Die – längst – manifestierte Menschenverachtung.

Diese steht gerade vor Gericht – vor dem Verfassungsgericht hier in Deutschland. Seit 20 Jahren erhalten Menschen, die nach Deutschland kommen, wegen Asyl, den gleichen Betrag. Seit 20 Jahren hat sich nichts daran geändert.
Nun also soll das Verfassungsgericht entscheiden, ob das so richtig ist.

Um es klar zu sagen: Die Richter zeigten sich nicht überzeugt davon, dass das so gemacht werden kann. Die Antworten der Abgesandten der Regierung waren sehr aufschlussreich. Sie feilschten quasi mit den Richtern um jeden Aspekt. Nein, nicht für die Menschen und deren Würde, sondern dagegen.

Wenn wir uns nun sagen, dass es da um Menschen geht, die aus dem Ausland zu uns kommen, und das doch etwas Anderes sei, als wenn es um Deutsche gehe, dann sitzen wir einem Irrtum und unseren eigenen Vorurteilen auf. „Menschenwürde ist nicht teilbar und nicht differenzierbar“, so ungefähr sagten es die Richter.

Im Umkehrschluss: Für Menschenverachtung gilt das Gleiche. Auch sie gilt allen, die der Regierung nicht genehm sind. Dabei ist es dann egal, ob Hartz IV oder Migrant – der Sozialrassismus mit seiner Verachtung trifft alle, die in eines der bereitgestellten Raster gelangen. Nur, bei den Migranten trifft dieser Rassismus samt Verachtung gleich doppelt – also, bekommen diese noch weniger, als ein Deutscher der Hartz IV braucht.

Wir reden so gerne von der „einen Welt“, die für alle gleichermassen da sein soll. Wir faseln so gerne von „Hand in Hand mit den anderen“, so lange es nur die eigenen Leute, oder die betrifft, denen man nie begegnen wird. Und, im Grunde meinen wir immer nur uns damit, denn sonst wäre längst alles anders. Die anderen alle – die können ja zusehen, wo sie bleiben…

Oder, mit den anderen Geächteten, die es ja inzwischen bei uns im eigenen Land auch wieder gibt, deren Schicksal noch unterbieten, was die Leiden angeht. Richter Kirchhoff kritisierte die Ausführungen der Vertretung der Regierung scharf: „Ein bisschen Hunger, dann gehen die schon, das kann doch nicht sein!“
Doch, Herr Richter Kirchhoff, das ist so bei uns. Ein bisschen Hunger ist es auch nicht mehr, denn  das ertragen schon die Menschen mit Hartz IV. Bei den Migranten und Asylanten ist es schon mehr als ein bisschen Hunger – das ist schon Kohldampf schieben, mindestens den halben Monat.

Es ist eine Schande, welche Antworten die Regierung zu dem Thema hat. Und, es zeigt die Gesinnung die dahinter steht. Nicht nur den Migranten gegenüber, sondern jeden einzelnen Menschen betreffend, der in eine Notlage gerät.

http://www.tagesschau.de/inland/asylrecht106.html

 

2 Kommentare

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  2. “Für Hartz IV Empfänger seien die Berechnungen doch klar”. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts liegen damit weit weg von der Realität. Ende 2004 wurden die damaligen Hartz IV Regelsätze zum Hart IV Start in 2005 bereits vom Paritätischen Wohlfahrtsverband als unzureichend und von der Rot-Grünen Bundesregierung kleingerechnet erkannt sowie festgestellt. In der Tat, seit dem hat sich nur wenig geändert.

    Ganz erschreckt dürften die Jobcenter reagieren. Denen läuft wohl der erste Angstschweiß in die Schuhe. Von der zu erwartenden Anpassung von Geldern für Asylanten an Hartz IV Regelsätze bis zur Qualifizierung und Vermittlung von Asylanten auf höherem Geldleistungsniveau ist es nicht mehr weit. Denn dann müßte doch der Grundsatz greifen, wer den Hartz IV Regelsatz bekommt, der soll auch arbeiten. Kein Wunder, daß die Frau von der Leyen an der Gerichtsverhandlung nicht teilnahm.

    An dieser Stelle ist es an der Zeit einen Irrtum aufzuklären. Das mit der “Einen Welt” ist nur ein Slogan. Oder warum gibt es so starke Zerklüftungen in der Lebensexistenz und das weltweit? Nur in einem Punkt gibt es die “Eine Welt”. Wenn unsere bald völlig lebensfeindlich verseuchte Welt uns die Luft abdreht, abdrehen muß. Gut, die Menschenverachter leben einen Weile länger im globalen Dreck. Aber keine Angst, die Endabrechnung von Mutter Erde schlägt auch denen. Sonst gibt es keine “Eine Welt”.

    Eine Politik, die gegen das Existenzminimum von Menschen feilscht, ist am Ende, ist unmenschlich und ein Sammelsarium egoistischer Machtsüchtiger.

    Doch gibt es eine Alternative. Die jedoch ist nicht allein politisch zu benennen. Nein, das ist in erster Linie eine Frage der ganz persönlichen Einstellung. Und die ureigenste Einstellung zu allem auf diesem Planeten bedarf schleunigst einer Überprüfung und notfalls der Neujustierung.

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