich halt kein Jurist und kann somit auch nicht beurteilen, welche Durchsetzungsmöglichkeiten Gerichte in der Form überhaupt haben. Und die Machtkonstellationen der Parteien und Politiker in Berlin lachen sich einen Ast.

Die Veränderungen in den letzten 25 Jahren, seit dem Zusammenbruch des kalten Krieges, haben unserer Gesellschaft nicht allzu gut getan und über kurz oder lang wird sich dieser Zustand rächen, dass hat die Geschichte oft genug gezeigt, aber Realpolitik wird fast niemals von Geschichtsgelehrten gemacht, sondern zu meist von machtgeilen, aber auch gierigen Vollpfosten, denen nur an den eigenen Bedürfnissen gelegen ist. Wenn die Menschen, die man im allgemeinen das Volk nennt, irgendwann die Schnauze gestrichen voll hat, dann knall es mal wieder mehr als heftig und wird dann auch meist ziemlich blutig. “Der Krug geht halt so lange zum Wasser, bis er bricht” und dieser Spruch wurde nicht umsonst gesagt. Aber noch ist das Volk leidensfähig.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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