Sieben Monate Stillstand

Die sogenannten ‘tollen’ Tage sind vorbei. Ich schlage schon mal drei Kreuze. Heute, am Aschermittwoch, wird es noch einmal einen verbalen Schlagabtausch geben im politischen Lager (Franz Josef und Bayern lässt grüßen), der sich wie üblich außerhalb der Normen bewegt, aber dann wird erst mal Tristesse eintreten, denn bisher hat sich noch kein Lager wirklich positioniert. Schon seit einiger Zeit warte ich auf die göttliche Eingebungen für unsere Politiker, aber anscheinend sind sie inzwischen alle quasi ‘von Gott verlassen’. Könnte insgeheim Papst Benedikt meine Gedanken gelesen haben, als er sich entschloss, zurück zu treten? Ich weiß, eine etwas dämliche Frage, aber wohlgemerkt, nur mein persönlicher Eindruck.

Natürlich kann ich solche Beiträge wie beim Eifelphilosophen lesen und manchmal sogar verstehen, aber auch bei ihm vermisse ich in solchen Momenten einfach den Kick, ganz so, als würde auch ihm langsam die Puste aus gehen.

Immer wieder stolpert man beim Lesen von Nachrichten über sogenannte Diamanten, die natürlich auch falsch sein können (nicht die Nachrichten, dann doch eher die Diamanten), die aber gerade in ihrer Brisanz besonders gut das Zusammenspiel zwischen Politik und Finanzwirtschaft beleuchten und gerade deshalb auch ein besonderes Licht auf die menschliche Gier werfen.

Bankchef Jain rückt in den Fokus

In den Skandal um Referenzzinssätze sind weltweit mehr als ein dutzend Banken verwickelt. Ihnen wird vorgeworfen, Zinssätze aus dem Interbankenhandel wie den Libor oder den Euribor, die weltweit als Basis für zahlreiche Finanzprodukte gelten, durch falsche Angaben manipuliert zu haben (siehe Grafiken). Mehrere Aufsichtsbehörden ermitteln. Drei Banken haben sich bereits auf Vergleiche geeinigt: Die britische Barclays, die Royal Bank of Scotland (RBS) sowie die Schweizer UBS mussten jeweils dreistellige Millionen-Summen zahlen.

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Besonders in diesem Zusammenhang macht sich der #sozialkill im ganz normalen Alltag bemerkbar. Gerechtigkeit wird eben doch mit zweierlei Maß gemessen, denn schon allein die Ankündigung von Vergleichen als sogenannte ‘Bestrafung’ lässt erahnen, dass Justiz und Politik keineswegs wirklich gewillt sind, der allgemein um sich greifenden Gier ehrlich Einhalt zu gebieten. “Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen” ist und bleibt weiterhin die Devise.

Wir alle, so glaube ich wenigstens, wollen inzwischen ein neues Denken in dieser Gesellschaft, nur wirklich neue Ideen scheinen nicht mehr ‘geboren’ zu werden, wir sind zu sehr auf einen Pragmatismus a la Merkel festgelegt und unser Gehirn ist dabei einfach eingefroren. Immer mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass unsere Parteien-Demokratie nicht mehr die wirklichen Antworten auf unsere wichtigsten politischen und menschlichen Fragen hat. Andererseits weigere ich mich aber immer noch mit aller Kraft, einfach aufzugeben und zu resignieren. Diese Art der Resignation überlasse ich dann doch besser unseren Bürokraten, welche sich für den ‘inneren Ausstieg’ sogar noch entlohnen lassen.

Gysi, Wagenknecht–und dann kommt uns der Papst auch noch dazwischen?

Für die Medien kommen diese Schlagworte gerade mal wieder zu rechten Zeit, denn sie lenken so schön von einer Wirklichkeit ab, welche von ‘unserer Über- und €uromutter Merkel’ nach der sechsten Demission aus ihrem Umfeld ihre eigenen sogenannten Umfragewerte für die Bundestagswahl mal wieder ziemlich lädiert haben. Nach dem Schavan-Debakel ist sie plötzlich aus den Schlagzeilen.

Fairness im Wahlkampf 2013? Man kann eigentlich jetzt schon mit ziemlicher Sicherheit sagen; drauf geschissen.

Eigentlich ist ja das linke Lager (?) im Gefühl und in den Köpfen der Wähler im Vorteil, nur haben die Herrschaften von SPD und den Grünen ihren Feind eher bei der Partei die Linke, als bei CDU/CSU und FDP ausgemacht und dass ist inzwischen mehr als bedenklich, denn damit stärken sie diesem sogenannten rechten Lager nur ständig den Rücken und dienen sich diesen Parteien fast schon devot als Koalitionspartner an.

Gerade habe ich zum Beispiel zu diesem Beitrag bei Google+ folgenden Kommentar geschrieben:

Oh ja … WIR sind ja alle so schön diplomatisch und im Umgang ‚miteinander‘ auch noch sehr ‚gepflegt‘ … Scheiß drauf, kann ich der Linken nur raten, wenn EUCH einer ans Bein pinkelt, dann macht es wie diese Mistkerle besonders in den anderen Parteien und auch besonders in den Medien … gebt es IHNEN mit der gleichen Münze zurück …

Solch ein Kommentar von mir ist ja eigentlich ein ‚NoGo‘, denn besonders intelligent ist er ja auch nicht, aber Intelligenz und Bauchgefühl passen in manchen Situationen sowieso nicht zusammen. Noch weniger aber passen solche Befindlichkeiten zu der Partei “Die Linke”, nach über 20 Jahren wirken sie nur noch lächerlich.

Ich weiß auch nicht, wie oft schon der politische Gegner, aber auch die sogenannte etablierte Journaille es inzwischen immer wieder versucht haben, die Linke als den Belzebub in der politischen Landschaft zu diffamieren und doch haben sie es bisher einfach nicht geschafft, diese politische Konstellation wirklich aus der Bahn zu werfen. Die Linke wird wohl auf lange Zeit einfach eine Tatsache bleiben, solange Parteien wie SPD und Grüne sich inzwischen der sogenannten politischen Mitte verschrieben haben, weil sie sich dabei Mehrheiten erhoffen, welche sie diese schon lange nicht mehr in dem Maße vertreten, wie sie es vorgeben, dies zu tun.

Die ‘ollen Kamellen’, welche dann zu gegebenem Anlass immer wieder kurz vor Wahlen aus dem sogenannten ‘politischen Hut’ gezaubert werden, sind inzwischen so abgelutscht, dass einem eigentlich nur noch übel werden kann.

Momentan bin ich zum Beispiel von einer Partei besonders enttäuscht, die angetreten war, dieses verkrustete System der etablierten Parteien durch neue Ideen aufzubrechen und zu verändern.

BERLIN taz | Es ist nicht einmal ein Jahr her, da wurden die Piraten als Partei neuen Stils gehyped: offener als die Konkurrenz und auf die wichtigen Themen fokussiert, statt auf das eigene Personal. Inzwischen klingt all das wie eine Mär aus fernen Zeiten. Seit Tagen liefern sich prominente Vertreter der Partei eine Schlammschlacht, die in ihrer Hässlichkeit bemerkenswert ist.

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Und es sind nicht Tage, sondern gefühlte Wochen und Monate, welche sich diese neue Partei um sich selbst dreht. Sie sitzen wohl inzwischen in einigen Parlamenten, aber echte Neuerungen sind ihre ständigen Personal-Querelen ganz sicher nicht.

Sozial-Kill, Drohnen, Sexismus=Wahlk(r)ampf?

 

Wie? Die Reihenfolge sollte geändert werden? Mein Hirn führt ja jetzt schon einen Eiertanz auf, gerade wegen der Reihenfolge im Titel. Nur weil so ein Substantiv wie Sexismus zur Zeit ein Eigenleben führt, muss es nicht unbedingt in der Reihenfolge als erstes im Beitragstitel stehen. Noch entscheide ich selbst, welche Überschriften und Schlagzeilen wie wichtig sind. Natürlich kann man ja jetzt solche Beiträge noch zusätzlich mit Tittenmodellen aufhübschen, aber der FIWUS hat nun mal den Anspruch, auch wenn er des Öfteren schon sehr deutlich mit Worten und Begriffen umgeht, einigermaßen seriös zu sein und zu bleiben. Kostet manchmal schon ganz schön Überwindung. Der Link führt übrigens zu einem Beitrag, der dass glatte Gegenteil von dem ist, was unter dem Begriff #aufschrei zur Zeit im Netz statt findet und ich persönlich bin der Autorin unendlich dankbar, dass sie so Klartext redet. Jetzt hat sich die Reihenfolge doch noch ganz automatisch geändert, während ich hier tippe, war aber nicht beabsichtig, mein Hirn ist ein eigenständiger Muskel, ebenso wie mein Herz. Und dass sich so ein Twitter-Begriff dann auch noch selbstständig macht, sollte die Welt nicht besonders verwundern, wir sind alle Twitter.

Der erste Begriff (#sozialkill) in der Schlagzeile ist mir persönlich dann doch der Wichtigste überhaupt, auch wenn er so gar nicht mehr richtig ankommt in den Hirnen und Herzen der LeserInnen, aber immerhin hat er ein Alleinstellungsmerkmal, denn er verweist in der Google-Suche nur auf den FIWUS (und dabei strahlt mein Gesicht). Dass ich diesen Hashtag bisher noch nicht in dieser Form genutzt habe, ist mir gerade ‘aufgegangen’ und ich werde versuchen, dies in meinen Beiträge zu ändern, denn Aufmerksamkeit ist mir auf Dauer schon irgendwie wichtig, aber wir haben nun mal nicht nur Computer- und Internet-Affine Leser. Daher werden diese Aufmerksamkeitssymbole dann doch nur sehr ‘dosiert’ zu lesen sein. Zu oft wurde er schon verwendet im FIWUS, aber wirklich angekommen ist er bei den Menschen wohl noch immer nicht. Diese sogenannte Scheißegal-Haltung hat leider immer noch einen höheren Stellenwert in der Bevölkerung und darum ist es ihr auch im allgemeinen scheißegal, wer ihr ständig in den Arsch tritt. Die Zustimmungswerte unserer Kanzlerin spiegeln sich ja auch darin und werden regelmäßig in den Medien ‘bejubelt’.

Dieses ‘Copy & Paste aus Google+ zeigt es mehr als anschaulich und der Kommentar dürfte wohl mehr als genug über die Stimmung im Land aussagen.

Denise Göpfert

12:33 – Öffentlich

Nur ungern verlinke ich auf einen Springer-Artikel, aber +Sascha Atrops hat Recht.

Sascha Atrops hat diesen Beitrag ursprünglich geteilt:

Union auf Sieben-Jahres-Hoch
Kommt ihr euch auch leicht verarscht vor, wenn eine Regierung Energiepolitisch die 540 Grad Wendungen vollzieht (und dabei den erstaunlich gut vorbereiteten Anschluss der regenerativen Energien verheizt); reihenweise Doktortitel verliert; reihenweise Minister verbrennt; eine milliardenteure Herdprämie für einen einzigen Minister durchboxt, das weder das Volk, noch die Regierung will; ein Präsident enttäuscht das Handtuch wirft und der nächste nach einem Jahr sich sein Sponsoring schönredet, dann abtreten muss; das in 57 Sekunden ein Gesetz durchwinkt, ohne zu wissen, was drinsteht und dann auf den Bundesrat hoffen muss, die das dann hoffentlich wieder abfängt und diese Partei hat nach sieben Jahren unterm Strich die Partei die höchsten Umfragewerte seit sie an der Macht ist?
Liebe Mitbürger, vielleicht auch mal Politmagazine gucken, es läuft abends nicht nur Dieter Bohlen im Fernsehen!Diesen Beitrag minimieren

Union mit 43 Prozent auf Sieben-Jahres-Hoch »

Der Rücktritt von Bildungsministerin Schavan hat der Beliebtheit von Kanzlerin Merkel und der Union nicht geschadet. Bei der FDP ist hingegen vom Erfolg der Niedersachsen-Wahl nichts mehr zu spüren.

Oh ja, die Umfragewerte sind phänomenal für diese Regierung und diese Kanzlerin, nur stellt man sich dann doch die Frage: Sind in diesen Umfragewerten auch alle Nichtwähler enthalten, welche man wohl in Prozentzahlen messen kann, die aber bei der Endabrechnung einer Wahl dann doch nicht die Rolle spielen, welche in den Medien immer noch solch einen dominanten Faktor ausmachen?

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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