“Soviel du brauchst” – Ideologie – religiös verbrämt

“Soviel du brauchst”. Seit Tagen jetzt sitze ich vor diesem Beitrag und komme einfach nicht zurecht mit diesem Motto. Die TV-Berichte gehen davon aus, dass es sich um eine ‘neue Bescheidenheit’ nach den christlichen Geboten handelt, ich persönlich bin nicht dieser Meinung. Wenn ich mich entscheiden könnte wie bei einer ‘guten Fee’, die mir drei Wünsche offeriert, dann könnte ich mich wenigstens entscheiden bei “Soviel du brauchst”. Meine eigene Entscheidung ist da ganz einfach: ein Dach über dem Kopf, keine Dumpfbacke, die mir in meine Lebensentscheidungen reinredet, Gesundheit an Körper und Geist und ein Einkommen, dass mir genau dieses Leben ermöglicht (wird später im Beitrag noch näher erläutert). “Soviel du brauchst” kann alles heißen und positiv und negativ ausgelegt werden.

Ok, als Autor dieses Beitrags kann ich nicht umhin zu erklären, mit Religion und Kirche habe ich schon seit ewigen Zeiten nichts mehr am Hut. Seit den sogenannten kirchlichen Missbrauchsfällen aber schon gar nicht mehr, dazu ist mir das Verhalten der Mandatsträger in der Kirche noch suspekter als vorher.

Die Zeit der ideologischen Kämpfe und globalen politischen Forderungen ist vorbei, der Kirchentag ist bei Fragen des Lebensstils angekommen. Das deutete sich bereits vor zwei Jahren bei dem evangelischen Christentreffen in Dresden an, so wird es wohl auch in den kommenden Tagen in Hamburg sein.

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Und jetzt will ‘die Kirche’ die Fragen des Lebensstils unter ‘ihre’ Lupe nehmen? Da fällt mir doch glatt zu aller erst ein: “Da lachen ja die Hühner”. Lebensstil. Ein Begriff, so unterschiedlich wie der Mensch selbst. Hat er etwa etwas mit Zivilisation zu tun? (Kopf Tisch Kopf Tisch Kopf Tisch Kopf Tisch) Religion war noch nie in irgend einer Form zivilisiert. „Bittet, so wird Euch gegeben“. Dafür sprechen Millionen Tote im Namen der Religion. Dafür sprechen die Schläge eines Bischofs Mixa, begangen an Schutzbefohlenen. (… und wer jetzt gleich rummosert, der war oder ist ja Katholik, dem kann ich dabei nur erwidern, die Evangelen sind keinen Deut besser, die Kinderheime in 2 Jahren meiner Kindheit sprechen eine eigene Sprache ). Dafür sprechen die Machtgelüste (unter anderem) der jeweiligen Würdenträger. Die Schreie der Kinder, die im Namen von Religionen missbraucht wurden und werden, kann ich nicht beschreiben, dieses Kapitel überlasse ich lieber Satan.

Bestimmte Lebensstile muss ich einfach meiner und vieler anderen Phantasien überlassen, welchen Stil inzwischen viele Rentner ‘pflegen’, weiß ich aus eigenem Erleben und eigener Anschauung.

Wir haben mal wieder einen evangelischen Kirchentag, in Hamburg. Auf Fahnen und Schals steht dessen Losung: “Soviel du brauchst”. Allein dieser Spruch macht mir mehr zu schaffen, als ich wirklich wahr haben will.

Geht es um Bedürfnisse des Geistes, des Körpers? Hat sich diese Aussage, wenn es denn überhaupt eine ist, auch mal ein Politiker in Bayern gestellt, als er/sie Familienmitglieder auf seiner/ihrer Lohnliste haben/hatten? Die Politik ist inzwischen von dem “Soviel du brauchst” so betroffen, dass sich das regierende Lager fast schon im Ausnahmezustand befindet.

Ganz sicher hat sich diese Frage oder Aussage auch der mich ‘betreuende’ Beamte auf dem Sozialamt in Passau gestellt, als er meine Frage zur Erstausstattung von mir auf den Tisch bekam, Gesamtsumme € 120,00. Für ihn offensichtlich zu hoch. Er ist ja auch in einer Machtposition gegenüber jedem sogenannten ‘Bittsteller’. Er fängt quasi an, wie auf einem orientalischen Basar zu handeln … nein, stimmt nicht … er stellt mich vor die Wahl, entweder 80 €uronen oder … ja was eigentlich? Es geht ihm um beschissene 40 €uro, die er als sogenannte Einsparung seinen Vorgesetzten dann vorweisen kann als guter Beamter. “Soviel du brauchst”. Liest man derweil ein Interview von Guido Westerwelle zum anstehenden Wahlparteitag der Liberalen, wird sehr schnell deutlich, dass außer heißer Luft in den letzten vier Jahren keinerlei überzeugende Politik ‘fabriziert’ wurde.

Ich brauche dieses Geld für zwei Regale und einen kleinen Arbeitstisch und dieser Gehirnamputierte fängt an, mit mir zu handeln. Auweia … jetzt habe ich Beamtenbeleidigung am Hals, in Bayern wahrscheinlich noch vor Mord und Kindesmissbrauch bei der Bestrafung einzuordnen. “Soviel du brauchst”.

Aber vielleicht wird auch gleich eine Einweisung in die Psychiatrie angeordnet, denn ich bin ja ein Querulant. Als Grundsicherungsempfänger habe ich diesem Staat ja dankbar zu sein und absolut folgsam. Ich bin aber genau das Gegenteil und wer sich mal darüber informieren will, warum diese Episode jetzt veröffentlicht wird, sollte sich mal diesen Beitrag zu Gemüte führen: http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/04/26/der-beamte-in-deutschland-ein-lesenswerter-gastbeitrag-uber-totgeschwiegene-wahrheiten-und-sozialen-mord/ … Beamte in Deutschland? Seit der kackbraunen Zeit hat sich wohl nichts grundlegendes verändert, von Einzelfällen einmal abgesehen. Je mächtiger ein Staat sich gegenüber seiner Bevölkerung fühlt, umso mächtiger fühlen sich auch seine Handlanger. Ob Politiker oder Beamte, der Dienst am Volk hat schon lange ausgedient. Und selbst die Kirche hat ihr Scherflein dazu beigetragen.

Margot Käßmann forderte die Christen auf, für mehr Gerechtigkeit einzutreten. „Gerechtigkeit ist und bleibt ein zentrales Thema“, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Ich wünsche mir, dass Christinnen und Christen solche Nervensägen sind. Wenn es um Recht geht, um Menschenwürde, um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Käßmann erhielt immer wieder von den Zuhörern großen Beifall.

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Ich kann übrigens Uli Hoeneß nur raten, sich seinen Frust auch von der Seele zu schreiben, wenn er wieder zur Ruhe gekommen ist.

Aber ich darf das Motto des Kirchentags in Hamburg jetzt nicht aus dem Auge verlieren. “Soviel du brauchst”. Meine Bedürfnisse sind ja eigentlich nur noch Pipifax, sollte man meinen. Mit knapp 66 Jahren fängt das Leben ja erst richtig an. Für diese Erkenntnis hat Udo Jürgens so ein paar Milliönchen verdient und ich gönne sie ihm. Mitnehmen wird er sie nicht, aber seine Musik wird auch noch lange nach ihm so manchen glücklich machen, und ich bin wahrlich kein Fan von ihm.

“Soviel du brauchst”. Darf ich eigentlich noch Bedürfnisse haben? Dürfen WIR als Menschen Bedürfnisse haben? Oder müssen wir sogar? Gerade flattert mir per Mail ein Zitat rein, wie aufs Stichwort:

Menschen wurden geschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden. Der Grund warum die Welt im Chaos ist … weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden

Quelle

Diese angestrebte sogenannte Bescheidenheit soll eigentlich nur von diesen Tatsachen ablenken und somit ist diese Motto des Kirchentags eher der Verdummung der sogenannten Gläubigen geschuldet, statt ihrer Aufklärung.

„Sprach der König zum Priester: Halt‘ du sie dumm, ich halte sie arm.“

Genau auf diese Aussage läuft dieses Motto (“Soviel du brauchst”), mit dem ich mich jetzt seit Tagen herumschlage, raus.

Religionsbestimmt: NEIN DANKE!

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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