AlterKnacker`s Presseschau Nr.50 – Ins neue Jahr 2013 gestolpert

Wie üblich bei mir im FIWUS ist jegliche Aussage als absolut subjektiv anzusehen, da ja auch Beiträge und Artikel in anderen Medien nichts anderes sind. Objektivität beruht auf unumstößlichen Tatsachen wie den Naturgesetzen, welche sich auch auf künstlichem Wege so einfach nicht ändern lassen. Geradezu beschwörend wirken da die Worte aus einem TAZ-Beitrag und man sollte sich nicht zu sehr daran aufhängen, dass in diesem Beitrag eher der Ökologie-Journalismus gemeint ist:

„Wir retten keine Menschen, wir sind keine Feuerwehrleute, wir operieren nicht“, gibt der Talkrunden-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt zur Spezies der Aufklärer im Gegensatz zu direkten Verantwortungsträgern zu bedenken und schiebt einen bemerkenswerten Satz nach: „Wir haben zu viele Journalisten.“

Diese These könnte, wie vieles andere aus Flecks Buch, zu einer brauchbaren Debatte über Verantwortung und Journalismus führen. Leider steht zu befürchten, dass der Journalismus, der derzeit völlig damit ausgelastet scheint, sich immer tiefer in seine echten und gefühlten Krisen zu verstricken, dazu gerade keine Zeit hat.

Quelle: Hier weiterlesen

Ich persönlich habe den schreibenden Journalismus an keiner Schule gelernt, mit meinem Volksschulabschluss wäre ich heute der ‘perfekte Sozialschmarotzer’, welcher auch immer wieder in den etablierten Medien ‘sehr gerne’ propagiert wird. Andererseits, schaut mal auf meine linke Hand und dort besonders auf den ausgestreckten Mittelfinger, dann weiß gleich jeder geneigte Leser, was ich so im Allgemeinen von der Welt als solches halte. Dass ich dennoch weiter regelmäßig schreibe, liegt in der Tatsache begründet, dass es mir Spaß macht, mich auszudrücken und natürlich auch, gelesen zu werden. So eingebildet bin ich dann schon. Und da ich ja nicht ‘muss’, sondern ‘will’, ist jeder neue Artikel auch eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle, zumal es Rückmeldungen gibt, die eigentlich noch wertvoller sind, als ein Oscar in Hollywood:

mad as hell 01.01.2013 | 15:07

Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte,

So viele Fragen.“

Bertolt Brecht

Ihr Bericht wirkt Eindrucksvoller als alle Erfolgsmeldungen, wie man sie seit jeher von den Propagandaorganen der Mächtigen zu lesen bekommt.

Das macht Ihren Beitrag für mich wichtig.

Ihnen ein Gutes 2013.

Quelle: Der Kommentar in diesem Beitrag

Dass alles beherrschende Thema in diesen neuen Jahr wird erst einmal durchgehend der Bundestagswahlkampf sein, gefolgt von den beiden Landtagswahlen in Niedersachsen und Bayern. Während Hannover und München wohl kurzfristig die Schlagzeilen beherrschen, wird Berlin einfach durchgängig Dauerthema bleiben, denn nur dort geht es mal wieder um ein “Alles oder Nichts”. Die erste Watsch’n wurde genau mit dem heutigen Tag schon mal kräftig verteilt, die Parteien müssen den finanziellen Gürtel enger schnallen. Dass tut den Parteien mit Sicherheit sehr weh, waren sie es doch bisher gewohnt, regelrecht von der Wirtschaft ‘gehätschelt’ zu werden, zumindest die Konservativen und die sogenannten Liberalen. “Wer gut schmiert, der gut fährt” hat seine Zugkraft verloren. Immerhin konnte ein einzelner ‘Roter’ in den letzten Jahren ziemlich gut absahnen, äußerst peinlich für die ‘Schwarzen’ und ‘Blau-Gelben’, die sich ja sonst an den Futtertrögen laben konnten.

Der nächste Stolperstein lag ja schon 2012 im Weg der Gesundheitspolitik, welche ja besonders von den Blau-Gelben ‘ab gefrühstückt’ werden mit besonderer Unterstützung durch einen Schwarzen namens Jens Spahn. Dieser Stolperstein wird auch 2013 weiter im Weg liegen, zumal der Gesetzgeber bisher wohl keinen besonderen Anlass sah, ihn endgültig aus dem Weg zu räumen, immerhin gehören ja die ‘Beteiligten’ zur Klientel der derzeit regierenden Parteien.

Die über Monate angekündigte Fiskal-Klippe der USA entpuppte sich dann doch nicht als der Felsbrocken an einer Steilküste, sondern eher als Kiesel auf einem Sandweg, auch wenn die Verschuldung der größten Volkswirtschaft der Welt (?) inzwischen Dimensionen angenommen hat, dass sogar einem Mathematik-Genie schwindelig werden kann. Dass die USA damit den Rest der gesamten Wirtschaftswelt quasi in Geiselhaft nimmt durch die Möglichkeiten einer weltweiten Rezession, stört die Herrschaften besonders aus dem republikanischen Lager keineswegs, solange sie ihre Klienten nur gut bedienen und selbst ein paar Krümel abstauben können, denn wirklich was zu sagen haben die Herrschaften Politiker in den USA schon lange nichts mehr.

Viel wichtiger als diese ‘Spielchen’ in den USA sollte für uns hier in Deutschland die Tatsache sein , dass wir durch das Verhalten unserer Politiker und der Politik im Allgemeinen unseren Nachwuchs sozusagen ‘ausrotten’. Der verlinkte Beitrag sagt alles wichtige aus.

Was jetzt aber kommt, ist mehr als ein dicker Hund – diese für mich persönlich als Scheißhausparole deklarierte Nachricht haut mich erst mal vom Hocker. Jakob Augstein wird als Antisemit quasi verunglimpft. Gehts noch??? Semiten und Antisemiten, der Begriff der Rassen bei Menschen, all dies trägt niemals dazu bei, dass sich der Mensch ganz im Allgemeinen als zusammengehörig definiert. Für mich als Mensch haben andere Menschen noch niemals zu einer ‘Rasse’ gehört. Dafür gibt es für mich ganz klare Regeln. Wer scheißt, wie ich oder furzt, wer seinen Mund zum sprechen benutzt wie ich und seinen Schniedel zum ficken (bei Männern), wer blutet wie ich bei Verletzungen und dies mit wehklagen kundtut, wer seine Hände und Füße benutzt wie ich und auch im allgemeinen sich äußerlich nicht besonders unterscheidet, der ist für mich Mensch, ganz einfach und verständlich ausgedrückt. Dass es rein äußerlich allein schon von der Hautfarbe unterschiede gibt, ist für mich persönlich noch nie relevant gewesen. Menschen haben für mich keine Rasse. Die ordne ich nur Tieren zu, aber auch sehr ungern, das sie, wie wir alle selbst, fühlende Kreaturen sind und nur ihre sogenannten Unterschiede sie in Rassen einteilt. Uns Menschen unterscheidet uns auch nur von den Tieren, dass wir uns ganz eindeutig artikulieren können und auch komplexe Verhaltensmuster steuern und definieren können. Das Tier lebt und überlebt durch seinen Instinkt.

Jegliche Unterscheidung von Menschen in Rassen ist eine angelernte und anerzogene Aussage, die sich aber eigentlich immer aus bestimmten Machtpositionen heraus definiert und so ein friedliches Leben quasi ad absurdum führt. Das schon seit Jahrtausenden durchgeführte Mobbing unter den Menschen hat sich inzwischen so verfestigt in unseren Hirnen, dass wir fast alle heute nicht mehr imstande sind, ohne diese dämlichen Unterscheidungen ein wirkliches Zusammenleben zu praktizieren. Wir lassen uns von Äußerlichkeiten leiten und rennen Anderen hinter her, welche diese äußerlichen Unterschiede für ihre ganz profanen und egoistischen Ziele ausnutzen wollen. Die Kackbrauen, auch Nazis genannt, sind wohl mit das berühmteste Beispiel für solche Selektionen. Aber auch andere sogenannte Selektionen sind den Menschen als solches nicht unbekannt. Dabei spielen Herkunft und Ausbildung auch nur eine sekundäre Rolle, da wir ja denkende Wesen sind.

Theoretisch kann ich mit jedem Mensch auf dieser Welt in Einklang zusammen leben, dabei spielen Aussehen und Einstellungen fast niemals eine wirkliche Rolle. Aber selbst wenn die Einstellungen zu meinen eigenen völlig konträr laufen, so heißt das aber für mich nicht, dass ich diese anderen Menschen so extrem ablehne, dass ich ihnen gleich das Leben verweigere und auch versuche, es ihnen zu nehmen. Da ich denken kann und auch ein Gespür für richtig und falsch habe, werde ich Wege finden, diese Diskrepanzen dadurch zu überwinden, dass ich ihnen aus dem Weg gehe. Nicht jeder Mensch auf dieser bisher einzigartigen Welt kann und muss mein Freund sein, aber der Respekt vor fremdem Leben bleibt einfach bei mir erhalten, auch wenn ich meine eigenen Wege gehe. So muss ich auch bei anderen Meinungen entscheiden.

Jetzt bin ich von Jakob Augstein und seinem sogenannten Antisemitismus wieder in grundsätzliche Fragen zum menschlichen Zusammenleben ausgewichen und habe mich zu wenig über diese ekelhafte Tatsache ausgelassen, aber dass war genau meine Absicht, denn so wenig, wie Herr Augstein ein Antisemit ist, so wenig bin ich selbst einer, wenn ich mal auf Israel und seine Politiker schimpfe, denn mir ist eine Staats- und/oder Volkszugehörigkeit aber echt so was von egal. Als Deutscher mit italienisch-amerikanischem Blut bin ich für Superbekloppte sowieso ein Bastard, was ich auch im realen Leben bin und es mir doch praktisch am Arsch vorbei geht, denn an mir persönlich ist die Intelligenz nicht mit Lichtgeschwindigkeit vorbei gerauscht.

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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