Vom 9.November 1989 bis heute

Es sind jetzt fast genau 25 Jahre her, dass dieses Ereignis UNS erstmals schockierte – und im Nachhinein auch erfreute.

Dass einzig eklige an dieser Tatsache ist, die Politik hat mal wieder alles verhunzt.

Wir feiern wohl einen Jahrestag, der auf den 3. Oktober gelegt wurde, weil der 9. November zu sehr durch die Reichskristallnacht belastet ist. Also haben wir genau solche Ereignisse nach dem Willen der Politik offiziell aus zu blenden.

Was feiern wir eigentlich heute? Die feindliche Übernahme unserer Brüder und Schwestern aus der DDR? Die nächsten dutzend Generationen werden dafür bluten müssen: wir hatten überhaupt kein Geld für diese Übernahme, die geschah auf PUMP – und deshalb hat Ackermann heute freien Zugang zur Kanzlerin.

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In die Jubelarien der etablierten Medien muss dieser Beitrag vom Eifelphilosophen wie eine schallende Watschn knallen.

Ich frage gar nicht erst nach, wo das Volk ist, welches diesen Tag noch bewusst erlebt hat, viele könnten mir darauf sowieso keine gescheite Antwort mehr darauf geben.

Ich persönlich habe diesen Tag am äußersten Stadtrand von Frankfurt am Main in Bonames erlebt, als ich abgeschottet in meinem Zimmer saß und mir irgendwas auf Video einverleibte. Ich lebte damals zur Untermiete und war mit der Vermieterin dermaßen verkracht, dass wir fast nur noch schriftlich verkehrten. Und da war dann plötzlich im Hof ein solcher Aufstand und Höllenlärm, dass meine Neugier sofort angefacht war; ich musste nachschauen, was los war.

“Die Grenze ist offen” war das Erste, was mir auf dem Hof entgegen schallte. Von meiner Vermieterin. Die vorrausgegangenen Ereignisse um die Botschaft in Prag waren ja an mir auch nicht vorbei gegangen und so war mir auch sofort klar, welche Grenze gemeint war. Meine erste Reaktion beim Nachdenken war: Es ist bisher kein Schuss gefallen.

Ich also sofort wieder in mein Zimmer, den Fernseher auf öffentlich-rechtlich gestellt und da waren die Bilder aus Berlin. Der Rest ist ja inzwischen lebendige Geschichte und wird in den Medien inzwischen seit Jahren hoch und runter genudelt. Dass wir Kinder des kalten Krieges dies noch erleben würden, daran war bis zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise zu denken, denn wir alle hatten ja nie etwas anderes gelernt und konnten uns selbst in guten Stunden einfach nicht ausmalen, dass eine Revolution, die sie ja war, ganz ohne Blutvergießen über die Bühne gehen könnte.

Ich selbst habe zu diesem Zeitpunkt ja noch als freier Kameramann gearbeitet und so folgten dann auch Aufträge, welche mich ins ehemalige Feindesland führten, mit zum Teil einschneidenden Erfahrungen. Was ich in der ehemaligen DDR so zu sehen bekam, erinnerte mich stark an meine Kindheit im zu 95% zerstörten Mainz, wo ich aufgewachsen bin.

Mein 14-tägiger Aufenthalt in der Gegend rund um Magdeburg, Halle, Dessau, Erfurt und andere kleinere Städte in Sachsen-Anhalt waren natürlich auch ein Trip in deutsche Geschichte, denn all diese Städtenamen waren mir natürlich geläufig, nur hatte ich niemals damit auch nur ansatzweise gerechnet, diesen Teil eines mir fremden Deutschland jemals zu Lebzeiten zu sehen.

Seit diesem Dreh im Frühjahr 1990 bin ich aber nicht wieder in den Osten gefahren, alles andere kenne ich inzwischen nur noch von Bildern ehemaliger Kollegen, denn für mich war im Dezember 1991 mein Engagement in der Filmbranche zu Ende, wobei schon damals klar war, dass unsere Brüdern und Schwestern aus dem Osten uns West-Werktätigen ganz schön Konkurrenz machen würden. Die Preise auf dem freien Filmmarkt fielen quasi ins Bodenlose, die ultra-brutale Marktwirtschaft hatte ihren Fuß in der bundesdeutschen Tür.

Heute schaut es natürlich wieder ganz anders aus, nachdem solche Herrschaften wie Gas-Gerd Schröder oder ein Wolfgang Clement und Franz Müntefering von den Sozialdemokraten diesen Staat komplett ‘umgebaut’ und den Sozialstaat ins genaue Gegenteil verkehrt haben. Über diesen Sozial-Kill jetzt noch zu lamentieren, lockt sowieso keinen Hund mehr hinterm Ofen vor, die Beiträge darüber im FIWUS sprechen ihre eigene Sprache.

In weiteren 25 Jahren werden unsere Kinder und Enkel fast nichts mehr darüber wissen, außer dass sie ab und an über einen TV-Beitrag daran erinnert werden, aber die Zusammenhänge werden heute schon nicht mehr besonders gelehrt, denn nach dem zweiten Weltkrieg war es ja auch nicht anders. Es wird staatlicherseits einfach zu viel verdrängt und vergessen oder besser gesagt, unter den Teppich gekehrt.

Dieser Tag heute ist ein politischer Tag und mit nichts zu rechtfertigen und er dürfte eigentlich gar nicht existieren. Dass er es trotzdem tut, interessiert heute keine Sau mehr.

 

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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