Urheberrecht oder Copyright?

Aber ich schätze mal, ich bin der Falsche, um darüber zu schreiben.

Wer schreibt, malt, Musik komponiert oder etwas ähnliches für Kunst und Kultur anfertigt, herstellt, oder kreiert, ist meist ein Urheber, außer er klaut ganz unverschämt, siehe zu Guttenberg. Ich persönlich bin eigentlich der total falsche sogenannte Meinungsbilder, denn obwohl ich in 20 Jahren in der Filmbranche, also auch einer Art Kreativwerkstatt, gearbeitet habe, so wäre uns ‘Handwerkern’ in dieser Branche doch niemals in den Sinn gekommen, für ein sogenanntes Urheberrecht auf die Straße zu gehen, obwohl alles, was wir gemacht haben, auch darunter fallen könnte. Wir waren oder sind Mitarbeiter, die Verwertung und damit ein laufender Geldfluss lagen immer bei den sogenannten höheren Chargen wie Produzenten und Regisseuren und/oder Autoren. Und Verwerter sind keine Urheber, sahnen aber auf lange Dauer ab. Schon ein Kameramann bekommt einmalig seine Gage und das war es dann. Auch die meisten Mitwirkenden auf der Schauspielerseite sind ausgeschlossen durch ihre Verträge, von wenigen Hauptdarstellern abgesehen.

Natürlich hat sich in den letzten 20 Jahren durch das Internet sehr viel im Bezug auf das Urheberrecht geändert, aber das sogenannte ‘Raubkopieren’ gab es schon lange, bevor die Technik Kopien möglich machte, welche vom Original nicht zu unterscheiden ist. Schon ein gewissen Thomas A. Edison war ein Raubkopierer.

 

In Wahrheit ist das Urheberrecht eine historische Errungenschaft der Obrigkeiten gegen bürgerliche Freiheit und es garantiert den Einfluss der Mächtigen auf die geistige Entwicklung und Verfassung des Volkes. Natürlich kann es auch nicht die Basis für individuelles geistiges Schaffen sein, es sei denn, Künstler bekommen a priori Vorschüsse für nicht vorhandene Werke. Alle anderen müssen neben ihrer Kunst ganz normal arbeiten gehen, bis ein “Talentscout” die Vermarktbarkeit (und System-Konformität) ihrer “Kunst” entdeckt. Fortan wird “das Werk” mit allen mitteln der Werbe- und Manipulationskunst mit aller Gewalt zum Erfolg gebracht, so lange in jeder Talkshow diskutiert, in jeder Zeitung besprochen und jeder Radiosendung zitiert, bis auch wirklich der letzte Idiot der Meinung ist, er müsse es unbedingt gut finden, weil er sonst wirklich der letzte Idiot ist.

Quelle: Hier weiterlesen Dieser Beitrag ist auch besser geschrieben, als mein eigenes Machwerk.

Ideen und Patente wurden schon immer geklaut, nicht erst seit der Erfindung des Personal Computers und seiner angeschlossenen Technik. Die Kriminalisierung einer ganzen Bevölkerungsschicht, welche mal etwas kopieren, ist aber der völlig falsche Ansatz, mit diesem Problem richtig umzugehen.

Auch in der Musik ist es ähnlich und auch die Literatur wurde niemals verschont.

Andererseits hat sich eine gewisse Qualität immer auch in den Verkaufsregalen durchgesetzt, denn es immer schon, wenigstens früher, ein Unterschied gewesen, ob man das Original hörte oder die Kopie (z.B. auf Kassette). Und die sogenannte Urheberrechtsabgabe auf Geräte hat schon lange einen gewissen Ausgleich für dieses Handeln geschaffen. Damit ist zum Beispiel auch so ein Verein wie die GEMA zu einem Regularium für die Urheber geworden, natürlich nicht ohne einen gewissen Selbstzweck, denn solche Vereinigungen verdienen ja auch dabei und dies nicht gerade wenig.

Und was Autoren und ihre Werke an geht, so haben zum Beispiel die Piraten ganz klare Vorstellungen gegenüber den Verwertern, denn Verwerter sind im Grunde genommen die Parasiten in dieser Welt der Urheber. Natürlich verteidigen sie ihr Handeln mit dem Einsatz von viel Geld für Marketing und Werbung, aber dies kann auch anders gehen, denn nicht erst seit Erfindung der elektronischen Medien gibt es Werbung und Public Relations.

Aber eigentlich fühle ich mich immer noch als der Falsche, um über dieses Thema adäquat zu schreiben.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

1 Kommentar

  1. Anony Mouse

    Sehr geehrter Herr ‚Alter Knacker‘,

    vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    Auch wenn dieser Beitrag etwas älter ist, fühle ich mich genötigt, meinen Senf dazu zu geben:

    Als Jahrzehnte langer FFF-Komponist und somit zwangsrekrutiertes ‚ordentliches Mitglied‘ der GEMA, kann ich als Urheber, dessen ‚Urheberrechte‘ geschützt werden müssen, nur noch Kotzen.

    Es geht nicht um das immer wieder abgebetete Wahren von Urheberrechten, sondern bei der GEMA um Aufführungsrechte und bei der Content-Mafia um Verwertungsrechte, welche jeder Urheber zwangsläufig übertragen muss! Die Vergütungen sind prozentual lächerlich – nur einige Superstars machen satt Kohle (ohne oftmals in der Tat Urheber zu sein!).

    Zur GEMA: Das was die GEMA umsetzt, wird nur zu einem geringen Teil an die Urheber ausgeschüttet. Wie viel das ist, kann bis auf 10% für sogenannte Dayly-Soap-Komponisten (FFF) reduziert werden. Davon wiederum geht ein Drittel an Verlage, welche keine Urheber sind, sondern ‚gedruckte Noten‘ bis vor 30 Jahren vertrieben. (Heute kassieren diese Verlage immer noch als ‚Urheber‘, obwohl populäre Musik kaum notierbar ist, noch als gedruckte Werke vertrieben werden). Die restlichen zwei Drittel teilen sich Komponist und Texter.

    Zu den Labels/Plattenfirmen: Diese zahlen im Allgemeinen garnichts an die Urheber, mit der Argumentation, diese verdienten an der GEMA.

    Man will den Menschen weismachen, es ginge um das Wahren von Urheberrechten der Urheber. Tatsächlich geht es darum, der Content-Mafia (ja, ich finde diesen Begriff berechtigt) immer mehr Einkünfte zu sichern.

    Ich schäme mich zutiefst dafür, dass meine kreative Leistung instrumentalisiert wird, um rechtschaffenen Menschen per Abmahn-Industrie auch noch das letzte bisschen aus der Tasche zu zerren.

    Ich wurde Musiker aus Liebe zur Musik, nicht um andere Menschen auszubeuten.

    Ich habe meinen Beruf aufgegeben.

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