Die Gefahr der ‘bildchenzeigenden’ Kuhfladen u.a.

Der klassische PC und/oder Laptop scheint vom Aussterben bedroht. Die alten ‘Schrauber’ sterben sowieso aus, eine ganz natürliche Auslese. WIR, die wir Anfang der achtziger Jahre mit den Kisten zu lernen begannen, haben zum Teil schon das Rentenalter erreicht. Viele von UNS, die sich an alles Mögliche noch ran getraut haben, auch an den Kernel des Betriebssystems, sind inzwischen durch vielerlei Arten aussortiert und fallen dem Gesellschaftssystem über Hartz IV auf den Wecker, wir sind wohl die Verlierer unseres eigenen Könnens. Aber trotz dieser mehr als miesen Aussichten sehe ich persönlich das Ende der Fahnenstange erreicht, denn es werden Zeiten kommen, da wird sich dieser neue Boom nach den Tablet-Fladen ins Gegenteil umkehren und dann fehlen plötzlich die sogenannten Experten, welche sich um die sogenannte ‘veraltete’ Technik kümmern. Ich sehe es schon in spätestens fünf Jahren wieder auf uns zu kommen.

Auf der Couch surfen, im Zug einen Film schauen und im Fahrstuhl Termine machen: Ein Tablet ist immer zur Hand. Immer mehr Nutzer ziehen ein „Surfbrett“ zumindest als Zweitgerät in die engere Wahl. Doch die Auswahl an Tablets ist riesig. Und zu Apples iOS und Googles Android gesellen sich nun auch noch Windows 8 und Windows RT als neue Betriebssysteme hinzu.

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Schon die Tatsache, ich soll mir einen teuer erarbeiteten Hollywood-Film auf so einem ‘Kuhfladen’ zu Gemüte führen und dann ihn auch noch genießen, jagt mir Kälteschauer durch den ganzen Körper, wo ich sowieso so ungern friere. Es gibt nun einmal sehr viele File, die sind für besonders große Leinwände gemacht, weil man dann erst ein Gefühl für den Inhalt bekommt. Selbst auf dem Fernseh-Schirm zuhause sind sie eigentlich fehl am Platze, aber durch die neuen flachen TV-Geräte in Größenordnungen, von denen wir alle vor 10 Jahren noch geträumt haben, sind die Filme dann so einigermaßen ‘annehmbar’. Einen großen Anteil hat dabei inzwischen HD-TV, denn die Hochauflösung zeigt die Bilder, die Filme in nie dagewesener Qualität und Schärfe. Die gleichen Filme auf einem Computer-Bildschirm oder einem Tablet-PC ist aber ein gigantisches Sakrileg. Einer Handlung mit dem Feldstecher folgen? Für mich unvorstellbar – und wer jetzt behauptet, die Sehgewohnheiten ändern sich halt, dem kann ich nur erwidern, die Ansprüche an Filme in großer Aufmachung werden dann sehr schnell verschwinden und nur noch TV-Maßstab wird da zum tragen kommen. Die Film-Industrie geht dann komplett den Bach runter.

Tablets und Smartphones sind möglicherweise gute Zusatzgeräte, aber sie haben auch so ihre Tücken.

Da wäre zum einen ihre Kompaktheit, nur wenn es mal wieder in der Technik ‘klemmt’. Dann sucht man zu Beginn des Versuchs einer Reparatur völlig vergeblich nach den Schrauben zum Öffnen des Gehäuses. Gibt es nicht. Die Gehäuse sind wie Austern verschlossen, knallhart. Wer keine Geduld aufbringen kann, greift zur Gewalt … und genau dass macht sehr viele Hersteller sehr glücklich. Bei Gewaltanwendungen beim Öffnen der Geräte geht das Gerät kaputt. Ist Firmenpolitik. “Niemand macht sich an unseren Geräten zu schaffen”. “Wer eine Reparatur braucht, braucht auch UNSERE Leute … und die kosten nun mal richtig Geld, sind ja ‘Spezialisten’”.

Oder nehmen wir mal den Akku-Tausch. Das gleiche Problem. Bei Tablets fast ausschließlich unmöglich, besonders bei den Apple-Geräten. Können nur von Apple-Fachleuten durchgeführt werden. Gleich ist man ein ziemlich dickes Kontingent an €uronen los. Das Innenleben der Geräte ist ja auch Staatsgeheimnis, wäre ja noch schöner, wenn Hinz und Kunz an ‘unseren’ Geräten’ rumbasteln und möglicherweise dabei auch noch Veränderungen vornehmen können, welche dem User nutzen.

Genau dieser Punkt zum Beispiel macht es dann dem normalen User zunehmend schwerer bis unmöglich, die vorhandene Technik zu erlernen und auch zu verstehen. Der User ist zum reinen Konsumenten degradiert. Er hat keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr. Die Anschlusskosten nach dem Neukauf steigen, ebenso wie die Kosten für Zubehör, denn mit den nackten Geräten ist es ja fast nie getan, dass man wirklich alles beieinander hat. Hinzu kommen dann natürlich auch noch die Kosten für die verschiedenen Programme, jetzt ja APPS genannt und diese sogenannten Programme sind nicht mehr so aufgebaut, wie die bisher bekannten und angewendeten Programme. APPS sind auch bei Gaunern sehr beliebt, denn sie können ja so leicht abgewandelt werden in sogenannte Trojaner und Virenschleudern, welche dann auf große ‘Absahne’ gehen, ohne dass der User merkt, wie er ‘ausgenommen’ wird.

Zu bedienen sind die meisten Geräte ja ziemlich intuitiv, also einfach, aber zum Beispiel einen Text wie diesen hier möchte ich dann doch nicht auf solch einem Gerät fabrizieren. Dass wird dann nämlich zu einer echten Quälerei. Nur, wenn es dann keine Geräte mehr gibt, wie eben Laptop und Netbook-Computer und eigentlich auch keine oder nur wenige PCs, dann ist erst einmal guter Rat teuer, und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Nischenhersteller werden diese Geräte wohl noch weiter bauen, die Preise aber werden auch entsprechend sein.

Ein besonderes ‘Zuckerl’ ist mir im SPON über den Weg gelaufen, der sich sogar tödlich auswirken kann.

Die ‘Kisten’ sind aus unserer Alltags- und Berufswelt einfach nicht mehr weg zu denken und doch werden sie in vielen Fällen nicht gerade als Freunde angesehen. Bei Dreckschleudern wie Automobilen ist es genau umgekehrt. Die Verbreitung von Daten und menschlichem Wissen haben einen schlechteren Stellenwert, als ein Bleifuß auf einem Gaspedal.

So und ähnlich muss man sich die Berichterstattung in den etablierten Medien vorstellen, wenn sie über einen Kongress berichten, der gerade jetzt im Informationszeitalter mehr als wichtig ist. Persönlich rutscht mir da nur ein “Pfui Deibel” raus, denn ich gehöre noch der Generation an, welche den Beginn des echten Computerzeitalters Anfang der 80er Jahre mitgemacht hat.

Gerade die Medien, gemeint sind dabei im Besonderen die Printmedien, sollten, wem auch immer, auf Knien danken, dass sie aus der Steinzeit der Zeitungsherstellung in ein neues Zeitalter katapultiert wurden. Schaue ich mir aber die Berichte zum 29. Treffen des Chaos Computer Clubs (CCC) an, dann wird mir erst einmal ganz besonders übel. Besonders viel Gleichgültigkeit, aber zuweilen auch Ablehnung und sogar richtiger Hass quillt aus vielen Poren der Beiträge und Artikel. Natürlich kann nicht jeder Redakteur und Journalist einen solchen Enthusiasmus zu seinem Arbeitsgerät entwickeln, wie ich es persönlich zuweilen ziemlich offen zelebriere, aber ein wenig mehr Zuneigung zu seinem Beruf sollte man dann doch schon zeigen.

Als warnende Beispiele habe ich mir heute mal besonders die Artikel vom SPON und der FAZ zur Brust genommen und die haben meine Enttäuschung nicht gerade kleiner werden lassen. Zwei nach Außen hin große Blätter haben wohl nur Praktikanten geschickt, um über den 29C3 (so heißt der Kongress in seiner Kurzform) zu berichten. Das Ergebnis kann man sich ja durch das Anklicken der Links zu Gemüte führen.

Inhaltlich sind beide Artikel eine wahre Katastrophe, denn um was es im allgemeinen und im besonderen bei diesem Kongress geht bzw. ging, wird einfach aus Gleichgültigkeit und auch Nichtverstehen unter den Tisch gekehrt und ist so einfach nicht vorhanden damit. Dass diesmal so um die 5000 Teilnehmer aufgelaufen sind, um der Computergemeinde im Allgemeinen neue Möglichkeiten der Absicherung der immer noch sehr unsicheren ‘Kisten’ aufzuzeigen und Wege zu ermöglichen, diese Unsicherheiten zu überwinden, gehört schon wie ganz selbstverständlich zu den Erwartungen an eine solche Veranstaltung. Nur ist hier nichts selbstverständlich. Jegliche Arbeiten an solchen Themen sind hoch komplex und erfordern einen mehr als erheblichen Zeitaufwand, der von niemanden wirklich honoriert wird. Diese Leute arbeiten um der Sache willen zum größten Teil im Ehrenamt und haben sich doch mehr verdient, als einen warmen Händedruck.

Profitieren wollen aber alle von den Erkenntnissen, die bei solchen Treffen gefunden werden und/oder wurden, denn Sicherheit und auch daraus resultierender Fortschritt kommt ja uns allen zugute. Aber alles, was ich aus solchen Artikeln und Beiträgen herauslese, ist die Tatsache, dass es offenbar einfacher ist, diese Helfer mit Bezeichnungen zu belegen, die sie wohl abstempeln, aber nicht gerade immer auf die wohlmeinende Art.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.