Fachkräfte? Brauchen WIR nicht, die kosten doch nur Geld

Das ist der schon seit Jahre ‘gesungene’ Tenor, wenn es nach den Arbeitgebern und der Industrie geht. Die Herrschaften aus der Zeitarbeitsbranche, gemeint sind solche Typen wie Wolfgang Clement und Florian Gerster, haben sich an diesem Umstand echt gesund gestoßen. Mit ihrem damaligen Parteibuch der SPD waren sie nach dem Ende der Rot-Grünen Koalition 2005 so mit die gefragtesten Hansel auf dem Markt für die Wirtschaft-Elite in unserem Land. Oh ja – und wie sie diese sogenannte Elite beraten haben. Der Boom der Zeit- und Billigarbeitskräfte kommt ja nicht von ungefähr. Medial wurden sie auch besonders von unserer deutschen Journaille mehr als kräftig unterstützt.

Die letzten acht Jahre waren für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern zum Teil eine nicht endend wollende Tortur.

Der FIWUS hat dies schon lange verfolgt und auch dagegen geschrieben in verschiedensten Beiträgen, aber WIR sind nun mal keine Springer-Presse und somit werden WIR auch nicht besonders ernst genommen. In UNSEREN Beiträgen muss man schon zum Teil erst mal das Gehirn einschalten, bevor man sich diese ‘zu Gemüte führt’ und sich daraus eine eigene Meinung und auch einen Standpunkt bildet.

Der Arbeitsmarkt und die Hartz-Gesetze sind nun mal keine leichte Kost und da wir auch nicht mit Bildern von nackten Damen ‘brillieren’, heißt dies für die Leser und Leserinnen, auch für diese Themen aufnahmefähig zu sein. Und so richtig objektiv sind WIR natürlich auch nicht, denn UNSER Anspruch ist es nicht, Wohlgefühle zu erzeugen. WIR wollen helfen, aber auch Finger in offene Wunden legen, denn die seit einigen Jahren betriebene Politik in diesem Land ist ja offensichtlich von allen guten Geistern verlassen.

Unter sieben Millionen Arbeitslosen sind nun mal vielleicht eine Million, und die gab es in Zeiten der stinknormalen Sozialhilfe auch als Prozentsatz, die nicht arbeiten wollen oder können oder beides. Die restlichen sechs Millionen werden aber gar nicht erst gefragt, sondern mit der einen Million in den gleichen Topf geworfen von hirnlosen Politikern wie Westerwelle mit seiner Hetze gegen eine nicht vorhandene Dekadenz oder durch Aussagen einer Kanzlerin, die bei der sogenannten Hartz IV-Reform im Endeffekt in die gleiche Kerbe geschlagen hat, nur mit anderen Worten. Dass war wirklich weitsichtig. Ich nenne es Dämlichkeit hoch 3.

Quelle: Hier weiterlesen

20 Monate ist dieser Beitrag jetzt alt, geändert hat sich, besonders in den Köpfen der sogenannten Eliten, sehr wenig oder noch besser gesagt – gar nichts. Ist ja auch klar, denn inzwischen haben wir seit 2008 die €uro-Krise und die Finanzwirtschaft in der €urozone geht ja seither am Krückstock.

Der von der Industrie und der Wirtschaft beklagte Fachkräftemangel ist auf jeden Fall hausgemacht, auch wenn genau aus dieser Richtung immer wieder die sogenannte Globalisierung als der Buhmann herhalten muss. Als besonders bedauerlich muss ein Artikel herhalten, den der SPIEGEL nicht in seiner Online-Ausgabe veröffentlicht hat, sondern in seiner Print-Ausgabe 47/2012 (Seite 18) in der Rubrik “Deutschland – Panorama”. Ich habe ihn jetzt einfach abgeschrieben, denn nicht jeder kauft gleich ein Exemplar nur wegen eines kurzen Beitrags, der aber in diesen Beitrag hier passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer:

Opposition

Dagegen, aber dafür

Grüne, SPD und Linke wettern unisono gegen Minijobs – doch in ihren Abgeordneten- und Wahlkreisbüros haben sie selbst Hunderte geringfügig entlohnte Beschäftigte angestellt. Wie aus einer internen Statistik der Mitarbeiterkommission des Bundestags hervorgeht, lassen die Parlamentarier der drei Oppositionsparteien 273 Minijobber für sich schuften. Noch im Oktober hatten die drei Fraktionen bei einer Debatte keinerlei Zweifel an ihrer grundsätzlichen Ablehnung des Modells gelassen. Als damals die steuerfreie Geringfügigkeitsgrenze bei Minijobs von 400 auf 450 €uro erhöht wurde, sprach die SPD-Politikerin Anette Kramme von einer „katastrophalen Beschäftigung“ und einer „biographischen Sackgasse“. Abgeordnete der Linken bezeichneten Minijobs als „organisiertes Lohndumping“ und forderten, die Regelung „dringend“ abzuschaffen. Dabei bringt es die Partei selbst auf 67 Minijobber. Die Grünen-Abgeordneten beschäftigen 43 Minijobber, die SPD hat 163 geringfügig Beschäftigte in ihren Abgeordnetenbüros. Zum Vergleich: Für CSU und CDU ackern 486 Minijobber.

(Sollte der Spiegel mich jetzt verklagen, immerhin habe ich ja nur den Text ‘geklaut’ und alle Hinweise auf den Beitrag vermerkt, werde ich gerne dafür in den Knast gehen.)

Die Politik macht ja gerne vieles vor, was dann im Endeffekt so auch in der allgemeinen Gesellschaft ankommt, nur gehen diese Herrschaften davon aus, sie stehen über dem Gesetz und dürfen sich dadurch alles erlauben – und WIR alle haben es aus Bequemlichkeit einfach zu gelassen.

Wenn ich aber dann zusätzlich im SPON einen Artikel über eine DGB-Studie lese, kann man sich sicher vorstellen, dass mein Frust nicht von ungefähr kommt, da auch besonders die Gewerkschaften mit verantwortlich sind an dieser Situation und es einfach niemals als gesamtgesellschaftliches Problem angesehen haben, sondern immer nur ihr Klientel bedient haben aus Angst, sie könnten noch mehr Mitglieder verlieren. Und dieses Phänomen ist älter als die Hartz-Gesetze. Schon die Begriffe “Minijob” oder “geringfügige Beschäftigung” sind eine echte Verarschung jedes Arbeitnehmers. Dieser Sozial-Kill ist hauptsächlich von der Politik, aber auch von den sogenannten Eliten gewollt.

Der Satz: “Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber” hat leider immer noch seine Berechtigung.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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