Zweitjob – zu Tode schuften für die Demographie

“In Arbeit und Brot”, was waren das noch für Zeiten. “Fordern und Fördern” aus der Agenda 2010 war, wie so oft, gut gemeint, aber mehr als miserabel umgesetzt oder auch überhaupt nicht. Vom sogenannten “Fördern” konnte auch noch nie wirklich gesprochen werden, denn dies würde ja bedeuten, es macht sich jemand die Mühe, um auch außer seinem Ego dem sogenannten Gegenüber die gleichen Chancen zuzugestehen.

Berufe, die es früher mal gab, werden oder wurden seit dem Sozial-Kill von Rot-Grün zu Beginn des 21. Jahrhunderts abgeschafft. Beruf war Berufung, selbst gewählt und dann auch oft mit Freude ausgeführt. Dienstleistung war zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Losung. Arbeit ist wohl Einkommen und auch Selbstverwirklichung, so hatte man es über einen sehr langen Zeitraum gesehen und sich auch erkämpft. Der Politik sowie so einigen verschiedenen Interessenvertretungen war dies aber wohl dann doch zu viel Selbstständigkeit.

Als Gerhard Schröder die Agenda 2010 durchsetzte, beging er einen schweren Fehler. Er dachte, es ginge gerecht zu in Deutschland. Der Mann, der von weit unten in der Gesellschaft zum Bundeskanzler aufgestiegen war, schloss von sich auf andere: Wer etwas leistet, der kommt nach oben. Doch so ist es oft nicht. Reich und Arm unterscheiden sich nicht nur dadurch, dass die einen viel haben und die anderen nicht. Arme Leute bekommen auch viel zu wenig Chancen, daran etwas zu ändern.

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Ich persönlich konnte mich 30 Jahre in Berufen quasi selbst verwirklichen und dadurch auch viel lernen, genutzt hat es mir insofern nicht, da ich irgend wann halt auch das Ende der Leistungsfahnenstange erreichte und ich mit 55 einfach ‘aussortiert’ wurde. 2002 war für mich dieser Zeitpunkt erreicht, während um mich herum die Rezession ‘tobte’ und mir auch jegliche Chancen nahm. Selbst bei bestem Willen war kein Arbeitgeber mehr bereit, einem 55-jährigen noch eine Chance zu geben.

Unser ‘Gas-Gerd’ beging nur keinen Fehler, denn ihm persönlich war die Situation der Menschen, welche von ‘seinen’ sogenannten Reformen betroffen waren, absolut Scheißegal. Gerechtigkeit gehörte noch nicht einmal zu seinem Wortschatz. Ihm war nur die Macht wichtig. Aber noch schlimmer als er persönlich war in dieser Konstellation seine hinter ihm stehende Partei, die SPD. Diese Partei war im Jahre 1998 auch nach 16 Jahren Kohl-Regierung nicht mehr die Partei von Wehner und Brandt. Diese sogenannten Gallionsfiguren waren gerade noch gut für Anekdoten und nur noch wenige Genossen wollten weiter für den sogenannten kleinen Mann schuften. Die ‘Fresströge’ der Macht waren aber auch einfach zu verlockend und der Rattenfänger Schröder hatte dabei mehr als leichtes Spiel, als er seine Partei an das sogenannte Kapital verhökerte.

Heute müssen selbst Akademiker Arbeiten ausführen, welche ihnen überhaupt nicht liegen. Arbeit ist zum Zwang geworden. Wer nicht arbeitet bzw. nicht jede Arbeit annimmt und/oder annehmen will, gilt als Schmarotzer und Parasit. Die frühere Freiheit der Berufs- und Arbeitsplatzwahl wurde durch die Verbrechergesetze eines Peter Hartz in Zusammenarbeit mit Lobbyverbänden wie der Bertelsmann-Stiftung vollkommen abgeschafft. ‘Billig’ war und ist auch heute noch der Maßstab, nach dem sich das Kapital richtet und die Industrie folgt inzwischen mehr als willig, wie man sehr leicht an den Auslagerungen ins sogenannte ‘preiswerte Ausland’ erkennen kann. Hinzu kommt natürlich auch noch der sogenannte ‘Dienstleistungswahn’ … Schuhputzer kann schließlich jeder werden, oder Friseur oder auch Scheißhausreiniger. Erst jetzt stellt man diesen Wahnsinn wieder vom Kopf auf die Füße.

Dass damit aber auch die sogenannten Löhne und Einkommen sowie im Endergebnis die Renten davon betroffen waren, stellte sich quasi erst heraus, als der €uro eingeführt wurde und ein wirkliches ‘Auskommen’ durch ‘Einkommen’ plötzlich nicht mehr gewährleistet war. Und die Politik machte es sich durch die Hartz-Gesetze auch noch sehr einfach, denn plötzlich gab es ja einen wesentlich höheren Anteil der Bevölkerung am ‘Prekariat’ und dies musste natürlich ‚ganz deutsch’ entsprechend geregelt werden.

Ich kann mich immerhin noch an Zeiten erinnern, in denen ich ganz klar aussagte, “für dieses Honorar bewege ich noch nicht mal meine Fußzehen aus dem Bett” und diese Aussage war gewiss keiner Faulheit geschuldet. Die meisten meiner Einsätze bei Film und Fernsehen waren Tage mit durchschnittlich 14 Stunden und einer Tagespauschale. Und wenn man dies mal 14 Tage oder auch bei Serien im Schnitt 3 Wochen am Stück durchgestanden hat, dann kann man sich locker vorstellen, dass auch die Erholungspausen absolut genossen und auch gebraucht wurden. Später dann in der IT-Branche als Supporter war es zum Teil ähnlich während verschiedener Software-Rollouts.

Debatten und Diskussionen über die demographische Entwicklung stehen im Vordergrund einer gesellschaftlichen Entwicklung, welche durch den Sozial-Kill ausgelöst wurden. Leben und erst recht Überleben geht nur noch mit zusätzlichen geistigen und körperlichen Belastungen. Was WIR uns mal mühsam erkämpft haben mit einer gewissen Selbstbestimmung, hat keinerlei Gültigkeit mehr. Natürlich sind wir nicht alle von dieser Entwicklung betroffen, aber der Anteil an der Gesamtbevölkerung ist mehr als nur gestiegen, er ist inzwischen schon explodiert.

Wenn andere sich in den Feierabend verabschieden, beginnt für jeden zwölften Arbeitnehmer die „zweite Schicht“: Sie verdienen sich mit einem Zweitjob ein paar Euro hinzu, ob als Kellner im Restaurant oder Kassierer an der Tankstelle.

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Die Tendenz ist steigend und dies nicht nur, weil wir dies wollen, nein – wir brauchen diese zusätzliche Arbeit zum Überleben. Der Grund für diese viele Arbeit liegt auch in der Tatsache begründet, dass uns der Beruf oder die normale Arbeit als solche nicht mehr den normalen Lebensstandart sichert. Und es ist nicht einmal nur ein sogenannter Zweitjob, manchmal sind es sogar mehrere dieser Art Arbeitsstellen.

Unsere sogenannten gesellschaftlichen und politischen Führer haben inzwischen Gesetze ausgearbeitet, welche uns zu diesen Maßnahmen regelrecht zwingen. Wer nicht ‘spurt’, landet nicht selten in der Gosse und gilt als Abschaum, gefördert aber auch nicht besonders selten durch eine Medienkampagne sonders gleichen. Die Auswirkungen auf die Stimmung im Land kann man fast täglich nachlesen oder im TV sehen. Vieles hängt mit vielem zusammen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.

Löhne und Einkommen sowie die Renten und Pensionen jetzt und in der Zukunft hängen untrennbar zusammen und die Politik hat es jetzt über Jahrzehnte nicht geschafft und wohl auch nicht gewollt, dort eine vernünftige Lösung für die Bevölkerung zu suchen und auch zu finden. Der Gott ‘Wachstum’ und leistungslose Geldvermehrung wurde und wird immer noch mehr verehrt, als es jegliche Götter jemals für möglich hielten und halten. Demokratische Strukturen wurden wie früher Festungen dem Erdboden gleich gemacht. Die  Demographie wird gerade in unsere Köpfe ‘geprügelt’, aber immer auch mit dem Hinweis, einmal entschiedene Maßnahmen seien ‘alternativlos’.

Ich persönlich weiß nur, dass für mich diese Art der Politik nicht alternativlos wählbar ist.

Ende dieses Beitrags, aber nicht das Ende dieser Seite für heute, denn es folgt noch ein Aufruf an die LeserInnen:

Spendenaufrufe … nutzlos im Netz?

Meine Festplatte hat nach einem halben Jahr den Geist aufgegeben. Sie hat wohl Garantie, aber der Austausch wird dauern. Dieser Beitrag wurde und wird jetzt auf meinem Netbook geschrieben. Mein Laptop muss Zwangspause machen. Allein der winzige Bildschirm ist auf Dauer über mehrere Stunden eine echte Qual. Schreiben auf dem Netbook ist trotz der recht guten Tastatur doch ein mühseliges Unterfangen, allein schon vom doch kleinen Bildschirm her.

Ich persönlich habe mit meiner finanziellen Situation (Erwerbsminderungsrente € Netto 389,00) keine Möglichkeiten, in irgendeiner Weise auch nur den kleinsten Spagat hinzulegen. Es bleiben oft zum reinen Überleben gerade mal € 120 bis 150 pro Monat. Außergewöhnliche Belastungen sind also niemals auch nur Ansatzweise drin. Ich habe wohl ab und an Einnahmen aus DVD-Verkäufen, aber darauf hat man eigentlich keinen Einfluss, denn in Auktionen muss man sich auf Warten einstellen.

Der Ausfall der Festplatte kam überraschend während einer Systemsicherungsphase, ich schätze mal, der Controller hat die Grätsche gemacht. Obwohl die SSD schon einige Zeit auf dem Markt sind, ist die Technik doch noch relativ neu und darum wohl Fehleranfälliger als normale Festplatten. Aber die Technik hat Zukunft. Meine schon oben genannte Festplatte mit nur 128GB hat noch € 110 gekostet, war aber im Vergleich zu anderen Marken noch die günstigste.

WER kann mir kurzfristig HELFEN? Es geht auch nicht um eine Spende, sondern nur um ein sogenanntes kurzfristiges Darlehen, welches garantiert zurück gezahlt wird.

Ich kann den Betrag für diese Festplatte ab nächsten Monat *in drei Raten zurückzahlen*. Wer mich kontaktieren will, kann dies über das Impressum tun.

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AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

4 Kommentare

  1. Zitat: „“ “Fordern und Fördern” aus der Agenda 2010 war, wie so oft, gut gemeint, aber mehr als miserabel umgesetzt…“

    Nachdem ich mir diese ganze Hatz4-Schei§e nun seit Jahren gezwungenermaße aus nächster Nähe antun und ansehen muß, bin ich mir sicher, daß da überhaupt nichts „gut gemeint“ war. Es wurde zwar und wird noch seitens der Politik so dargestellt, was aber nichts als pure Propaganda ist, an der der alte Goebbels unten in der Hölle sicher seine Freude hat.

    Wenn eine Uschi von der Lüge einen Satz auskotzt wie „wir dürfen niemanden alleine lassen“, meint sie damit mitnichten irgendeine Wohltat für arbeitslose Menschen. Denn wenn man das angebliche Ziel mit der Wirklichkeit vergleicht sieht das so aus.

    Angebliches Ziel: „Fördern“ durch „Maßnahme“.
    Realität: Der „Vorschlag“ der „Maßnahme“ ist in beinahe jedem Fall aufgezwungen, der Inhalt der „Maßnahme“ ist in beinahe jedem Fall minderwertig, unbrauchbar, am Klienten vorbei (Computerkurs für IT-Fachleute, Spielzeug anmalen für Erwachsene, prekär beschäftigte und unqualifizierte Dozenten, etc.)

    Reales Ziel solcher „Maßnahmen“ ist, schaut man dahinter, nicht die Förderung des Klienten, sondern seine Maßregelung (Aufstehen, aufstehen!), seine Bespitzelung (Kassiber über die Führung der Teilnehmer werden weitergegeben), die Schönung der Statistik („Maßnahme“teilnehmer gelten nicht als arbeitslos) sowie die Finanzierung der Arbeitslosenindustrie, die solche sinnfreien „Maßnamen“ anbietet.

    Das Ziel ist es, die arbeitslosen Menschen zu zermürben und dahin zu konditionieren, jede noch so beschissene Stelle anzunehmen. Schon alleine, um diesen Zumutungen der „Maßmahmen“ zu entkommen.

    Das ist der eigentliche, tiefere Sinn, und wenn man sich vor Augen hält, daß in der Hatz-Komission hauptsächlich Wirtschaftsvertreter, Unternehmensberater und ähnliche Figuren saßen, die mal so richtig Gott spielen durften, jedoch samt und sonders frei jeden Wissens waren um die Lebensumstände der unteren Schichten, unseres Rechtssystems oder gar der Grundrechte – und im übrigen waren ihnen solche Marginalien garantiert auch völlig egal -, dann braucht man nur eins und eins zusammenzählen und weiß, daß hier nicht, aber auch garnichts „miserabel umgesetzt“ wurde, sondern die Sache „Hartz4“ wurde im Gegenteil gemäß der perfiden Zielsetzung ihrer Väter so „gut“ umgesetzt, wie es eben nur machbar war. – Das perfekte Verbrechen, sozusagen.

    Eine Hülle von Propaganda aus „Fördern“, „nicht alleine lassen“ und „Hilfen anbieten, in Arbeit zu kommen“ verschleiert gekonnt, welcher Dreckshaufen sich dahinter verbirgt – ebenso, wie auch nicht offen gesagt wurde, welcher Haufen an Dreckskerlen sich das ganze Verbrechen ausgedacht hat. Diese Propagandahülle ist schon dewegen notwendig gewesen, um den ganzen Klumpatsch durch das Parlament zu bringen, denn hätten die Abgeordneten denn dafür gestimmt, wenn man ihnen klar gesagt hätte, es gehe um nichts weiteres als um die Abschaffung des Sozialstaates, die Einführung eines Spitzelstaates und die Einführung von Zwangsarbeit durch die Hintertür? – Denn natürlich haben die Abgeordneten einen Gesetzesenturf vor der Abstimmung auf dem Tisch, aber wer liest und wer versteht einen solchen?

    Am „gut gemeint“ kann also nicht gelegen haben, daß Hatz4 ist wie es ist, wenn man oben Schei§e reinfüllt, kann unten kein Gold herauskommen – nicht einmal Messing. Es war nichts gut gemeint, Hatz4 war vielmehr von Anfang an so gemeint, wie es geworden ist: Abbau des Sozialstaats, Abbau sozialer Rechte, Einführung von Zwangsarbeit und einen Fußtritt für die Grundrechte.
    Kurz: Scheiße hoch vier.

  2. Du meinst offenbar diesen Artikel: http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/11/17/claudia-roth-ich-warte-immer-noch-auf-eine-antwort/

    Wenn ich darin erfahre, daß Göring-Eckardt sagt, den Grünen seien „ganz normale Grundtugenden, wie Anstand, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit“ wichtig,
    und
    wenn ich lese, Cem Özdemir sagt, Grüne sollten künftig auch mit den Themen Teilhabe und Gerechtigkeit verbunden werden,
    dann wird mir doch ganz schlecht.
    Wenn Claudia Roth etwas sagt, muß man in der Regel sowieso kotzen.

    Doch zurück zu Göring-Eckardt. Wenn den Grünen die genannten Tugenden wichtiger wären als Machtgeilheit und Selbstdarstellung, wenn sie einen Arsch in der Hose hätten, hätten sie nicht die sogenannte „Agenda 2010“ mitgetragen.
    Und wenn Cem Özdemir die Worte – nein, die hohlen Phrasen „Teilhabe“ und „Gerechtigkeit“ gebraucht, bewegt er sich in gefährlicher ideologischer und propagandistischer Nähe zu Uschi mit der Betonfrisur und anderen, die mit „Teilhabe“ nichts anderes meinen, als erwachsene, unbescholtene Menschen in Arbeitsmarkt“maßnahmen“ zu willfährigen Untertanen heranzuziehen, unter Androhung des Leistugsentzugs.

    Und wenn Du, lieber Knacker, sagst, ich hätte mit meinem Statement zu deinem Beitrag völlig recht, muß ich dir noch einmal deine eigenen Worte entgegenhalten, die da lauteten: “Fordern und Fördern” aus der Agenda 2010 war, wie so oft, gut gemeint, aber mehr als miserabel umgesetzt oder auch überhaupt nicht.“
    Nein, nein, man muß alles, was aus irgendeiner Ecke an Standpunkten oder Verlautbarungen kommt, immer daraufhin hinterfragen, wer das mit welchem Interesse in die Welt hinausposaunt hat; ganz besonders, wenn es von Politiker kommt oder aus politiknahen Kreisen.

    Wer das „gut gemeint“ nicht hinterfragt, zeigt einen ungeheuren Kinderglauben. Ich darf das sagen, weil ich diesen Kinderglauben an das Gute im Menschen selber besitze, und auch ich habe anfangs geglaubt, daß Hatz4 gute Seiten haben könnte. Wer aber, lieber Knacker, so viele Jahre nach der Einführung der Hatz-Schei§e immer noch verbreitet, das Hatz4 „gut gemeint“ gewesen sei, der muß sich mal an die Nase fassen oder besser in den Oberarm zwicken, damit er aufwacht.

    Ich bleibe also dabei, daß Hatz4 von Anfang an die Schei§e war, als die es sich nach und nach herausgestellt hat. Das hat Jahre gebraucht, denn mein Kinderglaube an das Gute ist stark und war nicht von heute auf morgen ins wanken zu bringen.

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