Taxfree for VIP???

Kein Tag vergeht, ohne dass irgend etwas über Geld in den Medien veröffentlicht wird. Geld und Finanzen haben magische Anziehungskraft auf uns Menschen, denn sie zeigen nach außen, wie man in dieser Welt zurecht kommt, oder auch nicht. Das Tauschmittel von einst nimmt in der heutigen Zeit einen ganz bestimmten Stellenwert im Leben von Menschen ein. Armut und Reichtum werden an seinem Vorhandensein oder auch dem Gegenteil daran gemessen. Selbst der größte Vollidiot steigt plötzlich im Ansehen, wenn er einen großen Batzen davon sein eigen nennt. Die Vermehrung von Kapital ist inzwischen Volkssport Numero Uno. Natürlich am besten leistungslos. Oder man arbeitet schon für dieses Geld, aber die Anstellungsbedingungen bleiben gleich, wie jetzt bei der CSU herausgefunden, in der Familie.

Angestellte Verwandte Stewens: Imageschaden für CSU ist sehr groß

29.04.2013 · Aus der CSU werden immer mehr Fälle bekannt, in denen Abgeordnete Familienmitglieder auf Steuerkosten angestellt haben. Der Imageschaden sei immens, gesteht die neue Fraktionsvorsitzende im Landtag ein – und gelobt Aufklärung.

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Mama, Papa, Oma, Opa, Kinder und Enkel werden zu Honoraren und Gagen eingespannt, die ihresgleichen selbst auf dem freien Markt suchen. Die Einkommen solcher ‘Familien’ steigen erheblich, während der Rest der Bevölkerung, die keine Verwandtschaft in der Politik haben, sich um die Brotkrumen, welche so vom Tisch fallen, streiten darf.

Steuern zahlen ist für jeden Menschen auf der Welt wohl ein Grausen, dass ist wohl die einzige absolute Gemeinsamkeit untern den Menschen jenseits aller Klassenschranken. Aber von vielen Menschen werden sie auch als notwendiges Übel angesehen, besonders wenn sich herausstellt, wie mit so manchen Steuergroschen umgegangen wird. Da ich die Steuergesetzgebung in anderen Ländern nicht beurteilen kann, werde ich jetzt nur von unserer eigenen Steuergesetzgebung sprechen und die ist zu aller erst mal in den Fängen der jeweiligen Parteien, welche gerade an der Regierung sind.

Gerade kommt ein neuer Beitrag aus dem Internet rein, den muss man gelesen haben:

“Wir sind alle ein bisschen Hoeneß” schreibt Olaf Gersemann am gestrigen Tage in der “WELT” und hält ein flammendes Plädoyer für einen fairen Umgang in der Causa Hoeneß. Dabei werden mal wieder fröhlich Begriffe durcheinander geworfen, die juristisch erst einmal rein gar nichts miteinander zu tun haben.
So verweist der Autor darauf, dass “Steuervermeidung” sozusagen Volkssport Nummer 1 wäre und Hoeneß damit nur einer unter Millionen. Dass Herr Hoeneß aber, so man der derzeitigen Nachrichtenlage Glauben schenken kann, nicht legale Steuervermeidung, sondern eben illegale Steuerhinterziehung begangen hat, ach, was soll`s …

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Wenn wir plötzlich aber alle keine Steuern mehr zahlen würden, wären die Aufgaben eines Staates mit einem Schlag zunichte gemacht. Eine Gesellschaft in Verbindung mit sämtlichen sozialen, kulturellen und allgemeinverbindlichen Gegebenheiten würde im Chaos versinken.

Ein neuer Ungeist macht sich schleichend breit

Kritik scheint in diesem Land langsam wieder zum Verbrechen zu mutieren. Kritisiert man einen Uli Hoeneß, wird von ihm schon mal mit der Justiz gedroht.

Es darf keine Amnestie und keine Anonymität geben für die Reichen, die ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Warum sollten wir milde sein mit denen, die unmoralisch und illegal handeln? Steuerhinterzieher – man kann es nicht anders ausdrücken – üben Raubbau an unserem Sozialstaat. Sie lassen die Gesellschaft im Stich.

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Nimmt man dagegen den Fall Inge Hannemann, geht es für die Betroffene schlicht und ergreifend um ihre private und berufliche Existenz.

Eben jenes kritisches Denken hatte die Hansestadt Hamburg als Arbeitgeber dazu veranlasst, Frau Hannemann bereits vor einigen Wochen zu einer „Anhörung“ zu laden. Dort war unter anderem zu lesen: „Über die Inhalte des Blogs und darüber, ob und wieweit Sie an diesen Inhalten in Zukunft festhalten oder davon abrücken möchte würden wir gern ein persönliches Gespräch mit Ihnen führen.“ Damit zog die Behörde eine deutliche Linie. Entweder Frau Hannemann hört auf kritisch zu denken und ihre Gedanken öffentlich zu machen oder sie hat mit scharfen beruflichen Konsequenzen zu rechnen.

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Auf der einen Seite also ein Betrüger am Gemeinwohl und auf der anderen Seite eine Frau, die sich mit berechtigter Kritik gegen ein System wendet, dass hauptsächlich von der Partei-Politik versaut wurde.

Schon einmal wurden in diesem Land Kritiker am Staat und seinen Institutionen verfolgt und im Endeffekt dann sogar ausgerottet.

Natürlich ist Herr Hoeneß insofern fein raus, als er ja trotz der Situation, in die er sich selbst manövriert hat, am Ende immer noch als reicher Mann da steht und seinen zu erwartenden Ruhestand wahrlich genießen kann, auch wenn ein möglicherweise einige Runden ‘abbrummen’ muss. Er wird ja auch trotz des Steuerbetrugs immer noch landauf, landab als Leistungsträger angesehen. Ganz besonders Lachhaft sind derzeit mediale Kommentare zur Causa Hoeneß:

Als moralische Instanz ist Uli Hoeneß bereits zurückgetreten. Doch ist er als Präsident des FC Bayern München noch tragbar? Wäre Hoeneß Politiker, wäre die Sache klar: Wer Steuern hinterzieht, muss gehen. Hoeneß hat der Politik zwar gern Predigten gehalten, aber er ist kein Politiker. Ob er zurücktritt, entscheiden allein er und sein Verein.

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Ein Gierhals soll also einfach weiter machen, als wäre nichts geschehen? Schon die sogenannte Rüge der Kanzlerin sehe ich als so was von Watteweich, es würde mich persönlich nicht verwundern, wenn sie ihn noch anruft und ihm ihr Mitleid zum Ausdruck bringt, natürlich ganz privat. Schuld an der ganzen Misere sind ja sowieso nur die vermaledeiten Oppositionsparteien, die den Leistungsträgern in diesem Land nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen. Und dann auch noch das linke Pack, immer sehr gut von den Medien befördert, als wäre es für den Rest des Wahlkampfs jegliches andere Thema inzwischen in diesem Land obsolet.

Uli Hoeneß, die nächste. Diesmal saßen bei Günther Jauch zwei Ex-Finanzminister, ein ehemaliger Staatsanwalt und Richter sowie ein einstmals hoch- und mittlerweile ein kleines bisschen weniger berühmter Entertainer. Und dieses Quartett, das muss man sagen, hat trotz einiger unvermeidlicher Redundanzen infolge Themenabnutzung durch Wiederholung eine recht unterhaltsame, teilweise sogar witzige Veranstaltung abgeliefert. Interessanterweise lag das noch nicht einmal ausschließlich an der Anwesenheit des Entertainers, obschon es sich um keinen Geringeren als Jauch-Freund Thomas Gottschalk handelte.

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Der Unterhaltungswert ist wohl inzwischen wichtiger als die ganze Affäre selbst und selbst vorgestellte Zahlen tun diesem Unterhaltungswert keinen Abbruch, zeigen sie doch an, was bei 99% der Bevölkerung niemals ankommt.

Lohnt es sich, für 498.356,88 Euro zu arbeiten?

Und damit kommen wir zu Thomas Gottschalk. Er werde in den Vereinigten Staaten bisweilen gefragt, ob es sich denn angesichts der deutschen Steuersätze das Arbeiten noch lohne. Gute Frage! Ein durchschnittlicher lediger Arbeitnehmer mit einem Brutto-Jahreseinkommen von 30.000 Euro kann den steuerlichen Grundfreibetrag in Höhe von 8004 Euro und die Werbekostenpauschale in Höhe von 1000 Euro in Anspruch nehmen. Auf dieser Basis muss er 21.000 Euro versteuern. Ihm bleiben als Kirchenmitglied 17.597,06 Euro. Also bezahlt er 3402,94 Euro Steuern. Bleiben wir sportlich und nehmen einen eher durchschnittlichen Fußball-Profi als Vergleich. Als Arbeitnehmer bei einem mittelmäßigen Bundesligaverein verdient er 1.000.000 Euro. Keine unrealistische Summe. Unter den gleichen Bedingungen wie bei Otto (oder Erna) Normalverdiener muss er 991.000 Euro versteuern. Er zahlt zwar 492.643,12 Euro an den Fiskus. Ihm bleiben aber 498.356,88 Euro für den Konsum.

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Vom knallharten Fakten-Journalismus über die Gesellschaftspalte und den Sport bis hin ins Feuilleton zieht sich inzwischen die Causa Hoeneß, also muss dieser Mensch schon was ganz besonderes sein. Nur göttliche Weisheit wird ihm bisher noch nicht bescheinigt.

Aber dafür macht sich immer mehr das Wort von der ‘kriminellen Oberschicht’ breit. Müssen ‘wir’ uns jetzt alle, die an Steuervermeidung auch nur denken, schon als kriminell bezeichnen? Eine etwas knifflige Frage, denn dass würde ja im Umkehrschluss bedeuten, ein ganzes Volk ist kriminell. Starker Tobak, zumal der Großteil der arbeitenden Bevölkerung ganz sicher keine Möglichkeit zur Steuerhinterziehung hat. Aber es reicht ja wohl laut Medien und unseren wahlkämpfenden Politikern, wenn man solche Gedanken einfach latent mit sich rum trägt.

Aber es ist nicht allein die Jagd nach den Millionen der diversen Steuerbetrüger, die dieses Land lähmt, allein bei der Behandlung der KFZ-Steuer fehlt es erheblich an Personal:

1000 Stellen noch nicht besetzt

„Für die insgesamt 1771 Planstellen konnten bislang erst 641 Zusagen erteilt werden“, heißt es in einem der Süddeutschen Zeitung vorliegenden Schreiben von Finanzstaatssekretär Werner Gatzer. Das für die Aufgabenerfüllung benötigte Personal stehe weder rechtzeitig noch im erforderlichen Umfang zur Verfügung. Jedenfalls nicht so, wie ursprünglich geplant.

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Steuerfahnder wachsen nun mal nicht auf Bäumen und insgesamt ist die Mannschaftsstärke bundesweit in den letzten Jahren ziemlich radikal abgebaut worden. Nun ja, sie waren sowieso nicht besonders beliebt. Und sie haben nun mal auch Geld gekostet, auch wenn sie ein vielfaches ihrer eigenen Personalkosten wieder ‘eingefahren’ haben. Und sie haben ja jetzt auch noch die Rentner, welche seit einigen Jahren steuerpflichtig sind. Natürlich nicht alle, da gibt es Grenzen, aber bei vielen trudeln gerade die Bescheide und Mahnungen mal wieder ein und es ist eine wahre Freude, zu sehen, wie sich 80 und 90-jährige dann mit Behördenformularen rumquälen, immer am Rande eines Herzkaspers.

Hoch lebe die Steuergerechtigkeit in diesem Land.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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