Der Umstieg

In Zeiten von Smartphones und Tablet-Computern? kann so ein Beitrag (übrigens der 1000. im FIWUS) über ein Betriebssystem für einen normalen Computer eigentlich nur noch wie ein Anachronismus wirken, denn der Umbruch hat ja schon längst angefangen und besonders die jungen Nutzer sind zum Teil heute schon nicht mehr in der Lage, auf Grundlage von Hard- und Software ‘zu denken’ und sich diese Kenntnisse dann auch entsprechend anzueignen. Bei einem Blick in die Computer-Foren-Landschaft wird das recht schnell deutlich, besonders bei den Fragen, die dann auf einmal gestellt werden. Grundlagenwissen ist einfach nicht mehr gefragt. Ein anderer Schritt im Computerbereich ist die sogenannte “Cloud” und ihre Ableger im Hard- und Softwarebereich, denn dann wird alles, vom Betriebssystem bis zu den erstellten Daten im Internet quasi abgelegt und man muss sich dann eigentlich nur noch die Sorgen machen, wer danach alles Zugriff auf die Daten hat, besonders, wenn sie hoch sensibel sind. (Hinweis für Neueinsteiger im FIWUS: die blau unterlegten Schriften sind Links zu anderen Beiträgen in Internet und sie werden niemals zu Seiten führen, die gefährlich sein könnten).

Mein Blick in die Glaskugel sagt mir, dass Chromebooks im Verlauf dieses Jahres im Budget-Bereich bis 350€ einen spürbaren Marktanteil bekommen werden. Windows 8 hat höhere Systemanforderungen und macht mit der UI (wenn überhaupt) nur mit Touch-Panels wirklich Sinn. Dazu kommt, dass die Oberfläche für die Mehrheit der Anwender ungewohnt und deshalb verwirrend ist, während die Oberfläche von Chrome OS für Nutzer bisheriger Windows-Versionen wesentlich vertrauter daherkommt. Also: Preisvorteil (günstigere Hardware, Lizenzkosten), Performance, einfach sicher (keine manuellen Updates nötig, kein Ärger mit Malware), simple Bedienung (alles wird automatisch gespeichert und synchronisiert, sobald eine Verbindung besteht) sind Argumente für Chromebooks. Wer natürlich auf spezielle Windows-Software (Spiele, Unternehmenssoftware) angewiesen ist oder gerne am System herumfrickelt gehört nicht zur Zielgruppe! Das sind aber auch eher nicht die Leute, die sich ein günstiges Notebook kaufen würden.

Quelle

Windows 8 Pro für kleines Geld gekauft. Installiert. Dazu einen besonderen Dank an “Erli” von Winboard.org, der mich mehr als unterstützt hat, er wird übrigens schon wissen, warum dieser besondere Dank. Jetzt kann das Drama beginnen. Ich habe ja bisher noch wenig Erfahrungen mit diesem neuen Betriebssystem von Microsoft, da ich ja schon Vista übersprungen hatte und erst Windows 7 sich als das System heraus kristallisierte, welches dem ‘perfekten’ Windows eigentlich sehr nahe kommt. Natürlich hatte ich schon mit der Preview etwas ‘geprobt’, aber mehr war es bisher nicht, denn unfertige Betriebssysteme sind etwas ekliges.

Jetzt werde ich mich erst einmal langsam in das neue System einarbeiten müssen, denn ein Touchscreen (Fettfinger auf dem Monitor) ist nun mal nicht jedermanns Sache und bei den Preisen, welche Microsoft für sein “Surface” offeriert, da kann einem Rentner schon mal der Geldbeutel quasi ‘einfrieren’. Also nix Touchscreen, der gute alte Desktop wird weiter seine Arbeit verrichten, reine Gewohnheit.

Beim sogenannten ersten ‘Aufsetzen’ des Systems auch heute noch immer ein leichtes Flattern in der Magengegend, wird alles ohne Fehlermeldung durchlaufen? Naja, es wäre insofern kein Beinbruch, ich habe ein Image (System-Backup) und dass alte System Windows 7 wäre in 15 Minuten wieder auf dem Computer, mit allen mir bekannten und gemachten Einstellungen, denn das Image wurde nur wenige Stunden vor dem Umstieg gefertigt. Also DVD eingelegt und los geht es. Zuerst schaut ja auch alles wie bei einer Windows 7-Installation aus, bis alle Dateien auf der Festplatte sind.

Der dritte Neustart bringt dann die ersten Neuerungen, ein kräftiges Dunkelblau begrüßt mich über dem kompletten Bildschirm und ich denke mir, jetzt wirst du ab sofort im Tunnel arbeiten. Doch der Eindruck ist nur von kurzer Dauer, denn schon der nächste Bildschirm zeigt dann erst mal die ganze Pracht der Kacheln. Ein Sanitärfachgeschäft ist dagegen spartanisch ausgestattet. Mit dem guten, alten Windows hat dieser Bildschirm so rein gar nichts mehr zu tun und ich klicke sofort mal auf die Kachel “Desktop”, die kenne ich noch von der Ausprobierversion (Preview). Erst einmal Erleichterung, soweit ist wohl alles da jetzt in der Endfassung und ich kann mich dran machen, die ‘Stellschrauben’ meinen Bedürfnissen an zu passen. Dass der Startbutton nicht mehr an seinem Platz ist, wo er hin gehört, weiß ich ja schon länger und die Diskussionen im Internet wurden ja auch mehr als ausführlich (sogar mit Wutanfällen gegenüber dem Hersteller) geführt. Als wenn so was nützen würde bei bestimmten Holzköpfen.

Auch mein Verständnis hält sich, was den Desktop bei Windows 8 angeht, in sehr engen Grenzen, da allein schon die Möglichkeit, den Desktop so darzustellen, wie ich es von Windows 7 her gewohnt bin, nicht mehr vorhanden ist, denn der Kernel ist halt immer noch Windows 7, nur einzelne diffizile Stellschrauben wurden erneuert und verbessert. Aber man hat doch ganz bestimmt Oberflächenmöglichkeiten einfach weg gelassen, für mich persönlich eine mehr als ärgerliche Situation.

‘Gefühlt’ startet und läuft das neue System schneller und eine neue Höchstgeschwindigkeit ist ja wohl immer ein gutes Verkaufsargument für solche Innovationen. Mir persönlich geht es bei Computern eigentlich immer mehr um Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit und genau diese hat sich für mich persönlich erst einmal verabschiedet. OK, ist ja nicht das erste Mal, dass ich bei Microsoft quasi von ganz Vorne wieder anfangen muss. Außer Windows 1.0 hab ich doch jedes mal beim Umstieg wieder von vorne anfangen müssen, mehr oder weniger. Immerhin habe ich ja sogar die DOS-Zeit überlebt.

Ein gutes hat ja jetzt der Umstieg auf Windows 8 – ich musste kein Haus verkaufen oder einen Aktienbestand auflösen, um an das neue System zu kommen. Microsoft hat endlich ein Einsehen mit den Hardcore-Usern und will sie wenigstens zu Beginn nicht ins Armenhaus treiben. Ich habe mein neues Windows 8 schon für 20 €uronen über eine Auktionsplattform erstehen können. Ab 1. Februar 2013 schaut dass alles dann ganz anders aus, da schlägt der Software-Riese unbarmherzig mit € 199,00 zu. Was die eigene Microsoft-Hardware mit “Surface” dann auf der Preistafel stehen hat, wird so manchem User die Tränen in die Augen treiben, wenn er denn überhaupt alle Tassen im Schrank hat.

Aber ich wollte ja mit dem Desktop weitermachen, denn noch ist der Computer, übrigens ein relativ günstiger ASUS-Laptop, da ich ja fast nur noch schreibe und nur hin und wieder mich mit neuer oder auch alter Software beschäftige, damit ich nicht aus der Übung komme. Das Gerät ist jetzt eineinhalb Jahre alt und schluckt das neue Betriebssystem ohne Murren oder Zicken. Da ich schon lange nicht mehr an den Kisten spiele, sind die sogenannten Fingerübungen fast ausschließlich die In- und De-Installation von Tools und anderen Programmen zu Testzwecken und so passiert es auch schon mal, dass ich mein System regelrecht schrotte (rein Softwaremäßig) und dann gezwungen bin, die Kiste regelrecht ‘platt’ zu machen. Für nicht Computer-Affine: ich muss alles neu installieren. Diese Aktionen sind aber meist auch damit verbunden, sich von viel Mist zu trennen, eben wie bei einen umfassenden Hausputz. An solchen Tagen wird aber auch recht viel geflucht, wenn man diesen Vorgang länger nicht durchgeführt hat und in dieser Zeit sich ganz bestimmte Vorgänge nicht mehr so präsent in den Gehirn-Ganglien befinden.

Die wichtigste Installation nach der Grund-Installation des Systems ist der Start-Button und der ist jetzt ein Fremd- oder besser gesagt ein Extern-Programm, denn den Echten hat Microsoft uns ja inzwischen ‘geklaut’. Gottseidank gibt es den kostenlos und mein Dank an die Freeware-Programmierer ist schon seit Jahren wirklich unendlich. Viele User wären ohne diese guten Geister der Computer-Szene ohnehin einfach nur noch am verzweifeln, denn meist sind sie es auch, die solche Systeme wirklich analysieren und Schwachstellen aufstöbern können. Manchmal, aber wirklich nur manchmal bin ich auch neidisch auf diese Code-Schreiber, denn wenn ich es könnte, hätte ich wahrscheinlich auch nicht so früh im Berufsleben das Handtuch schmeißen müssen und würde auch heute noch Geld verdienen.

Den Start-Button gibt es inzwischen in einigen verschiedenen Ausführungen und sogar als Kaufversion, aber ich persönlich habe mich für den Verlinkten entschieden, denn er reicht für meine Bedürfnisse. Ebenso gibt es auch sehr viele verschiedene Computer- und Windows-Foren, in denen man Hilfe bekommt, aber ich bevorzuge nun mal Winboard. Meine zweite bevorzugte Seite, diesmal für die Computer-Nachrichten und wenn ich auf der Suche nach Treibern bin, ist der Heise-Verlag, der jetzt schon seit Jahrzehnten die Computer-Gemeinde mit fast jeder wichtigen Information versorgt.

Noch nicht erwähnt habe ich bisher, dass ich wohl ein Upgrade des vorherigen Systems Windows 7 gemacht habe, aber dabei nicht die alten Daten übernommen habe, sondern die Einteilung der Festplatte neu angeordnet habe.

Bei Windows 7 war Laufwerk C: insofern noch mal unterteilt, dass das System beim partitionieren eine System-Partition von 100MB angelegt hat und erst danach das berühmte Laufwerk C, wo dann alle Systemrelevanten Daten abgelegt wurden und dass man auch, so man keine SSD-Festplatte hat, regelmäßig defragmentieren (aufräumen) muss, da es Microsoft auch nach Jahren bisher nicht geschafft hat, dem Dateisystem klar zu machen, dass es ganz bestimmte Daten, welche es von der Festplatte sich besorgt, auch wieder dahin zurück schreibt, wo sie hin gehören. Wer seinen Computer nicht regelmäßig ‘pflegt’, wird nach ca. einem halben bis dreiviertel Jahr feststellen, dass die Kiste immer langsamer wird, weil die Festplatte(n) nur noch damit beschäftigt ist oder sind, nach Daten zu suchen und dieser Vorgang immer länger dauert. Dies gilt aber nur für die bisher eingesetzten Magnet-Festplatten, die neuen SSD dürfen niemals in dieser Form defragmentiert werden, sonst sind sie sehr schnell Schrott und zwar richtig teurer. Wie man so im allgemeinen sieht, ist das Aufsetzen eines Systems und die Pflege des System niemals eine Sache, welche sich von selbst erledigt. Das auch ein Anti-Virensystem auf der Kiste installiert ist, versteht sich hoffentlich von selbst und muss bei mir eigentlich nicht auch noch eine spezielle Erwähnung finden.

Für mich wird es auch in Zukunft niemals den Cloud-Computer geben, da ich sehr daran gelegen bin, alles immer selbst in der Hand zu haben. Das Einzige, was bei mir schon immer in der Cloud war, sind meine Mail-Programme, denn darauf will ich auf der ganzen Welt über das Internet Zugang haben und da ich niemals sensible Daten über Mail versende, ist es mir offengesagt auch egal, wer bei mir mit liest. Ist wie Postkarten verschicken, nur wesentlich billiger.

Das neue System ist jetzt aufgesetzt und läuft. In ungefähr einem Monat werde ich dann wohl entscheiden, ob es auf dem Computer bleibt oder wieder runter fliegt, aber immerhin habe ich inzwischen die Möglichkeit gefunden, wie bei früheren Versionen mir vom puren System ein Image anzulegen und wenn mal wieder Probleme auftauchen, welche das System nicht mehr verkraftet, dann dauert es wirklich nur kurze Zeit (im Schnitt 15-20 Minuten) und mein System ist wieder so jungfräulich wie am ersten Tag.

Für mich persönlich ist der Computer in erster Linie ein Hilfs- und Arbeitsmittel, welches mir die Möglichkeit gibt, immer und ständig mit der ganzen Welt zu kommunizieren und Neuigkeiten zu erfahren. Natürlich ist es auch eine Möglichkeit, den technischen Fortschritt zu genießen und mein Hirn immer noch weiter zu beanspruchen, aber inzwischen habe ich in den letzten 30 Jahren auch gelernt, ich muss nicht immer das Teuerste und Beste an Equipment haben, um mit den Kisten quasi glücklich zu sein und ich muss auch nicht jede Mode (Apple oder Facebook) mit machen, denn echte Moden sind so vergänglich wie ein Windhauch im Sommer bei 35 Grad im Schatten.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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