Von allem … MEHR

Angeregt von einem SPON-Beitrag sind dies jetzt Gedanken zum Konsum und zum Glücklich sein. Aber auch, wenn vieles in diesem Beitrag philosophisch angehaucht ist, mit Philosophie hat dies so viel zu tun wie eine bekannte Werbemarke mit dem eigenen Glück. Andererseits kann man sich aber auch glücklich schätzen, wenn man seine wirklichen Bedürfnisse nicht von reinen Äußerlichkeiten bestimmen lässt, nur dies gelingt nur sehr wenigen Menschen. Nur wenige von uns Menschen erkennen schon in der Kindheit die Mechanismen der Manipulation.

Mein Haus, mein Auto, meine Jacht … wie es die Werbung vor einiger Zeit kolportierte, ist wohl für viele Menschen richtig und normal und doch sind die Gesamtumstände für niemanden wirklich richtig, denn es wird dabei fast immer davon ausgegangen, dass das Leben für jedermann unendlich ist und man alle Besitztümer auf ewig ‘genießen’ kann.

Wir werden schon ab der Geburt von unserer Umwelt auf den Begriff “Haben” geeicht. “Ich will dies und dass haben” hängt in erster Linie davon ab, wie wir unsere Welt um uns herum sehen und begreifen und wie die Eltern uns darüber sozusagen ‘aufklären’.

Studien zufolge ist die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Lotteriegewinner nach einer Zeit der Anpassung nicht signifikant höher als vor dem Gewinn. Ein hohes Einkommen hat in diesem Fall zwei Gesichter: Zum einen garantiert es anhaltende Behaglichkeit. Zum anderen raubt es die Notwendigkeit, sich etwas erarbeiten zu müssen und daraus Freude zu schöpfen. (aus dem SPON-Beitrag)

Jedes mal, wenn ich schon allein den Begriff “Studie” lese, habe ich einfach nur das ungute Gefühl, hier will mich wieder irgend jemand manipulieren. Und damit nicht nur mich, sondern jeden, der solche Beiträge liest. Wir leben nun mal in einer ständigen Manipulation, welche nur wenigen Menschen wirklich was nützen, meist finanziell, aber auch aus einem Gefühl der Macht heraus. Lotto ist ein Weg zum leistungslosen Erwerb von viel Geld, dass dann bekanntlich alle Probleme lösen soll. Wer auf diese Manipulation so richtig rein fällt, kann schon in kurzer Zeit süchtig werden auf ein sogenanntes Spiel, welches Glück verspricht. Wer heute noch den Medien völlig vertraut, ist eigentlich selbst dran schuld, wenn er/sie besonders beliebte Opfer solcher Manipulatoren sind. Dies zu entlarven, ist auch eine ständige Aufgabe des FIWUS und anderen Internet-Projekten.

Besitz allein schützt auch nicht vor Langeweile und Aufgabenlosigkeit.

Gehe ich von meiner eigenen Biographie aus, kann ich ohne zu lügen sagen, langweilig war mir noch nie, weil mein Gehirn sich immer mit viele Dingen beschäftigt und dabei auch meist Kreativität gefordert wird, allein schon von mir selbst. Auch ich wurde auf und mit der Jagd nach Besitz erzogen und ich ließ mich auf diesen Teufelskreis ein, schon als Kind. Dafür gibt es nur eine Entschuldigung gegenüber denen, die ich geschädigt habe durch Betrug und Diebstahl; ich wusste es als Kind einfach nicht besser, obwohl ich den Unterschied von ‘richtig’ und ‘falsch’ auf die harte Art erlernte. “Haben” war die einzige Antriebsfeder, ‘gelernt’ von meinen Eltern. Die Gewalt, die ich als Konsequenz daraus erlebte, war brutal, doch sie war niemals wirklich Abschreckung.

Dreißig Jahre als Freiberufler, zuerst in der Film- und Fernsehbranche, zuletzt in der IT-Branche haben dieses sogenannte ‘Haben-Syndrom’ weiter gefüttert und genährt, aber immerhin habe ich mir dies erarbeitet. Erst mit dem Ende meiner beruflichen Karriere 2002 fingen die geistigen Veränderungen an. Zuerst noch nicht einmal bewusst. Aber dann fing ich an, Dinge, welche mir vorher sehr wichtig waren, so habe ich wenigstens gedacht, abzustoßen. Natürlich war dabei auch meine finanzielle Situation maßgeblich, denn ich konnte durch den Verkauf von ca. 2000 DVD so einige Löcher stopfen. Der Verkauf lief aber niemals ohne Verlustangst ab.

Mein sogenannter Besitz schrumpfte mit den Jahren immer mehr. Als meine Dobermann-Hündin am 07.01.2011 starb, starb zu gleich auch eine echte Freundin und Beschützerin. Dieser Verlust brachte mich dann dazu, auch den Rest meines Besitzes aufzugeben. Ein Freund holte mich aus dem von mir verachteten und gehassten Saarland ab und brachte mich zuerst nach Graz in Österreich mit wirklich nur noch sehr wenigem Besitz. Doch auch Österreich brachte mich zum Scheitern. Obwohl ich aber nach vier Wochen Graz dann Passau als bessere Alternative erachtete, kam ich erst mal vom Regen in die Traufe und meine Gesundheit machte mir durch einen Herzinfarkt auch noch einen Strich durch eine Rechnung, welche ich noch gar nicht gestellt hatte, denn spontane Entscheidungen sind meist nicht kalkulierbar. Mein weniger Besitz und ich leben jetzt in einem Obdachlosenasyl, meist sehr abgeschottet, mit wenigen Ausnahmen. Es ist ein Leben, geprägt von finanziell sehr vorsichtig geprägten Zeiten und dies vom Monatsanfang zum Monatsende.

Wir kalkulieren in unserem Leben sowieso viel zu viel.

Manchmal schlage ich in einem Monat über die Stränge, leiste mir kleine Dinge, die ich mir einbilde, haben zu müssen, obwohl mein Verstand sagt, eigentlich ist es Schwachsinn. Ich weiß es sehr wohl und doch sind es einfach die Nachwirkungen meiner eigenen Erkenntnis. Es ist bei mir wie mit meiner Raucherei. Ich weiß, es ist mehr als ungesund und trotzdem rauche ich weiter. Ich hab mich wohl eingeschränkt, aber es ganz aufzugeben, kann ich nach 50 Jahren Rauchen einfach nicht. Ich denke wohl auch immer wieder darüber nach, da mein Herzinfarkt mich auch immer wieder daran erinnert, aber den wirklichen Willen bringe ich einfach nicht auf. Meine Prioritäten sind einfach anders gelagert. Was noch hinzu kommt, ist auch ein gewisser Trotz, denn immer, wenn ich von etwas höre, was mir nicht gut tut, dann liegt es schon in meiner Natur, dies nicht einfach so als Fakt anzuerkennen, denn ich sehe einfach auch zu viele Beispiele, welche das Gegenteil bestätigen und diese Fakten sagen mir persönlich, für andere sogenannte Meinungen bin ich einfach nicht offen genug, um sie so ohne Hinterfragungen einfach zu übernehmen.

Wir lernen jahrelang, dass wir in einer Gesellschaft leben und uns konform verhalten müssen. Doch Gesellschaften ändern sich ständig, es gibt keine Kontinuität und die hat es auch nie gegeben, dafür sorgen schon unsere sogenannten Politiker oder Machthaber, welche sich immer dann einmischen, wenn sie glauben, ihre eigene Macht wäre in Gefahr. Allein der Begriff “ich muss” jagt mir schon einen kalten Schauer den Rücken rauf und runter. Entscheidungen, die ich treffe, sollten auch von mir verstanden und bestätigt werden. Kann ich dies nicht, so bin ich niemals bereit, sie zu akzeptieren. Ich bin Realist. Auch wenn ich oft und viel träume. Diese Träume sind aber nur ein legales Aussteigen aus der Realität und ich kann gut zwischen Träumen und Realität unterscheiden.

Realität ist, dass wir alle sterben müssen. Dies ist eine Tatsache, wenn auch keine besonders faire. Allein, wenn ich daran denke, welche und wie viele Filme ich danach nicht mehr sehen kann oder wie viele, auch wichtige Bücher ich bisher noch nicht gelesen habe, dann macht mich dies schon ziemlich wütend. Dies allein reicht mir meist schon, um meinen Lebenshunger anzustacheln und auch aufrecht zu halten. Würde ich mir auch noch um Besitz solche Gedanken machen, wäre solch ein Leben wahrscheinlich unerträglich, so aber kann ich mit dem Wenigen, was ich besitze, mein Leben inzwischen besser genießen und ich habe ja noch meine Gedanken, welche ich heute durch das Internet verbreiten kann. Dieses Schreiben ist ein Ansporn, weiter zu leben, denn es ist eine Aufgabe, bei der mir der FIWUS auch hilft und diese Art der Kreativität ist nun mal in mir, doch ich musste sie erst entdecken … und was noch wichtiger ist, sie kostet nur etwas Disziplin und Zeit. Und der FIWUS wird gelesen, was für jeden Schreiber oder Autor auch ein Ansporn ist.

Dieser Beitrag ist subjektiv und niemals allgemeingültig, aber er war mir wichtig, weil in den etablierten Medien einfach zu viel und zu oft genau das Gegenteil verbreitet wird.