Tote Hose im Kopf, aber auch Wut im Bauch

Jetzt quäle ich mich schon seit 2 Tagen rum. Ich will für den FIWUS schreiben, aber nichts fällt mir ein. Anregungen zum Beispiel aus den Google News gleich Null. Aus der Politik noch Nuller. Beiträge aus dem SPON über eine Schauspielerin namens Penelope Cruz sind in etwa so gehaltvoll wie Nasebohren.

Natürlich könnte ich versuchen, mich über die Blödheit der Koalition lustig zu machen nach dem grandiosen Reinfall gestern im Bundestag, aber das kommt mir heute einfach ziemlich albern vor. Gestern hab ich wohl einen wirklich guten Beitrag gelesen, aber den kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen, denn der Autor hat so seine Probleme mit der Satzzeichensetzung. Dieser Beitrag ist dadurch wirklich mühsam zu lesen.

Ich bin wohl schon in das berühmte Sommerloch gestolpert. Aber halt – ein wirklicher Aufreger ist mir gerade wieder in den Sinn gekommen. Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Gegner des geplanten neuen Leistungsschutzrechts für Presseverleger sehen mit dem Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Sie warnen vor einer “Quasi-Monopolisierung der deutschen Sprache”, einer kaum vorstellbaren Beschränkung der Informations- und Meinungsfreiheit sowie Prozess- und Abmahnwellen. Die Verlegerverbände BDZV und VDZ begrüßten dagegen die Vorlage: Der Entwurf bringe den notwendigen Schutz der gemeinsamen Leistung der Herausgeber von Presseerzeugnissen und Journalisten voran, auch wenn er nicht alle Erwartungen erfülle. Beide Vereinigungen betonten, dass das geplante Monopolrecht in keiner Weise die Kommunikationsfreiheit begrenzen werde.

Quelle: Hier weiterlesen

Was ich bei diesem Beitrag jetzt nämlich gemacht habe, Textteil aus dem Beitrag kopieren und hier in meinen Beitrag einfügen, soll demnächst strafbar sein. Mein erster Gedanke, als ich diesen Beitrag gelesen habe, war – die spinnen, die Römer (frei nach Asterix), und auch dies steht demnächst unter Strafe, wenn WIR nichts unternehmen. Dieser Beitrag und noch mehr die Kommentare zu diesem Beitrag bei Heise sollten sehr aufmerksam gelesen und auch verstanden werden.

Bald werden auch die Buchstaben monopolisiert und jeder Schreiber, Autor oder wie er/sie sich auch nennen mag, wird sich eine neue Art des Mitteilens erarbeiten müssen, denn die sogenannten Leistungsinhaber werden uns absolut Mundtot machen. Jeder Buchstabe, den ich hier tippe, bringt mich dem Galgen immer näher, jede Formulierung will bestens und genauestens überlegt sein.

Alltagsformulierungen wie Überschriften oder einzelne Sätze könnten “für ein Jahr dem allgemeinen Sprachgebrauch entzogen” werden, meint Till Kreutzer vom Portal iRights.info. Der Rechtsanwalt, der zu den schärfsten Kritikern des Leistungsschutzrechts zählt, hat herausgearbeitet, dass künftig jeder, der zu gewerblichen Zwecken selbst kleinste Teile oder Wortfetzen aus einer Verlagspublikation öffentlich zugänglich mache – etwa in einem Pressespiegel, Blog, einer Twitter-Nachricht oder einem Facebook-Post – künftig eine Erlaubnis brauche. Selbst Webadressen, die – wie die URL-Langfassung bei heise online – eine Überschrift enthielten, dürften nicht mehr ohne Weiteres angegeben oder verlinkt werden. (aus dem gleichen Heise-Beitrag)

WIR werden also demnächst wohl nur noch Grunzlaute von uns geben können, denn alles, was dem ‘allgemeinen Sprachgebrauch’ entzogen ist, darf ja dann nicht mehr ‘benutzt’ werden – Oink.

Das Neusprech könnte dann möglicherweise so aussehen: “hksdkvjnbllx köäüklhioo ++pjphi keiezr ssd bweöldt”. Der Neutext ist jetzt nur angedeutet und verkürzt, ich möchte ja meine LeserInnen nicht überfordern, noch nicht. Und da unsere Sprache nicht nur aus Buchstaben, sondern auch aus Lauten besteht, werden sich direkte Unterhaltungen ‘wirklich ungeheuer kompliziert gestalten’.

Natürlich mag dies für einzelne Mensch, welche nicht alle Latten am Zaun haben, als sehr unterhaltsam erweisen, aber ich schätze mal, die Anzahl dieser Menschen wird sich als sehr übersichtlich erweisen.