Sind Äußerlichkeiten wichtig in der Politik?

Da sitzt ein Mann in legerer und lockerer Freizeitkleidung in einer deutschen Talkshow und schon ist dies eine Bemerkung in einem SPON-Beitrag wert. Ich persönlich bin in keiner Weise irritiert wie der SPON-Autor.

Es ist ein Leichtes, Johannes Ponader zunächst zu unterschätzen. Das bayerische 1,0-Abitur sieht man dem schmalen, relativ unscheinbaren jungen Mann schließlich nicht an, schon eher den “Gesellschaftskünstler”, wie er sich nennt, mit gelegentlichem Hartz-IV-Bedarf. Sein Outfit dokumentiert, dass er auf Äußerlichkeiten wenig Wert legt, und dass er solche klischeeverdächtigen Vokabeln wie “nachhaltig” und “achtsam” und “zuhören” verwendet, zählt ebenso zu jenem etwas irritierenden ersten Eindruck wie die nackten Füße in Sandalen und sein unablässiges Hantieren mit dem Smartphone.

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Muss ich oder müssen WIR uns jetzt über den Untergang des Abendlandes Gedanken machen? Wenn er jetzt, wie ich mich selbst, Penner nennen würde, statt Gesellschaftskünstler, würde dann die Welt untergehen?

Ich behaupte einfach mal … garantiert NEIN.

Aber der Eindruck, dass es dem SPON-Autoren um solche absoluten Nebensächlichkeiten geht, statt um die wirklichen Aussagen von Johannes Ponader, lässt sich einfach nicht so ohne weiteres aus der Welt schaffen. Dieser Autor schreibt über eine Talk-Runde und die anderen Gäste sind wohl fast jedem Zuschauer bekannt, aber an ihrem Äußeren werden sie nicht gemessen. Dafür sind aber auch ihre sogenannten Aussagen so beliebig, wie sie es immer sind in solchen Runden … x-mal eingeübt und schon seit ewigen Zeiten ‘durchgekaut’.

Wir lassen uns ja gerne blenden.

Wer gestern Abend vor der Talkshow den “Tatort” gesehen hat, wird sich sehr gut an die Szene erinnern, als die Aktienhändler dem Mann vom LKA sehr ausführlich darlegten, wie ihre sogenannte tatsächliche Arbeit aussieht und wie sie über den Rest der Menschheit denken, dem kann ich nur sagen, dies war Realität pur und dann regen WIR uns über Befindlichkeiten auf, die so banal sind, dass es sich eigentlich überhaupt nicht lohnt, auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden. Wer den Tatort nicht gesehen hat, kann sich in der ARD-Mediathek noch eine Woche lang bedienen.

Aber zurück zu den Äußerlichkeiten; wir sind so darauf gedrillt, immer adrett und wohlerzogen aufzutreten, dass wir jede Abweichung von der sogenannten Norm zum Anlass nehmen, dies auch zu veröffentlichen, während das wirklich Wichtige sehr leicht zur Nichtigkeit verkommt.

Mir persönlich gehen diese labernden Schlipsträger inzwischen schon so was auf die Nüsse, dass ich auch schon mal daran denke, einfach in den Fernseher zu ‘greifen’, um solchen Typen die Klamotten vom Leib zu reißen. Oft genug nenne ich sie auch einfach Kleiderständer mit verbaler Kacke in der Schnauze.