Die Unerträglichkeit des Seins

Dies ist kein Informativer Blogbeitrag!
Dies ist schlicht eine Abrechnung, kurz und knapp, die meisten werden – so sie es dennoch lesen, konstatieren – übergeschnappt!!
Jeder der möchte kann inzwischen die Todesraten der an Hunger sterbenden aktuell studieren.
Jeder der möchte kann lesen, wie viele Kinder weltweit „verschwinden“ – deren Organe sich später wieder in den Körpern zahlungskräftiger Mitmenschen finden, oder – schlimmer? – die als Spielzeuge in den Kellern perverser Mitmenschen langsam zu Tode bespielt werden!
Unsere politischen Eliten lassen sich von organisierten Verbrecherbanden alles Erdenkliche an Dekadenz und menschenverachtendem Sklaventum, direkt neben uns, in unserer Nachbarschaft bereithalten, sie rangieren nur einen Millimeter unter den schlimmsten Oligarchen, die Ihre krankhaften Bedürfnisse ganz privat vorhalten.
Es gibt keine auch noch so abartige Phantasie, als dass sie nicht ein Mensch, der zahlungskräftig genug ist, für sich realisieren könnte – dies alles, dies alles geschieht mit unserer Beihilfe, wir sind willige, unmündige, dressierte Kreaturen, die statt in Sklavenkäfigen in Villen oder Baracken hausen, die entweder glauben, „es geschafft zu haben“, oder verzweifelt versuchen „es zu schaffen“.
Nur – was wollen wir schaffen?
Mit Hingabe pflegt Anna die alte Frau Schuster, sie säubert sie täglich, hilft ihr mit all der Empathie die ein sensibler, liebevoller Mensch nur haben kann beim Essen, bei all den täglichen Verrichtungen, sie ist täglich acht Stunden bei Frau Schuster, gemeinsam mit Bea und der erfahrenen Gisela, pflegt sie Frau Schuster in deren Villa, die am Wannsee nahe Berlin liegt.
Frau Schuster ist die Gattin eines Industriellen, sie ist 98 Jahre alt, seit der letzten schönheitschirurgischen Operation liegt sie im Wachkoma, für Frau Schuster wird alles nur erdenklich mögliche unternommen, damit sie noch eine schöne Lebenszeit genießen kann.
Anna, Bea und Gisela üben einen wunderbaren Beruf aus, sie erhalten von der Familie Schuster einen schönen Lohn und jede von ihnen hat ein eigenes Appartement mit seperatem Eingang in der Villa, oder einem der Nebengebäude.
Natürlich haben sie auch ihre eigenen Wohnungen in Berlin, sie sind Spitzenkräfte, wirklich fähig!
Wer etwas zu leisten vermag, der bekommt auch den gerechten Anteil.
Anna, Bea und Gisela waren früher in gewöhnlichen Heimen, dort konnten sie kaum die Zeit erübrigen, den ihnen anvertrauten Menschen auch nur halbwegs in Würde und mit Zuneigung die nötige Hilfe zu erweisen, sie verdienten gerade mal so das nötige, um selbst die laufenden Zahlungen leisten zu können.
Diese Zeit ist zum Glück vorüber, so denken alle drei, heute lieben sie ihren Beruf, sie haben auch einen Ruf, sie werden nie mehr in Heimen arbeiten.

Gerade ist in Somalia Ababou von Abraha einem Kindersoldaten erschossen worden.
Ababou´s Mutter wartet nun vergeblich, Ihre Tochter wird nie mehr zurückkommen!
Abraha kennt nur das Mündungsfeuer, nachts kämpft es sich am besten, die Nacht ist gütig, man sieht nicht die Angst in den Augen der Ermordeten, einst hofften die Eltern Abraha´s er möge wie das Licht des Tages, Freude ins Leben bringen und selbst ein glücklicher Mensch werden.
Ababou und Abraha waren und sind Insassen eines gigantischen Konzentrationskontinents.
Dieser Kontinent wird von Menschen, die gewissenlos, grausam und vor allem willig, gegen materiellen Reichtum und zugestandene Macht, Ihre eigenen Mitmenschen zu noch tiefer im sozialen Gefüge der furchtbaren Herde vegetierenden, Kreaturen dressieren, bewacht.
Das funktioniert seit Jahrhunderten so, seit ich lebe – profitiere ich von diesem Wahnsinn, es ermöglicht meinen Herrn, mich besser unterzubringen, mir dickere Knochen hinzuwerfen.
Ich war jahrelang ein räudiger Schuft, der sich nicht übergeben musste, wenn er sein Festmahl mit anderen räudigen Schuften teilte, einer der sich selbst betrog, einer der wirklich nur ein schlichter Trottel des Systems war, einer der zwar rational diese Dinge erkannte, der jedoch sich selbst ständig beschwichtigte, selbst dafür koch keine Schuld zu tragen, einer der Patenkinder finanzierte und dabei noch glaubte etwas Gutes zu tun.
Leute, bin ich verrückt? Leute, die meisten von Euch hätten vor zehn Jahren mit mir sicher gerne die Tafel geteilt, doch heute, heute haltet ihr mich für verrückt!
Ich bin wohl immer noch verrückt, da ich immer noch lebe!
Sollte man je von Verrückten sprechen, so müsste man wohl damit die herrschenden Menschen bedenken, sie sind verrückt – weggerückt – aus dem Alltag jener gerückt, deren Zusammenleben sie eigentlich mit Klugheit und Vernunft durch bestmögliche Regularien zum Wohle allen Seins unterstützen sollten.
Stattdessen leben sie in einer anderen Welt, einer völlig abartigen Welt, einer Welt des absoluten Egos, ja es ist der Absolutismus der Verrückten.

Sensible Menschen müssen in so einer Welt fast zwangsläufig seelische Probleme bekommen, Menschen die auf Grund ihrer Veranlagung etwas anders empfinden und reagieren, sind nicht krank, sondern schlicht anders, in einer harmonischen, eben gut geführten (so wir glauben Führung benötigen zu müssen – ich persönlich glaube es wäre eine soziale Anarchie durchaus darstellbar, lebbar und natürlich denkbar) Lebenssphäre, wäre diese Menschen eine Bereicherung, kein Makel.
Die Devise für den arbeitenden Menschen lautet:

Versuchen sie, die Realität nicht so an sich heranzulassen, bedenken Sie – letztlich ist die Bedeutungslosigkeit immanent, je weniger man emotional auf die fürchterliche Dummheit der Herrschenden und der zufrieden Beherrschten reagiert, desto mehr Reflektionsraum bleibt, den Rest der belebten Welt wahrzunehmen.
Sollten sie dennoch das Gefühl entwickeln zu zerbrechen, riskieren sie den Ausbruch, verweigern sie sich dem Establishment, seien sie kreativ, sie können es schaffen, jeder kann es schaffen.
Bei diesem Satz – diesem Anhang am Satzgebilde, diesem Wurmfortsatz, wird mir vor meinen eigenen Worten übel: „Jeder kann es schaffen!“
Dieser Slogan, diese Motivationskeule, sie durchdringt unseren Alltag, wie ein abführendes Klistier.
Es kriecht sie Darmwindungen der sozialen Verdauungstrakte entlang und zersetzt die Menschlichkeit, bildet aus dem bunten Strauß einst leuchtender Hoffnungen und fröhlicher Zuversicht, die stinkende Masse, die am Ende die Realität unter diesem immer wieder braunen Haufen der Verachtung jedweder Kontemplation und Lebensfreude erstickt.
So formuliere ich anders: „Jeder Mensch kann frei sein!“
Und ich werde noch deutlicher, sollte man nicht vor Scham augenblicklich im Boden versinken, angesichts der schreienden Ungerechtigkeit die wir Menschen auf dieser Welt dulden und mitgestalten?
Ich kann die Petitionen im Internet nicht mehr ertragen, dieses Ausfüllen eines Formulars, dieses Klick-Empören – tausendfach – ja hunderttausendfach – doch im September wählen wir zu Millionen wieder die gleichen widerlichen Menschen in die Parlamente!
Wir dulden, dass Menschen die ganz offensichtlich, vielfach bewiesen, anhand von dutzenden von Dokumenten belegt, von einem Klüngel aus Politikern, Juristen, Gutachtern die am längsten Hebel hocken bei lebendigem Leib begraben werden, ja wir bezahlen diese Verbrecher, wir ziehen den Hut vor ihnen wenn sie an uns vorbeigehen, die wenigsten spuken aus, das Groß duldet alles!
Kennen wir diese Zeiten nicht mehr? Haben wir schon wieder alles, ja alles vergessen?
Ist unsere pawlowsche Belohnung, unser Geiffer, unsere verfluchte Konsumdressur so immanent, dass die Verbrechen, die die Wächter der globalen Hölle für uns kleine Teufel, die wir unsere Gartenzäume im Sommer mit dem Blut der Verhungerten Millionen streichen, so wirksam, so geisttötend, dass die winzige Wahrscheinlichkeit zu den an den Rand gemobbten, den marginalisierten, dem sozialen Müllhaufen im eigenen Vorgarten, im eigenen Land als akzeptables Risiko, ja als gerechte Strafe für unwillige, aufmüpfige schon wieder mit einem wohlwollendem wau
Wau, wau, wau, und dem Wedeln des nicht am Rückgrat vorhanden, des imaginären Schwanzes bedacht wird?
Was sind wir anders, als dressierte Hunde, die – sind sie eines widerlichen Herrchens Gut – jeden zerfleischen auf den man sie hetzt?
Täglich verhungert menschliches Leben im Sekundentakt, seit Jahrzehnten glotzen wir blöd in die Medienkisten, grunzen dissonant und voller innbrünstiger Heuchelei unsere Mitmenschlichkeit in Chorälen durch Sektenhallen, pilgern voller selbstgerechter Seeligkeit über die Wege, manche tragen ein Kreuz, manche ein Megaphon, andere beides, wieder andere versammeln sich , trillern mit Plasikpfeifen, oder pfeifen selber – aus dem letzten Demonstrantenloch, um am nächsten Tag in der Arbeit den Profit der Verbrecher zu steigern.
Meinungsfreiheit, dass ich nicht lache, so debile, Viecher wie wir es sind, muss man nicht mehr an die Kette legen, sie dürfen – so wie ich hier – täglich tausendfach schreien, plärren, aufmucken, herumtrollen, – sollte wirklich mal das Herrchen meinen, es reicht, dann kommt man in den Zwinger, oder es zerreißt einen vielleicht sogar eine Drohne – ein ehrenhaftes Ende – für einen Hund, der endlich kapierte, dass es unerträglich ist, – als Mensch ein räudiges Vieh zu sein, welches – wo auch immer – letztlich einem entsetzlichem Moloch an den Fersen klebt.
Der Hund der beißt, wird von seinem Herrn erschossen, so er den falschen beißt!
Wir leben ein unerträgliches Sein, desto reicher einer ist, desto unerträglicher ist sein Leben!
Doch gerade diese maximal mögliche Unerträglichkeit ist es, nach der die meisten Menschen streben!
Ich möchte ein Hund sein, der sich trollt, der noch einen riesen Scheißhaufen mitten in die Bettlacken seines Herrchen lädt, stinken soll er, so unglaublich stinken, und ich pisse noch darüber, damit das braune Zeug tief in die Poren der Matratze sickert – nichts wäre schöner, als würde Herrchen sich inmitten dieser Kacke wiederfinden, er wäre endlich dort angekommen wo er hingehört.
Doch mein Schiss, war weniger als ein Fliegenschiss, ich habe mich getrollt, doch letztlich bin ich so nichts weiter als ein günstiger Insasse, die dressierten Hunde müssen für meine Verwahrung nicht bezahlen, dafür kann ich einsam meine Wege wählen, immer noch besser als in diesem verfluchten Zwinger zu dienen.
Mensch, Kreatur die Du bist, verflucht, kapier, fang endlich zu denken an!
Es sind tausende, ja wohl Millionen die so wie ich durch die Landschaft schleichen, komm zu uns, lass uns eine neue, freie, andere Art Menschen sein,
mach dich nicht so klein, du könntest frei sein!
Leg die Arbeit nieder, wirke füreinander, schenk einander eure Talente, leg Verstand und Hand dort an, wo es sinnvoll und wichtig ist!
Doch rühr keinen Finger für den Bau von Waffen, Plästen, dekatentem Spielzeug für deine Herrchen, für Gewalt gegen Andere ob Flora ob Fauna, für die Planung und die Verwaltung der Vernichtung der Erde, einer Erde die so wunderbar und grandios das Wunder des Denkens schuf!
Verflucht, bist du wirklich schon so dressiert, dass kein Schimmer Licht mehr in deine Dunkelheit dringt? Glaubst Du wirklich, du musst dein Leben eben so – und nicht anders leben?

Menschen – Kreaturen die Ihr seid, verflucht, kapiert, beginnt endlich zu denken!
Betrügt Ihr Euch schon so perfekt, dass dieses bequeme, oder vermeintlich aufgezwungene Leben – es muss wohl so sein – Euch wie die Elektrode im Arsch, das Hirn verbrennt?
Seid Ihr wirklich pawlowsche, konditionierte Kreaturen?
Wacht endlich auf!!!!!!!!!!!!!!
Versucht es – und wenn es nicht klappt:

Für einen Eingesperrten kann ein gutes Buch und eine gehegte Zimmerpflanze mehr erfüllte Stunden bedeuten, als für einen Regierungschef oder Oligarchen, der den Tag inmitten von Prunk, Heuchelei und Anbiederung zu verbringen hat – wir sollten uns eher in eine Zelle wünschen, als in die Villen und Paläste !
Dort sind wirklich die Verrückten!

Über den Autor

Oberham
Mensch der aus der Konsumgesellschaft so weit wie möglich ausgetreten ist! Sozialer Anarchismus spiegelt die immanente Bedeutungslosigkeit, Hierachien und Umverteilung sind die Eltern von Elend und Armut!

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