Tut es weh?

Politik zu gestalten, kann zuerst mal reine Sisyphus-Arbeit sein. Schreiben für den FIWUS wird an manchen Tagen ebenfalls von mir so empfunden und doch mache ich einfach weiter. Ich bin einfach auch überzeugt, einen nützlichen Beitrag am Ende meines Lebens immer noch zu leisten. Politikern kann es also ähnlich ergehen wie mir selbst.

Politik sollte von Menschen für Menschen gemacht und natürlich auch gestaltet werden. Aber Mensch ist nun mal nicht gleich Mensch, auch wenn die Mehrzahl dieser Spezies ansatzweise die gleichen Startvoraussetzungen haben.

Genau dies hat mich auch mit der Überlegung konfrontiert, dass bei den Klagen gegen Hartz IV zum Beispiel niemand und damit meine ich alle Parteien, einen solchen Eilantrag beim Verfassungsgericht damals und auch heute eingereicht hat. Schon sehr bemerkenswert. Menschenleben und –würde ist nicht alternativlos und/oder systemrelevant, Finanz- und Geldinstitute sind es laut unserer Kanzlerin aber wohl.

Diesmal gibt es gleich zwei Inspirationen, welche mich zu diesem Beitrag veranlasst haben. Die erste steht hier. Dieser Beitrag macht einfach, wenigstens mich, nachdenklich. Aber er schreit auch geradezu danach, wirklich einfach mal durchdacht zu werden.

Die zweite Inspiration kommt aus der schnöden und auch aktuellen Medienwelt. Dabei verstärkt sich bei mir ein Kopfjucken und noch weiß ich nicht, ob ich kratzen oder diesen Zustand einfach nur ignorieren soll. Auf der einen Seite stehen diese Menschen, welche sich auch Wähler nennen können, so sie denn diese Aufgabe ausführen. Der Gegenpart sind die Politiker, welche versprochen haben, Menschen zu führen. Aber in Wirklichkeit geht es in erster Linie um Macht, Geld und Einfluss.

Wenn also Parteien wie die SPD über längere Zeit auf keinen grünen Zweig kommen, liegt das ja nicht allein an einer Politikverdrossenheit, es liegt hier viel eher an einer Vergangenheit, welcher dieser Partei kein Vertrauen mehr durch die Wähler zuteil werden lässt. Viele ehemals klassischen SPD-Wähler fühlen sich immer noch verraten, zumal das derzeitige Personal alles dafür tut, diese Wähler mit einer Aussicht zu verprellen, dass eine Koalition mit einem Gegner wohl angestrebt wird, den man nur noch pro forma ‘bekämpft’, aber längst in vielen Bereichen schon heftigst umarmt, besonders, was die sogenannte €uro-Krise angeht.

€uropa im Banne des ‘Unheimlichen’?

Ob der Titel gerechtfertigt ist, wird sich erst herausstellen, wenn WIR wissen, was eigentlich so ‘unheimlich’ am Geld und den Finanzen ist.

An diesem Tag darf mal ein großes Wort verwendet werden: Die Zinsen der EZB fallen auf ein historisches Tief. Die Geschichte der EZB erstreckt sich zwar nur auf den übersichtlichen Zeitraum von etwas mehr als einer Dekade, aber immerhin: Auch zu Zeiten der Bundesbank hat es einen derart tiefen Zinssatz nicht gegeben.

Quelle: Hier weiterlesen

Eigentlich geht es um des Menschen höchstes Gut, um Geld. Papierscheine und Metallmünzen. Relativ leicht herzustellen und auch unter die Leute zu bringen. Die ständige Jagd nach diesen Gegenständen verschlingt so viel von der realen Lebenszeit, dass man sich eigentlich keine Vorstellungen mehr macht, wie aufwendig diese Vergeudung eigentlich ist. Lebenszeit ist begrenzt, nur machen sich nur sehr wenige Menschen im Laufe ihres Lebens darüber wirklich Gedanken. Wir werden schon von Kindesbeinen an darauf konditioniert. Schon die Begriffe Geld und Vermögen gehen sehr schnell über das normale Urteilsvermögen eines Menschen. Ist dies dann schon unheimlich, weil wir einfach zu wenig davon verstehen?

Die Mehrzahl der Menschen sehen einfach keine wirklich Alternativen zu diesem Zustand. Aber es gibt sie.

Der Normalzustand ist ein Arbeitsplatz, welcher es ermöglicht, einen Betrag X zu erarbeiten. Darüber werden Verträge gemacht, die Arbeitszeit und -leistung wird bezahlt. Dass es dabei oftmals nicht gerecht zugeht, liegt grundsätzlich an zwei Faktoren – Gier und Dummheit oder Gleichgültigkeit und Erfahrungen. Menschen, welche zu Gier und Dummheit tendieren, findet man auf beiden Seiten des Zauns. Der sogenannte Arbeitgeber wird fast immer versuchen, sich Arbeitskraft so billig wie möglich einzukaufen. Der Arbeitnehmer wird im Normalfall versuchen, seine Arbeitskraft so teuer wie möglich zu verkaufen. Beide Seiten sind quasi in einem Glücksspiel wie Poker verbunden und versuchen sich gegenseitig auszustechen oder auszutricksen. Echte Vernunft wird höchst selten in diesem Spiel eingesetzt und auch ein gerechtes Verhalten ist oft nur sporadisch erkennbar.

Geld und Finanzen sind fast überall Gesprächsthema Nummer eins, auch und besonders im Internet. Da zur Zeit eine Krise zu bewältigen ist im Zusammenhang mit Geld und Finanzen, wird auch medial an allen ‘Fronten’ darüber geschrieben, getalkt und gesendet. Sogenannte Experten wie ein Hans-Werner Sinn stehen fast ständig im Mittelpunkt des Geschehens und genießen fast ungeteilte Aufmerksamkeit. Kritik an diesen ‘Experten’ lässt da nicht besonders lange auf sich warten:

Alexander Vollmer10:42

+2

Hans-Werner Sinn, hat weder einen eigenen G+, Twitter noch FB Account. Nimmt schon seit Jahren nicht mehr am gewöhnlichen Leben normaler Bürger teil und verkehrt in akademischen Kreisen, die der Realität mit wirtschaftspolitischem Eskapismus entfleuchen.
Da sowohl die Euro-Zone wie die EU27 sowohl in der Staatsverschuldung pro Kopf, pro BIP, absolut und bezogen auf die Geldmenge nur einen Bruchteil der US-amerikanischen Schuldenlast erreichen, gibt es kein real vorhandenes Problem. Es gibt eine Rufschädigung durch Rating-Agenturen, die griechische Defizit-Betrügerei der Regierungen der Nuller-Jahre und dadurch ausgelöste psychologische Akzeptanz- und Verhaltensänderungen, die sich auf die Konjunktur auswirken. Diese Probleme werden durch die Hybris des Herrn Sinn und seinen Hang zur Selbstdarstellung nicht besser, sondern verschärft – es gibt Leute, die ihn ernst nehmen.
Nehmen wir als Beispiel das Platzen der spanischen Immobilienblase, das hat die Leute, die die Immobilien besitzen ärmer gemacht, aber unterm Strich das Geld nur umgeschichtet, schließlich wurde kein Geld vernichtet, es ist nur in anderen Händen. In der Summe steht noch genauso viel für Konsum und Investitionen zur Verfügung. Die so genannte M3 Geldmenge verändert sich weder durch Krisen, noch durch Pleiten oder andere Probleme. Was sich verändert hat, ist die M4 Geldmenge, bei der die Zirkulationsgeschwindigkeit des Geldes eine Rolle spielt. Diese hat sich mehr als halbiert. Maßnahmen müssten diese Geschwindigkeit anheben oder zur Kompensation die M3-Geldmenge erhöhen. Spricht Herr Sinn dies an? Nein. Er gehört anscheinend zu der aussterbenden Generation von Makroökonomiker, die Geld als 3D-Gut verstehen, bei dem nur Menge und Ort eine Rolle spielen. Geld ist aber 4D, es spielt auch eine Rolle wie schnell es zirkuliert. Um die M4-Geldmenge auf den Stand von 2006 zu bringen müsste die EZB rund 8 Billionen neue Euro ausgeben, davon ist sie noch weit entfernt und deshalb sind die Volkswirtschaften in der Euro-Zone noch träge. Wahrscheinlich müsste sie nur 4 Billionen ausgeben, das Tempo würde anziehen und den Rest besorgen. Anschließend sammelt sie das Geld langsam wieder ein, wenn die Konjunktur brummt und gedämpft werden kann. Ein derartigen Geldmengen-Puffer, um durch variable M3 die M4 stabil zu halten, müssten die Regierungschefs der EZB auferlegen. Monti versucht es im Rahmen seiner Möglichkeiten, ist aber beschränkt in diesen.
Herr Sinn gießt sein geistiges Öl ins Feuer statt auf die Wogen. Das ist ideologische Brandstifterei aus welchen Motiven auch immer.

Geld ist Macht. Geld ist Einfluss. Jedes Steuer-Schlupfloch wird genutzt. Das Verhalten der Politik gegenüber dem Bürger und Wähler ist nur noch von Ignoranz und Arroganz geprägt. Echte Sauereien werden nicht geahndet, da kaum ein Politiker wirklich haftbar gemacht werden kann. Genau da müssen die wirklichen Veränderungen für die Zukunft einsetzen, aber dass werden die derzeitigen Parteien ALLE zu verhindern versuchen.