Der Buddha auf dem Sofa

Der FIWUS hat für die Sendung mit Sandra Maischberger mit Ralph Boes geworben … und ich persönlich bin erst mal ziemlich enttäuscht, aber nicht so sehr auf Herrn Boes, der ging mir persönlich nur manchmal auf die Nerven. Das Motto der Sendung: “Wer arbeitet, ist der Dumme?” hätte sich mit wirklichen Fakten schon allein in einer Grundsatzdebatte über das Grundgesetz erfüllen können, wurde aber von Herrn Boes quasi durch seinen Auftritt völlig vermasselt und seine Aussagen kamen zum Teil so verquer rüber, dass sie im Endeffekt nur noch lächerlich wirken mussten.

Dass er ein Profi bei Vorträgen sein soll, hat sich mir niemals erschlossen. Sein eigentlicher Auftritt sollte wohl ‘provokant’ wirken, kam aber nur lächerlich rüber. Sein eigentliches Anliegen, das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) blieb ständig in der Luft hängen und hatte auch mit Katja Kipping nicht die Verfechterin, welche diese Idee eigentlich verdient.

Die Tatsache, dass es in einer Gesellschaft Menschen gibt und auch geben muss, die sich niemals an allgemeine Normen halten und doch auch wertvoll für diese Gesellschaft sein können, wurde ständig quasi unter den Tisch gekehrt. Der Mensch muss nach dieser Sendung einfach als Profitobjekt nur noch funktionieren, egal wie. Der ausgestreckte Effenbergfinger gegen das Grundgesetz war immer spürbar, auch und besonders bei Frau Maischberger, die sich immer mehr zur Talk-Furie entwickelt, wohl um dem Canceln ihrer Sendung etwas entgegen zu setzen, was ihre Bosse doch noch umstimmen könnte. Als äußerst peinlich muss dabei der Werbeauftritt (mit Einspieler) einer etwas älteren sogenannten Society-Lady namens Gisela Muth angesehen werden, welche wohl als Gegengewicht zu der Putzfrau und Ralph Boes auf dem Sofa saß. Es ist nur nicht alles wirklich Gold, was da glänzt. Wenn selbst ein Springer-Blatt dies so empfindet, sollte dass schon etwas heißen.

Wie oft bei derlei Talkshow-Debatten, entglitt das Thema zuweilen ins Absurde. Die Dortmunder Unternehmerin und Charity-Lady Gisela Muth, (hat von der schon mal jemand gehört?) meinte, dass sie von jedem erwarte, etwas zu leisten, wenn er selbst Leistung erwarte. Der Einspieler zeigte Muth als Produzentin von Hautcremes, die Kaviar-Extrakte und Blattgold enthält. Geht’s noch? Was hatte Frau Muth zum Thema beizutragen? Nichts.

Quelle: Hier weiterlesen

Meine Enttäuschung gilt dabei eher noch Katja Kipping, denn sie schaffte es einfach nicht, das wirkliche Problem, die menschenunwürdigen Sanktionen so zu verurteilen, dass es ihr noch nicht einmal gelang, gegen eine etwas bescheidene Putzfrau anzukommen, die bestimmte Auswirkungen der Ausbeutung einfach wohl noch niemals gerafft hat und mit dem Blöd-Zeitungsniveau ihrer Aussagen keine neuen Erkenntnisse transportieren konnte.

Kipping gegen Söder konnte man aber das Duell auch nicht nennen, denn die Denke von beiden sind bekannt, also auch nichts Neues.

Bei Heinrich Alt konnte ich im Endeffekt nur noch den Kopf schütteln, denn seine Argumentationen sind, wenn man sie denn noch ernst nimmt, durch die Realitäten der Hartz-Gesetze und deren Umsetzung mehr als genug widerlegt und können in Hunderttausend Fällen (das Internet ist voll davon und auch der FIWUS hat seinen Teil dazu beigetragen) belegt werden, als Schwachsinn. Aber genau solche sogenannten ‘Manager’ braucht seine Chefin, Frau von der Leyen.

Und wieder mal viel heiße Luft um ein Thema, welches seinen wirklichen Charakter niemals entfalten konnte, die Akteure waren diesmal einfach die Falschen. Aber schon der enge Zeitrahmen einer solchen Sendung ist der Tod für jedes vernünftige Argument, dass ausgebreitet wird.

Sollte der Beitrag auf YouTube erscheinen, wird er nachträglich noch eingebaut für diejenigen, welche ihn noch nicht gesehen haben oder sich dies trotz aller Kritik noch mal antun wollen. Dass bisher nur die Springer-Presse darüber berichtet, kann eigentlich nur bedenklich stimmen.