Darf ein Mann heute noch über Karrierefrauen schreiben?

Und überhaupt? Frauen an sich sind schon ein Thema, an welchem sich so mancher Mann ganz einfach die Zähne ausgebissen hat, selbst mit künstlichem Gebiss.

Da wäre ja zuerst mal der Begriff Emanzipation. Oh ja, den Begriff gibt es schon seit ziemlich langer Zeit. Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit. Dieses Ziel ist auch heute noch nicht annähernd erreicht. Konservativ denkende Kreise können gar nichts mit diesem Begriff anfangen, auch wenn sie sich nach außen sehr weltoffen geben.

Mein ‘Aufhänger’ ist heute ein Artikel aus der FAZ, von einer Frau geschrieben.

Heute hingegen können viele Frauen nachfühlen, wie es Clara Schumann damals ging. 117 Jahre nach ihrem Tod existiert eine ganz neue Schicht von klugen, ehrgeizigen Frauen, die ein ähnliches Leben führen wie sie. Sie müssen dafür keine Stars sein, und sie brauchen auch keinen wohlwollenden Ehemann, der ihnen das Arbeiten erlaubt. Sie können wählen, weil sie klug sind, gebildet und ehrgeizig. Und sie verwirklichen das, wovon ihre Großmütter träumten: Sie studieren, was ihnen gefällt, und ergreifen die Berufe, die ihnen passend erscheinen. Sie arbeiten als Anwältinnen, Ärztinnen, Richterinnen, Forscherinnen, Architektinnen, Wirtschaftsprüferinnen, in der Regierung, in der Bank, im Maschinenbauunternehmen.

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Es sind diese kleinlichen Aufzählungen, welche mir nur sagen, dass sich eine wirkliche Emanzipation bisher nicht eingestellt hat.

Jeder einzelne Berufszweig hat natürlich ihre sogenannten ‘Vorzeige-Damen’, aber wenn man hinter die Kulissen schaut, sieht die tatsächliche Welt doch für sie ganz anders aus. Diese, unsere Welt wird nun mal vom Macho bestimmt. Das ist einfach Fakt.

Einige Tausend Jahre haben es auch bis heute nicht hinbekommen in den männlich Gehirnen, dies, wie auch immer gesehen, abzuschalten. Der Mann fühlt sich immer noch als Beschützer und Versorger und dies ist in so manchen Situationen auch gar nicht so falsch.

Mein eigenes Berufs- und Privatleben wurde oft genug auch von Frauen bestimmt und zu 99% kam es nur ganz selten zu Differenzen, welche sich meist auf berufliche Dinge konzentrierte. Wenn ich einmal aufmuckte, gab es immer gute Gründe dafür und ich konnte dann meist auch überzeugend auftreten und die Probleme aus der Welt schaffen. Wenn gar nichts mehr ging, habe ich auch meine eigenen Konsequenzen gezogen und bin meist gegangen.

Frauen in Führungspositionen sind ein ganz eigenes Kapitel in der so genannten Evolution. Frauen waren und sind meist härter als Männer, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aus sieht. Trotzdem haben sie dabei dass Problem, dass sie, wenn es nach der Honorierung geht, wesentlich schlechter gestellt werden als Männer, denn sie werden meist von Männern so eingestuft. Nur bei den sogenannten ‘Mann-Weibern’ haben sie möglicherweise bessere Chancen, aber dass ist eine reine Lotterie.

In ihrem Buch „The XX Factor“ untersucht Wolf diese neue Schicht von Frauen – da ist sie ganz Ökonomin – anhand von Zahlen und Daten. Wie leben sie? Wie arbeiten sie? Wie lieben sie? Was essen sie? Was tun sie im Haushalt? Wie viel Sex haben sie? In ruhigem Ton präsentiert sie eine Statistik nach der anderen, die zeigt: Hier hat sich eine Schicht von Frauen abgesetzt vom Rest ihrer Geschlechtsgenossinnen, prescht vor bei Verdienst, Einfluss, Arbeitsstunden. Und nicht nur das: Die neuen Frauen organisieren den Haushalt anders (mehr Putzfrauen, mehr Beteiligung des Ehemanns), sie haben anderen Sex (sie fangen vor allem erst später damit an), sie gebären anders (später oder gar nicht), und sie kümmern sich anders um ihre Kinder (mehr!).

Frauen spielen Männerrollen – und scheitern damit auch oft genug. Das sind nur meine Erfahrungen, hat nichts mit Statistiken zu tun, denn diese sind dabei so nützlich wie ein Loch im Kopf. Keine Statistik erfasst dabei das Gefühlleben von Frauen zu ihrer Umwelt.

Wir Männer können ganz bestimmte Gefühle quasi abschalten im Berufsumfeld, Frauen können das weniger. Die Ratio hat halt einen großen Einfluss auf Entscheidungen und die ist bei Männern einfach stärker ausgeprägt.

Diese neue Schicht der Alpha-Frauen verändert die Gesellschaft.

Schon dieser Begriff jagt mir persönlich einen Schauder über den Rücken und dabei habe ich garantiert keine Vorurteile im Sinn, denn wenn es nur noch Alpha-Weibchen gäbe, hätte die Menschheit ein wirkliches Problem und sie würde sich über kurz oder lang selbst ausgerottet haben.

Nur eine wirklich gleichberechtigte Partnerschaft kann wirkliche Vorteile bringen auf Dauer, aber dass müsste der Menschheit im Ganzen einleuchten. Und diese Erleuchtung sehe ich auf diesem Planeten wirklich noch lange nicht. Dazu werden sogenannte Glaubensüberzeugungen und Ideologien immer noch zu sehr beansprucht, von Frauen und Männern.