GIER – ein VIRUS?

Ist es eigentlich schon Gier, wenn man sich, wie in meinem Fall, einen neuen Kühlschrank wünscht, da meiner mehr als 20 Jahre alt ist, aber Strom frisst, dass es einer Sau graust? Dabei wird von der Politik jetzt schon seit Jahren gepredigt, wir müssen Energie sparen. Bei meiner Rente (Grundsicherung im Alter auf Hartz-Niveau) kann ich mir ein stromsparendes Gerät niemals leisten und das Amt weigert sich beharrlich, mir so was wie eine Erstausstattung zu genehmigen, da ich im Obdachlosenasyl keinen normalen Mitvertrag habe. Das Amt zahlt wohl für mein Zimmer einen Betrag von € 125.—pro Monat, aber als Miete wird dies nicht anerkannt. Juristische Spitzfindigkeiten eben. Und meine Stromrechnung wird dieses Jahr erheblich über der des Vorjahres liegen. Die Senkung meiner Stromkosten wäre also ganz im Sinne der Politik. Wer jetzt anführt, ich solle Strom sparen, indem ich 8 Stunden am Tag doch lieber spazieren gehen sollte, statt in der Bude vor der Glotze zu hocken und/oder vor dem Computer, dem kann ich nur sagen: Leck mich kreuzweise … solche sogenannten Vorschläge kommen für mich fast immer von Leuten, die von mir persönlich keine Ahnung haben. Ich verlasse das Haus nur, wenn ich Termine oder Einkäufe zu erledigen habe und selbst kleine Wege sind einfach für mich mit erheblichen Schmerzen verbunden. Zwei bis drei mal verlasse ich im Monat auch das Haus und begebe mich in mein Stamm-Café. Dort sitze ich 2 bis 3 Stunden mit meinem Netbook und lese und schreibe. Manchmal kommt es auch zu Gesprächen mit anderen Gästen, aber die sind selten, nur wenn, dann zu 99% auch echt konstruktiv. Mehr kann ich mir aber nicht leisten.

Eigentlich weiß man schon gar nicht mehr, wo man anfangen soll, sich aufzuregen. Auch wenn ich davon ausgehe, dass die Dokumentation von ARTE über Goldman-Sachs diese Gier nicht schürt, ein Klick-Renner ist sie allemal im FIWUS. Aber allein der Name Goldman-Sachs steht offensichtlich für den Begriff GIER. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob man sich allein schon mit diesem Virus anstecken kann, wenn man diesen Namen hört und/oder liest? Eine andere Interpretation habe ich bei Google+ gefunden:

Werner Nieke Gestern um 16:04 (bearbeitet)

+2

Ich komme allmählich eher zu der Überzeugung, sie sei ein von der Evolution eingebauter Überlebensmechanismus, Jonny. Ohne Schmarrn! Wahrscheinlich ist sie ein Relikt aus weitaus kargeren Zeiten, wo sich das heute als Gier sichtbare Verhalten darin äußerte, Vorräte für „ertragsfreie“ Zeiten anzulegen. Lass uns da mal drüber nachdenken. Denn gierig sind wir letztlich alle. Nicht im gleichen Maß wie „die da oben“ und vielleicht auch nicht genauso rücksichtslos. Aber ohne Gier ist keiner!

Gier drückt sich aber noch in einem ganz anderen Kontext aus, wenn ich mir die heutigen Schlagzeilen zum Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung anschaue.

Die Deutschen werden reicher: Das Nettovermögen der privaten Haushalte hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt – auf 10 Billionen Euro. Doch der Armutsbericht der Bundesregierung zeigt auch, wie ungleichmäßig der Wohlstand verteilt ist. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen verfügen über mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens, der unteren Hälfte der Haushalte bleibt gerade mal ein Prozent. Und auch der Staat wird immer ärmer.

Quelle: Hier weiterlesen

Zitat aus dem Spiegel-Beitrag: “Die Analyse wird alle vier Jahre vom Bundesarbeitsministerium erstellt, am Montag ging sie zur Abstimmung an die anderen Ministerien.” Frage: “Was gibt es da abzustimmen”? Der Bericht ist ein Fakt einer total verfehlten Politik der derzeitigen, aber auch früheren Regierungskoalitionen und ein Verbrechen an den Bürgern dieses Landes. Die jetzt vorgestellten Zahlen in diesem Bericht sprechen eine mehr als eindeutige Sprache. Wer diese Zahlen einfach ignoriert, ignoriert aber auch die Menschen in diesem Land und hat keinerlei Recht, sich als Vertreter der Menschen in diesem Land darzustellen.

Bevor das hier gleich wieder zum kollektiven Reichenbashing mutiert und von Zwangsenteignung und Reichensteuer von 80% gebrabbelt wird, halte ich zumindest für mich fest, ich gönne den Reichen ihren Reichtum.

Was ich allerdings verwerflich finde ist, dass sich ein immer größerer Teil der Reichen ihrer sozialen Verantwortung entzieht. In Amerika sind „Gated Comunities“ keine Seltenheit und immer öfters erlebe ich dieses Verhalten auch hier. Da wird im schönen Sasel (Hamburg) mal eben ein Sterbehospitz verhindert, weil man befürchtet, der Wert der Immobilien könnte sinken. Gleiches mit Kindergärten oder anderen sozialen Einrichtungen, wo man befürchtet, der Mob könnte marodierend durch die schönen Wohngegenden Sasels ziehen. Und dies mit einer kaltschnäuzigen Selbstverständlichkeit vorgetragen, dass einem das Blut in den Adern gefriert.

Dieser Teil der Reichen ist so mit dem Erhalt und Ausbau seines Reichtums beschäftigt, dass jeder Funken von sozialem Miteinander scheinbar verloren gegangen ist.

Wenn 10% immer reicher werden, werden wir und am Ende auch diese 10% irgendwann ärmer. Denn Reichtum, der sich selbst ernährt, kann nicht funktionieren. Wer soll all die schönen Immobilien, Goldbarren und Luxuskarossen denn kaufen, wenn es irgendwann nur noch eine kleine Minderheit ist, die sich diese leisten kann? Wie sagte Henry Ford so schön: „Ein Idealist ist ein Mensch, der anderen Menschen dazu verhilft, zu Wohlstand zu gelangen.“

Quelle

Aufrufe zur radikalen Änderung dieser unhaltbaren Situation, welche uns die Politik fast aller Parteien eingebrockt hat, werden zum großen Teil gar nicht wahr genommen, da die Bevölkerung sie meist überhaupt nicht wahr nimmt. Die BILD-Zeitung und mit ihr die Lumpenelite triumphiert.

Die nächsten Aufreger sind unsere ach so ‘armen’ Medizinmänner- und frauen sowie die Rentendiskussion, welche wohl von einer Frau von der Leyen wieder mal aufs Tablett gehoben wurde, aber Rente und Alter ist schon seit ewigen Zeiten ein ständiger ‘Aufreger’. Aber dafür müsste ich mich erst einmal selbst beschreiben und was gibt es besseres als eine Beschreibung von einem Anderen, welche doch annähernd auf mich selbst passt.

Goetz ist im Grunde eine literarische Ein-Mann-Opposition, obwohl er sich immer wieder wunderbar verstrickt in den Verhältnissen, weil er doch nicht sicher ist, ob er nicht doch gern dazugehören würde. Er ist eine Wutmaschine, angetrieben von den Zumutungen dieser Welt, fasziniert von den Lügen, Halbwahrheiten, Strategien und von der seltsamen Schönheit der hergestellten Wirklichkeiten, in Fernsehen, Zeitungen, Internet, begeistert verloren in der Sprache dieser Zeit, ein Strudel, der uns forttreibt, wenn wir uns nicht selbst retten. Er versucht das Unmögliche, Kritik mit der erhobenen Faust, vielleicht sogar Kulturkritik, was für ein fürchterliches Wort, aber die Welt der Lammert-Worte, der Miosga-Moderationen, diese Welt ist doch aus Pappe, die muss man doch einreißen können, am besten mit Worten!

Quelle: Hier weiterlesen

Ich bin kein Don Quixote, auch wenn die Windmühlenflügel sich immer schneller drehen und mich irgendwann auch ‘treffen’.

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

7 Kommentare

  1. Werner Nieke

    Oho! Ein direktes Zitat! Ziemlich aufgewühlt hat mich auch dieses kleine, nur 13 min. lange Filmchen (man beachte Gesichtsausdruck und Körpersprache des Hr. Rösler):
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ARkacCCFVXk

    Ich bin ehrlich gesagt immer hin- und hergerissen zwischen Empörung und Relativieren. Wir sitzen irgendwie alle mit drin und haben das auch lang genug unterstützt. Denn mal ehrlich: Wann interessiert sich jemand denn schon groß für die Politik und deren Umtriebe, solang der Ranzen spannt, die Karre betankt werden kann, man selbst – vielleicht mit Familie – in Urlaub fahren und alle Annehmlichkeiten moderner Gesellschaften nützen kann? Eher nicht. Da ist dann alles mögliche andere wichtig. Erst wenn man aus der Nummer rausfällt, gehen einem die Augen auf (was im übrigen auch die Mehrzahl derjenigen treffen wird, die heute in Niedriglohn-Jobs gefangen sind oder unterbrochene Erwerbsbiografien haben).
    Zum obigen Video hat sich – auch auf G+ – eine ziemliche Debatte entwickelt. Mein wesentlicher Gedanke hierzu, der sich auf eine Erläuterung Prof. Hörmanns bezieht: Die Geldschöpfung aus dem Nichts – also quasi ein reiner Bilanzakt, der lediglich Zahlen zugunsten des einen und zu Ungunsten des anderen produziert – die scheint mir mal hinterfragungswürdig, wie auch das System des Zinseszins. Nur – wie soll man da aussteigen, solange alle dieses System unterstützen?

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  2. Pingback: Windows 8 Pro bis Ende Januar zum Kampfpreis - Seite 7

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