#Hartz IV – am Arsch vorbei und die Wut bleibt

Das mediale Gejammer ist nach dem Mord im Job-Center in Neuss jetzt erst einmal groß und war doch irgendwann einfach zu erwarten. Die Anzahl der Attacken in den Job-Centern ist, im Vergleich zu den Sanktionen, aber immer noch im Promille-Bereich zu suchen. Dies ist natürlich KEIN Aufruf zur Gewalt, aber es ist auch kein Aufruf, sich nur immer zu ducken. Es gibt eigentlich gar nicht so viele Verbal-Injurien, um sich mit der Tatsache Hartz IV auseinander zu setzen, wie man so im Allgemeinen und auch im Besonderen von sich geben möchte. Der Frust und die Hilflosigkeit werden weiter wachsen. Auf beiden Seiten.

UNSERE Inge Jurk schreibt im Google+:

Mordgesetze – Hartz IV tötet.

Wir wissen nicht, welche Einzelheiten es waren, die jenen Mann dazu gebracht haben zu töten. Vielleicht erfahren wir es, vielleicht auch nicht. Was wir wissen, ist aber die Tatsache, dass Hartz IV ein Mordgesetz ist.

Die anderen – jene ,die Kunden genannt werden – tötet es langsam, qualvoll. Weißt Du, wie Hunger ist? Nein? Dann weißt Du nichts darüber, wie es ist, langsam umgebracht zu werden. Und, Du weißt nicht, wie es ist, sich selber dabei zusehen und es durchleiden zu müssen.

Das ist jene Seite, auf welcher diesmal der Mörder sich befand.
Trotzdem, die Angst und Verachtung wird wieder verstärkt jene treffen, die langsam gemeuchelt werden.
Aber, das ist kein Grund, um wiederum zu töten. Damit stellt sich der Mörder auf die gleiche Stufe mit den jenen Tätern, die das qualvolle Meucheln in Gesetze gegossen und angeordnet haben. Damit sorgt er nur dafür, dass die Hetzer und Spalter noch mehr gewinnen.

Doch, ich trauere – darum, dass ein Mensch ermordet wurde. Jeder ermordete Mensch ist ein Opfer zu viel.

Wie wird man es einmal dem Kind der Ermordeten erklären, dass es keine Mutter mehr hatte?
Ja, ich trauere, darum, dass es Gesetze gibt, die Menschen dazu bringen, – damit sie selber leben können,- einen Job auszuüben, in dem andere Menschen wiederum gequält und ermordet werden.
Und, ich trauere, dass dies dazu führt, dass dann wiederum die getötet werden, welche diese Folter- und Mordgesetze umsetzen müssen.

Es geht nicht um irgendwelche Bewertungen und um noch mehr Security, die auch nicht immer etwas bringt. Es geht darum, danach zu fragen, warum durch diese Mordgesetze in ihrer gesamten Auswirkung das vernichtet wird, was Mitmenschlichkeit genannt wurde. Das, was in den Menschen einmal ursprünglich vorhanden war, von Geburt an: Das Rufen nach anderen, wenn ein Mensch in Gefahr und Not ist, und der Antrieb einander helfen zu wollen, wurde systematisch und unter Androhung von Strafen zerstört. Die Beziehungen der Menschen untereinander wurden pervertiert.

Das Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.

Die Trauer gilt den sinnlosen Opfern eines Gesetzes-Machwerks, das tötet –
häufig leise und auch unbemerkt, und diesmal auffallend.

Jeder Mord löscht eine ganze Welt aus.

 

Jeder von uns im FIWUS trauert, aber wir sind auch wütend … und wir sind hilflos in UNSEREM Zorn. Die ‘wirklichen’ Täter, und damit meine ich die gesetzgebenden Politiker werden, wie schon Pontius Pilatus, ihre Hände in ‘Unschuld’ waschen und weiter machen, wie bisher.

In Spanien und Griechenland gehen die Menschen gegen die ‘Gewalt des Staates’ wieder auf die Straße, ihnen stehen die Art dieser ausgesprochen deutschen Gesetze ja noch bevor, auch wenn sie schon mit sehr vielen Einschränkungen von Seiten des Staates konfrontiert sind. Aber diese Menschen wehren sich, im Gegensatz zur deutschen Bevölkerung, welche nach neun Jahren Hartz-Gesetze inzwischen resigniert hat.

Der Winter steht jetzt bevor. Allein die Energiekostenerhöhungen zum Ende dieses Jahres werden auch in Deutschland den Zorn vervielfachen und doch wird unsere Mentalität es nicht wirklich fertig bringen, UNS auf die Straße zu treiben mit erhobener Faust. Die Hartz-Gesetze werden noch mehr Tote fordern. Die Selektion schreitet voran.