Auch diese Menschen muss ein Staat ‘ertragen’

Seit den Hartz-Gesetzen geht es in diesem Staat nur noch darum, wie produktiv ein Mensch eingeschätzt wird und was er zur Sicherung seiner Existenz leistet. Doch dieses sogenannte ‘neue Denken’ schadet insgesamt der Gesellschaft. Gerade gestern konnte ich in einem neuen Beitrag vom Eifelphilosophen einen erschütternden Bericht lesen, der von einer Verwahrlosung des sozialen Konsenses innerhalb unserer Gesellschaft berichtet und dieser Konsens ist quasi schon ‘politisch gewollt’ abgeschafft. Niemand in diesem Staat sollte in solch ein Leben gezwungen werden, so fühlt sich nämlich Staatsterror an. Nach außen wird von unserem Staatsgebilde immer noch von einer Demokratie gesprochen, aber die letzten zehn Jahre haben diesen Staat so nachhaltig ‘umgebaut’, dass von der ursprünglichen Staatsform fast nichts mehr zu erkennen ist.

Grundrechte, festgelegt in unserem Grundgesetz, werden zum großen Teil von der politischen Klasse einfach mit Füssen getreten, Urteile der obersten Gerichte dieses Landes werden einfach ignoriert. Viele Beiträge in jeglicher medialen Aufmachung befassen sich mit diesen Themen. Würde man alle Beiträge aus den Printmedien und dem Internet der letzten zehn Jahre gedruckt übereinander stapeln, käme ein Berg zustande, der es locker in der Höhe mit dem Mount Everest aufnehmen könnte. Aber was passiert in Wirklichkeit nach diesen Appellen und Hinweisen zum Nachdenken? Fast nichts und oft genug auch das Gegenteil dessen, gegen dass man schreibt.

Ganz besonders empfinden viele, die selbst schreiben, die Tatsache, dass WIR im Internet immer noch nicht ernst genug genommen werden, weil uns keine Medienmacht den Rücken stärkt. Wir können ohne die Marktmacht der Wirtschaft unsere Seiten mit Inhalten füllen und theoretisch auch noch Werbeeinnahmen generieren, was aber viele, die einen eigenen Server betreiben, nicht machen, denn uns sind im großen und ganzen die finanziellen Einnahmen wirklich zweit- oder gar drittrangig, an erster Stelle stehen immer die Beiträge und Artikel, die wir für ein Umdenken aus uns heraus quälen. Und wir machen dies auch nicht aus dem Vorsatz heraus, uns als große Schreiberlinge oder gar Schriftsteller zu sehen, wir sehen uns in vielen Fällen als schlichte Handwerker, die einfach etwas zu sagen haben und dies dann auch tun. Wir müssen ja keine Auflagen verkaufen. Einige wenige von uns haben sogar mal das Glück, sozusagen entdeckt zu werden und haben dann möglicherweise sogar die Chance, einem wesentlich breiteren Publikum unsere Arbeiten zu unterbreiten und dafür auch ein Honorar zu kassieren. Diese sogenannten ‘Glückspilze’ kann man aber meist an zehn Fingern abzählen. Es gibt in der Geschichte der Menschheit genug Beispiele, dass Gedanken, in Form von Schriften, den Schreibenden nie auch nur einen Cent oder Taler oder was auch immer eingebracht haben und trotz allem haben diese Schriften überlebt.

So wie UNS freie Schreiber muss aber ein Staat auch die Menschen ‘ertragen’, die nicht produktiv sind. Wir nennen uns alle wohl das “christliche Abendland” und viele von uns berufen sich dabei auf die Bibel und aus diesem Buch gibt es auch einen ganz bekannten Spruch: “Seht ihr die Vögel unter dem Himmel? – Sie säen nicht, sie ernten nicht und doch werden sie von ‘unserem Vater’, nämlich Gott, genährt.” Die Quintessenz dieses Zitats sollte eigentlich nicht noch ausführlich erklärt werden, wenn man sich die ganze Tragweite dieser Aussage einmal gründlich durch den Kopf gehen lässt. Wir leben nicht auf dieser Erde um des Arbeitens willen, wir leben, um zu leben.

Nicht alle Menschen sind in der Lage, sich selbst zu ernähren und doch ist es eine heilige Pflicht von UNS allen, auch diesen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Mir persönlich ist es dabei auch scheißegal, was man über meine Schreiberei so denkt, ich erachte sie für wichtig und notwendig, wenn ich mir dabei anschauen muss, wie unsere menschliche Gemeinschaft immer mehr vor die Hunde geht, nur weil es auch Menschen auf dieser Welt gibt, denen ihre sogenannten Mitmenschen am Arsch vorbei gehen.

Gerade jetzt höre ich im Radio Musik, nur so als Beispiel. Musik ist auch niemals wirklich produktiv beim Konsum, aber fast alle Menschen hören sie gerne, jeder so auf seine ganz eigene Art. Musik erzeugt zumeist positive Stimmungen, hat aber auch keinen direkten Nährwert und doch ist sie aus dem menschlichen Leben heute nicht mehr weg zu denken und sehr viele Menschen machen auf ihre ganz eigene Art selbst Musik, weil sie dabei Gefühle haben, die mit keinem Geld der Welt auch nur ansatzweise bezahlbar sind. Gefühle kann man aber nicht in Zahlen ausdrücken. Aber gute Gefühle können trotzdem für monetäre Erfolge gut und auch produktiv sein. Zufriedene Menschen mit guten Gefühlen können Leistungen erbringen, die jeden erfolgsorientierten Menschen nur noch blass aussehen lassen, wenn er nur noch hinter dem Geld her rennt und seine Raffsucht doch niemals wirklich befriedigen kann. Und wenn mir jetzt jemand erzählen will, dass aber so unsere sogenannten Errungenschaften und Fortschritte in allen möglichen Bereichen niemals weiter ausgebaut und verändert werden können, dem kann ich nur sagen, da irrt er ganz gewaltig.

Diese Art des Menschseins, der Darwinismus, hat sich schon lange als der falsche Weg erwiesen, nur gibt es auf dieser Welt halt immer noch Menschen, welche, durch was auch immer, ihr Brett vorm Hirn niemals ablegen können.

Gehe ich von meinem bisherigen Leben aus, so war ich mehr oder weniger sehr produktiv, habe aber (auch und im Besonderen nach meinem Herzinfarkt) auch erkannt, dass Leben nicht nur aus Produktivität bestehen sollte, man vergisst dabei nämlich sehr schnell, was Leben wirklich bedeuten soll.

Geschrieben vor zwei Tagen.

Nicht arm im Geiste, nur mit zu wenig finanziellen Spielraum

Das Erste bedeutet ganz simpel – ich bin nicht blöd. Das Zweite ist schwieriger zu beschreiben, es aufzudröseln.

Heute ist wieder der Tag der monatlichen, finanziellen Ration vom Staat. Die Rente und die Aufstockung vom Sozialamt. Ich sitze heute schon seit drei Uhr in der Früh vor dem Computer. Wieder mal ‘senile’ Bettflucht. Ist also doch wohl ein Altersleiden. Wollte ich eigentlich in jungen Jahren einfach nicht glauben, jetzt hat es mich selbst erwischt. Ist aber GsD nicht jede Nacht so, meist kann ich bis sechs oder sieben Uhr schlafen und dann ganz gemütlich aufstehen. Aber heute ist nun mal auch Monatsende und Zahltag und dann hatte ich noch einige Ideen, die mir beim Aufstehen heute ziemlich eindringlich durch den Kopf gingen. Der Grund ist ein Brief von gestern. Näheres dazu kommt noch.

Mein heutiger Tagesablauf wird sich von den Abläufen der restlichen Zweidrittel des Monats wieder mal deutlich unterscheiden. Diese Zweidrittel sind ganz einfach erklärt: Aufstehen morgens, Uhrzeit unterschiedlich, Computer an, Mails checken, Nachrichten checken und auch zum Teil ausführlich lesen, überlegen, ob daraus Beiträge für den FIWUS zu erstellen sind. Manchmal beginnt so ein Tag in absoluter Stille, da der Fernseher dann aus ist. Keine Geräuschkulisse, aber nicht der Normalfall. Normal sind die Morgenmagazine von ARD und ZDF. Dass meiste wabert an den Ohren vorbei, wie gesagt; Geräuscheteppich. Ich bin nicht allein auf dieser Welt. Inzwischen bin ich seit 11 Jahren allein, wortwörtlich, wobei ich aber einschränken muss, acht Jahre war es nicht ganz so schlimm wie jetzt die letzten 2 Jahre, denn ich hatte ja CIRA, meine Dobermann-Dame. Am 7. Januar 2013 ist sie schon zwei Jahre tot.

Hab gerade mal an den Fingern abgezählt und festgestellt, ich bin jetzt seit 21 Monaten in Passau, im Obdachlosenasyl Danziger Str. – eigene kleine Wohnung NULL Aussichten. Ohne konkrete Hilfe von Außen auch nicht machbar für mich. Heißt aber auch nicht, dass ich schon resigniert hätte. Ein Dach über dem Kopf hab ich ja und im Großen und Ganzen auch meine Ruhe, wenn ich die Tür von innen abgeschlossen habe. Kontakt zu anderen Mitbewohnern habe ich so gut wie keinen. Sind nicht meine sogenannte ‘Kragenweite’. Ich weiß, das klingt arrogant und ist es auch in manchen Fällen, aber mehrere Enttäuschungen haben mich jetzt nach dieser Zeit hier noch vorsichtiger mit Kontakten gemacht. Da ich selbst keinen Alkohol trinke und/oder Drogen nehme, gibt es ansonsten keinerlei Berührungspunkte zu diesen Mitbewohnern, auch intellektuell nicht. Manchmal werde ich um Hilfe bei technischen Problemen mit einem Fernsehgerät oder einem Computer gefragt und dann helfe ich. Dass sind dann sehr beschränkte Kontakte, die ich aber auch nicht erweitern werde. Dass man mich mit großer Wahrscheinlichkeit als Arschloch bezeichnet, kann ich locker verschmerzen, daran bin ich seit frühester Jugend gewöhnt. Sehe es schon seit langer Zeit sogar als Auszeichnung, denn damit unterscheide ich mich von den sogenannten normalen Arschlöchern.

Ich war eigentlich schon immer ein Außenseiter und Einzelgänger. Ich bin kein Diplomat und würde mit meiner Ausdrucks-Art jeden Vermieter absolut ver- und abschrecken. Kommt auch daher, dass ich Vermieter für eine ganz ‘eigene’ und nicht sehr erfreuliche Menschensorte halte. Sind halt so meine allgemeinen Erfahrungen. Kann dies auch nicht einfach so ausblenden, wie ich auch Wut gegen Ungerechtigkeit nicht ausblenden kann. Und jetzt kommt erst mal so eine Art beruflicher Rückblick, damit man sich auch mal vorstellen kann, wie mein Leben so verlaufen ist.

1997. Der oder besser gesagt, mein 50. Geburtstag. Da der Berufsalltag noch vorhanden war, kam eigentlich auch kein Gedanke auf, dass dies sich irgendwann mal ändern könnte. Da kein Tag, besonders im Berufsalltag, wie der Andere war, konnte auch keine wirkliche Langeweile aufkommen. Natürlich war nicht jeder Tag ein lustiger Tag, aber welche Arbeit macht schon zu 100% an 100% Arbeitstagen Spaß? Gibt es nicht und wird es auch niemals geben. Zu viele Faktoren unter- und entscheiden, ob der Arbeitstag ein Erfolg ist oder auch nicht. Arbeit mit und für Kunden ist da besonders bemerkenswert, da man diese ja auch in seine Arbeit einbeziehen muss. Der Kunde ist sogar besonders wichtig, denn nur er hat die Informationen, die zum Gelingen der Arbeit beiträgt.

Ich bin übrigens zu dieser Zeit IT-Supporter, also ein Helfer in der Not, wenn der Computer mal wieder nicht dass macht, was der Kunde, oder auch User genannt, von ihm verlangt. Verglichen mit den heutigen Geräten in einem großen Betrieb wie Procter & Gamble (größter Konsumgüterhersteller der Welt) sind die damaligen Geräte geradezu rückständig und schlecht ausgerüstet, die Programme aber waren schon, was die Komplexität angeht, recht ausgefeilt und aufwendig.

Wir Supporter waren Freelancer (Freiberufler) und wir hatten nur dafür zu sorgen, dass die elektronische Datenverarbeitung immer ohne Störungen arbeitet. P & G ist weltweit vernetzt. Alle Programme sind in englisch und immer auch weltweit auf allen Computer gleich, SEWP (Software Enterprise Workstation Platform) sorgt für die Einheitlichkeit, das Grundgerüst zum Arbeiten. Als ich persönlich dort antrat, war noch Windows 3.1 im Einsatz und den größten Anteil hatten DOS-Programme. Aber der Turnaround für die Software war schon geplant, darum auch die Aufstockung des Support-Personals. 50 bis 80 DM die Stunde, knapp 30 Supporter und Supporterinnen, wobei die Damen leider in der Unterzahl waren. Kein zu knapp bemessener Stundenlohn, denn das Geld konnte man auch recht locker als Schmerzensgeld ansehen. Viele Arbeiten mit den Usern zusammen waren auch als ‘Körperverletzung’ anzusehen. Gelernt hatte ich diesen Beruf nicht, mein Wissen und Können habe ich mir seit Beginn der achtziger Jahre über verschiedene Computer-Generationen (vom C=64 über den Atari ST zum Personal Computer) angeeignet und erlernt in langen Stunden und Tagen und Wochen und Monate. Besonders interessant waren die sogenannten “Bücher mit sieben Siegeln”, wie man die Listings von Maschinenprogrammen für den C=64 auch nennen konnte, denn sie bestanden nur aus Hexadezimalzahlen und waren völlig kryptisch. Waren sie aber erst einmal in einen Editor getippt und kompiliert, war das Ergebnis entweder ein großer Aha-Effekt oder aber der völlige Frust, denn man hatte wieder einmal Fehler beim Abtippen produziert und das jeweilige Programm ‘lief’ einfach nicht. Die Suche nach den Tippfehlern war grausam. Aber auch aus diesen Fehlern lernt man, am meisten dabei an sauberes und korrektes Arbeiten.

Während sich mit den Jahren heraus kristallisierte, dass sich fast nur der IBM-basierte Computer, also der heutige PC in der Industrie durchsetzen würde, verschwanden die anderen Marken und Techniken quasi in der Versenkung. Einzig der Apple-Computer fristete ein ganz bestimmtes Nischendasein, war aber auch immer ein gewisser Fluch in der Handhabung für die Supporter. Nur wenige konnten mit den ‘Kisten’ umgehen, heutzutage ist es eigentlich immer noch sehr ähnlich, hängt aber auch insgesamt mit der Preisgestaltung zusammen, welche von Apple immer noch propagiert wird. Teuer, ob Hard- oder Software, ist halt auch was besonderes. Schon lange ist inzwischen vergessen, dass es Microsoft war, die Apple quasi das Überleben gesichert haben, aber dass ist inzwischen eine ganz andere Geschichte und gehört heute nicht hierher.

Als ich 1962 nach acht Jahren Volksschule in die Arbeitswelt entlassen wurde, sollte ich Großhandelskaufmann lernen, was ich nach 14 Tagen durch Rauswurf sehr gerne beendete. Meine Eltern veranlassten danach die Unterbringung in einem Erziehungsheim. Die ersten sechs Monate musste ich dort in der Landwirtschaft schuften, ohne Bezahlung. Als Taschengeld bekamen wir Insassen dort 3 Mark Taschengeld die Woche. Im November 1962 begann ich eine Lehre als Bau- und Möbelschreiner, mit 50 Mark im ersten Lehrjahr pro Monat, welche ich aber nicht in die Hand bekam, sondern weiterhin nur 3 Mark Taschengeld die Woche. Meine Lehrzeit endete ziemlich abrupt nach 2 Jahren, da ich echten Zoff mit meinem Lehrmeister bekam und ich rausflog.

Die Zeit bis zu meinem Abgang im Mai 1965 aus dem Heim wurde wieder mit der Landwirtschaft überbrückt, ohne Bezahlung. Nach diesem Abgang zog ich mit meinen Eltern nach Köln, fand schnell Arbeit als Küchenhelfer in der Mensa der Uni Köln, blieb dort 2 Monate und wechselte danach als Helfer und Bote in einem Zeitschriftenverlag. Mein Taschengeld betrug inzwischen 5 Mark die Woche, den Rest meines Lohns musste ich zuhause abliefern. Scheiße bauen war quasi vorprogrammiert und kam auch mit einer extremen Auseinandersetzung mit meinem Stiefvater. Ich verließ mein Zuhause mehr als überstürzt und trudelte ab in die Kriminalität. Die Konsequenzen waren bis 1971 insgesamt dreieinhalb Jahre Knast, in verschiedenen Zeitabständen abgesessen, zuletzt noch ein halbes Jahr (1971) in Landshut, denn zu diesem Zeitpunkt war ich schon nach München gezogen und hatte erste Kontakte durch Werner Herzog und andere zur Filmindustrie.

Diese Branche erfordert ein besonders hohes Maß an Disziplin und wer dort versagt, bekommt selten bis gar nicht eine zweite Chance. Ich habe immerhin 20 Jahre durchgehalten, für Sender oder Produktionen (z.B. viereinhalb Jahre in der Serie “Der Alte”) als Freelancer mit Lohnsteuerkarte gearbeitet und es gab nach 3 Wochen Drehzeit im Schnitt eine Woche Pause, die natürlich nicht bezahlt wurde. Bei den Sendern (BR, ZDF, NDR usw., später auch bei den Privaten) kamen Einsätze manchmal nur 5 bis 7 mal im Monat. Natürlich gab es auch schon mal bessere Monate, aber was da an Rücklagen zusammen kam, wurde in der auftragslosen Zeit wieder aufgefressen. Selbst bei einigen Spielfilmen fürs Kino habe ich gearbeitet, auch auf Karte, aber diese Drehzeiten bewegten sich im Zeitrahmen von 4 bis 6 Wochen und dann war wieder Warten angesagt. Dies habe ich genau 20 Jahre gemacht, die letzten 8 Jahre als freier Kameramann, bis dann die sogenannten billigeren Ostdeutschen Techniker ab 1990 auf den Markt kamen und UNSERE bisherigen Gagen quasi unterboten. Das ist kein Vorwurf, sondern einfach eine Tatsache. Arbeitszeiten zwischen 14 bis 16 Stunden waren eher die Regel, denn die Ausnahme. 1992 stieg ich aus der Branche aus, weil ich dass so nicht mehr mitmachen konnte. Reichtümer konnten da keine angehäuft werden und von privater Vorsorge war noch keine Spur vorhanden, denn “die Rente ist sicher”, wurde von einem Herrn Blüm immer wieder verbreitet.

Ich bewarb mich zuerst mal als Briefträger in meinem Wohnort, habe aber sehr schnell festgestellt (nach 4 Wochen), dass dieser Job erstens saumäßig bezahlt wurde und ich das Pensum (ich war knapp 45) einfach nicht erfüllen konnte. Ich besann mich dann darauf, dass ich einiges mit dem Computer anfangen konnte, in diesem Bereich immer noch lernfähig war und so kam ich über eine Zeitarbeitsfirma zu einem technisch-wissenschaftlichen Verein (DVGW) in der Nähe meines Wohnortes. Dort hatte ich neun Monate sehr gut zu tun, lernte dabei auch noch ziemlich viel, nur zog der Verein dann nach Bonn und ich war erst mal wieder arbeitslos. Knapp 9 Monate lang, bis ich einen Job in einem Architekturbüro ergattern konnte und dort dreieinhalb Jahre arbeitete, bis die Firma durch eine Bau-Rezession 1997 pleite ging. Ich war inzwischen 50 Jahre alt.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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