‘Geschickte’ Täuschung?

Die Wähler in NRW am 13.05.2012 haben es nun in der Hand. Selbst die Medien haben dies so ausgemacht.

Es war vor gar nicht mal so langer Zeit, da hieß die FDP im FIWUS noch Dünnschiss-Partei, mit ihrer Auflösung im politischen Betrieb hab ich mir dieses böse Wort inzwischen gespart, auch in der Hoffnung, sie würde endlich in der Versenkung verschwinden. Andererseits weiß ich aber auch, dass der FIWUS nur einen absolut minimalen Einfluss auf ein bestimmtes Wahlverhalten hat, aber Fragen dürfen wir ja trotzdem aufgreifen und stellen. Nichts, aber auch gar nichts hat diese Partei für das Wahlvolk um gesetzt. Wer seine Anhänger und Wähler so an der Nase herum führt, hat nun mal keine Existenzberechtigung mehr.

Mitte April, die FDP steht bei vier Prozent in Umfragen, besuchte der Spitzenkandidat auf seiner Wahlkampftour auch die Art Cologne. Gespräche mit Kulturleuten vor moderner Kunst sollen den intellektuellen Anspruch Lindners verdeutlichen. Ein Galerist erklärt Lindner, warum über einem aus altem Küchentuch gefertigten Kunstwerk eine Plexiglashaube liegt: „Es sieht dann wertvoller aus.“ Lindner scheint das nicht weiter zu verblüffen. Im Grunde macht er es mit der FDP ja nicht anders. In seinem Wahlkampf geht es um Anschein und Distanz. Als er auf der Kunstmesse gefragt wird, warum die FDP so abgesackt sei in der Wählergunst, sagt er, die Partei habe „in Stil und Prioritätensetzung auf Ebene des Bundes nicht überzeugt“. Lindner hat einiges Geschick darin entwickelt, sich ganz lässig von der Bundespartei zu distanzieren, deren Geschicke er noch bis vor wenigen Monaten mitbestimmte.

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Natürlich war auch ich durch den Wahlerfolg für Wolfgang Kubicki erst einmal überrascht, aber andererseits hat es diese Partei jetzt wieder geschafft, sich in einem Landesparlament festzusetzen, aber die jetzige Oppositionsarbeit wird ihr auf Dauer nicht zu einem stärkeren Zulauf verhelfen. Selbst Medien, welche dieser Partei bisher eigentlich wohlgesonnen waren, gehen jetzt auf Abstand.

Die FDP hat aber auch gar nichts geleistet, das ist Fakt. Warum sollte sie noch als Mehrheitsbeschaffer gebraucht werden? Unser Land braucht keinen aufgesetzten Liberalismus, welcher von dieser Partei ausgehend schon lange nicht mehr ehrlich ist. Und besonders Christian Lindner verkörpert diese Beliebigkeit, Hauptsache Politik und Posten und der Rest ist sowieso nur schmückendes Beiwerk.

Als der heute 33-Jährige Generalsekretär der Bundespartei war, sprach er lobend über die katholische Kirche. Nicht über deren Inhalte, Lindner ist nicht gläubig. Sondern über ihre große Fähigkeit, beständig zu wirken. „Diskrete Normentsorgung“ nennt Lindner das: Ein politisches Ziel rückt schrittweise in die Kulissen, andere treten langsam nach vorn. Offiziell verabschiedet man sich von dem, was man nicht durchsetzen lässt, erst, wenn es ohnehin keinen mehr interessiert.

Was für den Vatikan Galileo Galileis Lehre war, sind für die FDP die Steuersenkungen. Sie sollen zugunsten des Schuldenabbaus in die Kulissen treten, ohne sie offiziell aufzugeben. Beinahe geht Lindners Plan auf. Dann jedoch kommt der 14. Mai 2011.

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Die FDP ist das Chamäleon der Politik, oft einfach hübsch anzusehen und zu beobachten, aber es gibt bei diesen Tierchen auch Farben, welche mehr als nur erschrecken.

Liest man zum Beispiel nur in Wikipedia den Beitrag über den Liberalismus in Deutschland, dann wird so manchem Leser oder Leserin schnell klar, dass diese Partei sich aus ganz anderen Werten damals zusammen setzte, als sie heute verkörpern.

Wurzeln des Liberalismus

Führer der nationalliberalen Partei, Holzschnitt um 1878

Die liberale Bewegung setzte sich im Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Aufklärung für mehr Rechte der unteren Schichten und die nationale Einigung ein. Liberale Gruppen, die zum großen Teil aus Studenten und anderen Intellektuellen bestanden, protestierten für „Einheit und Freiheit“. Darauf folgten Gegenmaßnahmen der reaktionären Kräfte Deutschlands, besonders durch Kanzler Metternich, den die liberale Märzrevolution im Jahr 1848 zum Rücktritt zwang. Ab 1849 jedoch war die Revolution mangels Strukturen und Organisation im Lager der Liberalen erschöpft und die Monarchie setzte sich wieder durch, wenn auch das liberale Gedankengut fest verwurzelt blieb und zum Beispiel dem Preußischen König bei der Durchführung seiner Politik bis zu Bismarcks Einspringen Probleme bereitete.

Die Deutsche Fortschrittspartei, die sich 1861 gründete, war die erste Partei im heutigen Sinne, mit Parteiprogramm und klaren politischen Zielen. Ihre Nachfolger in der Zeit des Deutschen Kaiserreiches waren die Nationalliberale Partei und die Deutsche Volkspartei sowie später die Fortschrittliche Volkspartei.

Ihnen folgten die Deutsche Demokratische Partei/Deutsche Staatspartei und Deutsche Volkspartei in der Weimarer Republik, deren Mitglieder maßgeblich an den Gründungen der liberalen Parteien der Nachkriegszeit beteiligt waren.

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Das sich in Parteien unterschiedliche Charaktere versammeln, ist normal. Wenn ich mich aber an Männer wie Theodor Heuss, unseren ersten Bundespräsidenten oder an Jürgen Möllemann, einen Karrieristen par excellence, erinnere, dann kann ich bis heute immer noch nicht verstehen, wie sich eine Partei so verändern konnte. Nach 1945 war diese Partei nicht für eine kleine Anzahl Klientel zuständig, auch wenn sie selbst als Partei noch keinen Einfluss hatte. Erst mit dem Auftauchen von Politikern wie Graf Lambsdorff veränderte sich das Gesicht dieser Partei und eine begrenzte Sichtweise, auch Scheuklappen genannt, in der Politik wurde eingeführt. Hans-Dietrich Genscher war und ist der Säulen-Heilige und war fast zu jeder Zeit unantastbar. Erst Guido Westerwelle, der schlimmste Karrierist von allen hat den Abstieg dieser Partei in die Bedeutungslosigkeit angeschoben, trotz der äußerlichen sogenannten Erfolge, welche er mit immer neuen Kapriolen erzielte, welche sich aber sehr schnell als absolute Luftnummern zu erkennen gaben.

Und jetzt, im Jahre 2012, haben sie mitverantwortlich den Piraten den Weg in diese Gesellschaft bereitet (und dies sollte nicht negativ aufgefasst werden, denn wir ALLE brauchen ein Umdenken in der Politik) durch ihr unsägliches Verhalten gegenüber der Bevölkerung. Die sogenannten großen Parteien werden diese Erfahrungen auch noch machen, auch wenn es noch einige Zeit dauert.

Leben im allgemeinen bedeutet immer Veränderungen, auch wenn wir gerne an Althergebrachtem gerne festhalten, aber Evolutionen lassen sich nicht festnageln auf einem Stand.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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