Compu-Tel-Tablet, die Eierlegende Wollmilchsau

Spiegeleier kann man immer noch nicht mit den All-in One-Geräten braten und man kann auch noch kein Rockstar werden mit diesen Dingern, denn sie können wohl Musik abspielen, aber nicht erzeugen. Zündsteine oder Piezozündung zum Zigarettenanzünden vermisst man schon und Kaffee kochen können sie gar nicht und Tasten haben sie so gut wie keine. Dafür haben sie oft genug schmutzige Displays und man sollte eigentlich immer ein Reinigungstuch dabei haben, denn niemand hat ständig frisch gewaschene Hände. Igitt.

Ich persönlich bin ja ein Dinosaurier, was das mobile Telefonieren angeht, ich brauch die alten Tasten und ich gehe auch nicht mit meinem Handy ins Internet. Sollte es solche Handys irgendwann überhaupt nicht mehr geben, verlieren die Anbieter garantiert nicht nur einen Kunden.

Die Hersteller von Kommunikationsgeräten sind ja eigentlich echt arme Schweine. Sie müssen ständig neue Innovationen erfinden und auf den Markt bringen, nachdem in den letzten Jahren, angetrieben von Apple, immer neue Erfindungen diesen Markt überrascht haben und die Kunden geradezu süchtig nach Neuheiten gemacht wurden. Technik-Affin nennt man diese Kunden, welche ständig nach Neuheiten gieren. Warum ich jetzt ausgerechnet einen solchen Beitragstitel gewählt habe, wird sich möglicherweise noch im Verlauf dieses Beitrag herausstellen, sicher ist dies aber nicht, denn Telefon und Computer (auch Laptops) und Tablet-PC (was ja auch einen Computer ersetzen soll) sind für mich immer noch drei unterschiedliche Geräte und sollen nach Vorstellung der Industrie immer weiter zusammenwachsen und tun es ja auch. Die Miniaturisierung macht es einfach möglich, vielleicht.

Mit einem Mobil-Telefon zu telefonieren ist ja schon mal eine sehr gute Erfindung. Keine Schnur mehr und man kann telefonieren oder Gespräche annehmen, wo immer man sich gerade befindet, selbst in Situationen, welche nicht gerade besonders dafür geeignet sind (Toilette zum Beispiel). Die unhandlichen ‘Knochen’ der Anfangszeit sind inzwischen schon so winzigen Geräten gewichen, mit denen man überhaupt kein Gefühl mehr hat, überhaupt etwas in der Hand zu haben und die Tasten sind so winzig geworden, dass man bei ‘Wurstfingern’ garantiert immer zwei Tasten auf einmal trifft. Also immer beim Kauf genau darauf achten, dass man das Gerät auch mit seinen eigenen Fingern bedienen kann und nicht auf fremde Hilfe bei der Nummerneingabe angewiesen ist. Aber genau diese Geräte sind ja inzwischen schon so was von ‘Asbach’. Nicht für mich persönlich und auch einigen sogenannten Gleichgesinnten, aber wir sind absolut in der Minderheit. Ich persönlich fordere Minderheitenschutz.

Die neuen Geräte werden über die Anzeige (Display) bedient, man tatscht mit seinen un-egalen Fingern darauf rum. Die kleinen Bildchen, auch Apps genannt, sind eigentlich Programme oder Programm-Fitzelchen, welche in einer CPU ausgeführt werden und dann die entsprechenden Anweisungen ausführen. Das Handy ist inzwischen zum Minicomputer geworden, doch genau diese Technik ist es, welche mir auch Angst macht. Die vielen kleinen Programme, auch APPS genannt, haben es zum Teil wirklich in sich. Man braucht nämlich immer noch einen Computer und auch das Können, um diese Apps in ihre sogenannten Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren. Auf den kleinen Geräten wird der Sourcecode (Steuercode) garantiert nicht sichtbar. Missbrauch ist also quasi vorprogrammiert. Die kleinen Bildchen können es wirklich in sich haben. Dass viele von ihnen sozusagen “nach Hause telefonieren”, ist nur ein kleiner Teil der Sauereien, welche sich inzwischen heraus gestellt haben.

In diesem Zusammenhang muss ich gerade an die App denken, welche derzeit von der sogenannten “Apotheken-Umschau” beworben wird mit dem Hinweis, man könne 77.000 Beipackzettel über diese App abrufen. ‘Richtig’ programmiert für Handys und Smartphone können diese Apps eine Datenbank für jede Mobilfunknummer generieren und so quasi von jedem Besitzer eines solchen Geräts ein individuelles Krankheitsbild erstellen. Wer kann dies alles noch überwachen und kontrollieren? “Big Brother” ist wirklich mehr als nur machbar und besonders für Arbeitgeber eine mehr als ‘wertvolle’ Selektionshilfe. Und der Staat als solches kann natürlich auch auf solche Datenbanken uneingeschränkt zugreifen bei seiner Sammelwut von Daten im allgemeinen.

Man kann diese Überlegungen natürlich auch als Paranoia bezeichnen, sollte aber doch auch mal einfach und schlicht darüber nachdenken, dass alles, was mit Computern zu tun hat, auch missbraucht werden kann. Die technischen und wissensmäßigen Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben und werden garantiert auch genutzt.