Gefördert…

1a_Vogelfreiheit

 

Wie es aussieht in Deutschland ist bitter, es geht nur noch darum, am meisten Geld für die eigene Kasse abzustauben, – gerade auch bei den sogenannten Arbeitgebern. Dafür ist nichts zu schade, auch nicht über Leichen gehen im Notfall.
Und wieder scheint sich eine Freundschaft zu zerschlagen, weil wir kein Geld haben,- weil wir hungern,- nicht mithalten können. Das Witzige ist dabei, dass die befreundete Person selber ihre Frührente mit Hartz IV aufstocken muss,- dass mein Mann dort immer geholfen hat, wenn es irgendwie gefehlt hat: Holzhacken, Garten bebauen und pflegen, etc., kostenlos. Diese Person ist alleinstehend, hat keine besonderen Ausgaben, aber sieht nun auf uns herab, weil wir einige Nebenkosten mehr haben und nicht „mithalten können“.

Mein Mann war auch immer arbeiten, was sein Chef über ihn behauptet, sind glatte Lügen. Wir haben Zeugen dafür, dass er gearbeitet hat. Schliesslich ist seine Arbeit ja öffentlich, und die Menschen sehen ihn.
Wie es damit läuft, und was hinter dem Theater steckt, habe ich zusammen notiert. Es scheint auch so – mein Eindruck nach den letzten Terminen beim Jobcenter – als ob die Verwaltung, der Arbeitgeber, und das Jobcenter ein halbwegs inniges, einträchtiges Verhältnis pflegen.
Mein Mann isst nur noch am Abend etwas, und so wie es aussieht, ist ab nächste Woche nicht einmal mehr das drin, bis dann am Ersten das Geld wieder da ist. Aber, das Ganze wirkt sich aus: Er traut sich kaum noch zu essen. Ich treibe ihn zwar noch dazu, jedenfalls am Abend, wenn er zu Hause ist. Trotzdem…

Hartz IV muss weg, und eine menschenwürdige Lösung gefunden werden.

Arbeitsförderung heute:

Zuerst denkt man nicht darüber nach, was da so dahergeredet wird. Alles ist noch relativ frisch nach dem ersten Jahr bei der Arbeitsstelle, und es ist ja auch gut gelaufen, überwiegend. Doch nun ging es um Verlängerung. Also, sagte der Chef: „Sie müssen sich eben nicht so gut einschätzen, und nicht so toll loben.“ Man zuckt mit den Schultern, und geht erst mal darüber hinweg. Schliesslich wird man sowieso nicht gefragt.
Damals war es auch geldmässig noch erträglicher. Okay, knapp war Geld immer unter den gegebenen Bedinungen, aber so krass wie es inzwischen ist, war es damals – vor 6 Jahren – noch nicht.
Die Verlängerung wurde gewährt, und das nächste Jahr ging vorbei – auch noch unauffällig, und was das Arbeitsklima betraf, auch noch recht gut. Es gab sogar Belobigung und eine kleine Prämie.
Dann war der 1.—Eur-Job Geschichte, und der Arbeiter wurde übernommen. Aber, eben nicht mit einem normalen Vertrag, wie früher, sondern mit einem anderen Förderprogramm versehen. Dieses lief zwar zeitlich länger, aber es unterliegt Kontrollen. Die werden zwar kaum wahrgenommen, aber letztendlich geht es sowieso nur wieder um Geld. Im Zweijahresrhythmus ungefähr werden die Verträge verlängert, oder neu gewährt, bisher.

Die Stadt braucht Geld, auch die Tochterunternehmen. Überall sind die Kassen ziemlich leer, und die teilprivatisierten „Töchter“ beruhen sowieso auf Schulden, die dann in Guthaben umgewandelt werden müssen. Das heisst, dass das bei der Bank aufgenommene Geld im Jahresablauf irgendwie erwirtschaftet werden muss. Nach Möglichkeit sollte dabei noch ein Guthaben dabei herauskommen.
Wie schwierig das in diesen Zeiten ist, können wir uns ja vorstellen. Also, bietet es sich an, wenn es eng wird, dies eben mit Hilfe geförderter Arbeitskräfte zu versuchen. Und wenn es ganz eng wird, muss auf deren Kosten eben noch ein wenig Guthaben geschunden werden.

Wenn einige Zeit abgelaufen ist, wird geprüft, wie gut diese Leute arbeiten inzwischen. Es soll sich ja bessern, und wenn das der Fall ist, werden schon mal 10 % des Fördergeldes abgezogen. Der Arbeitgeber hat dann also Einbussen, die ihm zu schaffen machen. Irgendwie muss das wieder ausgeglichen werden.
Der Arbeitsvertrag ist sowieso schon so abgefasst, dass das Integrationsziel für den Arbeiter ad absurdum geführt wird:  Ohne Förderung keine Arbeit. Fällt die Förderung weg, wird er entlassen.
Doch nun, mit der Tatsache, dass erst einmal gekürzt wird, macht der Chef etwas daraus, das schizophren anmutet. Der Arbeiter soll volle Leistung bringen, möglichst verfügbar sein, aber es darf nicht auffallen, dass es so ist. Er soll bitte offiziell schlecht sein. Spielt er dabei nicht so ganz wunschgemäss mit, wird er schlecht gemacht. Seine Schwachstellen werden gnadenlos gegen ihn gekehrt, und ausgenutzt.
Und, wenn das nicht reicht, will man ihn loswerden. Denn, es warten ja Dutzende andere Arbeitswillige, die dann erst einmal ohne Probleme billig sind.
In der Zwischenzeit wird gekürzt was das Zeug hält, und uns fehlt fast jeden Monat etwas am zustehenden Geld.

Inzwischen ist der Arbeiter depressiv und verzweifelt, weil dieser weiss, dass er aus diesen bösen Verhältnissen so einfach nicht herauskommt. Und selbst wenn, die Armut, der Hunger würden bleiben.
Jeden Monat ist der Hunger zu Gast, die Gesundheit bleibt mehr und mehr auf der Strecke, die Lebensenergie schwindet zunehmend.
Niemals gut genug…

„Die Eingliederungsvereinbarung ist eine Sache zwischen dem Arbeitnehmer und dem Jobcenter. Dieses Arbeitsverhältnis ist an die Beschäftigungsförderung des Jobcenters gekoppelt. Ohne diese Förderung könnte er nicht beschäftigt werden.Ich glaube die Vereinbarung kann ohne Sorge unterschrieben werden.“
Das also war der Kommentar des Chefs zur EGV des Jobcenters.
Diese Sätze greife ich heraus, um sie zu beleuchten:

„Dieses Arbeitsverhältnis ist an die Beschäftigungsförderung des Jobcenters gekoppelt. Ohne diese Förderung könnte er nicht beschäftigt werden.“ Unter Ziele in der Eingliederungsvereinbarung ist dann auch nur noch eben die Ausführung der geförderten Arbeit angegeben, und nichts weiter.
Was aber bedeuten diese Sätze für den Arbeitnehmer?:
Er wird nie gut genug sein, weil er nicht gut werden darf. Egal wie gut er in Wirklichkeit seine Arbeit auch verrichten mag – sogar überdurchschnittlich pünktlich und gewissenhaft – das wird sich nirgendwo niederschlagen. Wenn der Arbeitnehmer nämlich nachweislich gut wird in Bezug auf seine Arbeit, dann macht er ja Fortschritte und fällt also aus der Förderung heraus. Dafür – nämlich für dieses Herausfallen aus einer Förderung weil man gut ist – das eigentliche Ziel erreicht hat – gibt es nichts Vorgesehenes – weder beim Arbeitgeber, noch vom Jobcenter aus.
Das ist für den Arbeitnehmer frustrierend, aber erst einmal nicht zu ändern, wenn er in einem solchen Arbeitsverhältnis steht.

Dazu kommt aber, dass ein solches Arbeitsverhältnis geradezu eine Einladung an Chefs ist, die eine sadistische Ader haben. Mobbing und Bossing sind damit Tür und Tor geöffnet, und wir kennen Chefs, die das auch kräftig ausnutzen.
Der Inhalt zwischen Chef und Arbeitnehmer, oder dessen beauftragter Person ausgetauschter eMails wird vom Chef im Betrieb offen herumerzählt.
Der Chef erzählt den anderen Kollegen und Kolleginnen, dass die Arbeitsleistung des betroffenen Arbeitnehmers nicht in Ordnung – zu gering und unsauber – sei. Und das, nur um zu unterstreichen, dass ein solcher Arbeitnehmer eben nie genug leisten kann, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Denn, dieser Arbeitnehmer ist allgemein dafür bekannt, dass er pünktlich und zuverlässig und auch sauber arbeitet.

Das Bossing und Mobbing geschieht auch deshalb, weil sich dieser Arbeitnehmer nicht schweigend alles gefallen läßt, sondern aufmuckt, und auch schon mal auf nicht so angepasste Art und Weise darauf aufmerksam macht, was nicht in Ordnung ist.
Leider ist das der Betriebsleitung egal, bzw. da wo der Arbeitnehmer eventuell mal daneben liegt, wird nicht darauf eingegangen, sondern nur weiter gebosst. Es werden Anweisungen gegeben, die unnötig sind, weil schon erledigt,- oder eben welche, die auf üblichem Wege nicht so einfach zu erledigen sind, wie zum Beispiel: Zigarrettenkippen vollständig aus den Ritzen der Kopfsteinpflaster zu entfernen,- es sollen Sondereinsätze nicht bezahlt werden, weil der Arbeitnehmer angeblich Sollstunden hat,- und so weiter.
Den Betriebsrat kann man getrost vergessen, denn der ist auf Linie gebracht.

Nach langer Krankheit des Arbeitnehmers wird nicht langsam begonnen mit der Schwere, oder Dauer der Einsätze, sondern gleich volle Leistung abgefordert, obwohl ein ärztliches Attest vorliegt, das noch eine Weile Schonung fordert. Einige der Kollegen haben nur darauf gewartet, dass der betroffene Kollege wieder da ist, und haben sich entweder Urlaub genommen, oder selber krank gemeldet.
Einer der Kollegen drängte über gemeinsame Bekannte schon während der Krankheit des Betroffenen, dass er „vorwärts machen solle mit dem Gesundwerden, denn er selber sei auch mal dran“.
Und das, obwohl der Betroffene innerhalb 5 Jahren lediglich 2 mal krank war.

Und, es wird damit erpresst, dass dem betroffenen Arbeitnehmer ja jederzeit die Lebensgrundlagen entzogen werden können, wenn er nicht spurt. Die Arbeit verlieren, und dann noch gesperrt vom Jobcenter, oder sanktioniert. „Da könnt Ihr zusehen, wo Ihr bleibt“, sagt der Chef. Und er sagt auch, dass sie alle wohl anderswo keine Arbeit erhalten würden, denn: „“Zu viele Defizite, zu alt, zu behindert…“

Er aber, – der Chef,- fordert einen menschlichen und achtungsvollen Umgangston ihm selber gegenüber ein.
Es sind ja „nur“ seine „Untergebenen“, und die sind nie gut genug.
Nachdem also der Arbeiter durch die Hölle geht, wird er zurechtgestutzt. Mittels krankmachenden Methoden wird der Arbeiter dann schon in seiner Leistung nachlassen, und dann wurde das erreicht, was man sowieso wollte. Und, sowieso: Es wird ja an den Stunden manipuliert – an den Stunden der sowieso schon Teilzeitstelle wird noch mehr herumgeschnippelt. Eigentlich ist das nicht zulässig, aber Hartz IV Arbeiter sind ja doof, die kommen da nicht dahinter. Der Chef ist weisungsberechtigt, – der Betriebsrat wird kalt gestellt,- der Personalrat kuscht sowieso, also.
Und nun haben wir also folgendes Schreiben, als Notwehr sozusagen, an die Arbeitsagentur gesandt – und an den obersten Arbeitgeber: Den Oberbürgermeister.
An den
Leiter des
Jobcenter Landkreis Calw
Sowie den zuständigen Fallmanager
Jobcenter Calw
Untere Brücke 1
75365 Calw

Betr.: Arbeitsstelle bei den Servicebetrieben Calw
Stundenweise Arbeitlosmeldung.

Vollmacht:

Für Frau Inge Jurk-Prommersberger – wohnhaft ebenfalls Teuchelweg 11 in 75365 Calw.

Da ich viele meiner Angelegenheiten nur sehr schwer selber regeln kann, weil ich des Schreibens nur dürftig im Stande bin, – weil ich auch Schwierigkeiten mit dem Verständnis von Worten und Zusammenhängen habe.
Meine Frau Inge Jurk-Prommersberger ist bevollmächtigt, mir in allen meinen Angelegenheiten zu assistieren und mich zu vertreten.

Gez.:

Stundenweise Arbeitslosmeldung:

Sehr geehrte Damen und Herren.

Hiermit melde ich – im Auftrag – meinen Mann Siegfried Prommersberger stundenweise arbeitslos.
Diese Arbeitslosmeldung ergibt sich aus dem Vorgehen des Betriebsleiters gegenüber seinem Arbeiter Siegfried Prommersberger. Dieses Vorgehen wurde bedauerlicherweise vom Personalrat abgesegnet.
Der Betriebsleiter gestattet meinem Mann, Herrn Siegfried Prommersberger nicht, seine Arbeitszeit von 25 Stunden in der Woche, die vertragsmässig festgeschrieben ist, voll wahrzunehmen. Er besteht auf kürzeren Arbeitszeiten, und behauptet, diese dann durch Sondereinsätze oder Vertretungen ausgleichen zu wollen. Leider findet das zumeist nicht statt. Um die vorhandenen Fehlzeiten dann zu seinen Gunsten verrechnen zu können, behauptet er, mein Mann hätte Arbeitsverweigerung begangen, und zieht die Fehlstunden vom Lohn ab.

Das Vorgehen wegen Arbeitsverweigerung, und angeblich nicht geleisteter Arbeit wendet der Betriebsleiter auch willkürlich an.
Die Behauptung, dass mein Mann Siegfried Prommersberger nicht arbeite, – nicht arbeiten will, – Arbeit verweigere, – die Anschuldigung, dass er Lohnbetrug begehen wolle, dass er schlecht arbeite, etc., weisen wir als unwahr zurück.
Wenn mein Mann trotz der gegenteiligen Anweisungen des Betriebsleiters seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt, anerkennt dieser geleistete Arbeit nicht.

Hier nun ein Auszug aus dem Arbeitsvertrag:

Aus dem Arbeitsvertrag:

Auszug aus dem Arbeitsvertrag, nach den Bestimmungen des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge – Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) – vom 21. 12. 2000 (BGBI.IS.1966)

Der Beschäftigte wird eingestellt:
Als Teilzeitbeschäftigter mit einer durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 25 Stunden für die Dauer der Bewilligung des Beschäftigungszuschusses nach § 16e, Absatz 6 SGB2.

Der Beschäftigte ist im Rahmen begründeter betrieblicher, dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet.

Das Arbeitsverhältnis bestimmt sich nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) und den diesen ergänzenden, ändernden oder ersetzenden Tarifverträgen in der für den Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) jeweils geltenden Fassung einschliesslich des Tarifvertrages zur Überleitung der Beschäftigten der kommunalen Arbeitgeber in den TVöD und zur Regelung des Übergangsrechts (§ 1. Abs.2 TVÜ-VKA). Ausserdem finden die im Bereich des Arbeitgebers jeweils geltenden sonstigen einschlägigen Tarifverträge Anwendung.

Das Arbeitsverhältnis endet mit dem Wegfall des Beschäftigungszuschusses. Tritt dieser Fall ein, wird es mit sofortiger Wirkung fristlos gekündigt.

Die Probezeit entfällt.

Der Beschäftigte ist in der Entgeltgruppe 1 eingruppiert.
(§ 17 TVÜ-VKA).

Sonstige Abreden sind unwirksam, wenn sie nicht schriftlich vereinbart werden.

Der obige, letzte Satz erscheint wichtig, denn was sich der Betriebsleiter erlaubt, scheint ein Missbrauch seines Weisungsrechtes zu sein.
Hier nun seine Anweisungen:

„Ihre bezahlte Wochenarbeitszeit beträgt 25 Arbeitsstunden.“

„Nachdem die Arbeitsbereiche Stadtreinigung und Winterdienst von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, die nur sehr bedingt planbar sind, sieht Ihr Einsatzplan regelmäßig eine geringere Einsatzzeit vor. So arbeiten Sie im Sommer planmäßig 21 Stunden und im Winter planmäßig 18,5 Stunden in der Woche. Diese Arbeitszeit verteilt sich auf drei Einsatztage und wird ihrem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. (Wenn Sie Urlaub haben oder krank sind, schreiben wir Ihnen die vollen 25 Stunden gut). Die restliche Zeit – im Sommer wöchentlich 4 und im Winter wöchentlich 6,5 Stunden, ist vorgesehen für: Urlaubs- oder Krankheitsvertretung, Sondereinsätze bedingt durch Veranstaltungen und für Winterdiensteinsätze. Die benötigte Zeit wird dem Arbeitszeitkonto nach tatsächlichem Anfall gutgeschrieben.“

Wenn die Minusstunden auf das ganze Jahr hochgerechnet werden, kann man sich vorstellen, wie viel eingespart würde an eigenen Kosten. Zu offensichtlich kann aber doch nicht abgezogen werden, das fällt ja dann auf. Also, muss wer daran schuld sein, letztendlich.
Schon in vergangener Zeit gab es dauernd Differenzen und Streitigkeiten wegen angeblich fehlender Arbeitszeit meines Mannes. Einen Brief des Betriebsleiters füge ich ebenfalls – als Anhang an dieses Schreiben – unterhalb, bei.
In diesem Jahr 2013 soll es genauso weiter gehen.

Wir haben versucht, bei Herrn OB Eggert eine Beschwerde vorzubringen, diese wurde erst einmal – wegen angeblicher Formfehler – zurückgewiesen. Die Stadtkasse aufbessern zu wollen ist offenbar wichtiger, denn, wenn wir von dem Vorhaben nicht von uns aus zurückgetreten wären, sollte die Angelegenheit kostenpflichtig zurückgewiesen werden. Soviel dazu.
Bei der Vorsprache meines Mannes vor einiger Zeit im Jobcenter, ging der Sachbearbeiter leider nicht auf die Probleme ein.
Die stundenweise Arbeitslosmeldung begründet sich darauf, dass die volle Arbeitszeit nicht abgeleistet werden soll, und also nicht anerkannt wird, vom Arbeitgeber, bzw., durch den Betriebsleiter. Wenn mein Mann auf seinen Rechten besteht, wird er gemassregelt, gebosst und abgemahnt.
Mein Mann ersucht Sie, Abhilfe zu schaffen, und zu veranlassen, dass er seine volle Arbeitszeit ableisten kann.
Bis zu diesem Zeitpunkt meldet sich mein Mann Siegfried Prommersberger studenweise arbeitslos, da er daran gehindert wird, seine vertragliche Wochenarbeitszeit geltend zu machen.
Gez.:

Hier nun der Brief des Betriebsleiters an seinen Arbeiter – an dessen Folgen wir bis heute zu knabbern haben:

Sehr geehrter Herr Prommersberger,
nachdem es heute nicht möglich war, in einem sachlichen Gespräch über Möglichkeiten zum Ausgleich Ihres Arbeitszeitkontos zu sprechen, nachfolgend die Erklärung wie die fehlenden Stunden entstanden sind.
Ihre bezahlte Wochenarbeitszeit beträgt 25 Arbeitsstunden.
Nachdem die Arbeitsbereiche Stadtreinigung und Winterdienst von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, die nur sehr bedingt planbar sind, sieht Ihr Einsatzplan regelmäßig eine geringere Einsatzzeit vor. So arbeiten Sie im Sommer planmäßig 21 Stunden und im Winter planmäßig 18,5 Stunden in der Woche. Diese Arbeitszeit verteilt sich auf drei Einsatztage und wird ihrem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. (Wenn Sie Urlaub haben oder krank sind, schreiben wir Ihnen die vollen 25 Stunden gut). Die restliche Zeit – im Sommer wöchentlich 4 und im Winter wöchentlich 6,5 Stunden, ist vorgesehen für: Urlaubs- oder Krankheitsvertretung, Sondereinsätze bedingt durch Veranstaltungen und für Winterdiensteinsätze. Die benötigte Zeit wird dem Arbeitszeitkonto nach tatsächlichem Anfall gutgeschrieben.
Zunächst einmal ist es so, dass es im letzten Winter nur wenig Wintersdiensteinsätze gab und Ihr Konto dadurch um 21 Stunden ins Minus geriet. (Stand 31.03.2012) Dafür können Sie natürlich nichts.
Es gab in diesem Jahr aber mehrfach die Situation, dass Sie sich weigerten als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung für Ihre Kollegen einzuspringen. Außerdem lehnten Sie es ab, an Sondereinsätzen bei Veranstaltungen teilzunehmen. Die in Ihrem Arbeitsplan – der Ihnen ja vorliegt – als Auffüllstunden vorgesehene Arbeitszeit erhöhte deshalb die Anzahl der nicht geleisteten Arbeitsstunden. (In den Jahren davor gab es das Problem mit den fehlenden Arbeitsstunden nicht, weil Sie wie vorgesehen, als Urlaubs- und Krankheitsvertretung oder bei Veranstaltungen gearbeitet haben).
Zum 31.07.2012 weißt Ihr Arbeitszeitkonto 81 nicht geleistete Arbeitsstunden auf.
Am Beispiel der Urlaubsvertretung für  eine Kollegin erläutere ich, wie der planmäßige Abbau des Arbeitszeitdefizits vorgesehen ist: Am Samstag sind für diese Kollegin 7 Arbeitsstunden und am Sonntag 5 Arbeitsstunden eingeplant. Nachdem Frau Korsch zwei Wochen Urlaub hat, könnten Ihnen für die Wochenendvertretung bis zu 24 Arbeitsstunden gutgeschrieben werden. Natürlich nur, wenn Sie in dieser Zeit auch im Einsatz sind.
Zusammenfassung: Weil Sie im Laufe dieses Jahres mehrfach nicht bereit waren als Urlaubsvertretung für Ihre Kollegen einzuspringen oder bei Veranstaltungen zu arbeiten, geriet Ihr Arbeitszeitkonto zum 31.07.2012 mit 81 Stunden ins Minus. Infolge der planmäßigen Auffüllstunden ab November, wird die Anzahl der nicht gearbeiteten Arbeitsstunden weiter anwachsen. Ein Abbauplan konnte aufgrund fehlender Gesprächsbereitschaft nicht erarbeitet werden.
Möglichkeiten zum Abbau des Arbeitszeitdefizits:
• Dauerhafte Reduzierung der bezahlten Arbeitszeit von 25 Stunden auf 18 bis max. 20 Stunden wöchentlich mit entsprechender Reduzierung Ihres Gehalts.
• Oder: Berücksichtigung der zu wenig geleisteten Arbeitszeit bei den nächsten Gehaltsabrechnungen mit jeweils 20 bis 40 Stunden, was eine deutliche Reduzierung Ihres Gehalts bedeuten würde.
• Oder: Ihre erklärte Bereitschaft, wie bei Ihrer Einstellung vereinbart als Urlaubsvertretung einzuspringen und bei Veranstaltungen oder Sondereinsätzen wieder mitzuarbeiten.
Bitte teilen Sie mir kurzfristig mit, auf welche Weise sie Ihr Arbeitszeitkonto ausgleichen möchten. Weiterhin muss ich verbindlich wissen, ob Sie am 15./16.09. und am 22./23.09. als Vertretung für Ihre Kollegin arbeiten werden. Geben Sie mir bitte spätestens bis Mittwoch 12.09. Bescheid.
Mit freundlichen Grüßen
Betriebsleiter

Was der Betriebsleiter über die Verweigerungen schreibt, sind glatte Lügen. Bei jeder Gelegenheit nun zieht er Stunden ab, eigentlich könnten wir uns den Stundenzettel ausfüllen sparen. Warum schreibt diesen der Betriebsleiter nicht gleich selber?

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Steve Geshwister

    Wir leben in einer Situation, in der nur der Arme (Plankton) erkennt und überhaupt erkennen kann, wo die

    Fehler des Systems liegen. Diese Fehler dominieren buchstäblich seine Lebensumstände. Er kann seine

    Lebensenergie nicht mehr für Dinge aufwenden, die sein Leben menschenwürdig gestalten. Demjenigen,

    der am anderen Ende der Nahrungskette sitzt (Wal), geht es im Grunde genauso. Nur muss er sich um

    Besitzstandswarung und Vermehrung des Vermögens zu kümmern. Der Unterschied ist ist die Weite des

    Einflusses und der äußere Zwang, der ausgeübt wird. Das Plankton hat Einsicht und ein Wissen um das

    System, das der Wal nicht haben muss, weil es ihn nicht betrifft. Der Wal hat aber ungleich mehr

    Einflussmöglichkeiten schlicht aufgrund der Tatsache, dass er mehr Geld besitzt. Er investiert seine

    Lebensenergie in die Aufrechterhaltung seines Vermögens. Der Wal glaubt, dass er damit sein Leben

    menschenwürdig gestaltet. Aber er irrt sich.
    Wachsende und sich gegenseitig bedingende Dekadenz auf der einen (Wal) und Proletarisierung (Plankton)

    auf der anderen Seite sind sichere Zeichen. Für was, darf man (noch) nicht schreiben, um als

    schwarzsehender Idiot gebrandmarkt zu werden. Es wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts von Prof. Dr. Gustav Ruhland erkannt:
    http://www.vergessene-buecher.de/
    (Ein Buch, dass sich gerade für jeden zeitgenössischen Ökonomen zu lesen lohnen würde)

    Vielleicht ist es ihnen ein Trost, liebe Inge, das wir Plaktons viele sind und die Wale nur wenige. Und dass die Schere weiter auseinandergeht, ist bekannt (auch wenn die Mainstram-Presse, wie die Wale es gerade brauchen, von Zeit zu Zeit anderes meldet). Je größer das Ungleichwicht, desto größer die Chance auf Veränderung. Möge sie friedlich vor sich gehen.

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